29.09.12 | 21:57 | Fußball-WM 2018 | 0 Kommentare

Stadien, die die Welt nicht braucht (8) – die endgültige Entscheidung

Soeben haben Sepp Blatter und die Vertreter der russischen Organisatoren die elf Städte bzw. zwölf Stadien bekanntgegeben. (Anschaubar in der Wiederholung hier in der Mediathek des Pervyj Kanal).

Gegenüber dem gestern vermeldeten Tipp hat es dann doch noch einmal eine Änderung gegeben: Nicht die Moskauer Dynamo-Arena, Jaroslawl und Saransk fliegen aus der Kandidatenliste, sondern die Dynamo-Arena, Jaroslawl und Krasnodar. Mal gespannt, zu was sich die Dynamo-Lobby in den kommenden Wochen noch so hinreißen lässt. Da bauen sie einen neuen Sportkomplex, der insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar kostet – und dann ist da nicht einmal ein WM-Spiel …

BTW: Moskau munkelt, dass es entgegen der Planung nicht der letzte Tage gewesen sein könnte, an dem Kandidaten gestrichen werden. Ob Städte wie etwa Saransk am Ende wirklich Ausrichter werden, glauben noch nicht alle …

28.09.12 | 14:35 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 1 Kommentar

Stadien, die die Welt nicht braucht (7) – die Entscheidung

Also, die Entscheidung, über die seit ein paar Monaten gerungen wurde, ist offenbar gefallen. Drei der bisher 15 Kandidaten-Spielstätten* fliegen raus, sagte Sportminister Witalij Mutko heute in Zürch. Und nicht nur das: Er sagte auch, dass man das Turnier in zwölf  Stadien und elf Städten austragen wolle.

Das heißt, das etwas überraschend von den drei Moskauer Stadien – Olympiastadion Luschniki, neue Spartak-Arena, neue Dynamo-Arena – eines kein Austragungsort ist. Der Sowjetskij Sport mutmaßt, es handele sich dabei um die Dynamo-Arena. Weniger überraschend: Saransk und Jaroslawl, die ohnehin als chancenlos galten, werden danach ebenso gestrichen.

Das heißt, es verblieben: Moskau (2), St. Petersburg, Sotschi, Kasan, Jekaterinenburg, Kaliningrad, Rostow, Krasnodar, Samara, Nischnij Nowgorod

Offiziell verkündet wird die Auswahl am Samstagabane din einer großen Zeremonie.

* In der verlinkten Tabelle ist noch von 16 Stadien die Rede. Damals gab es sogar die Möglichkeit, dass in Moskau vier Spielstätten entstehen. Doch das Stadion der Region Moskau davon wurde recht bald schon von der Liste gestrichen.

10.07.11 | 19:35 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 0 Kommentare

Was kostet die WM?

Wenn die Organisatoren einer Sportveranstaltung Etatzahlen präsentieren, ist immer etwas Skepsis geboten. Was eine Weltmeisterschaft, was die Ausrichtung von Olympischen Spielen tatsächlich kosten, ist meist schwer zu beziffern, weil zum Beispiel Infrastrukturmaßnahmen, Kosten für Stadionneu- und -umbauten sowie die Ausgaben für Personal und Transport gerne mal verschwimmen. Nicht alles landet in einem großen WM-Topf, manches finanziert zum Beispiel auch der Staat unter Bezug auf irgendwelche merkwürdige Querverweise. Ein jüngstes Beispiel aus Deutschland: Hätte München den Zuschlag für Olympia 2018 bekommen, hätte München auch einen zweiten S-Bahn-Tunnel bekommen – so erklärte es der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Warum auch immer.

Umso verblüffender ist es, was gerade an reinen Etatzahlen aus Russland berichtet wird. Laut Kommersant stiegen diese binnen kürzester Zeit von rund einer halben Milliarde Dollar auf knapp vier Milliarden Dollar an. Und wer glaubt sieben Jahre vor dem Turnier, dass damit schon Schluss ist? Man muss nur einmal nach Sotschi schauen, wo die Kosten für die Olympischen Winterspiele massiv explodieren – auf geschätzte 36 Milliarden Dollar.

20.02.11 | 13:31 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 4 Kommentare

Stadien, die die Welt nicht braucht (3)

Wie erwartet: Die Frage, wie viele und welche WM-Spielstätten es im Jahr 2018 gibt, ist noch lange nicht entschieden. Bislang sind 16 Stadien in 13 Stätten (Liste über die veranschlagten Kosten siehe hier) vorgesehen. Doch es sieht so aus, als würden es am Ende weniger sein und als beginne der Kampf schon jetzt, obwohl die Fifa ihre endgültige Entscheidung erst im März 2013 treffen dürfte. RBK Daily berichtet unter Berufung auf eine Quelle aus dem Bewerbungskomitee, dass schon die Gespräche mit dem Fußballweltverband begonnen hätten. Danach sind Jekaterinenburg, Saransk und das Stadion in der Moskauer Region, das in Podolsk stehen soll, die Streichkandidaten.

Doch die Frage ist, wer das letztlich entscheiden darf. Die russischen Verantwortlichen sagen: die Fifa. Die Fifa sagt: die Russen selbst. Das kann ja noch zu manch spannender Auseinandersetzung führen.

Interessant übrigens am Rande: Mittlerweile beschweren sich auch die Vertreter der Regionen, die in der 16er-Liste nicht berücksichtigt sind, immer heftiger. Vor allem die Regierung der immer noch unruhigen Kaukasus-Republik Dagestan. Doch dieses Ansinnen von Dagestans Präsident Magomedsalam Magomedow ist aussichtslos.

05.02.11 | 19:38 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 1 Kommentar

Stadien, die die Welt nicht braucht (2)

Vor einigen Tagen habe ich mich in diesem Blog schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob es für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wirklich 16 Stadien bedarf und warum ausgerechnet diese 16 Stadien in diesen 13 Städten vorausgewählt wurden. Es ist ein Thema, das bis mindestens 2013, wenn die Fifa die endgültige Entscheidung über die Spielstätten fällt, aktuell bleibt.

Über ein besonders absurdes Beispiel berichten die Kollegen von  RusBusinessNews am Beispiel des Stadions in Jekaterinenburg, das als eines von nur drei Stadien für die WM nicht neu-, sondern lediglich umgebaut werden soll – und wo die Verantwortlichen dieser Tage verkündeten, unbedingt als Erste das Stadion spielbereit haben zu wollen. Die Kollegen von  RusBusinessNews hingegen kommen zu dem Schluss, dass das Geld dort verpfuscht wird, “da das Stadion den Fifa-Standards trotz aller Baumaßnahmen nicht entsprechen kann” und der Umbau des Stadions lediglich eine Vorhangfunktion habe, “damit die Geschäftemacher das staatliche Geld verteilen können”.

Hier geht’s zum kompletten Artikel.

24.01.11 | 16:06 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 4 Kommentare

Stadien, die die Welt nicht braucht

16 Stadien, 13 Städte, vier Cluster – und bis auf eine Ausnahme alle im europäischen Teil des Landes. Mit diesem Spielstättenkonzept ist es der russischen Bewerbung gelungen, den Fifa-Entscheidern die Angst vor dem Riesenland, vor weiten Reisewegen zwischen zwei Spielorten und vor WM-Partien im fernen Sibirien zu nehmen.

Konkret sehen die Cluster-Zuordnungen so aus:

a)      Nördliches Cluster: Sankt Petersburg, Kaliningrad

b)      Zentrales Cluster: Moskau (vier Stadien)

c)       Wolga-Cluster: Jaroslawl, Nischnij Nowgorod, Saransk, Kasan, Samara

d)      Südliches Cluster: Rostow, Krasnodar, Sotschi

e)      Jekaterinenburg

Allerdings: Gerade mal drei dieser 16 Stadien existieren bereits (das Olympiastadion in Moskau, das Dinamo-Stadion in Moskau und das Stadion in Jekaterinenburg), alle anderen müssen neu errichtet werden. Die großen Baufirmen des Landes dürfen sich freuen – zumal es ja nicht bei den Stadien bleibt, sondern diverse Infrastrukturmaßnahmen dazu kommen. Insgesamt investiert die russische Regierung gut 40 Milliarden Dollar.

Die Nominierungen einiger Städte sind überraschend, beispielsweise die von Jaroslawl oder die von Saransk. Deren Mannschaften spielen nicht einmal in der ersten Liga, und es ist zweifelhaft, ob es künftig genügend Fans gibt, um die mindestens 40.000 Zuschauer fassenden Stadien zu füllen – obwohl es nach Auskunft des Bewerbungskomitees ein Kriterium war, dass in der Stadt ein Klub der ersten oder zweite Liga beheimatet ist, um eine “angemessene fußballerische Benutzung des Stadions nach dem Turnier zu gewährleisten”.

Und ganz generell stellt sich die Frage, ob für eine WM überhaupt 16 Stadien nötig sind. Zum Vergleich: 2010 in Südafrika reichten zehn, 2006 in Deutschland zwölf, 1998 in Frankreich zehn. Nur 2002, bei der WM in Japan und Südkorea gab es mehr Spielstätten, insgesamt nämlich 20.

Manche Beobachter haben deswegen den Verdacht, dass die 16 Bewerberstädte jetzt mal munter anfangen können, für Bauvorhaben Geld auszugeben – doch dass die Zahl der tatsächlichen WM-Städte am Ende sinkt. Für Aufregung sorgte in den vergangenen Tagen schon eine Äußerung des Kaliningrader Gouverneur Nikolaj Zukanow, der davon sprach, dass seine Stadt in die “goldene Acht” strebe. Danach soll es also offenbar acht in irgendeiner Form priviligierte Austragungsorte geben. Im Bewerbungsbuch Russlands ist solch eine Formulierung jedoch nicht zu finden. Der Verband erklärte, dass er sich wundere, wie Zukanow darauf komme.

Doch eine kleine Hintertür zu einer möglichen Reduzierung der Stadionzahl lässt sich der Verband. Die endgültige Auswahl der Bewerberstädte, so hieß es auf Anfrage, sei Sache der Fifa – und diese Entscheidung falle wohl Anfang des Jahres 2013.