01.06.13 | 18:50 | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Putins Macht, Putins Desaster

Ein paar Links zu interessanten Artikeln der vergangenen Tage, in denen Genosse Wladimir Wladimirowitsch Putin immer eine zentrale Rolle spielt …

… zu den explodierenden Baukosten rund um Sotschi siehe hier und hier.

… zu der Neuordnung der sportpolitischen Welt siehe hier.

02.11.11 | 16:44 | Allgemein | 0 Kommentare

Russlands Sportevents und deutsche Firmen

Bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele mischt ja die eine oder andere deutsche Firma kräftig mit (u.a. Siemens, siehe hier), aber nun beginnt auch schon der Wettkampf um die Aufträge rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Ein Porträt einer erfolgreichen Firma bei den Kollegen der Sächsischen Zeitung hier.

22.05.11 | 15:16 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Gazprom sponsert Schalke, aber nicht die Spiele in Sotschi

Bisweilen passieren in dem russischen Politik/Wirtschaft/Sport-Geflecht Dinge, die man so nicht erwarten würde. Wenn es zum Beispiel um die Frage geht, wer die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sponsern könnte, dann käme dem gemeinen Beobachter als einer der ersten Kandidaten der Erdgasförderkonzern Gazprom in den Sinn. Zum einen, weil der einfach zu den größten Unternehmen des Landes zählt; zum anderen, weil der Staat Mehrheitseigner an Gazprom ist, weil der Ministerpräsident des Staates bekanntlich Wladimir Putin heißt und Putin wiederum als großer Unterstützer der Spiele in Sotschi gilt. Dennoch hieß es kürzlich, dass sich Gazprom und das Organisationskomitee nicht auf einen Sponsorenvertrag einigen konnten. Gut eine Milliarde Dollar hat das Komitee bereits an Sponsorengeldern eingesammelt,  knapp zwei Milliarden Dollar sollen es am Ende werden. Gänzlich raus ist Gazprom aus der  Spiele-Vorbereitung natürlich nicht: Immerhin baut der Konzern das Biathlon- und Skizentrum.

Sein Sportsponsoringbudget hat Gazprom aber dennoch erhöht. Vor kurzem weilten die Bosse des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 in Moskau, um die Vertragsverlängerung mit dem Konzern mit Putin höchstselbst zu klären. Das führte unter anderem dazu, dass in der Frage, ob Schalkes Torwart Manuel Neuer zu den Bayern wechselt oder nicht, nun nicht mehr nur die Meinung von Tönnies, Heldt, Hoeneß und Nerlinger interessiert, sondern auch die von Gazprom und Putin.

03.05.11 | 16:07 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Die Schweizer in Russland

Dass der Schweizer Fifa-Chef Sepp Blatter gewisse Sympathien für Russland und Russlands obersten Genossen Wladimir Putin hat, ist vielfach belegt (zum Beispiel hier). Dass darunter auch manche Connection zu nicht ganz so sauberen Typen war, ebenfalls.

Doch Blatter ist nicht der einzige Schweizer, der enge Bande zu Russlands Sportwelt pflegt. In beide anstehenden Großveranstaltungen des Riesenreiches waren beziehungsweise sind Landsmänner des Fifa-Bosses eng eingebunden. Andreas Herren, sinnigerweise lange Sprecher der Fifa, orchestrierte die WM-Bewerbung der Russen als Medien-Koordinator und dürfte wohl auch im weiteren Verlauf der Turnier-Organisation wieder eine Rolle spielen; und Werner Augsburger, in den beiden vergangenen Jahren Chef der Schweizer Eishockey-Liga und drei Mal Chef der Schweizer Mission bei Olympischen Spielen, fungiert demnächst als “Sportdirektor” der Olympischen Winterspiele in Sotschi.

06.03.11 | 10:57 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Putin und der Palast in Sotschi

Dass Wladimir Putin rund um Sotschi gerne Urlaub macht, ist bekannt; und dass der russische Ministerpräsident auch deswegen die Olympischen Winterspiele dorthin lotste, ein naheliegender Gedanke. Doch hat sich Putin dort nun auch noch ein Traumhaus angeschafft, in das insgesamt eine Milliarde Dollar geflossen sin sollen? (Wobei das dortige Traumhaus so traumhaft ist, dass Schloss Neuschwanstein wie eine Wellblechhütte wirkt.) Putin hat das immer dementiert, Medien behaupten dagegen, es sei mit Korruptionsgeldern und von höchster Stelle in Auftrag gegeben. Doch nun hat das gute Stück auch noch den Besitzer gewechselt. Es gehört nun dem Geschäftsmann Alexander Ponomarenko.

Siehe hier das Stück der SZ-Korrespondentin Sonja Zekri.

27.02.11 | 17:10 | Allgemein | Sotschi 2014 | 1 Kommentar

Sotschi, die Maskottchen und ein Guttenberg-Vorwurf

Da sage noch jemand, Russland nehme alles unwidersprochen hin, was so rund um die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi passiert (wie das hier oder das hier oder das hier)! Nein nein, das Land führt die Debatten, die notwendig sind, mit aller Schärfe. Zum Beispiel die über das Maskottchen.

Ein Schneeleopard, ein Eisbär und ein Hase sind die offiziellen Maskottchen der Olympischen Winterspiele 2014, so haben es die russischen Fernsehzuschauer entschieden. Doch so eine Maskottchenwahl ist ja eine heikle Sache, denn …

… erstens motzt nun der Erfinder des ersten russischen Olympia-Maskottchens, des Bären „Mischa“, der während der Spiele 1980 in Moskau Berühmtheit erlangte. Viktor Tschischikow sieht nämlich einen Skandal à la Guttenberg. „Die Augen, die Nase, der Mund, das Lächeln: Bei diesem Eisbär stammt alles von meinem Mischa“, sagte Tschischikow.

… zweitens motzt nun der Dauer-Querulant Wladimir Schirinowskij. „Der Schneeleopard ist blutrünstig, der Bär faul, und ein feiger Hase läuft dauernd weg.“

… drittens motzen alle in Sotschi, weil die Menschen dort lieber einen Delfin auf Skiern gehabt hätten.

… und viertens motzen im ganzen Land viele, weil die in Russland populäre Gestalt Väterchen Frost kurzfristig zurückgezogen wurde. Der Grund: „Bei einem Sieg hätte das Internationale Olympische Komitee die Rechte am russischen Weihnachtsmann erworben, das wäre problematisch geworden“, sagte der Ehrenpräsident des Olympischen Komitees Russlands, Witalij Smirnow.

Nur der Oberrusse Putin ist zufrieden. Der hatte vor der Fernseh-Abstimmung lobende Worte für den Schneeleoparden gefunden. „Das ist ein starkes, schnelles und schönes Tier, das einst im Kaukasus beheimatet war und jetzt wieder in der Region angesiedelt wird.“

23.02.11 | 11:26 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Sotschi und die Umwelt

Wie vermutet, jubelt Russland über die Bilanz der ersten Testwettkämpfe, zum Beispiel hier. Interessanter sind natürlich Blickwinkel wie der des Kollegen Stephan Laack, der sich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk dem Dauerbrenner-Thema “Sotschi und die Folgen für die Umwelt” widmet (siehe hier).

16.02.11 | 15:16 | Sotschi 2014 | 1 Kommentar

Den Oligarchen sei Dank

Zwölf Milliarden Dollar, das war einmal die geschätzte Summe, die der russische Staat für die Olympischen Winterspiele 2014 aufbringen müsste. Längst sind es viele Milliarden Dollar mehr, die Rede ist meist von einer Verdreifachung der ursprünglichen Kostenkalkulation. Doch das zahlt nicht alles der russische Staat, mittlerweile sind viele, viele private Investoren im Boot.

Sotschis Bürgermeister Anatolij Pachomow verkündete gerade, dass die Summe der privaten und Firmeninvestitionen schon bei 700 Milliarden Rubel, nach heutigem Umrechnungsstand also knapp 24 Milliarden Dollar, betrage. Sämtliche Sportstätten und auch viele Teile der Infrasutktur seien so finanziert, sagte Pachomow. Das Biathlon- und Skizentrum zum Beispiel baut Gazprom, um die Olympia-Universität der Milliardär Michail Prochorow.

In einer Bildergalerie haben wir auf hier übrigens die jüngste Liste des russischen Finans-Magazin mit den zehn reichsten Russen abgebildet – da ist sicher noch der eine oder andere dabei, der ein paar Millionen für ein großes Projekt übrig hat …

Guter Artikel zu diesem Thema auch hier auf welt.de.

14.02.11 | 14:34 | Allgemein | Sotschi 2014 | 2 Kommentare

Sotschi und der Schnee

In diesen Tagen dürften sich diverse Erfolgsmeldungen à la “Sotschi bestens gerüstet für Olympische Winterspiele” über die Nachrichtenagenturen verbreiten. Denn der Skikurort Rosa Chutor, das alpine Zentrum der Spiele, ist Austragungsstätte eines Europacups. Und die russischen Aktiven, die im Rahmen ihrer nationalen Meisterschaften, dieser Tage schon die Strecke testeten, waren natürlich alle begeistert. So wunderbar der Schnee, so weich, so allesmögliche. Na, klar.

Die problematischere Situation des Komplexes “Sotschi und der Schnee” verdeutlichte kürzlich eine Aussage von Sportminister Witalij Mutko. Der musste nämlich die Tage gestehen, dass es in einem am Meer gelegenen Ort wie Sotschi vielleicht doch zu ein paar klitzekleinen Problem mit dem  Schnee kommen könnte, was zum Zeitpunkt der Spiele-Vergabe im Jahr 2007 natürlich niemand ahnen konnte. Mutko jedenfalls verkündete, dass wegen der Schneeunsicherheit die Nordischen Kombinierer ihre Läuft nicht wie geplant neben Schanze stattfinden sollen, sondern im Stadion der Langläufer. Der Hintergrund: Die Schanze liegt nur auf 800 Meter Höhe, und da sei es doch praktisch garantiert, dass es keinen Schnee gebe. Ach, wirklich.

03.02.11 | 16:27 | Allgemein | Sotschi 2014 | 2 Kommentare

Die Bauherren von Sotschi

Seit 2007 gibt es einen russischen Staatskonzern namens Olimpstroj, der im Auftrag der Regierung alle Baumaßnahmen für die Olympischen Spiele in Sotschi im Jahr 2014 koordiniert. Und seit dieser Zeit fällt Olimpstroj in ziemlich regelmäßigen Abständen mit Meldungen zu zwei unangenehmen Themenkomplexen auf. Themenkomplex a): Die ursprünglich auf zwölf Milliarden Dollar veranschlagten Kosten für die Vorbereitungen der Spiele sind mal wieder gestiegen. Themenkomplex b): Die politische Administration setzt bei Olimpstroj mal wieder einen  neuen Chef ein.

Im September 2007 ernannte Wladimir Putin, damals noch Präsident des Landes, Semjon Weinstock zum Chef. Zuvor hatte dieser jahrelang den staatlichen Pipelinekonzern Transneft geführt. Aber nach nur einem halben Jahr musste er einräumen, dass die ursprüngliche zwölf-Milliarden-Dollar-Schätzung doch arg optimistisch war – und räumte kurz darauf seinen Posten.

Auf Weinstock folgte der damalige Bürgermeister von Sotschi, Viktor Kolodjaschnij. Kritiker warfen ihm vor, zum Clan des Krasnodarer Gouverneurs Alexander Tkatschow zu zählen – und Sotschi zu dessen Kolonie umzufunktionieren. Kolodjaschnij erboste die Bürger in Sotschi besonders, weil zu seiner Zeit als Olimpstroj-Chef  endgültig die “Konfiszierung von Grundstücken und anderen Immobilien” über die Bühne ging – durch ein Duma-Gesetzes rechtlich abgesichert. Im Juni 2009 endete Kolodjaschnijs Zeit an der Spitze von Olimpstroj.

An seiner Stelle übernahm Taimuras Bollojew, der zuvor Manager der in Putins Heimatstadt St. Petersburg beheimateten Baltika-Brauerei gewesen war. Er fiel unter anderem deshalb negativ negativ auf, weil die Umweltschützer vom WWF während seiner Zeit die Zusammenarbeit mit Olimpstroj beendeten. Von allen bisherigen Inhabern dieses Postens hielt Bollojew am längsten durch  – bis Ende Januar. Dann ging er, offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

Doch kurz nach seiner Rücktrittsmeldung tauchten Gerüchte über sechs Korruptionsfälle auf, die fiktive Arbeitsvermittlung bei Olimpstroj beträfen. Von 2007 bis 2010 seien durch das Vorlegen von falschen Dokumenten insgesamt 23 Millionen Rubel (knapp 600.000 Euro) erbeutet worden. “Es gibt trotz der genauen Beobachtung durch verschiedene Organe keine Hinweise auf Missbrauch oder Korruption bei SC Olimpstroj oder anderen Behörden”, sagte der für Olympia zuständige russische Vize-Premier Dmitrij Kosak. “Der Olimpstroj Sicherheitsservice hat einige Verletzungen festgestellt und an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Jedoch haben diese Fälle nichts mit Korruption zu tun.”

Nun darf sich also wieder jemand anderes mit der Organisation des zig-Milliarden-Projekts Olympia in Sotschi versuchen, und natürlich ist es wieder jemand, den die Medien mit “Putin-Vertrauter” beschreiben. Sergej Gaplikow, 40, bisher Vizechef von Putins Regierungsbüro, übernimmt.

Kurios ist übrigens, wie sehr der Olimpstroi-Chefposten auch in den kompletten Postenverteilungsapparat der politischen Führung einfließt. Als im vergangenen September die Fehde zwischen Dmitrij Medwedjew und dem damaligen Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow ihrem Höhepunkt entgegensteuerte, soll es dem Vernehmen nach Kompromissmöglichkeiten gegeben habe. Eine davon lautete: Luschkow tritt zurück und übernimmt dafür die Leitung von Olimpstroi – doch Luschkow lehnte ab.