28.09.12 | 14:35 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 1 Kommentar

Stadien, die die Welt nicht braucht (7) – die Entscheidung

Also, die Entscheidung, über die seit ein paar Monaten gerungen wurde, ist offenbar gefallen. Drei der bisher 15 Kandidaten-Spielstätten* fliegen raus, sagte Sportminister Witalij Mutko heute in Zürch. Und nicht nur das: Er sagte auch, dass man das Turnier in zwölf  Stadien und elf Städten austragen wolle.

Das heißt, das etwas überraschend von den drei Moskauer Stadien – Olympiastadion Luschniki, neue Spartak-Arena, neue Dynamo-Arena – eines kein Austragungsort ist. Der Sowjetskij Sport mutmaßt, es handele sich dabei um die Dynamo-Arena. Weniger überraschend: Saransk und Jaroslawl, die ohnehin als chancenlos galten, werden danach ebenso gestrichen.

Das heißt, es verblieben: Moskau (2), St. Petersburg, Sotschi, Kasan, Jekaterinenburg, Kaliningrad, Rostow, Krasnodar, Samara, Nischnij Nowgorod

Offiziell verkündet wird die Auswahl am Samstagabane din einer großen Zeremonie.

* In der verlinkten Tabelle ist noch von 16 Stadien die Rede. Damals gab es sogar die Möglichkeit, dass in Moskau vier Spielstätten entstehen. Doch das Stadion der Region Moskau davon wurde recht bald schon von der Liste gestrichen.

07.10.11 | 14:03 | Allgemein | 1 Kommentar

Stadien, die die Welt nicht braucht (6)

Eine neue Wendung in der beliebten Debatte um die Frage, welche der derzeit 16 möglichen Spielstätten das russische WM-Organisationskomitee streicht, um am Ende auf zwölf oder gar nur zehn Stadien zu kommen. Sportminister Witalij Mutko zufolge kippen nämlich zwei der geplanten Moskauer Stadien – das sagte er kürzlich Interfax. Das Regionsstadon galt schon lange als Streichkandidat, dürfte aber als Arena für öffentliche Trainingseinheiten trotzdem gebaut werden, doch dass zudem das Dynamo- oder das Spartak-Stadion nicht Austragungsstätte werden sollen, dürfte für ziemlichen Ärger sorgen.

Zur Erinnerung: Folgende Spielorte sind in der 16er-Liste. Jaroslawl, Jekaterinenburg, Kasan, Kaliningrad, Krasnodar, Moskau (Dynamo), Moskau (Olympiastadion), Moskau (Regionsstadion), Moskau (Spartak), Nischnij Nowgorod, Rostow, Samara, Saransk, Sotschi, St. Petersburg, Wolgograd

20.02.11 | 13:31 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 4 Kommentare

Stadien, die die Welt nicht braucht (3)

Wie erwartet: Die Frage, wie viele und welche WM-Spielstätten es im Jahr 2018 gibt, ist noch lange nicht entschieden. Bislang sind 16 Stadien in 13 Stätten (Liste über die veranschlagten Kosten siehe hier) vorgesehen. Doch es sieht so aus, als würden es am Ende weniger sein und als beginne der Kampf schon jetzt, obwohl die Fifa ihre endgültige Entscheidung erst im März 2013 treffen dürfte. RBK Daily berichtet unter Berufung auf eine Quelle aus dem Bewerbungskomitee, dass schon die Gespräche mit dem Fußballweltverband begonnen hätten. Danach sind Jekaterinenburg, Saransk und das Stadion in der Moskauer Region, das in Podolsk stehen soll, die Streichkandidaten.

Doch die Frage ist, wer das letztlich entscheiden darf. Die russischen Verantwortlichen sagen: die Fifa. Die Fifa sagt: die Russen selbst. Das kann ja noch zu manch spannender Auseinandersetzung führen.

Interessant übrigens am Rande: Mittlerweile beschweren sich auch die Vertreter der Regionen, die in der 16er-Liste nicht berücksichtigt sind, immer heftiger. Vor allem die Regierung der immer noch unruhigen Kaukasus-Republik Dagestan. Doch dieses Ansinnen von Dagestans Präsident Magomedsalam Magomedow ist aussichtslos.

10.02.11 | 17:56 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 4 Kommentare

Was kostet ein Stadion?

Nachdiesem dieser Blog ja schon hier und hier die Stadion-Frage zur vorläufig entscheidenden Frage erkoren hat, ist es nun Zeit für einen etwas konkreteren Blick auf die Kosten der Spielstätten. So Stadien haben ja bekanntlich die merkwürdige Eigenschaft, im Laufe der Monate und Jahre teurer und teurer zu werden. Von daher soll anhand einiger Beispiele nun einmal festgehalten werden, was derzeit der Stand bei den Kostenkalkulationen ist – damit dann gut verfolgt werden kann, was denn am Ende dabei herauskommt. Laut Bewerbung beträgt die Gesamtsumme 3,8 Milliarden Dollar.

Jaroslawl: 200 Millionen Dollar

Jekaterinenburg (Umbau): 140 Millionen Dollar

Kasan: 250 Millionen Dollar

Kaliningrad: 210 Millionen Dollar

Krasnodar: 260 Millionen Dollar

Moskau (Dynamo/Umbau): 280 Millionen Dollar

Moskau (Olympiastadion/Umbau): 240 Millionen Dollar

Moskau (Regionsstadion): 260 Millionen Dollar

Moskau (Spartak): 290 Millionen Dollar

Nischnij Nowgorod: 240 Millionen Dollar

Rostow: 220 Millionen Dollar

Samara: 180 Millionen Dollar

Saransk: 180 Millionen Dollar

Sotschi: 225 Millionen Dollar

St. Petersburg: 415 Millionen Dollar (nach neuesten Entwicklungen jetzt schon: 1,1 Milliarden Dollar, ursprünglich, allerdings weit vor der WM-Vergabe nach Russland: 250 Millionen Dollar.)

Wolgograd: 210 Millionen Dollar

24.01.11 | 16:06 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | 4 Kommentare

Stadien, die die Welt nicht braucht

16 Stadien, 13 Städte, vier Cluster – und bis auf eine Ausnahme alle im europäischen Teil des Landes. Mit diesem Spielstättenkonzept ist es der russischen Bewerbung gelungen, den Fifa-Entscheidern die Angst vor dem Riesenland, vor weiten Reisewegen zwischen zwei Spielorten und vor WM-Partien im fernen Sibirien zu nehmen.

Konkret sehen die Cluster-Zuordnungen so aus:

a)      Nördliches Cluster: Sankt Petersburg, Kaliningrad

b)      Zentrales Cluster: Moskau (vier Stadien)

c)       Wolga-Cluster: Jaroslawl, Nischnij Nowgorod, Saransk, Kasan, Samara

d)      Südliches Cluster: Rostow, Krasnodar, Sotschi

e)      Jekaterinenburg

Allerdings: Gerade mal drei dieser 16 Stadien existieren bereits (das Olympiastadion in Moskau, das Dinamo-Stadion in Moskau und das Stadion in Jekaterinenburg), alle anderen müssen neu errichtet werden. Die großen Baufirmen des Landes dürfen sich freuen – zumal es ja nicht bei den Stadien bleibt, sondern diverse Infrastrukturmaßnahmen dazu kommen. Insgesamt investiert die russische Regierung gut 40 Milliarden Dollar.

Die Nominierungen einiger Städte sind überraschend, beispielsweise die von Jaroslawl oder die von Saransk. Deren Mannschaften spielen nicht einmal in der ersten Liga, und es ist zweifelhaft, ob es künftig genügend Fans gibt, um die mindestens 40.000 Zuschauer fassenden Stadien zu füllen – obwohl es nach Auskunft des Bewerbungskomitees ein Kriterium war, dass in der Stadt ein Klub der ersten oder zweite Liga beheimatet ist, um eine “angemessene fußballerische Benutzung des Stadions nach dem Turnier zu gewährleisten”.

Und ganz generell stellt sich die Frage, ob für eine WM überhaupt 16 Stadien nötig sind. Zum Vergleich: 2010 in Südafrika reichten zehn, 2006 in Deutschland zwölf, 1998 in Frankreich zehn. Nur 2002, bei der WM in Japan und Südkorea gab es mehr Spielstätten, insgesamt nämlich 20.

Manche Beobachter haben deswegen den Verdacht, dass die 16 Bewerberstädte jetzt mal munter anfangen können, für Bauvorhaben Geld auszugeben – doch dass die Zahl der tatsächlichen WM-Städte am Ende sinkt. Für Aufregung sorgte in den vergangenen Tagen schon eine Äußerung des Kaliningrader Gouverneur Nikolaj Zukanow, der davon sprach, dass seine Stadt in die “goldene Acht” strebe. Danach soll es also offenbar acht in irgendeiner Form priviligierte Austragungsorte geben. Im Bewerbungsbuch Russlands ist solch eine Formulierung jedoch nicht zu finden. Der Verband erklärte, dass er sich wundere, wie Zukanow darauf komme.

Doch eine kleine Hintertür zu einer möglichen Reduzierung der Stadionzahl lässt sich der Verband. Die endgültige Auswahl der Bewerberstädte, so hieß es auf Anfrage, sei Sache der Fifa – und diese Entscheidung falle wohl Anfang des Jahres 2013.