<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Unser Dach</title>
	<atom:link href="http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 01 Jun 2013 16:50:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator>
		<item>
		<title>Putins Macht, Putins Desaster</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/06/01/putins-macht-putins-desaster/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/06/01/putins-macht-putins-desaster/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2013 16:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Winterspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Sotschi]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Putin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=292</guid>
		<description><![CDATA[Ein paar Links zu interessanten Artikeln der vergangenen Tage, in denen Genosse Wladimir Wladimirowitsch Putin immer eine zentrale Rolle spielt &#8230; &#8230; zu den explodierenden Baukosten rund um Sotschi siehe hier und hier. &#8230; zu der Neuordnung der sportpolitischen Welt siehe hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Links zu interessanten Artikeln der vergangenen Tage, in denen Genosse Wladimir Wladimirowitsch Putin immer eine zentrale Rolle spielt &#8230;</p>
<p>&#8230; zu den explodierenden Baukosten rund um Sotschi siehe <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-kostenexplosion-bei-olympischen-winterspielen-in-sotschi-a-902977.html">hier</a> und <a href="http://www.handelsblatt.com/sport/sonstige-sportarten/sotschi-2014-putin-seine-freunde-und-gestohlene-olympia-milliarden/8279362.html">hier</a>.</p>
<p>&#8230; zu der Neuordnung der sportpolitischen Welt siehe <a href="http://www.jensweinreich.de/2013/05/31/wer-regiert-den-weltsport-teil-1-wladimir-putin-marius-vizer-und-scheich-ahmad-al-sabah/">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/06/01/putins-macht-putins-desaster/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Falcao, Carvalho, Moutinho: Oligarch Rybolowljew mit Monaco auf Einkaufstour</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/30/falcao-carvalho-moutinho-oligarch-rybolowljew-mit-monaco-auf-einkaufstour/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/30/falcao-carvalho-moutinho-oligarch-rybolowljew-mit-monaco-auf-einkaufstour/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 May 2013 15:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[AS Monaco]]></category>
		<category><![CDATA[Dmitrij Rybolowljew]]></category>
		<category><![CDATA[Falcao]]></category>
		<category><![CDATA[Joao Moutinho]]></category>
		<category><![CDATA[Paris St. Germain]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=280</guid>
		<description><![CDATA[Meine Stück aus der SZ zum Einkaufswahn bei AS Monaco. Zudem noch folgender Linktipp: Eines der seltenen Interviews des Oligarchen Dmitrij Rybolowljew aus dem Jahr 2006 bei den Kollegen von Wedomosti hier: Die fürstliche Familie war entzückt. Ende 2011 befand sich ihr einst so ruhmreicher Klub AS Monaco in arger Not, letzter Platz in Liga [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Stück aus der SZ zum Einkaufswahn bei AS Monaco. Zudem noch folgender Linktipp: Eines der seltenen Interviews des Oligarchen Dmitrij Rybolowljew aus dem Jahr 2006 bei den Kollegen von Wedomosti <a href="http://www.vedomosti.ru/newspaper/article/2006/06/20/108226">hier</a>:</p>
<p>Die fürstliche Familie war entzückt. Ende 2011 befand sich ihr einst so ruhmreicher Klub AS Monaco in arger Not, letzter Platz in Liga zwei – da näherte sich aus Russland die Rettung. Der Oligarch Dmitrij Rybolowljew übernahm zwei Drittel des Vereins und versprach viele Investitionen. Es kamen also ein paar Spieler wie der Bundesliga-Verteidiger Andreas Wolf, die für einen Zweitligisten eigentlich zu gut waren, und als Trainer der renommierte Claudio Ranieri. Und spätestens jetzt, eineinhalb Jahre und einen Aufstieg später, blickt Fußball-Europa verstört auf das Treiben am Mittelmeer. Denn auf seiner Shopping-Tour hat sich der AS Monaco mittlerweile der Luxus-Abteilung zugewandt. Vergangene Woche verpflichtete er für 70 Millionen Euro Joao Moutinho und James Rodriguez vom FC Porto, nun folgte Ricardo Carvalho (Real Madrid), der kolumbianische Überangreifer Falcao war angeblich schon zum Medizincheck da, dazu vielleicht Fabio Coentrao – es sieht so aus, als wolle Monaco gleich in Jahr eins nach dem Wiederaufstieg das mit katarischem Geld aufgemotzte Paris St. Germain herausfordern.</p>
<p>Und das alles dank Dmitrij Jewgenjewitsch Rybolowljew, 46, geschätzt knapp zehn Milliarden Dollar reich, einst Russlands Dünger-König, Spitzname “der große Schweiger”.</p>
<p>Er hat wie so viele Oligarchen eine kuriose Biographie. In seiner Heimat Perm arbeitete er Anfang der Neunziger zunächst als Kardiologe; für nur 120 Rubel pro Monat plus zehn Rubel Diplom-Zulage, wie er in einem seiner seltenen Interviews erzählte. Erstes richtiges Geld verdiente er mit einer Firma, die sich auf eine Methode der Magnetfeld-Therapie spezialisierte. Doch er stieg bald ins Investmentgeschäft ein, stand an der Spitze einer Privatbank – und verschaffte sich die Mehrheit an Uralkali, dem größten Mineraldüngerhersteller Russlands. Zwischendurch saß er im Gefängnis, weil er einen Mord in Auftrag gegeben haben soll; nach elf Monaten wurde er freigesprochen. Restlos aufgeklärt wurde der Fall nie. 2010 verkaufte er Uralkali für 5,3 Milliarden Dollar – und baute seinen Anteil an der Bank of Cyprus auf zehn Prozent auf; als Anfang 2013 die große Zypern-Krise ausbrach und die Oligarchen um das dort geparkte Geld fürchten mussten, vermerkte die bankeigene Internetseite aber nur noch 5,01 Prozent.</p>
<p>Rybolowljews Beziehung zu Russlands Staatsführung ist wechselhaft. Früher galt sein Verhältnis zu Wladimir Putin als eng. Der Spiegel berichtete einmal von einem Vorfall, wonach ihn 2005 ein Vertreter einer Oppositionspartei um Spenden gebeten habe. Die Antwort: Er könne gerne wiederkommen, &#8220;wenn ihr an der Macht seid&#8221;. Später jedoch kühlte das Verhältnis offenkundig ab. Rund um den Verkauf von Uralkali soll er von politischer Seite gehörig unter Druck gesetzt worden sein.</p>
<p>Als er den Fürstenklub kaufte, sagte Rybolowljew, das sei &#8220;kein reines Erwerbsgeschäft&#8221;, sondern &#8220;der Beginn einer effizienten und schlagkräftigen Partnerschaft&#8221;. Es gab aber auch ein paar andere Erklärungsansätze. Einer besagte, dass der Oligarch im ewigen Scheidungskrieg mit seiner Frau Jelena, die ein paar Milliarden Dollar fordert, so ein wenig Vermögen entziehen kann. Ein anderer wies darauf hin, dass sich das viele erwirtschaftete Geld in der Steueroase Monaco effektiv weiterverarbeiten lässt. Und zudem haben Rybolowljew (und seine 24-jährige Tochter Jekaterina) durchaus den Hang, in Statussymbole zu investieren. Eine kleine Auswahl: eine Donald-Trump-Villa für 100 Millionen Dollar, die bis dahin teuerste Wohnung New Yorks für 88 Millionen Dollar, dazu einen Privat-Airbus, eine gigantische Gemäldesammlung sowie per langlaufendem Leasing-Vertrag eine Mittelmeer-Insel von den Erben des Onassis-Clans. Dieser Deal könnte aber noch Ärger geben; der griechische Juristenrat prüft, ob damit nicht das Testament des legendären Tycoons missachtet wurde.</p>
<p>Ärger ist auch für Rybolowljews Monaco-Investment ein gutes Stichwort. Bei seinem Angriff auf die Ligaspitze kommt ihm neben dem eigenen Vermögen auch das Steurrecht zugute: Carvalho &amp; Co. müssen in Monaco so gut wie keine Abgaben auf ihre zehn-Millionen-und-mehr-pro-Jahr-Verträge zahlen. Die Konkurrenz will das so nicht hinnehmen, der Profiligaverband beschloss, dass von der nächsten Spielzeit an alle Erst- und Zweitligisten in Frankreich Steuern zahlen müssen. AS legte dagegen Einspruch ein. Einen Kompromiss von Verbandspräsident Noel Le Graet, nach dem Monaco in den nächsten vier bis sieben Jahren 200 Millionen Euro als Ausgleich zahlen soll, lehnte die Liga ab.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/30/falcao-carvalho-moutinho-oligarch-rybolowljew-mit-monaco-auf-einkaufstour/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Kosten für die Fußball-WM 2018</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/28/die-kosten-fur-die-fusball-wm-2018/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/28/die-kosten-fur-die-fusball-wm-2018/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 May 2013 08:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball-WM 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GTAI]]></category>
		<category><![CDATA[Sotschi]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=274</guid>
		<description><![CDATA[Die nächste russische Großveranstaltung läuft finanziell aus dem Ruder. Nachdem an dieser Stelle ja schon des Öfteren berichtet wurde, dass die Olympischen Spiele in Sotschi mittlerweile bei einem Budget von mehr als 40 Milliarden Dollar liegen, kommt es im Zuge der Fußball-WM 2018 wohl zu ähnlichen Summen. Das ist zumindest das Fazit einer interessanten Studie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die nächste russische Großveranstaltung läuft finanziell aus dem Ruder. Nachdem an dieser Stelle ja schon des Öfteren berichtet wurde, dass die Olympischen Spiele in Sotschi mittlerweile bei einem Budget von mehr als 40 Milliarden Dollar liegen, kommt es im Zuge der Fußball-WM 2018 wohl zu ähnlichen Summen. Das ist zumindest das Fazit einer interessanten <a href="http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=816034.html">Studie der GTAI</a>. Und das ganze fünf Jahre vor dem Turnierbeginn &#8211; da darf man gespannt sein, wo das endet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/28/die-kosten-fur-die-fusball-wm-2018/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Uefa darf Anschi Machatschkala Europa-League-Preisgelder nicht auszahlen</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/08/uefa-darf-anschi-machatschkala-europa-league-preisgelder-nicht-auszahlen/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/08/uefa-darf-anschi-machatschkala-europa-league-preisgelder-nicht-auszahlen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 May 2013 09:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Anschi Machatschkala]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Fußball-Verband]]></category>
		<category><![CDATA[Onsoccer]]></category>
		<category><![CDATA[Samuel Eto'o]]></category>
		<category><![CDATA[Sulejman]]></category>
		<category><![CDATA[Uefa]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=268</guid>
		<description><![CDATA[Meistens gelingt es ja der Fußball-Welt, ihre Streitigkeiten intern auszutragen. Nichts fürchtet sie so sehr wie die Einmischung ziviler Gerichte. Nun gibt es rund um den russischen Klub Anschi Machatschkala einen interessanten Fall, den ich für die heutige Ausgabe der SZ aufgeschrieben habe: Geld ist nun wirklich das letzte, was beim russischen Oligarchen-Projekt Anschi Machatschkala [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Meistens gelingt es ja der Fußball-Welt, ihre Streitigkeiten intern auszutragen. Nichts fürchtet sie so sehr wie die Einmischung ziviler Gerichte. Nun gibt es rund um den russischen Klub Anschi Machatschkala einen interessanten Fall, den ich für die heutige Ausgabe der SZ aufgeschrieben habe:</em></p>
<p>Geld ist nun wirklich das letzte, was beim russischen Oligarchen-Projekt Anschi Machatschkala eine Rolle spielt. Jahresgagen in zweistelliger Millionenhöhe sind üblich, Samuel Eto’o gilt mit einem kolportierten Verdienst von 20 Millionen pro annum gar als bestbezahlter Fußballer der Welt – und zum Geburtstag eines Spielers schenkte Klubbesitzer Sulejman Kerimow schon mal einen Bugatti. Da wirkt ein Betrag über 1,6 Millionen Euro vergleichsweise unbedeutend. Und doch ist er der Auslöser einer Affäre, die Anschi schon lange beschäftigt und in der auch Europas Fußball-Verband Uefa schlecht dasteht. Denn die Föderation, die Streitigkeiten im Fußball so gerne allein und abseits der ordentlichen Justiz lösen will, musste sich von zivilen Gerichten vorschreiben lassen, dass sie die Preisgelder für Machatschkala aus der laufenden Europa-League-Saison nicht überweisen darf.</p>
<p>Die Angelegenheit begann im April 2010, als der damals noch nicht von Kerimow geführte Klub und die portugiesische Spieleragentur Onsoccer über den Wechsel des Brasilianers William dos Santos verhandelten – die Agentur hatte die Transferrechte an dem Spieler kurz zuvor von dos Santos’ vormaligem Klub Paços de Ferreira erworben. In einem Hotel nahe München kamen Vertreter der beiden Seiten zusammen und unterzeichneten einen Vertrag, nach dem dos Santos für 1,6 Millionen Euro nach Machatschkala wechseln würde. Kurz darauf kam er nach Russland, blieb allerdings nicht lange dort – nach nur wenigen Tagen flog er nach Lissabon. Was genau vorgefallen war, bleibt unklar.</p>
<p>Obwohl dos Santos nie richtig in Machatschkala angekommen war, pochte Onsoccer auf die Überweisung der vereinbarten Summe. Anschi aber weigerte sich. Daher wandte sich die Agentur an den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne, der ihr im Oktober 2011 Recht gab. Doch Anschi überwies immer noch nicht. Der Klub äußert sich zu der Causa nicht. Zu vernehmen ist, dass die neue Vereinsführung um den Oligarchen Kerimow offenkundig die Haltung vertritt, es sei Sache der alten Bosse, alles zu regeln.</p>
<p>Onsoccer jedenfalls verließ die Ebene der Sportgerichtsbarkeit und wandte sich an ein ordentliches Gericht, das Bezirksgericht in Nyon – und damit kam nun auch die Uefa ins Spiel. Denn das Gericht registrierte, dass sich Anschi für die Europa League der Saison 2012/13 qualifiziert hatte und dort auf ordentliche Einnahmen hoffen durfte. Also entschied man in Nyon am 3. August des vergangenen Jahres, dass die Uefa alle Preisgelder des späteren Achtelfinalisten einfrieren und stattdessen Onsoccer überweisen müsse, bis die Forderungen beglichen seien – inklusive Zinsen und der prozessüblichen Nebengeräusche war die Summe mittlerweile auf drei Millionen Schweizer Franken angewachsen.</p>
<p>Einen solchen Weg über eine dritte Partei zu wählen, um Schulden einzutreiben, ist durchaus üblich. Die Uefa hätte sich im Prinzip als lediglich ausführendes Organ begreifen können. Doch ihr schmeckte es nicht, dass sich da ein ziviles Gericht in eine Fußballfrage einschaltete. In einer Mitteilung an den Klub sowie an den russischen Verband bat ein Uefa-Vertreter um nähere Informationen und wies zugleich auf wichtige Paragraphen des Schweizer Rechts hin. Am Ende des Schreibens heißt es: „Die Uefa ist interessiert, solche Themen innerhalb der Fußball-Familie abzuhandeln.“ Offiziell äußern möchte sich der Verband nicht; er bestätigt allein die gerichtliche Verfügung, „weitere Informationen sind nicht verfügbar“.</p>
<p>Kurioserweise war es dabei ausgerechnet das Reglement des Fußball-Weltverbandes Fifa, das den Fall aus der Fußball-Familie und vor die zivile Gerichtsbarkeit trieb. Denn normalerweise wenden sich Betroffene zur Umsetzung eines Cas-Urteils an den jeweiligen Sportweltverband; das läuft in der Regel kostengünstiger und schneller als bei einem normalen Gericht. Doch im Jahr 2011 hatte die Fifa einen Artikel beschlossen, nach dem die Fifa-Organe nicht für Verfahren der sogenannten O-Kategorie zuständig seien – und die Cas-Angelegenheit zwischen Onsoccer und Anschi Machatschkala war ein ebensolches Verfahren der O-Kategorie.</p>
<p>Nun zieht sich die Angelegenheit in die Länge. Die Berufung von Anschi gegen das Nyoner Urteil wurde jüngst von einer höheren Instanz zurückgewiesen. Machatschkala bleibt noch der Weg vors Bundesgericht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/05/08/uefa-darf-anschi-machatschkala-europa-league-preisgelder-nicht-auszahlen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Linienrichter verprügelt Spieler</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/29/linienrichter-verprugelt-spieler/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/29/linienrichter-verprugelt-spieler/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 14:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Amkar Perm]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt im Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Terek Grosny]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=260</guid>
		<description><![CDATA[Mal wieder eine üble Meldung aus dem russischen Fußball: Bei einem Spiel der Reserve-Mannschaften Terek Grosny und Amkar Perm wurde ein Perm-Spieler von einem Linienrichter nach dem Abpfiff heftig attackiert.(Details siehe zum Beispiel hier). Die gute Nachricht ist: Der Verband hat schnell reagiert, der Unparteiische wurde lebenslang gesperrt. Die schlechte Nachricht ist: Dies ist kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder eine üble Meldung aus dem russischen Fußball: Bei einem Spiel der Reserve-Mannschaften Terek Grosny und Amkar Perm wurde ein Perm-Spieler von einem Linienrichter nach dem Abpfiff heftig attackiert.(Details siehe zum Beispiel <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/russischer-fussball-linienrichter-geht-auf-spieler-los-a-897184.html">hier</a>). Die gute Nachricht ist: Der Verband hat schnell reagiert, der Unparteiische wurde lebenslang gesperrt. Die schlechte Nachricht ist: Dies ist kein Einzelfall, erinnert sei hier nur an das im Vorjahr vorgestellte Schwarzbuch des osteuropäischen Fußballs (Details <a href="http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2012/02/10/rassismus-gewalt-spielabsprachen-uble-zustande-in-osteuropas-fusball/">hier</a> und <a href="http://www.fifpro.org/news/news_details/1846">hier</a>). Aber das sich grundsätzlich in Russlands Fußball diesbezüglich etwas ändert, erscheint derzeit ziemlich fraglich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/29/linienrichter-verprugelt-spieler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der merkwürdige Umgang mit der hochgefährlichen Substanz GW1516</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/20/der-merkwurdige-umgang-mit-der-hochgefahrlichen-substanz-gw1516/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/20/der-merkwurdige-umgang-mit-der-hochgefahrlichen-substanz-gw1516/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 09:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Doping-Labor]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Doping in Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Gendoping]]></category>
		<category><![CDATA[GW1516]]></category>
		<category><![CDATA[Rusada]]></category>
		<category><![CDATA[UCI]]></category>
		<category><![CDATA[Wada]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=254</guid>
		<description><![CDATA[Nach mehrwöchiger Urlaubspause ein Thema, das auch, aber nicht nur mit Russland zu tun: Die hochgradig gefährliche Dopingsubstanz GW1516 breitet sich mehr und mehr aus, die Positivfälle häufen sich &#8211; und das Verhalten der Sportwelt, insbesondere auch der Welt-Anti-Doping-Agentur, irritiert. Hier ein Überblick über die Recherchen, die ich heute gemeinsam mit dem Kollegen Kistner in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach mehrwöchiger Urlaubspause ein Thema, das auch, aber nicht nur mit Russland zu tun: Die hochgradig gefährliche Dopingsubstanz GW1516 breitet sich mehr und mehr aus, die Positivfälle häufen sich &#8211; und das Verhalten der Sportwelt, insbesondere auch der Welt-Anti-Doping-Agentur, irritiert. Hier ein Überblick über die Recherchen, die ich heute gemeinsam mit dem Kollegen Kistner in der SZ veröffentlicht habe:</em></p>
<p>Die Welle der neuesten Doping-Kultur baute sich ganz unauffällig auf, fernab der globalen Sportöffentlichkeit. Sergej Lisin verblüffte Ende Oktober alle russischen Eisschnelllauf-Beobachter – bei den nationalen Meisterschaften siegte der 33-Jährige, der sich vor geraumer Zeit aus dem Kader-System ausgeklinkt hatte und eigenständig trainierte, über die 10 000-Meter-Strecke und verbesserte dabei seine Bestzeit mal rasch um mehr als eine halbe Minute. Wochen später löste sich die Verblüffung auf: Lisin sei positiv getestet und vorläufig suspendiert worden, teilte die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) mit. Details verriet sie nicht, doch an die Öffentlichkeit sickerte durch, Lisin sei mit dem Blutdoping-Klassiker Epo erwischt worden. So weit, so unspektakulär – in dem intransparenten Riesenreich kommt es ja ständig zu Dopingfällen, quer durch die Disziplinen. Spektakulär ist aber die Substanz, die nach SZ-Informationen tatsächlich zu der Sperre führte: das hochgradig gesundheitsgefährdende Schwarzmarkt-Produkt GW1516.</p>
<p>Dieser Befund, vor allem der Umgang damit, werfen Fragen auf, die aus einem beliebigen Dopingfall im russischen Hinterland eine delikate Angelegenheit für das Management der globalen Betrugsbekämpfung machen – bis hinauf zur Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada).</p>
<p>GW1516 ist ein Präparat, das vor einigen Jahren zur Bekämpfung von Fettleibigkeit und Stoffwechselkrankheiten entwickelt wurde. Aufgrund der gravierenden Nebenwirkungen wie einer erhöhten Krebsgefahr wurde die klinische Entwicklung frühzeitig beendet. Im Nebeneffekt herausgestellt hatte sich da nur bereits, dass die Substanz eine für Ausdauersportler ideale Kombination darstellt: eine Verbesserung der Ausdauer-Muskulatur bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion. Schon bei den Spielen 2008 in Peking galt GW1516 als Geheimtipp. Bald kam es auf die Dopingliste, zunächst in die Gendoping-Rubrik, 2012 in eine andere Kategorie. Schon 2009 entwickelte das Kölner Anti-Doping-Labor ein Nachweisfahren, das es weiter verfeinerte. Positive Fälle blieben zunächst aus. Doch seit Monaten häufen sie sich, in aller Stille.</p>
<p>Erst vor zehn Tagen wurde publik, dass eine im März genommene Probe des russischen Radprofis Walerij Kaikow Spuren von GW1516 enthielt. Der Radweltverband (UCI) bestätigte in dieser Woche zudem, dass die vier costa-ricanischen Fahrer Vargas Barrantes, Mudarra Segura, Morales Castillo und Villalobos Azofeifa positiv auf die Substanz getestet wurden – bereits bei der Costa-Rica-Rundfahrt im Dezember. Fürs Erste hat nun also der russische Eisschnellläufer Sergej Lisin als frühester positiver GW1516-Dopingfall zu gelten.</p>
<p>Undurchsichtig wirkt dabei auch das Verhalten der Wada. Während die Fälle von Lisin und der vier Latino-Radler aus 2012 zunächst gar nicht publik wurden, wandte sich die Wada Ende März mit einem denkwürdigen Aufruf an Sport und Öffentlichkeit: Eindringlich warnte sie jetzt alle Athleten vor dem Präparat GW1516, weil das so stark gesundheitsgefährdend sei. Es sei seit einigen Monaten auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Beiläufig und ganz am Ende hieß es, es gäbe auch einige Positivfälle.</p>
<p>Nun sind viele Fragen offen. Warum gab die Wada Ende März diese Warnung heraus? Lisins Fall ist ja seit Anfang November aktenkundig, der Fall des costa-ricanischen Rad-Quartetts kam wenig später. Und dass GW1516 auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist, ist in der Branche seit vielen Jahren bekannt. Bereits 2010 fand das Kölner Labor Spuren, 2011 publizierten die Experten diese Informationen auch.</p>
<p>Entsprechend groß war die Verstimmung, als die Wada mit ihrer Athleten-Warnung vorpreschte – insbesondere bei den Geldgebern der Kölner Pioniere, dem Bundesinnenministerium (BMI) und der „Anti-Doping Schweiz“. Aus Köln erging eine geharnischte Beschwerde an die Wada, die darauf hingewiesen wurde, dass es nicht der Motivation von Geldgebern für die Forschung diene, wenn Sachverhalte, die man drei Jahren zuvor eruiert habe, plötzlich global von anderen als Neuheit verkauft werden. Die Wada soll eingelenkt, doch auf die Dringlichkeit verwiesen haben, die ob der Krebsgefahr des Mittels gegeben sei.</p>
<p>Das aber klingt nicht nur für die Kölner wenig schlüssig – offen bleibt ja zum Beispiel die Frage, warum man statt der Gesundheitswarnung nicht gleich konkret mit den neuen Fällen ans Publikum ging. Nichts schreckt Doper mehr als der Hinweis, dass eine verbotene Substanz nun gefunden werden kann. Zudem erfreut sich GW1516 offenbar trotz der Wada-Warnung großer Beliebtheit – erst am Mittwoch erhielten die Kölner Dopingfahnder von Schweizer Behörden die Mitteilung, dass GW1516 gerade wieder einmal beschlagnahmt worden sei.</p>
<p>Auf Nachfrage versicherte die Wada der SZ nochmals, dass es für sie „nicht der normale Weg“ sei, Doper durch konkrete Warnungen auf dem Laufenden zu halten. Bemerkenswerter noch, dass die Wada erneut die Kölner Pionierarbeit seit 2009 unerwähnt lässt, stattdessen einen plötzlichen Handlungsdruck beschreibt: „Die Wada wurde zu der schnellen Warnung gedrängt durch einige GW1516-Funde Anfang 2013 und der Information, dass die Substanz derzeit im Internet verfügbar ist.“ Was die Kölner schon 2010 ermittelt und publiziert hatten.</p>
<p>So zeigt sich vielerorts eine bemerkenswerte Nervosität im Umgang mit der Substanz. In Russland, wo Lisins Positivtest zunächst nicht öffentlich werden sollte; bei der UCI, die erst ihren fünften Radsportfall publizierte. Eine zaghafte Kommunikation, die im neuen Gesundheitsbewusstsein der Wada gipfelt, die ja erst vor ganz kurzem Klarheit über GW1516 haben will – eine Klarheit, die es seit drei Jahren gibt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/04/20/der-merkwurdige-umgang-mit-der-hochgefahrlichen-substanz-gw1516/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gazprom gegen den Verband</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/gazprom-gegen-den-verband/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/gazprom-gegen-den-verband/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 11:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Gazprom]]></category>
		<category><![CDATA[Russischer Fußball-Verband]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=246</guid>
		<description><![CDATA[Wie hier berichtete, ist Gazprom ja die treibende Kraft, um gegen den Willen des russischen Verbandes eine russisch-ukrainische Liga voranzutreiben. Es ist bestimmt reiner Zufall, dass jetzt die Vertreter von NTW Plus (einem Abonnementssender, der zur Gazprom-Media-Holding zählt) gegen den verband gerichtlich vorgehen, weil sie glauben, dass ihnen noch 2,6 Millionen Dollar aus einem Deal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie hier berichtete, ist Gazprom ja die treibende Kraft, um gegen den Willen des russischen Verbandes eine russisch-ukrainische Liga voranzutreiben. Es ist bestimmt reiner Zufall, dass jetzt die Vertreter von NTW Plus (einem Abonnementssender, der zur Gazprom-Media-Holding zählt) gegen den verband gerichtlich vorgehen, weil sie glauben, dass ihnen noch 2,6 Millionen Dollar aus einem Deal zustehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/gazprom-gegen-den-verband/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Samuel Eto&#8217;o und das Oligarchen-Projekt Anschi Machatschkala</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/samuel-etoo-und-das-oligarchen-projekt-anschi-machatschkala/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/samuel-etoo-und-das-oligarchen-projekt-anschi-machatschkala/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 11:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Anschi Machatschkala]]></category>
		<category><![CDATA[Dagestan]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Machatschkala]]></category>
		<category><![CDATA[Premjer-Liga]]></category>
		<category><![CDATA[Samuel Eto'o]]></category>
		<category><![CDATA[Sulejman Kerimow]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=236</guid>
		<description><![CDATA[Mein Stück aus der SZ von heute als Vorbereitung auf das abendliche Europa-League-Rückspiel von Hannover 96: Samuel Eto’o hat sich im Laufe seiner Karriere viele ehrenvolle Bezeichnungen verdient. Er durfte sich „Champions-League-Gewinner“ nennen und „Olympiasieger“, ein paar Mal „Afrikas Fußballer des Jahres“ und „Torschützenkönig der Primera Division“. Aber selbst jetzt, wo der Angreifer aus Kamerun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mein Stück aus der SZ von heute als Vorbereitung auf das abendliche Europa-League-Rückspiel von Hannover 96:</em></p>
<p>Samuel Eto’o hat sich im Laufe seiner Karriere viele ehrenvolle Bezeichnungen verdient. Er durfte sich „Champions-League-Gewinner“ nennen und „Olympiasieger“, ein paar Mal „Afrikas Fußballer des Jahres“ und „Torschützenkönig der Primera Division“. Aber selbst jetzt, wo der Angreifer aus Kamerun im Alter von 31 Jahren nicht mehr bei internationalen Top-Vereinen wie dem FC Barcelona oder Inter Mailand, sondern beim russischen Klub Anschi Machatschkala spielt, ist ihm noch ein beeindruckender Titel sicher. Eto’o gilt als „bestbezahlter Fußballer der Welt“. Von 20 Millionen Euro Jahresgage ist die Rede, manchmal in Euro, manchmal in Dollar, auf jeden Fall netto.</p>
<p>Diese Zahl sagt einiges aus über das kaukasische Oligarchen-Projekt. Der Zweitplatzierte in der russischen Meisterschaft möchte an diesem Donnerstag beim deutschen Erstligisten Hannover 96 sein 3:1 aus dem Hinspiel verteidigen und ins Achtelfinale der Europa League einziehen. Geld spielt dort keine Rolle. 2011 übernahm Sulejman Kerimow den Klub, ein Parteigänger Putins, der seine Milliarden vor allem mit der Investment-Holding Nafta Moskau verdiente. Seitdem lockte er einige international renommierte Profis (unter anderem Lassana Diarra, Jurij Schirkow oder zuletzt den Brasilianer Willian) sowie den niederländischen Trainer Guus Hiddink, der sich derzeit mit einem geschätzten Monatsverdienst von einer Million Euro natürlich als „bestbezahlter Trainer der Welt“ bezeichnen darf.</p>
<p>Allerdings handelt es sich bei Anschi nicht nur um das Lieblingsspielzeug eines sportbegeisterten Oligarchen, sondern auch um ein hochpolitisiertes Projekt. Machatschkala ist die Hauptstadt von Dagestan, einer der großen Unruheregionen Russlands, in der es immer wieder zu Terroranschlägen kommt. Wegen dieser Probleme leben und trainieren die Spieler auch nicht in Machatschkala, sondern in Moskau – und reisen zu ihren „Heimspielen“ in der russischen Liga immer mit dem Flugzeug an. Internationale Partien dürfen sie dort gar nicht austragen, sondern müssen in die Landeshauptstadt ausweichen, was sich allerdings nach der für nächste Saison geplanten Eröffnung des neuen Stadions ändern soll. Zudem kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Anschi und anderen Klubs. Kaukasier sind bei Russen generell unbeliebt, speziell bei Fußballfans sind nationalistische Tendenzen nicht selten.</p>
<p>Gleichwohl hat Anschi die Unterstützung der politischen Führung in Moskau. Diese hofft, dass ein erfolgreicher Fußballverein das Image der Region fördern und von den Problemen ablenken kann. Manche raunen gar, der Kreml schieße einen Teil zum Budget zu. In diesem Kontext ist auch auffällig, wie oft sich um Spiele von Machatschkala Manipulationsgerüchte ranken. Über Hiddinks Vorgänger Gadschi Gadschijew gibt es die Geschichte, wie er einmal in der Halbzeitpause mit einigen starken Männern an seiner Seite die Kabinentür des Schiedsrichters eintrat – und sich danach über genehmere Pfiffe freute. Der Trainer von Lokomotive Moskau musste nach dem 1:2 gegen Anschi gehen, weil er die Mannschaft nach Ansicht seiner Präsidentin „extra schlecht aufgestellt“ habe. Aktuell steht Machatschkalas Hinrundensieg gegen Amkar Perm unter Verdacht; erst kürzlich wandte sich die Staatsanwaltschaft in dieser Causa an den Verband.</p>
<p>Rund um die Mannschaft sorgt zudem ihr Spitzenverdiener Samuel Eto’o des Öfteren für Diskussionen. Im vergangenen Jahr stritt er sich mächtig mit seinem Mitspieler Schirkow, weil ihm dessen Spielweise nicht passte. Anfang des Jahres irritierte er mit den Worten, Vertreter des heimatlichen kamerunischen Fußball-Verbandes, mit dem er schon oft im Clinch lag, wollten ihn umbringen; sein Trainer Hiddink sagte, das sei doch etwas übertrieben. Zuletzt fiel Eto’o im Hinspiel gegen Hannover auf, als er einen Elfmeter aufreizend lässig ausführte – und verschoss. Die Verantwortlichen von Anschi sehen ihm das trotzdem nach. Zum einen, weil der Stürmer zwar nicht immer, aber immer mal wieder seine von früher bekannte Klasse zeigt; immerhin elf Tore und ebenso viele Vorlagen hat er in seinen wettbewerbsübergreifend 21 Saisonspielen erzielt. Und zum anderen, weil er neben dem Platz weiß, was sich bei dem politischen Projekt gehört: Neulich summte er fürs vereinseigene Anschi-TV auf Russisch „Dagestan, vperjod“ ins Mikrofon – Dagestan, vorwärts.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/21/samuel-etoo-und-das-oligarchen-projekt-anschi-machatschkala/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Gazprom die vereinigte russisch-ukrainische Liga durchsetzen will</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/20/wie-gazprom-die-vereinigte-russisch-ukrainische-liga-durchsetzen-will/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/20/wie-gazprom-die-vereinigte-russisch-ukrainische-liga-durchsetzen-will/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 09:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Alexej Miller]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball in Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Platini]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolaj Tolstych]]></category>
		<category><![CDATA[Premjer-Liga]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Blatter]]></category>
		<category><![CDATA[Witalij Mutko]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=240</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe das eine oder andere Mal ja schon über die Diskussion berichtet, dass es im Osten des Kontinents zu einer länderübergreifenden Liga kommen soll. Hier nochmal eine nachgereicht eine Zusammenfassung aus der SZ vom Mittwoch, nach dem ersten Treffen des Organisationskomites. Als das Treffen beendet war, sah Walerij Gassajew zufrieden aus. Im Hauptberuf ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich habe das eine oder andere Mal ja schon über die Diskussion berichtet, dass es im Osten des Kontinents zu einer länderübergreifenden Liga kommen soll. Hier nochmal eine nachgereicht eine Zusammenfassung aus der SZ vom Mittwoch, nach dem ersten Treffen des Organisationskomites.</em></p>
<p>Als das Treffen beendet war, sah Walerij Gassajew zufrieden aus. Im Hauptberuf ist er Präsident und Trainer von Alanija Wladikawkas, doch derzeit hat er eine wichtigere Aufgabe: Auf Wunsch diverser Spitzenklubs soll er als „Vorsitzender des Komitees für ein vereinigtes Turnier“ eine länderübergreifende Liga vorbereiten. Dieses Komitee hat zwar keine Legitimation durch den russischen Verband, aber am Montag lud Gassajew alle Vereinsvertreter ein, um erstmals konkrete Pläne zu nennen. Demnach soll das Projekt 2014 mit je neun russischen und ukrainischen Klubs starten. Heikle Fragen wie die Besetzung von Europacup-Startplätzen wurden ausgespart, dafür aber immense Summen genannt. Über ein jährliches Budget von einer Milliarde Dollar soll die Liga verfügen, alleine 92 Millionen Dollar der Gewinner erhalten – das ist mehr, als der FC Chelsea bei seinem Champions-League-Sieg 2012 einstrich.</p>
<p>Die Organisatoren gaben sich dabei keine Mühe, den Taktgeber hinter dem Projekt zu verschleiern. Das Treffen fand im Moskauer Gazprom-Büro statt, den Haupt-Vortrag hielt nicht etwa Gassajew, sondern Gazprom-Chef Alexej Miller. Und das irrsinnig hoch erscheinende Budget ließe sich erreichen, indem die Gazprom- Media-Gruppe für ihre Kanäle die Fernsehrechte erwirbt oder diverse Tochterfirmen des staatlich kontrollierten Erdgaskonzerns als Sponsoren einsteigen.</p>
<p>Hintergrund des Projekts ist ein Machtkampf im russischen Fußball, der sich seit einigen Monaten zuspitzt. Einige Jahre lang stellte das Lager von Gazprom beziehungsweise der vom Konzern kontrollierte Klub Zenit St. Petersburg den Verbandspräsidenten. Doch nachdem deren Kandidat vor der Abstimmung im vergangenen Herbst wegen Verstrickungen ins Spieleragentengeschäft in die Kritik geraten war, wählten die Delegierten Nikolaj Tolstych zum Chef. Der versucht seither, seine Unabhängigkeit zu beweisen; er hat viele Personen ausgetauscht, zudem ging ein Sport- gerichtsverfahren gegen Zenit aus. Jetzt streben die Petersburger mit ihren Verbündeten aus dem Einflussbereich des neuen Präsidenten heraus; denn für eine länderübergreifende Liga könnte natürlich nicht der Verbandschef eines Landes das Sagen haben. Mit den enormen Summen will das Gazprom-Lager nun jene Klubs ködern, die bisher auf Tolstychs Seite standen – sowie die Vertreter der Ukraine, die sich mit wenigen Ausnahmen bisher eher reserviert gezeigt hatten.</p>
<p>Nun ist der Einfluss von Gazprom traditionell immens; der Kontakt zwischen Konzernchef Miller und dem Kreml ist eng. Doch dieses Mal ist die Sache vertrackter. Obwohl die Debatte über die Einführung einer Sowjet-Liga nun schon eine Weile läuft, hat sich Staatschef Wladimir Putin noch nicht öffentlich dazu geäußert – dabei ist ihm sonst kein Anlass zu gering, um sich auch in sportliche Fragen einzumischen. Grundsätzlich gefallen dürfte ihm ein solches Vorhaben schon; immerhin würde es ein wenig an Glanz und Größe der alten Sowjetunion erinnern. Zudem ist es ein Zeichen, dass er die Bemühungen seines Vertrauten Alexej Miller nicht einbremst. Andererseits können die beiden Nationen nicht einfach so eine länderübergreifende Liga beschließen – Sepp Blatter, Präsident des Fußball-Weltverbandes (Fifa), tat kürzlich bereits sein Missfallen kund. „Ein solcher Wettbewerb verstößt gegen die Prinzipien der Fifa“, sagte er: „Die Fifa wird niemals ihre Erlaubnis zu einem solchen Projekt geben.“ Diese Haltung klingt rigide, und Putin will es sich mit Blatter nicht verscherzen; schließlich steht in Russland 2018 die Fußball-WM an. Entsprechend moderat klang auch die einzige offizielle Regierungsstimme – Sportminister Witalij Mutko betonte, er wolle eine „nationale Liga“ stützen. Passenderweise ist jener Mutko aber auch Mitglied von Blatters Fifa-Exekutive.</p>
<p>Trotz der eindeutigen Äußerung des Schweizers ist der Weltverband formal zunächst nicht zuständig. Der europäische Fußballverband (Uefa) beharrt darauf, dass diese Entscheidung in seinen „Kompetenzbereich“ falle. Die Uefa-Spitzenvertreter haben sich bisher mit Äußerungen zurückgehalten. Ein Sprecher sagt, dass man noch nichts sagen wolle, weil noch kein offizieller Vorschlag eingegangen sei. In Moskau heißt es allerdings, dass Uefa-Präsident Michel Platini nicht grundsätzlich abgeneigt sei. Zudem stieg Gazprom erst vergangenen Sommer als Hauptsponsor für die Champions League ein.</p>
<p>Bisher rühmten sich sowohl Blatter als auch Platini bester Verbindungen nach Russland, das bei Abstimmungen ganze Stimmenpakete früherer Sowjetländer organisieren kann. Doch sollte sich die Auseinandersetzung der beiden Fußball-Lenker so fortsetzen wie zuletzt, wird es nicht unwichtig sein, wen das mächtige Russland stützt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/02/20/wie-gazprom-die-vereinigte-russisch-ukrainische-liga-durchsetzen-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Heftige Kritik an Gazprom</title>
		<link>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/01/14/heftige-kritik-an-gazprom/</link>
		<comments>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/01/14/heftige-kritik-an-gazprom/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2013 09:53:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Aumüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Alexej Miller]]></category>
		<category><![CDATA[Alischer Aminow]]></category>
		<category><![CDATA[Gazprom]]></category>
		<category><![CDATA[Zenit St. Petersburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/?p=232</guid>
		<description><![CDATA[Alischer Aminow ist ein gescheiterter Verbandspräsidentschaftsbewerber, bekannter Populist und irgendwie nicht so recht greifbar inmitten all der russischen Sportfunktionäre. Das muss man bedenken, wenn man seine neueste Einlassung über das Engagement von Gazprom im Fußball liest, gleichwohl ist sie interessant. Denn darin sagt er a), dass die Investitionen des Konzerns verrückt seien, b), dass das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alischer Aminow ist ein gescheiterter Verbandspräsidentschaftsbewerber, bekannter Populist und irgendwie nicht so recht greifbar inmitten all der russischen Sportfunktionäre. Das muss man bedenken, wenn man <a href="http://www.sports.ru/football/146058241.html">seine neueste Einlassung</a> über das Engagement von Gazprom im Fußball liest, gleichwohl ist sie interessant. Denn darin sagt er a), dass die Investitionen des Konzerns verrückt seien, b), dass das Verhalten von Gazprom-Chef Miller &amp; Co. eine Frechheit sei und c), dass man die Investitionen staatlicher Firmen  in den Fußball begrenzen müsse.</p>
<p>Vorerst wird sich da nichts ändern, weil Zenit nun mal eng verbunden ist mit den politischen Mächten des Landes. Aber interessant ist es schon, dass es in jüngster Zeit so viel Kritik an Gazprom/Zenit gibt. Sei es bei der Entscheidung, das Spiel gegen Dynamo nach einem Böller-Wurf aus der Petersburger Fan-Kurve als verloren zu werten; sei es im Zuge der Idee, eine länderübergreifende Liga in Erinnerung an alte Sowjet-Zeiten zu konstituieren; oder eben nun in Form von Alischer Aminow.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogs.sueddeutsche.de/unserdach/2013/01/14/heftige-kritik-an-gazprom/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
<!-- WP Super Cache is installed but broken. The path to wp-cache-phase1.php in wp-content/advanced-cache.php must be fixed! -->