24.06.13 | 11:52 | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Putin, Olympia und die Satire

Lesenswertes Stück der Welt-Kollegin Julia Smirnova, in dem sich zeigt, was jemandem passen kann, der sich satirisch mit Olympia befasst: http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article117387772/Der-Sotschi-Laesterer.html

01.06.13 | 18:50 | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Putins Macht, Putins Desaster

Ein paar Links zu interessanten Artikeln der vergangenen Tage, in denen Genosse Wladimir Wladimirowitsch Putin immer eine zentrale Rolle spielt …

… zu den explodierenden Baukosten rund um Sotschi siehe hier und hier.

… zu der Neuordnung der sportpolitischen Welt siehe hier.

16.10.12 | 10:52 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Heiße, winterliche, fragwürdige – zum Stand der Olympia-Vorbereitungen in Sotschi

Nur noch knapp 500 Tage bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi; dass dort Wettkampfstätten-technisch noch manches im Argen liegt, hat jetzt erst wieder Skiweltverbands-Präsident Kasper mitgeteilt (und damit dem jüngsten Vermerk der zuständigen Kommission des IOC widersprochen). Aber mit den Wettkampfstätten ist es ja so, dass sie in der Regel immer noch kurz vor Spiele-Beginn fertig werden, wenn auch dann natürlich entsprechend teurer. Doch die Wettkampfstätten sind nicht Sotschis einzige Sorge; ich habe für die heutige Ausgabe der SZ folgenden Kommentar über die Lage geschrieben:

Etwas weniger als 500 Tage sind es noch bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi, und fast täglich kommt derzeit aus Russland eine nette Meldung. Die zuständige Kommission des Internationalen Olympischen Komitees fand bei der jüngsten Inspektionstour der Wettkampfstätten im Schwarzmeer-Ort und dem knapp 50 Kilometer entfernt gelegenen Gebirgsdorf Krasnaja Poljana alles prima. Die Organisatoren konzipieren den längsten Fackellauf der Olympia-Geschichte. Die Regierung beschließt eine Obergrenze für Hotelpreise (knapp 108 Euro für ein Zimmer in einer Drei-Sterne-Unterkunft und 344 Euro für ein Appartement in einer Luxus-Herberge), um den anreisenden Sportfans die Angst vor Wuchersummen zu nehmen. Und das offizielle „Wir lernen jeden Tag ein Wort Englisch“-Projekt für die Bewohner der Stadt ist mittlerweile bei Vokabel Nummer 184 angekommen<TH>– bis zum Spiele-Beginn am 7. Februar 2014 sollen es 662 werden. Das muss ja ganz wunderbar werden.

Tatsächlich aber bleibt die zwischen Palmen, Putins Sommerresidenz und brodelndem Kaukasus-Konflikt stattfindende Veranstaltung für viele in der Bevölkerung ein fragwürdiges Vorhaben. Sie stören sich an dem Gigantismus dieses Projektes, an den zahlreichen Eingriffen in die Natur und an den Zwangsumsiedlungen, die Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch immer noch beklagen. Sie wissen noch nicht, welche Einschränkungen aus den sicherheitspolitischen Überlegungen erwachsen, mit denen sich die Politik gegen die befürchteten Terroranschläge nordkaukasischer Untergrundkämpfer rüsten will. Und sie beklagen vor allem die horrenden Kosten.

Die Organisatoren verweisen zwar darauf, sich immer noch im Rahmen des offiziellen Budgets von 200 Milliarden Rubel (umgerechnet derzeit knapp fünf Milliarden Euro) zu bewegen. Doch inklusive zusätzlicher Infrastruktur-Maßnahmen gehen Eingeweihte inzwischen von Kosten jenseits der 20 Milliarden Euro aus – das ist ein Rekord für Olympische Winterspiele. Dass nicht wenig davon in dunklen Kanälen versickern dürfte, ist nicht nur ein Klischee; der russische Rechnungshof selbst hat schon die grassierende Korruption rund um die Sotschi-Spiele angeprangert. Insider berichten, dass für den Erhalt von Aufträgen mindestens 15 Prozent Aufschlag üblich seien, bei besonderen Projekten sogar mehr als 30 Prozent. Für zusätzlichen Verdruss sorgt, dass die Oligarchen-Klasse offenbar weit weniger und zudem risikofreie Investitionen beisteuert als bisweilen suggeriert – und die Belastungen für den Staatssäckel entsprechend höher ausfallen.

Da verwundert es nicht mehr, dass den Russen rund um Olympia 2014 selbst Nebensächlichkeiten missfallen. Den vor wenigen Wochen verkündeten Spiele-Slogan „Heiße, winterliche, deine“ lehnen in einer aktuellen Umfrage mehr als zwei Drittel der Teilnehmer ab.

22.05.11 | 15:16 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Gazprom sponsert Schalke, aber nicht die Spiele in Sotschi

Bisweilen passieren in dem russischen Politik/Wirtschaft/Sport-Geflecht Dinge, die man so nicht erwarten würde. Wenn es zum Beispiel um die Frage geht, wer die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sponsern könnte, dann käme dem gemeinen Beobachter als einer der ersten Kandidaten der Erdgasförderkonzern Gazprom in den Sinn. Zum einen, weil der einfach zu den größten Unternehmen des Landes zählt; zum anderen, weil der Staat Mehrheitseigner an Gazprom ist, weil der Ministerpräsident des Staates bekanntlich Wladimir Putin heißt und Putin wiederum als großer Unterstützer der Spiele in Sotschi gilt. Dennoch hieß es kürzlich, dass sich Gazprom und das Organisationskomitee nicht auf einen Sponsorenvertrag einigen konnten. Gut eine Milliarde Dollar hat das Komitee bereits an Sponsorengeldern eingesammelt,  knapp zwei Milliarden Dollar sollen es am Ende werden. Gänzlich raus ist Gazprom aus der  Spiele-Vorbereitung natürlich nicht: Immerhin baut der Konzern das Biathlon- und Skizentrum.

Sein Sportsponsoringbudget hat Gazprom aber dennoch erhöht. Vor kurzem weilten die Bosse des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 in Moskau, um die Vertragsverlängerung mit dem Konzern mit Putin höchstselbst zu klären. Das führte unter anderem dazu, dass in der Frage, ob Schalkes Torwart Manuel Neuer zu den Bayern wechselt oder nicht, nun nicht mehr nur die Meinung von Tönnies, Heldt, Hoeneß und Nerlinger interessiert, sondern auch die von Gazprom und Putin.

03.05.11 | 16:07 | Allgemein | Fußball-WM 2018 | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Die Schweizer in Russland

Dass der Schweizer Fifa-Chef Sepp Blatter gewisse Sympathien für Russland und Russlands obersten Genossen Wladimir Putin hat, ist vielfach belegt (zum Beispiel hier). Dass darunter auch manche Connection zu nicht ganz so sauberen Typen war, ebenfalls.

Doch Blatter ist nicht der einzige Schweizer, der enge Bande zu Russlands Sportwelt pflegt. In beide anstehenden Großveranstaltungen des Riesenreiches waren beziehungsweise sind Landsmänner des Fifa-Bosses eng eingebunden. Andreas Herren, sinnigerweise lange Sprecher der Fifa, orchestrierte die WM-Bewerbung der Russen als Medien-Koordinator und dürfte wohl auch im weiteren Verlauf der Turnier-Organisation wieder eine Rolle spielen; und Werner Augsburger, in den beiden vergangenen Jahren Chef der Schweizer Eishockey-Liga und drei Mal Chef der Schweizer Mission bei Olympischen Spielen, fungiert demnächst als “Sportdirektor” der Olympischen Winterspiele in Sotschi.

06.03.11 | 10:57 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Putin und der Palast in Sotschi

Dass Wladimir Putin rund um Sotschi gerne Urlaub macht, ist bekannt; und dass der russische Ministerpräsident auch deswegen die Olympischen Winterspiele dorthin lotste, ein naheliegender Gedanke. Doch hat sich Putin dort nun auch noch ein Traumhaus angeschafft, in das insgesamt eine Milliarde Dollar geflossen sin sollen? (Wobei das dortige Traumhaus so traumhaft ist, dass Schloss Neuschwanstein wie eine Wellblechhütte wirkt.) Putin hat das immer dementiert, Medien behaupten dagegen, es sei mit Korruptionsgeldern und von höchster Stelle in Auftrag gegeben. Doch nun hat das gute Stück auch noch den Besitzer gewechselt. Es gehört nun dem Geschäftsmann Alexander Ponomarenko.

Siehe hier das Stück der SZ-Korrespondentin Sonja Zekri.

27.02.11 | 17:10 | Allgemein | Sotschi 2014 | 1 Kommentar

Sotschi, die Maskottchen und ein Guttenberg-Vorwurf

Da sage noch jemand, Russland nehme alles unwidersprochen hin, was so rund um die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi passiert (wie das hier oder das hier oder das hier)! Nein nein, das Land führt die Debatten, die notwendig sind, mit aller Schärfe. Zum Beispiel die über das Maskottchen.

Ein Schneeleopard, ein Eisbär und ein Hase sind die offiziellen Maskottchen der Olympischen Winterspiele 2014, so haben es die russischen Fernsehzuschauer entschieden. Doch so eine Maskottchenwahl ist ja eine heikle Sache, denn …

… erstens motzt nun der Erfinder des ersten russischen Olympia-Maskottchens, des Bären „Mischa“, der während der Spiele 1980 in Moskau Berühmtheit erlangte. Viktor Tschischikow sieht nämlich einen Skandal à la Guttenberg. „Die Augen, die Nase, der Mund, das Lächeln: Bei diesem Eisbär stammt alles von meinem Mischa“, sagte Tschischikow.

… zweitens motzt nun der Dauer-Querulant Wladimir Schirinowskij. „Der Schneeleopard ist blutrünstig, der Bär faul, und ein feiger Hase läuft dauernd weg.“

… drittens motzen alle in Sotschi, weil die Menschen dort lieber einen Delfin auf Skiern gehabt hätten.

… und viertens motzen im ganzen Land viele, weil die in Russland populäre Gestalt Väterchen Frost kurzfristig zurückgezogen wurde. Der Grund: „Bei einem Sieg hätte das Internationale Olympische Komitee die Rechte am russischen Weihnachtsmann erworben, das wäre problematisch geworden“, sagte der Ehrenpräsident des Olympischen Komitees Russlands, Witalij Smirnow.

Nur der Oberrusse Putin ist zufrieden. Der hatte vor der Fernseh-Abstimmung lobende Worte für den Schneeleoparden gefunden. „Das ist ein starkes, schnelles und schönes Tier, das einst im Kaukasus beheimatet war und jetzt wieder in der Region angesiedelt wird.“

23.02.11 | 11:26 | Allgemein | Sotschi 2014 | 0 Kommentare

Sotschi und die Umwelt

Wie vermutet, jubelt Russland über die Bilanz der ersten Testwettkämpfe, zum Beispiel hier. Interessanter sind natürlich Blickwinkel wie der des Kollegen Stephan Laack, der sich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk dem Dauerbrenner-Thema “Sotschi und die Folgen für die Umwelt” widmet (siehe hier).

22.02.11 | 13:05 | Allgemein | Sotschi 2014 | 1 Kommentar

Der Gipfel der Gewalt

Der Kollege Frank Nienhuysen, SZ-Korrespondent in Moskau, hat ein lesenswertes Stück über die zunehmenden Terror-Anschläge in den kaukasischen Skitourismus-Gebieten geschrieben (hier der vollständiger Artikel). Das ist natürlich für die russischen Hobby-Sportler von Belang, aber auch für die anstehenden sportlichen Großereignisse. Sowohl Sotschi (nicht nur Olympia-, sondern auch geplanter Fußball-WM-Gastgeber) als auch der voraussichtliche WM-Gastgeber Krasnodar liegen nicht weit entfernt vom Kaukasus.

16.02.11 | 15:16 | Sotschi 2014 | 1 Kommentar

Den Oligarchen sei Dank

Zwölf Milliarden Dollar, das war einmal die geschätzte Summe, die der russische Staat für die Olympischen Winterspiele 2014 aufbringen müsste. Längst sind es viele Milliarden Dollar mehr, die Rede ist meist von einer Verdreifachung der ursprünglichen Kostenkalkulation. Doch das zahlt nicht alles der russische Staat, mittlerweile sind viele, viele private Investoren im Boot.

Sotschis Bürgermeister Anatolij Pachomow verkündete gerade, dass die Summe der privaten und Firmeninvestitionen schon bei 700 Milliarden Rubel, nach heutigem Umrechnungsstand also knapp 24 Milliarden Dollar, betrage. Sämtliche Sportstätten und auch viele Teile der Infrasutktur seien so finanziert, sagte Pachomow. Das Biathlon- und Skizentrum zum Beispiel baut Gazprom, um die Olympia-Universität der Milliardär Michail Prochorow.

In einer Bildergalerie haben wir auf hier übrigens die jüngste Liste des russischen Finans-Magazin mit den zehn reichsten Russen abgebildet – da ist sicher noch der eine oder andere dabei, der ein paar Millionen für ein großes Projekt übrig hat …

Guter Artikel zu diesem Thema auch hier auf welt.de.

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