
Termin bei einem Beamten im United States Attorney’s Office, keine 200 Meter vom LA-Times Gebäude entfernt. Anders als auf Bundesstaat- oder Stadtebene sind in dem Gebäude der Bundesbehörde keine Fotoaufnahmen erlaubt.
Der Beamte hat alle großen Fälle im Kopf, die die Bundesanwaltschaft in den letzten Jahren in Kalifornien gegen Gangs geführt hat. Maßgeblich ist dabei die Racketeering-Gesetzgebung, ins Deutsche übersetzt ungefähr sowas, wie ein Gesetzt gegen kriminelle Vereinigungen. Das wurde in den USA eigentlich zur Bekämpfung der Mafia in Chicago und New York geschaffen, wird aber in Kalifornien auch gegen Gangs eingesetzt. Mitglied einer solchen Vereinigung zu sein, ist strafbar und erhöht gleichzeitig die Strafen, die für sämtliche andere Delikte ausgesprochen wird.
Begeht ein Gangmitglied zum Beispiel einen Raubüberfall, wird es also härter bestraft, als ein Mann, der das identische Verbrechen begeht, aber kein Gangmitglied ist. Das Gesetz sei eine mächtige Waffe des Staates, erklärt der Beamte. In den fünf, sechs großen Fällen, über die er mit mir spricht, sind bis zu 100 Gangmitglieder in den Knast gewandert.
Der Bundesbeamte erklärt mir detailliert die Unterschiede zwischen asiatischen, lateinamerikanischen, schwarzen und weißen Gangs in Los Angeles. Die Unterschiedung wäre in den USA grundsätzlich problematisch, weil hier Einteilungen nach “Race” als rassistisch gelten. Allerdings sind viele Gangs selber sehr rassistisch, so sei zum Beispiel von der Florencia 13, einer Latinogang bekannt, dass sie wahllos auf Schwarze geschossen habe, sagt der Beamte. Darauf angesprochen bestätigte der Gang-Reporter der Times, Sam Quinones, ironisch dass “die Gangs mehr ‘racial profiling’ machten, als die Polizei.” Die Polizei von Los Angeles (LAPD) kämpft seit Jahrzehnten gegen den Ruf, rassistisch zu agieren.
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