08.10.10 | 10:40 | Digitalia | Meinung | SZ-Plus | 83 Kommentare

Medialer Missbrauch

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Gestern in Berlin: “Solche Schlagzeilen brauchen wir”, soll Stephanie zu Guttenberg gesagt haben (FR). Sie meinte wohl eher: “ich”.

Irgendwann gegen 21.00 Uhr zeigt RTL2 gestern das Bild einer (vermeintlich) 12-Jährigen, die sich langsam, verdeckt durch einen Computerbildschirm, die Bluse aufknüpft. Spätestens als diese pädophile Phantasie zur Hauptsendezeit über den Mattschirm flimmert, um Quote zu machen, ist die gesamte Bigotterie des neuen Formats “Tatort Internet” offenbar geworden.

RTL2 hat eine Sendung entwickelt, die mit Schmuddelbildchen und selbst inszenierter Aktion  Zuschauer lockt. Eigentlich ist also alles wie immer, mit dem Unterschied, dass es dieses Mal nicht um Tatjana Gsell geht, oder um Jürgen Drews, sondern um Kindesmissbrauch, um bedrohte und missbrauchte Kinder, und um Erwachsene, die auf der Schwelle stehen, zum Täter zu werden.

Während RTL2 und die Medienpartner Bild und Stern in der Berichterstattung über die Sendung suggerieren, dass damit ein Tabu gestützt werden soll, nämlich jenes, Kinder als Sexualobjekte zu sehen, werden tatsächlich während der Sendung Tabus gebrochen. Zuallererst jenes, auf Kosten sexuell misbrauchter Kinder Quote zu machen.

Neben diesem verblassen die weiteren Unfassbarkeiten der Sendung, sie sind es aber alle mal wert, genannt zu werden. Publizistikforscher sprechen von “aktueller Inszenierung”, wenn Journalisten ein Ereignis selber inszenieren, um dann darüber zu schreiben. Was in der PR gebräuchlich ist — zum Beispiel wenn Greenpeace protestiert, um dann darüber zu berichten — ist im Journalismus mindestens verpönt. (Aber auch Sender, von denen man es nicht gedacht hätte, lassen sich zu dieser Technik verführen.) (In besonders harten Fällen haben auch Juristen einen Begriff dafür. Sie nennen es: “Anstiftung” (zu einer Straftat.))

Kein einziges der gestern auf RTL2 gezeigten Treffen zwischen einer 18-jährigen Schauspielerin, die sich als 13 ausgab, und einem jener Männer, die der Meinung waren, eine 13-Jährige im Chat kennengelernt zu haben, wäre zustande gekommen, wenn nicht eine Frau namens Beate Krafft-Schöning diese Männer im Netz als vermeintlich 13-jähriges Mädchen angelockt hätte. Dass sich die Männer an andere Mädchen herangemacht hätten, ist sicher nicht unwahrscheinlich. Man weiß es aber nicht genau, weil RTL2 Chatprotokolle fast nie im Zusammenhang veröffentlichte, sondern stets nur die krassesten Passagen der Pädophilen zitierte. Die waren in der Tat und vor dem Hintergrund, dass die Männer glaubten, mit einer 12- oder 13-Jährigen zu sprechen, an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Aber was sind sie wert, solange man nicht weiß, was Krafft-Schöning den Männern zurück schrieb?

Das LKA jedenfalls sah in einem Fall keinen Grund, Anzeige gegen einen der in der Sendung vorgeführten Pädophilen zu stellen. Für den ehemaligen Hamburger Senator Udo Nagel, der sich für die Sendung hergab, kein Grund, an der Arbeit der Redaktion zu zweifeln. Sondern härtere Gesetze zu fordern.

(Kurze Unterbrechung: Rufen Sie an! “N.I.N.A. – kein Kind kann sich alleine schützen. 14 ct/Min aus dem Festnetz; 42 ct/Min vom Handy. 018—-”)

Man wüsste auch gerne, was das für Statistiken waren, die Stephanie zu Guttenberg regelmäßig zitierte, wonach “immer gewalttätigere Aufnahmen” auftauchten, die missbrauchten “Kinder immer jünger” würden: “Klein- und Kleinstkinder.” Vor allem deshalb, weil sie im Kampf gegen Netzsperren bereits zitiert wurden, aber (meines Wissens nach) nie belegt wurden, und sich die Sendung ganz explizit auch gegen das Internet richtet, gleich zu Beginn heißt es zuverlässig dramtisch und unpräzise: “Die Ermittlungsbehörden warnen vor dem größten Tatort der Welt.” Die “Urenkelin von Bismarck und Ministergattin” (RTL2 Off) erklärt dann noch, dass es seit 1998 einen “Wachstum von Datenbanken” gebe. Der Zuschauer schlußfolgert dann natürlich schnell, dass mehr Bilder gleich mehr Missbrauch bedeuteten. Dass seit 1998 die Anzahl von Bildern, die Menschen zeigen, im Netz insgesamt rapide angestiegen ist, liegt aber am Siegeszug des Netzes, der in diesen Jahren stattfand. Und nicht an einer Explosion der Weltbevölkerung.

Dabei wäre es so wichtig, korrekte Zahlen zu nennen, bei den Daten genau zu sein und nicht zu übertreiben, um den wichtigen Kampf gegen Kindesmissbrauch nicht zu diskreditieren, sondern ihn effizient zu gestalten. Aber man war natürlich naiv, dem RTL2-Pressesprecher zu glauben, der gestern am Telefon sagte, es ginge in erster Linie darum, Kindesmissbrauch zu bekämpfen.

In der Sendung trifft Krafft-Schöning, die sich tatsächlich “Journalistin” nennt, auf einen Mann, der im Glauben, eine 13-Jährige zu treffen, nach Bayern gereist war. Dort wird er mit einem Kamerateam konfrontiert. Der Mann war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereit gewesen, ein Täter zu werden. Er bricht im Kameralicht zusammen, vermutlich nicht nur, weil sein Leben ruiniert ist, sondern (hoffentlich) auch, weil er erkennt, was für ein Monster in ihm wohnt.

“Warum sprechen Sie nicht mehr mit mir”, fragt Krafft-Schöning. “Warum brechen Sie jetzt ein?” Man wundert sich ein bisschen, dass kein Schaum vor ihrem Mund steht.

Die pädophilen Männer in der Serie waren aller Wahrscheinlichkeit nach bereit, das Leben eines Kindes zu ruinieren, es psychisch und körperlich zu versehren, um sich selber sexuell zu befriedigen. Sie verdienen kein Mitleid. Aber ihre Menschenwürde darf nicht angetastet werden. Das steht – auch wenn es für Beate Krafft-Schöning schwer verständlich sein mag – im Grundgesetz.

Am schlimmsten an der Sendung ist vermutlich, dass sie unkreativen Pädophilen mit krimineller Ambition durchaus Anhaltspunkte gibt, wie Kinder am besten im Chat kennenzulernen sind. Gleichzeitig verhindert sie eine ernsthafte Diskussion darüber, wie man Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen kann. Ein Anhaltspunkt, dafür, wie groß die Aufgabe wirklich ist, und welche Kinder schnell zum Opfer werden können, war ein Satz der 12-jährigen Mandy: “Ich habe niemanden, dem ich vertraue.” Selbstverständlich vertiefte RTL2 diesen Punkt nicht. Man hätte ja keinen der ständig durchs Bild irrenden “Personenschützer” dafür gebraucht.

Mandy, ein kindliches Opfer sexuellen Missbrauchs, war auf RTL2 nicht verpixelt. Vermutlich hatte ihre Mutter die Einwilligung für die Kameraufnahmen gegeben. Der mediale Missbrauch nach dem sexuellen Missbrauch.

Die Sendung “Tatort Internet” verzerrt, stört, rauscht. In dieser Atmosphäre kann keine Debatte stattfinden, die so dringend notwendig wäre, denn niemand kann ernsthaft bestreiten, dass Grooming, also das Heranmachen an Kinder im Netz in sexueller Absicht ein ernsthaftes Problem ist, das es zu bekämpfen gilt. RTL2 hat sich leider dafür entschieden, eher eine Art Anleitung zu produzieren.

Am Ende verlieren die Kinder. Aber RTL2 macht Quote.

PS: Zu der Tatsache, dass sich Stephanie zu Guttenberg für das Format hergab, ist festzuhalten: Auf Twitter heißt sie spätestens seit gestern Abend #pornosteffi.

Mehr dazu morgen auf der Medienseite der SZ und Johannes Kuhn von sueddeutsche.de mit einer Nachtkritik.

(Foto: Actionpress)

83 Kommentare »

  1. dem kommentar von johannes boie kann ich nur zustimmen.
    allerdings, etwas hat er übersehn:
    der tiefere sinn dieser billigen effektgeilen veranstaltung ist eine klima der hysterie zu erzeugen.
    um so die vorrasussetzung zu schaffen die datenvorratsspeicherung im internet wieder einzuführen!
    nachdem es mit terroristenangst nicht geklappt hat versucht man nun mit dem totschlagsargument “kinderficker” die web-stasi durchzusetzen.
    deswegen auch die wahl von rtl2, das dort übliche publikum ist ungebildet und dumm genug in diese manipulative, populistische falle zu tappen – an der der dr. goebbels sicher seine helle freude hätte.

    viel wichtiger wäre es dafür zu sorgen, das kinder einen festen halt haben, das sie in ihrem umfeld (eltern, lehrer etc) personen haben die sie verstehen, ernstnehmen und denen sie vertrauen können.
    es ist eine tragödie unserer gesellschaft das soetwas eher selten der fall ist.

    Comment by markus gotteswinter — Oktober 8, 2010 @ 2:14 pm

  2. RTL 2 und Frau zu Guttenberg machen etwas, sie nicht.Sie wissen nur alles besser und Rechte haben diese Männer die unser Vertrauen haben nicht.

    Comment by Free — Oktober 8, 2010 @ 2:22 pm

  3. @markus gotteswinter: bitte seien Sie, bei allem verständnis für Ihre anmerkung, bei nazivergleichen hier künftig vorsichtiger. danke.

    Comment by Johannes Boie — Oktober 8, 2010 @ 2:30 pm

  4. Lieber Johannes Boie,

    Sie scheinen wirklich der einzige zu sein, der genau hingesehen hat: Im Gegensatz zu den Tätern, die alle durchgehend komplett gepixelt waren, war die 12-Jährige Mandy aus Weiden durchgehend komplett zu sehen. In meinen Augen wurde das Mädchen zum zweiten Mal zum Opfer. Und das offenbar mit Zustimmung von Frau zu Guttenberg.

    Comment by Lisa01 — Oktober 8, 2010 @ 2:47 pm

  5. Super! Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke für diesen guten Beitrag.

    Comment by Kadda — Oktober 8, 2010 @ 3:43 pm

  6. Ich würde RTL2-Zuschauer da nicht unterschätzen. Die wissen genau, was von diesen Sendungen zu halten ist, wie sie funktionieren, dass sie gescriptet sind und reine Emo-pusher ohne echten Nährwert. Auf die Leute herabschauen, die das anschauen geht m.E. völlig an der Realität vorbei.

    Ich nehme vielmehr an, dass diejenigen, die dem manipulativen Dramatisierungskonzept (die Schnitte, Musik, übertriebene Beleuchtung, Emotionen in Nahmaufnahme sind ja austauschbar) in die Falle gelaufen sind grade Zuschauer sind, die normalerweise diesen Sender meiden und auf Grund der Berichterstattung zugeschaltet haben (meiner Ansicht nach übrigens auch der Grund, weshalb es kaum Werbung gab – man wollte die vielen Neuzuschauer, die normalerweise abends ZDF schauen, am Schirm behalten – ich gehe dafür gerne Wetten ein).

    Comment by Jens — Oktober 8, 2010 @ 4:05 pm

  7. Es ist erstaunlich, wieviele Leute diesen Proll-Sender konsumieren.
    Ob Karl Theodor das alles so lustig findet?
    Aber manche Leute von Adel machen ja die tollsten Sachen.

    Comment by gunther — Oktober 8, 2010 @ 4:15 pm

  8. Guter Artikel. Auf Twitter habe ich aber öfter als Nick für die Dame “Pornosteffi” gelesen :D

    Ich habe aber auch vom TrashTV-Marktführer RTL II nichts anderes erwartet als das was gestern zu sehen war.

    Comment by Frank — Oktober 8, 2010 @ 4:19 pm

  9. Pornosteffi, das war häufiger, stimmt. Ich hab mehr auf den Fernseher als auf Twitter geschaut. Ich ändere es. Danke.

    Comment by Johannes Boie — Oktober 8, 2010 @ 4:22 pm

  10. @Jens sicher? http://dl.dropbox.com/u/1040925/chLogRTL.txt

    Comment by Enno — Oktober 8, 2010 @ 4:41 pm

  11. [...] Ende verlieren die Kinder. Aber RTL2 macht Quote. Medialer Missbrauch Schaltzentrale Vollkommen richtig die aussagem. __________________ Open Source ist [...]

    Pingback by Anonymous — Oktober 8, 2010 @ 8:05 pm

  12. [...] siehe heise, süddeutsche-blog, sogar der focus, und viele [...]

    Pingback by sven scholz - sagichdoch? » Die Pranger-Sendung “Tatort Internet” — Oktober 8, 2010 @ 8:15 pm

  13. Sehr gute Kritik – die beste, die ich bis jetzt dazu gelesen habe.

    Comment by Raphael — Oktober 8, 2010 @ 11:06 pm

  14. [...] Johannes Boie, SZ-Blogs: Medialer Missbrauch [...]

    Pingback by „Tatort Internet“ – der Reality Check « … Kaffee bei mir? — Oktober 9, 2010 @ 1:00 pm

  15. Kurzer Abriss zum N.I.N.A. Werbeblock: N.I.N.A. wird geschäftsführend von Julia von Weiler geleitet, die wiederum ebenfalls Geschäftsführerin von Innocence in Danger (Deutschland) ist. Deren Präsidentin ist Stephanie zu Guttenberg.

    Noch Fragen?

    Comment by Oliver Fels — Oktober 9, 2010 @ 10:25 pm

  16. Schade, dass wir dieses Thema überhaupt diskutieren müssen, sprich, dass es so etwas überhaupt gibt. Menschen machen Dinge, die man als Normalbürger nicht verstehen kann. Junge Menschen als Sexobjekte zu missbrauchen ist für uns gesunde Menschen unvorstellbar und ekelhaft. Männer, die sich sexuell an Minderjährigen erregen können m.E. nur krank sein und müssen in einer modernen Gesellschaft therapiert werden. Sollte eine Therapie nicht möglich sein, muß die Gesellschaft die potentiellen Opfer schützen, ggfls. auch zu Lasten der persönlichen Freiheit der Täter. Die Art und Weise, wie hier allerdings mit dem Thema umgegangen wird, spottet allerdings allem was ich unter einem aufgeklärten Umgang mit den Problemen unserer Gesellschaft verstehe. Die Macher solcher Sendungen sind – meiner Meinung nach – nicht weniger pervers als die Täter. Nur um Quote zu machen, kranke Menschen zu animieren, Straftaten zu begehen, hat ein Niveau, dass ich hoffte, dass Europa es im Mittelalter überwunden hat. Wenn das die Zukunft unseres Landes darstellt, wünsche ich mir zum ersten Mal, nicht Teil dieser Gesellschaft zu sein. Meine Skepsis gegenüber Dem Boulevard sowie den Privatsendern fühle ich hierin bestätigt. Leider hab ich das Gefühl, dass Bildzeitung und RTL 2 im Zweifel auch Straftaten selbst begehen würden, nur um darüber berichten zu können. Es tut echt weh, mit solchen Menschen in einer Gesellschaft zu leben. Ein Pädophiler ist krank, diese Menschen sind bewußt und berechnend kriminell. Sehr schade ist, dass eine Ministergattin sich für eine solche Perversität missbrauchen lässt. Ich hoffe unsere Gesellschaft lässt diese sensationsgeilen Subjekte schnell hinter sich und kümmert sich darum unsere Kinder zu schützen. Das Thema ist viel zu wichtig und ernst, als dass wir es solchen Perversen überlassen dürfen.
    In der Hoffnung, dass die letzten dreihundert Jahre nicht völlig umsonst waren….

    Comment by Christoph — Oktober 10, 2010 @ 1:47 am

  17. Eine sehr interessante Kritik. Besonders die Analyse, dass RTL II zunächst Taten selbst inszeniert und dann als Dokumentation verkauft hat sowie sie Bemerkung, dass es ohne die sich als 13-Jährige ausgebende Psychologin gar nicht zu Treffen gekommen wäre.

    Doch an dieser Stelle endet die Kritik anstatt beide Fäden zusammenzuziehen. In Chats, in denen sich junge Menschen aufhalten, ist es an der Tagesordnung, dass sie von Erwachsenen einschlägig angesprochen werden. Sie ignorieren sie oder melden sie bei der Chat-Administration (Psychologen haben schon darauf hingewiesen, dass dies auch zu einem Empowerment der Kinder führt). Nahezu kein Kind lässt sich darauf ein, geschweige denn, dass es zu einem Sextreffen bereit wäre. Mir ist nahezu kein Fall aus den Medien bekannt, dass sich Kinder so haben die Falle locken lassen. Zu den gezeigten “Treffen” kam es also nur, weil die Psychologin als Schein-Kind auf sexuelle Avancen eingegangen ist, was in der Realität nahezu inexistent ist.

    Und das nutzt RTL II oder besser die Organisation mit widerlichen Namen Innocence in Danger, um eine riesige Gefahr zu erfinden. Seltsam, dass dies noch niemand aufgefallen ist.

    Störend an der Kritik ist die hohe Konzentration von Moralinsäure. Die Chats seien “an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten”. Die Männer suchten einvernehmliche Sexualkontakte und ließen die Schein-Mädchen darüber nicht im Unklaren. Sie haben sich in Sprache der Situation angemessen ausgedrückt. Die Schein-Mädchen haben wohl nicht zu erkennen gegeben, dass sie das als unangenehm empfunden haben.

    Man muss das Thema schon weit abseits der Realität betrachten, wenn man sich zu der Aussage versteigert, dass die Männer bereit gewesen seien, “das Leben eines Kindes zu ruinieren, es psychisch und körperlich zu versehren, um sich selber sexuell zu befriedigen.” Ein einverständliches Sextreffen, soll “Kinder” (ein Schein-Mädchen war 14 Jahre alt) ruinieren und wie denn körperlich versehren?

    Hier sind wohl die dunklen Phantasien des Autors mit ihm durchgegangen.

    Comment by Claus Brand — Oktober 10, 2010 @ 10:57 am

  18. @ “Claus Brand” – Ihr Kommentar spricht für sich. Ich habe ihn stellvertretend für mehrere zweifelhafte Kommentare freigeschaltet, weil die Debatte hier inhaltlich möglichst vollständig sein soll. In Zukunft nehmen Sie hier Abstand davon, (mögliche) Treffen zwischen 13-Jährigen und 40-Jährigen als “einverständliche Sextreffen” zu charakterisieren, ansonsten kommentieren Sie hier nicht nochmal. Im Übrigen bevorzuge ich Klarnamen unter Kommentaren und valide e-Mail-Adressen sind Pflicht.

    Comment by Johannes Boie — Oktober 10, 2010 @ 12:28 pm

  19. schon vor 10 jahren habe ich im internet eine recherche im auftrag einer firma für kinderschutzsoftware durchgeführt. dafür habe ich 5000 kinderseiten auf pornographische inhalte und anhänge prüfen müssen und bin dabei auf einen pädophilenring gestoßen (ca 40 männer) die sich in einer gaststätte nahe münchen zwecks “informationsaustausch” treffen wollten. da das bundesministerium, dem ich das gemeldet hatte, keine gesetzliche handhabe hatte, passierte auch nichts.
    ich finde es absolut richtig den tätern per TV format angst zu machen!!! denn das erreicht es alle mal.
    und deswegen ist mir reichlich egal, ob sich irgendwer damit profiliert oder nicht. die kinder sind wichtig – oder???
    und ich bin die tochter eines pädophilen alkoholikers. natürlich findet mißbrauch zu wahrscheinlich 90 % im familiären umfeld statt. aber die restlichen 10 % sind immer noch zuviele täter. in meiner jugend gabs kein internet, aber in der meiner tochter. und auch sie wurde angechattet. ich habe sie aufgeklärt und sie hat das auch verstanden. gott sei dank.
    ich wünsche frau guttenberg und allen daran beteiligten allen erdenklichen erfolg bei der täterjagd!
    iris bücker

    Comment by iris bücker — Oktober 10, 2010 @ 5:33 pm

  20. http://en.wikipedia.org/wiki/To_Catch_a_Predator

    Comment by Rod Flemming — Oktober 11, 2010 @ 2:50 am

  21. Ich bin sehr entäuscht von der Behandlung dieses Themas und der Meinung der Süddeutschen Zeitung und vielen Leuten hier.
    Das man von RTL II diese Art und Weise der Berichterstattung geliefert bekommt war doch klar. Aber das ist doch bitteschön nicht das Hauptthema über das diskutiert werden soll!!!
    Kinder schützen, sie und ihre Eltern aufmarksam machen, sie zu sensibilisieren für die Gefahren die auf sie lauern. Das ist der springende Punkt.
    Klar hätte man dieses Thema journalistisch perfekt dem Publikum darbieten können. Das wäre Jugendlichen aber viel zu trocken und zu langweilig. RTL II spricht mit dieser Art Sendung jedoch genau die Klientel an die geschützt werden soll, seine Zuschauergruppe eben: Kinder und Jugendliche. (Oft aus diesen schwierigen familiären Verhältnissen, die dann für Kontakte empfänglich sind). Diese erhalten dadurch vielleicht zum ersten Mal eine bildliche, reale Darstellung darüber, dass sich in ihren Chatrooms wie auch in der normalen Welt solch abscheuliche Wesen herumtreiben und welche Methoden diese anwenden.
    Und ob die “Menschenwürde” oder ähnliches eines solchen Perversen verletzt wird ist beim Thema sexueller Kindesmissbrauch eher zwölftrangig… wenn überhaupt.
    Und müsste man hunderte Pädophiler mit diesen, wie einige es hier nennen, mittelalterlichen Methoden bloßstellen um ein einziges Kind zu beschützen, wäre es das Wert?

    Comment by Quirin Algeier — Oktober 11, 2010 @ 9:19 am

  22. Der Tenor von BILD-Online ist heute, wer “Tatort Internet” bzw. Pornosteffi zu Guttenberg kritisiert ist (fast) ein Kinderschänder. Pädophilie und Boulevard – eine widerliche Mischung. Hier geht es schon lange nicht mehr um die Kinder. Wird mal wieder Zeit, Heinrich Bölls “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” zu lesen. Für die Medienkompetenz.

    Comment by cervo — Oktober 11, 2010 @ 9:21 am

  23. @cervo: Ich hab’ ja nichts gegen Boulevard. Hätte mir aber in der Bild eher eine Zeile gewünscht wie: “Wie irre ist RTL2? Sender zeigt missbrauchtes Mädchen unverpixelt im Fernsehen.” (Und zwar ohne Bildergalerie)

    Comment by Johannes Boie — Oktober 11, 2010 @ 9:27 am

  24. Es ist für mich sehr schwer, sachlich zu diesem Thema zu schreiben, da ich einige Menschen kennengelernt habe die als Kinder missbraucht wurden. Alle in diversen Suchttherapien, deshalb ist mein Name falsch. Die Täter bringen unermessliches Leid über die Opfer, über jahrzehnte oder das ganze Leben. Sie sollten auch so bestraft werden. Keine Verjährung, hohe Haftstrafen. Zur Prävention breit angelegte Kampagnen um Täter und potenzielle Täter anzusprechen, die Folgen von Kindesmissbrauch für die Opfer deutlich darstellen und natürlich auch auf Therapiemöglichkeiten hinweisen. Diese Sendung (ich habe sie nicht gesehen) führt doch nur dazu, daß die Täter zukünftig vorsichtiger werden, verhindert wird damit doch nichts, und die Strafverfolgung der Täter ist wohl auch nicht gegeben.
    Zum Kommentar 17, Herr Brand:
    Eine Freundin hat mir erzählt, das es für sie als vierzehnjährige “normal” war, erwachsene Männer mit der Hand oder oral zu befriedigen, für ein paar Getränke oder weil sie beim trampen mitgenommen wurde. “Gelernt” hat sie das von Ihrem Vater, der sie da schon einige jahre missbraucht hatte. Das erste mal darüber geredet hat sie nach 15 Jahren Alkohol- und Drogensucht, in der zweiten Therapie. Denken Sie einfach drüber nach, wenn Sie von einvernehmlichen Sexualkontakten zwischen vierzehnjährigen und erwachsenen Männern phantasieren.

    Comment by Dieter Meier — Oktober 11, 2010 @ 9:38 am

  25. RTL2 ist nun Teil der vielbeschworenen Kinderpornoindustrie

    Comment by norety — Oktober 11, 2010 @ 10:22 am

  26. Wieso kein Mitleid mit den Tätern?
    Diese Menschen haben eine Neigung, für die sie nichs können.
    Sie haben einen Trieb, den sie ihr Leben lang unterdrücken müssen.
    Viele schaffen das. Manche brechen zusammen und tun dann Dinge, die sie vielleicht selbst hinterher nicht verstehen.
    Für diese Menschen bleibt eigentlich nur noch der Tod, um erlöst zu werden.

    Diese tun mir schon leid.

    Es gibt aber die Pädophilen, die sich ein ganzes Leben lang zurückhalten können. Diese verdienen Respekt.

    Diese Sendung von RTL2 hat nicht im geringsten informiert, hat nicht im geringsten aufgeklärt. Diese Sendung hat mE nur aufgehetzt.

    Comment by J. S. — Oktober 11, 2010 @ 10:30 am

  27. Frau von der Leyen und Frau von Guttenberg sind beseelt von ihrer Sauberkeits-Mission. Ihre Intensionen sind löblich, aber naiv und somit kontraproduktiv. Die Bildzeitung und der Stern schüren – jeweils für ihre Zielgruppe – eine Webkampagne, die vom eigentlichen Problem ablenkt – dem Mißbrauch in der Familie und der Omerta im eigenen Clan, falls dieser Mißbrauch ruchbar wird!

    Der eigentliche Mißbrauch findet im familiären Kinderzimmer statt – alle Zahlen belegen dies! Es ist nicht zu leugnen, dass in Chat-Rooms, Internetforen oder via Webcam-Chat An- und Übergriffe auf Kinder erfolgen. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind aber – bei normaler Erziehung und Aufklärung durchaus in der Lage solche Situationen zu meistern.

    Die bei RTL konstruierten Situationen wirken wie alle Doku-Soaps – gestellt! Wer kann denn versichern, dass die Aufnahmen nicht getürkt sind?

    Sexualstraftagen – auch gegen Kinder – gab es leider seit Menschengedenken. Die Bibel berichtet von König Herodes, der die Knäblein töten ließ (keine Sexualstraftag – aber schaurig genug). Die Verkommenheit von Kaiser Tiberius ist wohlbekannt. Das Alter von Maria, als sie Jesus empfing wird auf 13 geschätzt. Mädchen werden immer noch – auch in Westeuropa – in diesem Alter zwangsverheiratet: der Mißbrauch findet dann unter dem Deckmantel der Ehe statt.

    Am meisten mißfällt die marktschreierische Machart der RTL-Serie. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass (falls die Situationen nicht frei erfunden sind) alle Täter zum ersten Mal solche Versuche im Internetchat unternommen haben, genauso unwahrscheinlich ist aber, dass bisherige Versuche zum Erfolg geführt haben.

    Geile Böcke – ob alt oder jung – toben ihre Fantasien im Chat aus, oft auch im Rollenspiel. Feiste werden zu Schlanken, Alte zu Jungen, Mann zu Frau. So komisch das anmuten mag, bleiben die Erwachsenen unter sich, ist dies sogar eine Form der Therapie. Allerdings besteht natürlich dann auch die Gefahr des Sichhineinsteigerns in solche Fantasien.

    Erotik oder Pornochats sind deswegen aus gutem Grund mit einer Altersperre ab 18 versehen. Die Damen und Herren, die sich als Kinder ausgeben, sind von den Administratoren sofort zu löschen, so bald dies gemeldet wird.

    Aber egal wie man es dreht und wendet: In einem normalen Elternhaus spricht man mit seinen Kindern, klärt sie über die Gefahren des Webs auf, lässt keine Porno oder Gewalt DVDs für Kinder zugänglich herumliegen und klärt seinen Nachwuchs auf.

    Übrigens wurde vor vielen Jahren über die Gefahr des Telefons ähnlich berichtet – es gibt Filme über Mädchen, die durch Anrufneckereien zu Opfern von Mördern (damals verklausuliert für Sexualtäter) wurden . . .

    Jede Zeit birgt ihre Gefahren – Kampagnen wie die von Frau von Guttenberg und RTL II verhindern leider einen nüchternen Blick auf die Realität, heizen die Stimmung auf und bringen nichts außer getretemen Quark, der wird breit, nicht stark!

    Comment by meikel2010 — Oktober 11, 2010 @ 10:47 am

  28. “…ein Tabu gestützt…”
    A) ist dies Thema beileibe kein Tabu mehr – alle Welt spricht davon. Und niemand ist FÜR diese Taten.
    B) Sollte es ein Druckfehler sein (meint also: “Tabu gestüRzt”)… nee, das macht es auch nicht besser.
    Der Sender hat allerdings ein Tabu GEBROCHEN, indem er mit diesem ernsthaften Thema genau so naiv, dumm und sensationsheischend vorging wie er’s durch seine sonstigen Schmuddelsendungen & seine Sexreklame gewohnt ist.

    Comment by Klaus — Oktober 11, 2010 @ 10:57 am

  29. wer einmal in nen chat mit namen wie: celine13 gegangen ist weiss das erstens: man quasi sofort zuschriften bekommt die sexuellen inhalts und abwertend sind und das zweitens man durch normales chaten innerhalb ner stunde gefragt wird ob man sich mit jemanden treffen will.

    mir ist das recht dass jeder erfährt dass es dieses problem gibt.
    eine gesellschaft in der sexuelle gewalt derartig normal ist wie bei uns muss sich einfach damit auseinandersetzen und aufhören auf die anderen und das inet zu zeigen.
    missbrauch is ein verbrechen aus der nähe.

    Comment by jan — Oktober 11, 2010 @ 11:05 am

  30. So traurig es vielleicht sein mag, aber einen großen Teil der Bevölkerung erreicht man nur mit “Bild-Zeitung-Niveau”.
    Ich finde es erschreckend, wie intensiv über die Art der Berichterstattung diskutiert wird, statt sich des eigentlichen Themas anzunehmen, Missbrauch von Kindern.
    An einem vor kurzem stattgefundenen Info Abend im KIGA in MG, veranstaltet von der Polizei MG: Wie schütze ich mein Kind vor sexuellem Missbrauch, haben gerade mal 8 Eltern teilgenommen (ca. 60 Kinder hat die Einrichtung). Ich bin davon überzeugt, dass wesentlich mehr der Eltern den Beitrag im Fernsehen gesehen haben. Das Thema gehört breit in der Öffentlichkeit diskutiert, Täter , die aus dem Beitrag sind es auch, gehören an den Pranger gestellt.

    Comment by Karsten Peitsch — Oktober 11, 2010 @ 11:23 am

  31. Der wohl wichtigste Aspekt bei dem Thema ist der, der uns verschwiegen wird. Da sind einmal die nicht vollständigen Chat- und Gesprächsprotokolle. Aber auch die fehlenden Personen.
    Laut “Stern” hat man 137 Personen angefixt. Es wird dort davon gesprochen, daß man besser Drehtüren hätte einbauen sollen, so groß war der Andrang. Am Ende präsentiert man eine Hand voll Menschen, die den eigenen Wünschen am besten entsprechen.

    Wir sehen aber auch nur wieder das, was man uns zeigen will. Was also dem Schnitt zum Opfer fiel, weil es vielleicht ein anderes Bild zeigt oder war gar off-camera besprochen wurde, fehlt.

    Ich halte es nicht für aufgeschlossen, daß man für Quote und PR bestimmte Szenen zurechtgeschnitten hat, damit sie noch abenteuerlicher wirken. Auch die Bezahlung von Laien, die sich als Pädokriminelle ausgeben, ist eine Möglichkeit. Selbst tatsächlich gierende Chat-Bekanntschaften könnte man mit dem Druckmittel der Bloßstellung zu besonders wünschenswerten Szenen gebracht haben. Wer weiß das schon? Oder, um mal ein Zitat aus der Sendung zu verwenden: Wem kann man vertrauen? RTL2? Udo Nagel? Innocent in Danger? Warum sollte man?

    Das man sich so sehr in ein Thema festbeißt, daß man den Rahmen des Gesetzes verläßt, ist nicht ungewöhnlich, gerade bei emotional geladenen Themen. So mancher “Retter” wird dann schnell zum “Rächer” und nimmt das Gesetz in die eigenen Hände…wo es aber nicht hingehört. Sicherlich gibt es zahlreiche Lücken im Gesetz, durch die ein Täter (oder Verdächtiger) schlüpfen kann. Rechtsstaaten basieren aber nun mal auf der Unschuldsvermutung. Es ist eben eher hinzunehmen, daß ein Täter seiner Strafe entkommt, als das ein Unschuldiger für etwas bestraft wird, was er nicht getan hat. Wer das und die Limitierungen der Gesetze nicht akzeptiert, kann ja in die nächste Diktatur seines Vertrauend auswandern.

    Die Entrüstung, daß niemand was tut und die Gerichte die nicht einbuchtet und nicht mal eine Vorladung rausgeschickt wird, an keinen dieser “potenziellen Täter”, wird als “Das müssen wir ändern!”-Paket verpackt. Dabei fehlt völlig die Einsichtsfähigkeit, daß die Gesetze so gut sind, wie es eben möglich ist und man selber vielleicht gerade dabei ist, vom legalen Weg abzukommen.
    Zumal diese juristischen Grundlagen nicht erst seit gestern existieren, sondern schon ein paar Jährchen. Man konnte also schon VORHER wissen, daß man den “potenziellen Tätern” nicht ans Bein pinkeln kann. Sich dann pseudo-überrascht aufzuplusternund Zeter und Mordio zu schreien, wirkt dann eher absurd.

    Man könnte solche Sendungen zu Hauf produzieren. Sich eine gesetzliche Grauzone nehmen, einen Lockvogel einsetzen und dann die Hereingefallenen vor der Kamera niedermachen, von der ganz hohen moralischen Warte aus, “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…”.

    Was man festhalten kann: Ja, es gibt Lücken in Gesetzen, die von skrupellosen Menschen ausgenutzt werden. Das ist nicht neu. Ob man diese schließen kann, ohne mit Menschenrechten und Grundgesetz zu kollidieren, ist eher fraglich. Besser als Gesetze wirkt immer die Prävention. Die meisten Eltern und Kinder sind klug genug. Sie klären über die Gefahren bei der interaktiven Mediennutzung auf, wie man Kindern auch beibringt, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen. Selbst wenn die Eltern das nicht schaffen, lernen die meisten Kinder das von Freunden oder kommen von selbst drauf. Jetzt wieder den Eltern zu suggerieren: Ist ja nicht Eure Schuld, die Gesetze sind einfach zu lasch, ist mehr als perfide und zeigt einmal mehr, daß auch Kinderschutzorganisationen, ehemaligen Polizisten und Journalisten nicht wirklich vertraut werden darf.

    Das ist zumindest eine Lehre, die man im Internetzeitalter nie zu früh lernen kann: Vertraue niemandem blind, auch nicht denen, die sagen, sie wollen Dir helfen. Und ganz bestimmt nicht denen, die Zensursula-”Argumente” verwenden (“Denkt denn keiner an die armen Kinder!?”).

    Comment by Veit Joringen — Oktober 11, 2010 @ 11:41 am

  32. Ich finde es sehr erfrischend, dass endlich die richtigen Fragen gestellt werden.

    Sollten 13jährige alleine ohne Aufsicht überhaupt in Chaträumen hocken? Das müssen die Eltern entscheiden, *nachdem* sie sich informiert haben, was da ablaufen kann.

    Die Opfer waren durchgängig zu sehen, die Täter verpixelt – das geht gar nicht. Und schon mal gar nicht bei 12jährigen. Da muss auch Verpixelung her, aber fix.

    Das ganze artet in eine Scheindiskussion aus. Das Internet ist für kein Kind gefährlich, wenn es aufgeklärt ist, wenn es weiß, was es sich erlauben kann und was nicht. Aber dazu gehört Aufklärung in der Schule genauso wie zu Hause. Und die Eltern müssen informiert werden. Leider erwischt man bei diesen Elternkursen nur die, die eh schon wissen, was Sache ist. Die PC-feindlichen kriegt man nicht, die ignorieren das komplett.

    Und die größte Gefahr für Kinder, wenn man denn so will, droht ihnen immer noch von der eigenen Familie. Hier spielt die Musik. Aber Hilfsangebote hier sind nicht so wohlfeil wie Internetsperren, wo die Zeche jemand anders zahlt und man selbst sich dann als Held der Kinder darstellen kann.

    Es wird Zeit, dass Frau v. Guttenberg und alle mit ihr verbandelten sich wieder an den Herd zurückziehen. Von den Themen, die sie gerade auf der Naht haben, verstehen sie nichts – und wollen offenbar auch nichts verstehen.

    Comment by Tante Jay — Oktober 11, 2010 @ 11:56 am

  33. Zumindest ist das unverpixelte Opfer bei Klassenkameraden und Nachbarn wohl jetzt zum Gesprächsthema geworden und wird wohl einen langen Spiessrutenlauf durch Verhöhnungen und Belustigungen vor sich haben.

    Da hat RTL2 dem potentiellen Opfer gar keinen Gefallen getan, sondern die Lage wohl eher verschlimmert. Wobei ich eher annehme, das es wie bei solchen Doku-Soaps bekannt, wohl eher um eine Schauspielerin handelt.

    Comment by Markus Wolf — Oktober 11, 2010 @ 12:09 pm

  34. Das einzige stichhaltige Argument seitens Herrn Boie ist die im Grundgesetz geschützten Menschenwürde, welche auch für Verbrecher gilt (und solche, die dazu werden wollen). Sicher, an diesem RTL2 Format besteht Nachbesserungs-bedarf. Aber entscheidend ist doch: Es gibt diese Sendung. Übrigens gibt es ähnlche Formate schon seit langem nicht nur in den USA, sondern z.B. auch in Grossbrittanien. Dort aber ist das Ganze noch eine Nummer härter (für die Pädophilen). Denn neben der medialen “Verhaftung” klicken auch gleich die Handschellen der Polizei vor laufender Kamera.

    Comment by Ron Frank — Oktober 11, 2010 @ 12:15 pm

  35. @29

    “missbrauch is ein verbrechen aus der nähe.”

    Das ist der klugste Satz, den ich heute gelesen habe.

    Comment by cervo — Oktober 11, 2010 @ 12:28 pm

  36. Ich bin selber im Mediengeschäft tätig, und fand die Idee mutig. Auch die Vorberichterstattung ließ mich hoffen, vielleicht kein RTL2-typisches Format zu sehen. Das Projekt wirkte ambitioniert, bot Raum für Aufklärung, Information und vor allem Hilfe für Eltern.
    Was ich dann zu sehen bekam stand auf einer Stufe mit dem Trash, den RTL2 sonst produziert. Reißerisch aufgemacht, mit dem Blickpunkt auf ein möglichst effekthaschendes Aufeinandertreffen der Täter und der “Journalistin”.
    Gut, dachte ich mir. Wenn sie jetzt noch die Kurve kriegen, und endlich Mehrwert in die Sendung bringen, mag der Zweck die Mittel heiligen. Aber es kam nichts. Nach 2h war ich genauso schlau wie vorher, war um keine Lösungsansätze reicher, und wusste auch nicht mehr über Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche zu schützen. Da aber genau der von RTL2 so propagierte Grund der Sendung sein sollte, ist sie meilenweit am Ziel vorbei geschossen und reiht sich ein in all den Dokusoap-Trash, der über deutsche Bildschirme flimmert. Letztlich wird hier der Voyeurismus bedient, Menschen in Ausnahmesituationen zu erleben. Also eben jenes Programm, das für RTL2 prägend ist.
    Das Ganze dann noch in einem Schub mit XDiaries, wo es primär um Sex und emotionale Wirrungen bei Jugendlichen geht, gibt dem ganzen noch einen viel schaleren Beigeschmack.
    Das Frau Guttenberg ihren Namen dafür hergegeben hat, ist durchaus verständlich. Der Soldat vergisst in seinem Kampf gerne mal die Rechtmäßigkeit der Mittel. Nur brauch sie sich nicht zu wundern, wenn diese Sendung außer einer Auflagensteigerung bei BILD, wenig Wirkung haben wird.
    Denn die, die Hilfe brauchen oder wollen, haben schon nach dem Piloten gesehen, dass RTL2 da nichts Sinnvolles zu beiträgt.

    Comment by Dirk Eichstädt — Oktober 11, 2010 @ 12:35 pm

  37. Über das Format kann man streiten – über die Sache nicht. Wer sich Teenie oder Heranwachsender ausgibt, um eine 13jähr. zu treffen, hat eindeutige Absichten. Jeder (inkl. der SZ) der sich zum Kritiker aufschwingt, ist eingeladen, selbst etwas (besseres) zu tun ! Meckern um des Meckerns wegen kann jeder. Der Schutz der Kinder geht mir vor. Leider ist hier in der Mehrzahl der Zuschriften nur vom Schutz der Beinahe-Täter zu lesen. Seltsam !

    Comment by Andrea — Oktober 11, 2010 @ 12:38 pm

  38. Das “Format” ist aber wohl die Kopie einer sogn. Reality TC Sendung in den USA und damit ziemlich sicher gedacht Quote zu machen. Verkürzung von Tatsachen, Wortwahl, Schnitt und Dramaturgie der “Aufführung” solcher Sendungen korrespondieren kaum je mit der Realität, sind eher ein Zerrbild. Hier allerdings eines, in dessen Umfeld übliche Werbetreibende sich hüten werden Produktwerbung zu schalten. Nützlich ist die Sendung daher nur für die beteiligten Personen (Gutenberg, Nagel, Weiser etc.) und für die allgemeine Aufmerksamkeit, die dem Sender im Nachgang über das Medieneecho zuteil wird. Insofern muss das aus der Sicht des Senders kein Verlustgeschäft sein, vorausgesetzt, es gibt ein lautes Echo. Um im Medienerauschen noch aufzufallen muss offenbar immer härtere Stoff her. Was kommt als nächstes? Mord und Vergewaltigung live vor der Kamera? Wie es in den Kommentaren zuvor mehrfach anklingt habe ich mich daher auch gefragt, wie man sicherstellen kann dass zum vereinbarten Termin nicht tatsächlich ein pickelgesichtiger 15 Jähriger erscheint, der kaum der angestrebten medialen Aufmerksamkeit dienlich sein dürfte. Das Einfachste dürfte die Besetzung mit bezahlten “Pädophilen” sein. Der Einsatz von Schauspielern ist bei “Reality”-Formaten wohl nicht ungewöhnlich. Selbst das ZDF, ein fast noch seriöser Sender, liess 2006 angeblich eine Prügelei unter Schülern inszenieren. Unabhängig davon verfehlt die “Message” vom bösen Internet das vorgebliche Ziel: Kinder und Jugendliche sind im “Real life” durch Nachbarn, Freunde, Verwandte und Bekannte größeren Gefahren ausgesetzt als im Internet.

    Comment by M. Boettcher — Oktober 11, 2010 @ 1:02 pm

  39. Ich denke die Verfolgung von Straftätern bzw. das Verhindern von Straftaten ist Aufgabe des Rechtsstaates und nicht Aufgabe einer TV-Show. Wenn z.B. Journalisten auf Hinweise stoßen die zu einer Straftat führen könnten haben sie diese der Polizei weiter zu geben und nicht eine TV-Show daraus zu machen. Ich bin im übrigen fast davon überzeugt das hier den Zuschauern eine Realität oder Doku nur vorgegaukelt wird.

    Comment by Detlef — Oktober 11, 2010 @ 1:16 pm

  40. ‘MoralBarbie’ ist eine weiterer hübscher Name für Frau zu Guttenberg. Trotzdem: Letztlich geht es um Netzsperren, mehr dazu beim AK Zensur und unter #censilia auf Twitter.

    Comment by vera — Oktober 11, 2010 @ 2:06 pm

  41. Tach zusammen,
    es ist einfach eine andere Blondine, die nun Lügen in die Welt setzt, um die Vorratsdatenspeicherung wieder durch den Bundestag zu bekommen. Dieses ist der einzige Grund dafür, dass diese Sendung gestartet wurde. Es wird mit Lügen und falschen Behauptungen argumentiert.
    Die Blondine Zensursula taugt ja nicht mehr, die muss ja nun für die Abschaffung von Hartz 4 kämpfen.
    Die CDU und ihre gelackten Affen hingegen haben an Stuttgart 21 gemerkt, dass das Internet ihnen feindlich gesinnt ist. Denn die Proteste gegen das Milliardenloch werden zum großen Teil über das Internet koordiniert.
    Daher muss nun wieder eine Blondine vor die Kamera, um der Bevölkerung in Deutschland klar zu machen, dass es im Internet nur Kinderpornographie gibt und sonst gar nichts.
    Im Umkehrschluss: alle Demonstranten gegen Stuttgart 21 sind Pädophile. Mit diesem Hintergrund ergibt sich eine große Zustimmung zu dem gewaltsamen Polizeieinsatz gegen Kinder, Frauen und Rentner, die eine Kastania geworfen haben.

    Comment by ThomWeb — Oktober 11, 2010 @ 2:48 pm

  42. Ich verstehe die harsche Kritik an Claus Brands Beitrag nicht.

    “Denken Sie einfach drüber nach, wenn Sie von einvernehmlichen Sexualkontakten zwischen vierzehnjährigen und erwachsenen Männern phantasieren.”

    War es nicht gerade Claus Brands Argument, dass es diese einvernehmlichen Kontakte in der Realität nicht gibt?

    In der Sendung waren die Kontakte einvernehmlich. Die angebliche 13-jährige hat in die Treffen aktiv eingewilligt. Man muss natürlich mit Recht fragen, ob eine 13-jährige überhaupt die Mündigkeit für solch eine Einwilligung besitzt. Der Gesetzgeber verneint diese Mündigkeit und genau deshalb existieren die Gesetze, die Sex mit 13-jährigen verbieten.

    Wie gesagt, obwohl die 13-jährigen vom Gesetz als nicht mündig genug angesehen werden, um die Entscheidung zu treffen, sind in der Praxis so gut wie alle 13-jährigen intelligent genug, um selbst zu erkennen, dass Sextreffen mit älteren Männern nicht klug sind. Persönlich habe ich noch nie davon gehört, dass eine 13-jährige sich freiwillig mit einem älteren Mann für Sex getroffen hätte.

    In der Sendung wurden die Männer als brutale, skrupellose, berechnende Sex-Monster dargestellt. Wenn sie das aber wären, dann hätten sie sich eine 13-jährige auf der Straße schnappen und entführen können (was ja traurigerweise auch wiederholt vorkommt). Nein, ich habe durchaus den Eindruck, dass diese Männer nicht geplant hatten, die Mädchen zu vergewaltigen oder dergleichen, sondern dass sie tatsächlich einvernehmlichen Sex geplant hatten. Was natürlich trotzdem illegal und verwerflich ist, aber in geringerem Maße als eine Vergewaltigung.

    Ich will nicht die Taten der Männer verteidigen, aber wie schlimm eine Tat auch ist, man muss stets Raum lassen für Abwägungen zur Schwere der Tat.

    Comment by MB — Oktober 11, 2010 @ 3:16 pm

  43. >In Zukunft nehmen Sie hier Abstand davon, (mögliche) Treffen zwischen 13-Jährigen und 40-Jährigen als “einverständliche Sextreffen” zu charakterisieren, ansonsten kommentieren Sie hier nicht nochmal.

    Gratulation.
    Sie haben hiermit bewiesen das sie ein gehirnamputierter Schwachkopf sind.
    Ein gehirnamputierter Schwachkopf der in einer anderen Dimension lebt ! Nicht besser als die Idioten bei RTL2.
    Ein Mann der die Realität nicht aktzeptiert.
    Würden sie nicht nur ihre jämmerlichen deutschen nachrichtenseiten kennen, sondern auch ein wenig über den Telerrand schauen, wüssten sie das auf Seiten wie 4chan häufiger Mädchen dieses Alters exibitionistisch betätigen. Und nicht etwa weil sie manipuliert oder dafür mit Geld belohnt werden.

    Man mag über die Deppen bei RTL2 sagen was man will. Das sind konservative die unsere Welt nicht kennen, noch verstehen. Menschen wie sie jedoch sind sehr viel schlimmer. Abfall !
    Machen sie doch einen auf oberschlau der mit dem Finger auf eben jene kkonservativen zeigt.

    Bringen sie sich um, Spießer D:

    Comment by BoieisteinIdiot — Oktober 11, 2010 @ 3:31 pm

  44. Liebe Kommentatoren: Bitte verwenden Sie mindestens valide e-Mail-Adressen, insbesondere dann, wenn Sie kontroverse Meinungen vertreten. Eine Wegwerf-Adresse, die für 10 Minuten gültig ist, zählt nicht dazu. Ich bitte ferner darum, von Suizid-Aufforderungen an mich oder andere Menschen abzusehen.

    Comment by Johannes Boie — Oktober 11, 2010 @ 3:39 pm

  45. @ Andrea u.a.: “Jeder (inkl. der SZ) der sich zum Kritiker aufschwingt, ist eingeladen, selbst etwas (besseres) zu tun !”

    Tue ich bereits seit 1994. Allerdings habe ich gar kein Interesse daran im TV aufzutreten. Schon deshalb, weil mir das nötige Kleingeld fehlt, für die Bodyguards die ich dann sicher brauche, weil ich von der einen oder anderen Seite danach bedroht werde. Vermutlich sogar von beiden.

    Was mich an (fast) allen Vereinen dieser Art in Deutchland stört ist, daß sie legitimen Kinderschutz mit moralinsauren Forderungen vermengen, die eher in die 50er Jahre passen.

    ( Pornographie immer weiter einschränken und verbieten,
    Mindestalter für sex. Kontakte immer weiter erhöhen, usw.)

    Es steht ja jedem frei diese Forderungen zu erheben, dann sollte man aber nicht den Kinderschutz als trojanisches Pferd vorschieben, sondern dies auch offen kommunizieren.

    Alice Schwarzer ist da zumindest mit ihrer PorNO Kampagne ehrlich.

    “Innocence in Danger” gehts doch um etwas ganz anderes,
    um ein neo-evangelikales Gesamtkonzept.

    Hier geht es nicht (nur) um Kinderschutz, sondern darum jugendliche Sexualität zu kriminalisieren und ein einheitliches “Schutzalter” von 18 weltweit zu fordern.

    Wie sind denn überhaupt viele der Gesetze entstanden, die noch bis heute als liberale Restbestände im Sexualstrafrecht fortwirken ?

    1973 hat die sozial-liberale Bundesregierung einen Anhörungsausschuß mit Experten eingerichtet, der das Mindestalter für sexuelle Kontakte noch einmal überprüfen sollte. Der tagte bis 1975, also fast 2 Jahre.

    Es gab damals einige wenige Stimmen in der FDP, die das Alter von 14 für etwas zu hoch fanden, einige wenige Stimmen in der SPD, die das Alter von 14 für etwas zu niedrig fanden. Man hat das Alter dann bei 14 belassen.

    Abgeordnete der FDP wollten eine völlige Freigabe der Pornographie, mit Ausnahme der Kinderpornographie sollte alles legal sein.

    Abgeordnete der SPD wollten auch ein Verbot von Tier- und Gewaltpornographie.

    Am Ende ist der weltweit ( bis auf ÖST ) einmalige Kompromiss herausgekommen, daß nur der Vertrieb und Verkauf von Tier- und Gewaltpornographie in D verboten wird.
    Besitz, Kauf, privater Tausch und Produktion aber legal sind.

    So absurd diese Lösung war, was heute gerne vergessen wird, Deutschland war 1975 weltweit das erste Land (!), welches ausdrücklich Kinderpornographie als strafbare Pornographie ächtete, noch vor den USA, die dies erst 1977 in einigen Bundesstaaten taten, sowie erst 1979 national. Dies sollte auch mal lobend erwähnt werden.

    Ein Schutzalter sollte aber nie starr sein. Die Pubertät hat sich in den letzten 30 Jahren um durchschnittlich 3 Jahre vorverlagert.

    Wenn ich den Entwicklungsstand von Mädchen und besonders von Jungen 1973 sehe, dann finde ich das Schutzalter von 14 rückwirkend für zu gering.

    Sehe ich mir den Entwicklungsstand vieler Mädchen heute an,
    dann ist das Schutzalter von 14 1-2 Jahre zu hoch.

    Die Mehrzahl der Fälle vor Gericht sind ja nicht die, wo ein 70jähriger Lustgreis eine 13jährige Freundin hat, sondern exemplarisch sind die, wo ein 18 jähriger eine sexuelle Beziehung zu einer 13jährigen hat.

    In den NL war dies bis Herbst 2002 völlig legal. Nur wenn Geld, Erpressung, Nötigung oder Gewalt im Spiel waren, waren sex. Beziehungen mit Jugendlichen über 12 strafbar.

    Ein Täterparadies waren die NL nach 1985 aber nicht
    ( davor leider ja ). Die NL waren das erste Land Europas, welches auch für jugendliche Sexualstraftäter die Sicherheitsverwahrung einführten. Bereits 1985 wurde Prostitution unter 18 verboten ( in D erst vor 2 Jahren ).
    Mittlerweile liegt das Mindestalter für Prostitution sogar bei 21 Jahren in den NL.

    Ich will an diesen Beispielen nur zeigen, wie willkürlich diese Festsetzungen sind, wie es nur Zufällen zu verdanken ist, was strafbar ist und was nicht.

    Deshalb sollte man schon den einen oder anderen Punkt kritisch aufgreifen, anstatt gleich “Sexualstraftat” zu schreien.

    Davon abgesehen haben die Behörden mit den real existierenden Sexualstraftaten mehr als genug zu tun.

    Weshalb beobachtet Frau Krafft-Schöning nicht den Chat und zeigt Belästiger an, anstatt sich selbst als 13jährige Lolita auszugeben ? Sie schafft ja damit erst das Angebot.

    Wenn ich gegen Banküberfälle bin, “verkleide” ich mich dann als Bankräuber ?

    “Tatort Internet” ist deshalb so perfide, weil hier nicht nur gleichzeitig die Rolle des Polizisten, Staatsanwalts, Richters und Politikers übernommen wird, sondern noch die des Täters dazu !

    Wer an einem ausgewogenen Sexualstrafrecht interessiert ist,
    welches ein Gleichgewicht zwischen Liberalismus, Repression und Prävention gefunden hat, der hätte z.B. das niederländische Sexualstrafrecht von 1985-2002 als Vorbild nehmen können. ( Eventuell auch das bis zum 31.12.02 gültige dänische Sexualstrafrecht )

    Stattdessen hat man uns Europäern das gescheiterte US Sexualstrafrecht aufgezwungen. Und als ob dies nicht schlimm genug wäre, wird die europäische Kopie jetzt noch strenger als das Original.

    Comment by Caroline Kaiser — Oktober 11, 2010 @ 3:45 pm

  46. @29 jan :”wer einmal in nen chat mit namen wie: celine13 gegangen ist weiss das erstens: man quasi sofort zuschriften bekommt die sexuellen inhalts”

    kann ich bestätigen…habe das vor ein paar tagen mal unter anderem bei icq.de getestet. nichmal 5 sekunden sind vergangen,da wollte mir einer seinen p*n*s zeigen.

    Comment by heiner — Oktober 11, 2010 @ 3:47 pm

  47. Also ehrlich. Kritik über den Sender hin und her. Diese ist berechtigt. Aber die Thematik find ich ansprechend. Nicht weil sich die Sendung wie ein “Möchtegern-Krimi” anschauen lässt, sondern weil dieses Problem eine der schlimmsten ist.
    Das die Deutschen nicht in der Lage sind, solche Täter für immer wegzusperren ist schon traurig. Wer, mit dem Ziel ein minderjähriges Kind zu locken, diese anschreibt (dabei ist es ganz egal ob er jetzt mit einer realen 13 jährigen oder mit einer von der Sendung eben dafür gespielten schreibt)um mit ihr sexuelle Handlungen durchzuführen, gehört bestraft. Am besten sollen diese Leute auch nicht verpixelt werden. Jeder von euch (Redaktion, Leser ecta bla bla) könnte betroffen sein. Ich will euch mal sehen, wenn euer Kind vergewaltigt wird, ob ihr dann auch noch so neutral (er WOLLTE, er HATS aber nicht bla bla) reden würdet. Sicher nicht. Und gerade weil soviel darüber gesprochen wird, seitdem die Sendung läuft finde ich das sehr gut. Die Täter sollten unverpixelt gezeigt werden und die Politik mal was dagegen tun und was für ihr Geld (das hart von uns erarbeitet wird) tun und dementsprechende Gesetze veranlassen…

    Comment by FunXXLife — Oktober 11, 2010 @ 4:27 pm

  48. @19 (iris bücker)
    So einfach kann die Welt sein. Wenn 90% des Missbrauchs im Familienumfeld stattfinden, ist es nicht sinnvoller dort anzusetzen anstatt eine Internetpanik aufzuziehen? Die Aufmerksamkeit ist momentan definitiv falsch verteilt.
    @Artikel:
    Sie schreiben “Die pädophilen Männer in der Serie waren aller Wahrscheinlichkeit nach bereit, das Leben eines Kindes zu ruinieren, es psychisch und körperlich zu versehren, um sich selber sexuell zu befriedigen. Sie verdienen kein Mitleid.”
    Das ist leider ziemlich unreflektiert. Die meisten Pädophilen sind sich sehr wohl bewusst, dass sie einem Kind großen Schaden zufügen können und sind entsprechend vorsichtig. Sie leiden meist unter hohem psychischen Druck, weil sie ihre Sexualität vermutlich nie mit gutem Gewissen ausleben werden können.
    Eine Lektüre des Sexualatlasses hilft:
    http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/beispiele_fuer_problematisches.html (Abschnitt Pädophilie)

    Comment by B. Lieferts — Oktober 11, 2010 @ 4:44 pm

  49. Wenn ich mich recht entsinne kommt diese Medienformat aus den USA (mir fällt der Name der Sendung gerade nicht ein).
    Damit soll halt Propaganda für die Web-Stasi, Zensur, Vorratsdateinspeicherung etc. gemacht werden. Zensurela lässt Grüßen.

    Comment by Pensionär — Oktober 11, 2010 @ 4:48 pm

  50. Der Teil mit den Chatzitaten hatte mich auch während der Ausstrahlung verwirrt. Da schreibt der mutmaßliche Täter Sachen wie “Ich werde dir die M****i rasieren” und die lieben Reporter schreien danach, wie er doch beinahe ein argloses Kind überfallen hätte? Hmmm…
    Ich glaube, keine 13-Jährige wäre da so unaufgeklärt, dass sie nicht wüsste, wohin das führt. Und ich kann mir schon denken, dass eher solche Köderantworten wie “Au ja, supi, freu mich drauf!” kamen. Da müsste man nicht mal misstrauisch werden, schließlich haben manche 13-Jährige ihre Unschuld schon 10-mal verloren… wobei ich das Problem aber keineswegs schönreden will.
    Ich kann mir aber lebhaft vorstellen, wie manche Teenager die ersten Tage nach der Sendung nur mit den Eltern im Nacken chatten durften und von jedem in der Freundesliste ein kompletter Lebenslauf verlangt wurde…

    Comment by Leaf — Oktober 11, 2010 @ 5:59 pm

  51. Tatort Internet – Auf Kinderschänderjagd mit RTL2

    Eine Ministergattin im Fernsehen? Nicht zum ersten Mal – man muss ja zeigen, dass man nicht nur ein Anhängsel des Mannes ist! Gut, der Namenswechsel zu Pornosteffi schmerzt sicher ein wenig, aber was mach das schon, schließlich hat auch Ursula von der Leyen ihre Umbenennung in Zensursula schadlos überstanden, und sie war und ist eine echte Ministerin.

    Man muss sich für Kinder zumindest medial einsetzen, die alljährlichen Wohltätigkeitsbälle zu Weihnachten zugunsten von Armen (und die Berichterstattung darüber!) funktionieren auch nach dem gleichen Prinzip. Okay, das Prinzip ist bei Pornosteffi schon ein anderes, aber was tun, wenn die Verbrechensrate sinkt? Da muss man nachhelfen, ist doch klar!

    Um Gesetze verschärfen zu können, muss man erst mal wie zu Zensursula-Zeiten wieder Popanz an die Wand malen, das ist doch zulässig, oder? Man muss Leute verunsichern, sie auf mögliche Gefahren hinweisen. Wenn diese Gefahren künstlich großgeredet bzw. herbeigeführt werden müssen, wen kümmert’s, Hauptsache durch die verschärften Gesetze werden mehr Menschen kriminalisiert, dann stimmt die Kriminalitätsstatistik auch wieder.

    Und seien wir ehrlich: Wenn RTL2 mit dieser Sendung ein wenig mehr Quote macht, kommt das nicht uns allen zu gute? Ich meine, ein miserabler Sender wird am Leben erhalten und damit werden auch seine Mitarbeiter nicht arbeitslos. Es ist schließlich egal, womit diese Leute ihr Geld verdienen, Hauptsache, sie liegen mir nicht auf der Tasche wie die vom Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk!

    Und: Wann werden ÖR-Sender die wirklich wichtigen Themen unserer Zeit anpacken? Sie sollen sich ein Beispiel an RTL2 nehmen – hier dessen erfolgreichen Formate (die sogenannten Best Of):

    1. Grenzenlos geil! Sexsüchtige packen aus
    2. Verrückte Esser! Was in Deutschland auf den Tisch kommt
    3. Macho, Macho! Deutschlands geilste Aufreißer
    4. Geiz macht geil – All you can fuck!
    5. Miss Germany 2010 – Wer ist die Schönste im deutschen Lande?
    6. Einstieg in Sachen Sex – Erotikamateure packen aus

    Es wäre nur folgerichtig, wenn man dem Schema ein weiteres Highlight (Tatort Internet – Auf Kinderschänderjagd mit RTL2) hinzufügen wollte, aber vermutlich hat Pornosteffi zu diesem Titel ihr Veto eingelegt: Wir machen das zwar, aber bitte nicht unter diesem Titel!

    Comment by Dion — Oktober 11, 2010 @ 6:50 pm

  52. Hallo.

    Mir Persönlich wird nur einmal wieder vor Augen geführt, dass viele in unserem Land, ein Heer von Klagenden sind.

    Ich finde es schlicht zum Kotzen, wie sich viele zum Moralapostel aufschwingen, wenn es um, ” Als normal Denkender Mensch”, abscheuliche Taten geht.

    Ich habe selber eine Tochter und bin für viele Menschen erst einmal ein potentieller “Täter”. Siehe Statistik. Damit kann ich Leben. Ich passe im Prinzip in jedes Visier.

    Wir haben Verbrecher und Gesetze. Wir haben Menschen.

    Und genau da beginnt das Dilemma.

    Menschen die Gesetze erlassen und sie selber ständig brechen.

    Richter, Anwälte, Ärzte und mit großen “Oh…wie kann man nur..” die Kirche.

    Missbrauch in jeder Schicht unserer Gesellschaft.

    Bitte versteht mich nicht falsch.

    Ein Szenario der eigenen Hilflosigkeit.

    Mord, Totschlag, Missbrauch…all das wird niemals aufhören.

    Ich werde also folgendes machen. Das ganze Akzeptieren.

    Ich Resigniere dadurch aber nicht.

    Wer tatsächlich glaubt es würde sich dadurch ändern, das längst Gewusste neu aufzulegen und mit einer Portion Sensationsgeilheit zu “Beleben”, ist in meinen Augen ein Schwätzer und Lügner.

    Aber genau das brauchen wir um das Unfassbare zu verarbeiten.

    Das Beruhigt.

    Gruß von einer Lebensform die nicht zu berechnen und kontrollierbar ist.

    Comment by Carsten — Oktober 11, 2010 @ 7:00 pm

  53. Tja, RTL2 macht aber eben etwas dagegen.
    Ja, RTL2 polarisiert mal wieder, und es scheint auch nicht alles “so ganz echt” zu sein.
    Egal, das ist alles besser als das was SIE hier abgeben.
    SIE sollten lieber darübr nachdenken, wie SIE das denn besser machen WERDEN!?
    Und so lange SIE das nicht können, sollten Sie ihrer “journalistischen” Ehre nach kommen und bis dahin lieber nicht andere kritisieren.
    Alles was SIE können ist dagegen wettern – wahrscheinlich in der Hoffnung, dadurch ein paar mehr Klicks zu bekommen. Wo wir dann beim vergelich von Ihnen zu RTL2 wären.

    Sorry, aber hier hat dann RTL2 aus sich eines logischen Menschenverstandes gewonnen!

    Comment by Mario — Oktober 11, 2010 @ 7:26 pm

  54. Letztendlich geht es doch um das Gleiche wie schon früher:

    Gehe nicht mit Fremden, denn egal wie nett sie auch sind, sie könnten dir was Böses tun.

    Gut, inzwischen hat sich das Medium geändert, aber im Grunde ist es das Gleiche.
    Was diese Sendung jetzt eindrucksvoll zeigt ist: Was passiert wenn mein Kind doch mitgeht? Der Sinn dahinter wird Quote sein und vielleicht auch eine Arugmentation zu Vorratsdatenspeicherung etc.. Schön ist nur, dass das Internet ein neues Medium ist, das zum Glück viele Menschen nicht kennen die sich auch viel leichter in Panik versetzen lassen. Warum wird nicht dafür geworben die Kinder besser aufzuklären? Das gabs doch wie erwähnt früher auch!
    Aber es soll lieber die Gesetzespeitsche geschwungen werden, weil neuerdings ja der Staat für die eigenen Kinder verantwortlich ist und nicht man selbst als Elternteil.
    Da kommt jetzt der großartige Vorschlag schon den Versuch strafbar zu machen. Was ist denn ein Versuch? Wie kann man den nachweisen? Wann fängt er an und wann hört er auf? Soll ich meine Kinder zu einem Treffen ermutigen und die Polizei daneben stellen, in der Hoffung dass einer kommt? Oder reicht die Aussage des Kindes? Was passiert dann wenn diese Aussage nicht richtig ist und unschuldige an den öffentlichen Pranger gestellt werden, wie es viele hier fordern?
    Neue Gesetze würden aus meiner Sicht wenig verbessern und bessere Möglichkeiten zum Rufmord eröffnen.

    Comment by Michael — Oktober 11, 2010 @ 8:44 pm

  55. ich finde diese diskussion doch recht amüsant, besonders im hinblick des themas. missbrauch von kindern! unabhängig der umsetzung seitens rtl2 und der augenscheinlich nicht objektiven und nicht niveauvollen journalistisch-investigativen äußerungen der frau krafft-schöning ist das thema doch hochbrisant und es ist meiner ansicht nach notwendig die anonymität des internets, insbesondere bei strafrechtlich relevanten themen in den fokus der medialen öffentlichkeit zu rücken.
    und das hier wieder die internet-nerds aufschreien und angst vor der vorratsdatenspeicherung haben, scheint mir doch sehr lächerlich.
    insbesondere im zeitalter von studivz, facebook, payback-karten usw. ist eine staatliche vorratsdatenspeicherung, welche gesetzlich reglementiert und unter behördlicher aufsicht steht, wohl er das kleinere problem.
    aber die durch grundgesetz gegebenen rechte muss man ja präventiv erstmal gegen jedwede gesetzesnovelle verteidigen, ohne sinn und zweck des gesetzes in persönlichen verhältnis zur einschränkung der eigenen rechte zu setzen.

    und dann stuttgart 21 in verbindung mit kindesmißbrauch zu setzen scheint mir gipfel der lächerlichen diskussion zu sein.
    ohne eine wertung über sinn und unsinn des projekts zu äußern, musste ich doch sehr schmunzeln als die “armen” opfer der polizeilichen “aggressiven attacken” in schutz genommen wurden.
    frage ich mich bloß, warum ein durchschnittlich intelligenter und vorausschauender mensch weiter am ort des zu räumenden gebietes verweilt, obwohl sicher ist, dass die exekutive nach auflösung und mehrmaliger aufforderung das gebiet auch mit unmittelbaren zwang räumen wird. aber erst einmal da bleiben und weiter demonstrieren, obwohl zu diesem zeitpunkt das recht der demonstration für diesen speziellen ort und zeit nicht mehr gegeben ist.

    herr boie,

    nette kritik, die sie durch ansprechen detaillierter kontroversen des rtl2-formats sehr glaubwürdig gestalten konnten.
    nichtsdestotrotz sollte die ernsthaftigkeit des themas nicht zurücktreten, hinter der fehdeartige attacke gegen frau krafft-schöning.

    “Kein einziges der gestern auf RTL2 gezeigten Treffen [...] wäre zustande gekommen, wenn nicht eine Frau namens Beate Krafft-Schöning diese Männer im Netz als vermeintlich 13-jähriges Mädchen angelockt hätte.” (zitat boie)

    so sehr sie spekulationen seitens des psychologen kritisieren, erscheint mir diese aussage eher nicht empirisch belegbar zu sein.
    sicherlich kenne ich die kompletten chat-logs nicht, aber aus eigenen erfahrungen kann ich behaupten, dass solche chat-verläufe durchaus zu stande kommen, wenn keine “journalistin” am anderen ende steckt, die sich wortgewandt ausdrücken kann.

    das es zu straftaten gem. § 176ff vorwiegend im sozialen umfeld des opfers kommt, heißt nicht, dass alle anderen begehungsformen zu vernachlässigen sind. und wenn eine solche sendung zumindest durch kontroverse diskussionen anregen kann, die intelligente elite deutschlands dazu zu bewegen, effektive lösungen und ansätze zu finden, dann ist das ziel doch erreicht.

    das gewisse deliktsformen “ausgerottet” werden können, ist wohl eher utopisch und nicht erreichbar, aber jede verhinderte straftat bedeutet ein opfer mit den psychisch-sozialen folgen weniger. auch wenn prävention nicht statistisch belegt werden kann, so sollte dies doch höchstes ziel aller deutscher sein.

    just my 2 cents

    Comment by tim schmidt — Oktober 11, 2010 @ 10:43 pm

  56. …und am Ende stellt sich heraus. Alles gescriptet.

    Comment by MaPf — Oktober 12, 2010 @ 12:42 am

  57. Danke für diesen wirklich guten Beitrag @tim

    ich habe schon geglaubt, unserer Gesellschaft ist es wichtiger wie wir öffentlich da stehen, als das Wohl unserer Kinder.

    Über das Format der Sendung kann man sicher streiten, ich wage zu behaupten, liefe es im gleichen Format im ZDF hätte es für viele einen “seriösen” Rahmen, letztendlich gehts aber um traurige Tatsachen, die sich tagtäglich im Netz finden.

    Nun ich wünsche allen Eltern, die sich hier abends beteiligen und ihre Kids vom PC plaziert haben eine gute Nacht und angenehme Träume…….

    Comment by Leuchte — Oktober 12, 2010 @ 12:46 am

  58. Ich bin als Vater eines zwölfjährigen Sohnes aktuell leider betroffen und möchte daher meine Sicht der Dinge schildern.

    Besonders schlimm an der ganzen Debatte finde ich, dass so viel durcheinandergeworfen wird. Missbrauch, Grooming, Kinderpornographie…das sind alles sehr verschiedene Dinge.

    Missbrauch: findet vorwiegend im familiären Umfeld statt und entzieht sich somit der in der Reportage angesprochenen Thematik. Man kann Kindern das böse Internet verbieten und ihnen untersagen, alleine durch Straßen zu gehen. Aber wie will man sie vor der eigenen Verwandtschaft schützen? Da ist eine Erziehung, die Wert auf ein starkes Selbstbewusstsein und frühe Aufklärung legt, viel effektiver.
    Grooming: findet mit fremden, anonymen Personen statt. Aus dem Chat resultierende Treffen sind m.E. extrem selten. Das viel größere Problem sind Webcam-Chats, in denen Kinder aufgefordert werden, sich auszuziehen etc. Hier sind Eltern und Lehrer gefragt, die schon früh eine gute Computererziehung leisten müssen.
    Kinderpornographie: lt. diversen investigativ arbeitenden Juristen und Szenekennern (siehe lawblog) ist über 90% des im Internet umherschwirrenden Materials steinalt. Neue Produktionen (mich schüttelt es innerlich, dieses Wort benutzen zu müssen) sind i.d.R. Amateuraufnahmen und dienen zu keinem Zeitpunkt der angeblich so gigantischen Kipo-Industrie. Ein Phantom. Ist ja auch irgendwie klar. Wer kauft freiwillig mit Kreditkarte und co. Sachen, die man auch mit wenigen Sekunden google umsonst bekommt? (ich beziehe mich nach wie vor auf die Infos des lawblog, nur zur Info…)

    Alles in allem ist Tatort Internet somit reine Panikmacherei. Internet-Grooming ist mit Sicherheit nicht das größte Problem beim Thema Kindesmissbrauch, die Situation ist in den letzten Jahren nicht schlimmer geworden und das Internet hat zwar für leichteren Zugang zu verbotenen Materialien gesorgt, jedoch nicht für mehr Missbrauch als solchen. Das Argument, Kinderpornographie generiere neuen Missbrauch, da die “Kunden” Nachschub wünschten, ist eine Propagandalüge der Zensurfreunde innerhalb des politischen Spektrums.

    Es bleibt also dabei: Kindesmissbrauch findet meist in der Familie statt und kann somit von außen kaum verhindert werden. Und es ist auch gut, dass man jetzt nicht jeden Vater/Onkel/Bruder potenziell verdächtigt, um möglicherweise Kinder retten zu können. Eine auf Vertrauen aufgebaute Familie ist wichtig und sollte nicht aus Paranoia zerstört werden. Wohin das führt, sieht man in den USA. Da werden Väter angezeigt, weil sie mit ihren Töchtern und Söhnen zusammen in der Badewanne sitzen.

    Der einzig wirksame Schutz gegen Missbrauch sind gesunde, selbstbewusst und aufgeklärt erzogene Kinder, die genau wissen, was für sie in Ordnung ist und was nicht. Und da sollte man sich nicht täuschen. Die meisten fälschlicherweise für “unschuldig” und “naiv” gehaltenen Kinder wissen das sehr wohl, wenn man es ihnen nur zutraut. Im Falle meines Sohnes hat der seinem potenziellen Peiniger (=Sportlehrer) jedenfalls wortwörtlich gesagt, er solle es doch lieber mit “Schwuchteln” in seinem Alter versuchen. Politisch nicht ganz korrekt, aber wohl effektiv. Suspendiert wurde der Lehrer freilich trotzdem.

    Comment by jan soo hoo — Oktober 12, 2010 @ 2:20 am

  59. [...] ist es in hohem Maße unverantwortlich, bei einem Format wie “Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder” auf gescriptete Beispiele zu verzichten und dem aufgehetzten Mob offenbar leicht recherchierbare [...]

    Pingback by Tatort Internet: Erster “Täter” geoutet? : netzpolitik.org — Oktober 12, 2010 @ 10:34 am

  60. Als Kind trat ich in ein Leben ein, von dem ich nicht dachte, daß es möglich war. Niemals dachte ich an ein solches Leben. Ein solches Gegen-Leben. Ich hielt es für ausgeschlossen. Der Feind saß jeden Tag mir gegenüber. Entweder in der Küche, auf einem blaßblauen Küchenstuhl. Oder im Eßzimmer, auf der Eckbank. Obwohl ich ebenfalls saß, schwankte ich. Ihm gegenüber schwankte ich. Ich blutete noch ein wenig. Von den Schlägen mit dem schwarzen Gummiknüppel. Auch von den nächtlichen Besuchen, deren Gastgeber ich war. Erweckt. Bebend. Verwirrt. Überwältigt. Einer Not gehorchend, die ich nicht erfaßte. Doch ohne es zu verhindern. Da waren Gefühle. Glücksgefühle. Auch Erregung. Und Angst, glaube ich. Ein Aufbäumen gegen die Last des säuischen Reiters, der an mir haftete. Und, ich wage es kaum auszusprechen: Liebe. Unüberwindbare Liebe, die sich meiner wie ein Virus bemächtigte. Meines Körpers und meines Atems. Meines Herzens und meiner Sprache. Die unentwegte Tötung und Wiederbelebung von Mund zu Mund. Und von Mund zu Schwanz. In einer erlaubten Beziehung. An die ich mich klammerte. Um dem Bedrücker und seinem Begehren zu entkommen, wäre etwas nötig gewesen, das ich nicht hatte. Oder das da war, aber stumm blieb. Ein Wort wäre nötig gewesen. Und dieses Wort hätte sprechen müssen. Der durch dieses fremde und markerschütternde Begehren sonderbar gewordene Kinderkörper hätte sprechen müssen. Bevor dieser Abfall der Liebe auf ewig in ihn eingeschrieben wurde. Als geheime Erinnerungsspuren und deformierte Körperstücke, die ständig plagen, weil sie weder dem Gedächtnis entgehen, noch dem Vergessen entkommen. Der Körper des Kindes hätte sprechen müssen. Fieberhaft und ungestüm. Oder langsam und stockend. Damit diese Abwandlung der Geschichte der Liebe als ihr umgekehrtes Abbild hätte hörbar werden können.

    (nach Absprache gekürzt – Boie)

    © RW; aus: Stigmata, Mai 2010

    Comment by Richard Wolf — Oktober 12, 2010 @ 11:03 am

  61. Trotzdem, dass Stern Medienpartner ist hat Bernd Gämbler (tv-kritiker beim Stern) einen hervorragenden Kommentar zu dieser Sendung und der Rolle von Frau “Enkelin und Gattin von und zu drüberhinweg” verfasst:

    http://www.stern.de/kultur/tv/stephanie-zu-guttenberg-am-tatort-internet-der-schutzengel-der-schwachen-1612568.html#utm_source=standard&utm_medium=twitter&utm_campaign=sternde

    Comment by bla — Oktober 12, 2010 @ 4:19 pm

  62. bin gerade erst über diverse blogs auf die sendung aufmerksam geworden und finde sie allein vom hören-sagen schon widerlich.
    wollte mir nun selbst ein bild machen – und bin angesichts des themas doch etwas irritiert von dem fetten “it’s fun”-claim unter dem rtl-logo..

    Comment by jen — Oktober 12, 2010 @ 11:20 pm

  63. Tut mir leid; aber wenn ich sehe dass sich hier alle sietzen, vergeht mir die Lust am Kommentare lesen.

    Comment by Christian — Oktober 13, 2010 @ 12:48 am

  64. guten abend. ich hab mir jetzt nicht jeden einzelnen beitrag durchgelesen. aber bei diesem thema möchte ich mich auch beteiligen.
    egal auf welchem wege, müssen solche täter gestopt werden. ob mit schlechter TV-Sendung oder anderen möglichkeiten. mir plazt der kragen, wenn ich solche beiträge lese die versuchen menschen steine in den weg zu legen oder gar zu kritisieren, die dieses thema behandeln. egal mit welchen mitteln. gerne wüßte ich von euch, kritikern und den “tollen journalisten”, ob ihr immer noch den gleichen text schreiben würdet, wenn ihr nach der arbeit nach hause kommt und euer 13-jähriges kind mit einem fremden, oder schlimmer, nacktem erwachsenen allein im haus findet!!!!!

    wir sollten uns mal alle überlgen ob es nicht vernümpfitger ist gemeinsam gegen diese täter vorzugehen. statt dessen will jeder journalist seinen job machen und schreibt kritiken, weil diese sich besser verkaufen. dies ist mal eins der besten beispiele, warum die zeitungen diesen schlechten ruf haben!

    Comment by Andreas — Oktober 13, 2010 @ 7:25 pm

  65. Ein hervorragender Artikel, der die Scheinheiligkeit der Sendung (und der daran beteiligten) sehr gut erfasst hat!

    Dass bei dem Thema “kleine Kinder” (genauso wie beim Thema “süße Hundebays”) viele Menschen offenbar komplett ihre Kritikfähigkeit verlieren und in den Steinzeitmodus zurückfallen, bei dem das komplette Großhirn ausgeschaltet wird und es nur noch SCHWARZ/WEISS gibt und nichts dazwischen, ist offenbar ein weit verbreitetes Phänomen. Dies wird dann natürlich noch durch die Propaganda-Schlacht der begleitenden Bild-Schlagzeilen unterstüzt, die gezielt Falschinformationen verbreiten.

    Eine kurze Anmerkung noch zum Artikel: Im Artikel steht “Mandy, ein kindliches Opfer sexuellen Missbrauchs”. Bei Mandy handelte es sich allerdings nicht um eine Opfer von Missbrauch, sondern um ein Opfer eines Stalkers, der sie wohl auch mit Bildern die sie ihm geschickt hatte zu erpressen versuchte. Das sollte man doch klar unterscheiden, da sie sich ja nie mit dem Täter getroffen hat, sonder der Kontakt in erster Linie am Handy per SMS erfolgte, somit hier also faktisch eine seuxelle Belästigung vorlag.

    Comment by Karin Ebert — Oktober 17, 2010 @ 2:02 pm

  66. 1. Wer gewinnt durch den Hype um das Format?

    RTL2, deren Name durch alle Munde geht. Ich glaube, dort ist es egal, ob ein “hochbrisantes” Thema angesprochen wird oder nicht. Man hat einfach mal wieder ein Verkaufsformat gefunden, dass Zahlen bringt.

    Heute werbefrei, in der nächsten Sendung vielleicht schon mit Werbeblöcken wird ein solch wichtiges Thema “ausgeschlachtet”. Das was bei RTL2 zum Jahrensende mehr zählt als die verhinderten Straftaten ist das Geld in den Kassen, und so wird auch die Sendung aufgebaut.

    Da lobe ich mir gehaltvolle Reportagen anderer Sender, wo wenistens mit einem wissenschaftlichen Ansatz an das Thema gegangen wird.

    2. Muss ich sagen, ich finde es hocherschreckend, dass diese Personen wahrlich “angelockt” werden, um dann in Lebensbereichen, die jeder Nachbar/Anwohner erkennent, angeblich “unkenntlich” gezeigt werden.

    Die Grauenhaftigkeit dieser Verbrechen, die diese Personen wohl begehen hätten können und wohl auch hätten, in allen Ehren, aber hier geht man zu weit.

    Wie weit sind wir von einem Format entfernt, wo die Menschen soweit durch die mediale Inszenierung verurteilt werden, dass sie sich danach fürchten müssen, Opfer von Straftaten zu werden? Von “kleinen Sachbeschädigungen am Fahrzeug” über die “Beleidigung und öffentliche Missbilligung” bis hin zur “Körperverletzung”? Bei so vielen Zuschauern erreicht man immer einen querdenkenden Kopf, der sich in der Illusion etwas “Gutes”, etwas “Richtiges” zu tun zu so etwas hinreißen lässt.

    Ab wo beginnt das (indirekte) Anstiften zu Straftaten?

    Comment by Steffen — Oktober 17, 2010 @ 9:15 pm

  67. [...] http://blogs.sueddeutsche.de/schaltzentrale/2010/10/08/medialer-missbrauch/ [...]

    Pingback by RTL2 Tatort Internet-schützt endlich unsere Kinder 2 Christlove Blog — Oktober 18, 2010 @ 8:47 am

  68. ich kann mich ebenfalls nicht mit den Formaten von RTL II anfreunden, zu proll-lastig trifft es schon. Sei es drum. Als Vater von zwei kleinen Mädels, die hoffentlich nie mit diesem Thema konfrontiert werden finde ich diese Sendung korrekt. Über Stil, Beleuchtung etc. braucht man dann nicht mehr zu diskutieren, wenn man bei der Ansicht der Beiträge dieses beschissene Gefühl in sich aufsteigen merkt, dass das seine eigenen Kids sein könnten. Und dann möchte ich nicht mit den hier bloggenden Nicht-Eltern und Besserwissern diskutieren, ob die Musik zu dramatisch, das Licht zu grell oder die Wortbeiträge zu reißerisch sind.

    Und Respekt kann ich einem der-Neigung-nicht-nachgehenden Nicht-/Fast-Triebtäter ebenfalls nicht zollen. Durch diesen Trieb werden Kinderleben ausgelöscht. Die, die sich am wenigsten wehren können verstört. Ein “schuldigung, ich hab mich leider nicht im Griff gehabt” kann da nicht ausreichend sein. Und im Ernst: was ist eine abgebrochener Kinderschänder-Autospiegel gegen ein nicht mehr lachendes Kind ?! Und noch weiter: ja natürlich anlocken und zur Strecke bringen ! Eine Polizei hat in unserem Rechtsstaat (leider) erst dann eine Handhabe, wenn etwas passiert, es also zu spät ist. Also, anlocken und Schocksituation ! Perfekt ! Wenn alles nur ohne Konsequenzen bleibt (das wissen wir aus dem Tierreich, dem Kindergarten oder der Arbeitswelt), wird nicht gelernt.

    RTL II, bitte weiter machen !!

    Comment by Horst — Oktober 18, 2010 @ 2:31 pm

  69. Und sowas wie Leyen und Guttenberg nennen sich “Christen”!

    Aber soweit ich weiss, ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft gegen diese “Journalistin”, dem Langer (oder wie der heisst) und auch gegen Guttenberg. Ich bin mir sicher, ein paar Jahre Knast wird diesem Hetzertrio gut tun!

    Comment by Sixtus — Oktober 18, 2010 @ 10:34 pm

  70. Hallo Deutschland aufwachen,

    diese Art von Journalismus ist Branchen und Themenübergreifend allgegenwärtig.
    Und das betrifft nicht nur RTL2 sondern ebenfalls ARD/ZDF … oder hat sich schon mal jemand überlegt wie diese tollen Verbrauchertests bei “Die Reporter” produziert werden.

    Da empfinde ich dieses Thema noch wirklich interessant. Nicht ur die unkreativen Pädo´s bekommen eine Anleitung, sondern eben auch Eltern die das Chatten Ihrer Kinder vollkommen unterschätzen!

    Diese Art von Kritiken haben für mich den Hintergrund,dass ja alles was erfolgreich ist zerrissen werden muss um sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

    Da könnte einem echt schlecht werden!

    Comment by Joachim — Oktober 19, 2010 @ 10:05 am

  71. @68 Horst
    [...]Und Respekt kann ich einem der-Neigung-nicht-nachgehenden Nicht-/Fast-Triebtäter ebenfalls nicht zollen.
    [...]
    ja natürlich anlocken und zur Strecke bringen !
    [...]

    Solche Leute wie Dich, würde ich zu gerne mit einem Penis-Plethysmographen testen und bei positiven Ergebnis wäre ich dann auf die Reaktion von Dir gespannt….

    Würden die Lockvögel Kinder im Alter von 9/10 Jahren spielen, d.h. dass ausgegangen werden kann, dass es sich um Personen vor der Pubertät handelt, könnte man (bis auf die reißerische Aufmachung) der Sendung etwas abgewinnen. Mit einem 13-Jährigen Lockvogel, wo man davon ausgehen kann, dass sich diese Person in der Sturm- und Drang-Phase befindet (Pubertät), möchte ich es nicht ausschließen, dass sich da auch Personen finden die probieren wie weit sie eine ältere Person reizen können.
    Zu den Treffen…..mich würde interessieren wie weit da von den älteren Personen auch Neugier mit im Spiel war, einfach zu sehen wer als 13-Jährige schon so drauf ist, dass sie sich mit einem Älteren treffen möchte.
    Nun liegt zwar das Schutzalter bei 14 Jahren, bloß sollte man sich in Erinnerung rufen, dass im Bezug auf sexuelle Kontakte ab 14 der §182 Abs. 3 maßgeblich ist d.h. zum einen ist dies dann ein Antragsdelikt und zum anderen ist ein sex. Kontakt zu einer Person über 21 nur dann strafbar, wenn die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt wird d.h. eine 14-Jährige kann mit einer über 21-Jährigen Person einvernehmlich Sex haben, solange obiges nicht der Fall ist und 13 Jahre ist von dieser teilweisen sexuellen Mündigkeit nicht allzu weit entfernt.

    bombjack

    Comment by bombjack — Oktober 19, 2010 @ 12:30 pm

  72. In der gestrigen Sendung (18.10.) wurde die Aussage eines heute etwa 14-jährigen jungen Mädchens gezeigt, die als 11-jährige genötigt wurde sich vor Webcam auszuziehen. Dieses Mädchen wurde überhaupt nicht anonymisiert sondern sprach neben ihrer Mutter und Schwester ganz offen in die Kamera. Obwohl (obwohl!) sie deutlich gesagt hat, dass sie eingentlich gar nicht mehr darüber reden wolle.

    Klar, ein Opfer hat an sich nichts zu verbergen. Trotzdem kann aber die Folge eines solchen Outings sein, dass man im Freundeskreis, Schule etc. gehänselt, weiter belästigt (“mit der kann man das machen”), oder auch bemitleidet wird. Solche Bemitleidungen erinnern aber das Kind ständig daran, dass es Opfer ist. Manfred Karremann hat in seinem Buch (“Es geschieht am hellichten Tag”) ausdrücklich vor solchen Opferstigmatisierungen gewarnt. Auch davor, dass Mitleidsäußerungen oder ständige (gut gemeinte) Gesprächsangebote für das Opfer sehr negative Konsequenzen für die Tatverarbeitung haben können, weil das zu sogenannten Flashbacks führen kann, in dem das Opfer immer wieder die Tat durchlebt. Deswegen werde auch in der Justiz ein Kind nach Möglichkeit nur ein einziges Mal zur Tat befragt.

    Das Mädchen aus dem Fernsehen wird damit aber nun evtl. ständig konfrontiert. Ich kann eigentlich nur hoffen, dass auch dieses Mädchen eine Schauspielerin war. Dann wäre es aber ein unterirdisch schlechter Journalismus, darauf nicht auch hinzuweisen. Von daher war das Mädchen wohl wirklich ein reales Opfer.

    In meinen Augen ist die öffentliche Vorführung des Mädchens ein erneuter Kindesmißbrauch durch RTL-2. Unglaublich.

    Comment by MH — Oktober 19, 2010 @ 1:02 pm

  73. Ach noch was: es kann auch sein, dass das Mädchen für ihren Mut der Darstellung in der Schule zu so einer Art Heldin wird. Dann gilt das ganze womöglich irgendwann als cool und andere Kinder machen das dann nach, weil sie auch so toll mutig sein wollen.

    Denken diese RTL-2 Typen auch nur 2 Zentimeter über ihre Einschaltquote hinaus?

    Comment by MH — Oktober 19, 2010 @ 1:05 pm

  74. Gibt es eigentlich bei den Sendern heute kein Gremium mehr, dass die Sendungen absegnen muss? Wer sitzt da? Auf RTL2 läuft viel Mist, aber dass es schon in Straftaten außarten kann…

    Comment by Schwertransport — Oktober 19, 2010 @ 5:04 pm

  75. Ich habe die Sendung am Montag gesehen. Schon die Tatsache, dass sie direkt nach Extrem Schön kommt, lässt ihren Inhalt sehr zweifelhaft erscheinen. Und siehe da. Nachdem sich die überaus selbstgerecht wirkende “Journalistin” Krafft-Schöning ordentlich in den Vordergrund gespielt hat, werden 2 Täter überführt. Täter, die genau wissen, eine Straftat geplant und vielleicht schon früher etliche begangen zu haben. Täter, die nichts Besseres zu tun haben, als dem Kamerateam weitere “Beweise” in die Hand zu geben? Indem sie ihm das abgedunkelte Auto zeigen, die Kondompackung, die drapierten Kissen, den Eintrag im Navigationsgerät? Täter, die jedem Redakteur eines ihrer mindestens 4 Mobiltelefone in die Hand drücken, in denen Namen + Alter von zu verführenden oder bereits verführten Minderjährigen gespeichert sind? Wer macht sowas? Wie realistisch ist das? Würde man nicht vielmehr eher das Weite suchen, anstatt sich freiwillig der Medienhetze preiszugeben und sich mit zusätzlichen Beweisen selbst zu belasten?
    Sind diese Pädophilen überhaupt real? Oder basiert die Sendung auf Scripted Reality, wie so viele Sendungen auf RTL und RTL II?

    Nur mal ein paar Fragen am Rande, die irgendwie noch niemand aufgeworfen hat, weil alles was hier passiert, für bare Münze genommen wird. Und das, obwohl die Sendung auf RTL II läuft…

    Comment by Ruebe — Oktober 20, 2010 @ 11:28 am

  76. Skripted Reality ist das nicht, wie der Fall des enttarnten Kinderdorf-Leiters zeigt (der meines Wissen nach immer noch vermißt wird).

    Dass sich die gezeigten Männer so verhalten, liegt natürlich daran, dass sie durch das plötzliche Auftreten des kamerateams vollkommen überrumpelt sind. Außerdem scheint das Auftreten des Teams bewußt den Eindruck zu erwecken, es handele sich um polizeiliche Ermittlungsbeamten. Das wird auch dem Zuschauer suggeriert, wenn man betont, dass immer 2 “Sicherheitskräfte” anwesend seien. Wobei eben Sicherheitskräfte keine Polizeikräfte, sondern eher schwarze Sheriffs sind (die ja auch oft unter zweifelhaftem Ruf stehen).

    Man mag die Männer an sich verachten, aber trotzdem stehen ihnen wie jedem Straftäter die prozessualen Rechte zu, wie z.B. Aussageverweigerung etc. Außerdem lässt man absichtlich nicht zu, dass die Personen evtl. von ihrem Vorhaben abstand nehmen, zb wie sie darauf reagieren, wenn das Schein-kind plötzlich nicht mehr will oder deutlich Angst oder Ekel zeigt. Erhöhen sie dann den Druck? Wenden sie gar Gewalt an? Oder sagen sie, ok, dann lass ich das lieber. Womit sie dann doch noch Anstand und Gewissen zeigen. An manchen Stellen im Gespräch hat man eher den Eindruck das vermeintliche Opfer drängt die Täter. Es wirkt auf mich eher wie ein Anbahnunsgespräch zwischen Prostituierter und Freier. In Bezug auf Kindesmißbrauch ist sowas doch komplett unrealistisch.

    Comment by MH — Oktober 20, 2010 @ 2:05 pm

  77. Wozu soll die Sendung denn letztendlich dienen? Den Kindern hilft sie nicht, den Erwachsenen auch nicht…also nur ein Quotenbringer? Mal schauen, wie lange sich solch ein Format im TV hält.

    Comment by Werbeagentur — Oktober 22, 2010 @ 12:07 pm

  78. Ich glaube das Frau von Guttenberg und Ihre Mitstreiterves aufrichtig ernst meient uns alle vor diesen Gefahren für unsere Kinder zu warnen. Die Verantwortlichen von RTL II usw. werden ihr auch schon gut zugeredet haben.
    Die ganze Sendung wirkt in der Tat sehr gekünstelt und oft gestellt…und dennoch : Diese Sendung hat mit Sicherheit viele aufgerüttelt und klargemacht wie es heutzutage zugeht, auch und gerade mit mit Hilfe des Internets.

    Und das ist doch wichtig, wo sonst ist denn in letzter Zeit über diese Gefahren berichtet worden, TV-Sendungen über Integrationsprobleme hin und her, aber solange Kinderschänder tun und lassen können was sie wollen und KInderschänder ins Ausland fahren und Kinder schänden, dann schaue ich mir lieber solche Sendungen wie in RTL II an und ziehe für mich die richtigen Schlüsse und hoffe auch andere, z.B. im Kindergarten unserer kleinen Tochter, für dieses Thema zu sensibilisieren.

    Im Übrigen finde ich es schade dass sich Frau zu Guttenberg ausgerechnet von der BILD so promoten lässt, einerseits warnt die Zeitung vor den Gefahren denen unsere Kinder ungeschützt im Internet ausgesetzt sind und nach nur 2 mal weiter nach unten scrollen und 1 x klicken ist man in der Porno-Abteilung der Moralwächter, z.B. heute: Darf ich eine Frau vor der Beziehung „sextesten“? Und noch vieles mehr zum Thema Sex. Nicht falsch verstehen, ist ja ok, aber leider im ´´Klickbereich´´ für Kinder. Im Übrigen finde ich es auch sehr traurig dass es immer nur um die ´´Rechte, Würde´´ der Kinderschänder geht, die Opfer, unsere Kinder !! aber nur am Rande bedauert werden..das ist der eigentliche Skandal … nicht die Sendung auf RTL II…

    RAY !!

    Comment by RAY !! — Oktober 26, 2010 @ 12:31 am

  79. Der Vollständigkeit halber eine kleine Nebenbemerkung von mir: es gibt – wie RTL2 und P-Steffi fleissig suggerieren – nicht nur männliche Pädophile bzw. Täter sondern auch weibliche. Die werden nur immer vergessen bzw. fallen nicht so auf. Es sollen meines Wissens nach immerhin so um die 10% sein…. Just for Info und zur Anregung der Diskussion ;-)

    Comment by Guppy — Oktober 26, 2010 @ 1:50 am

  80. @Guppy: klar. Frauen haben keinen Sex-o-meter in der Hose, der ihre sexuelle erregung verrät. Deswegen können sie ihre Gefühle viel leichter verstecken und Betatschungen von Kindern eben als mütterliche Fürsorge tarnen.

    @RAY: Es geht nicht “immer nur um die Recht und Würde der Kinderschänder”. Im Gegenteil. Ginge es um die Masse der Öffentlichkeit, würden diese Leute allesamt gelyncht. Selbst im Gefängnis werden diese Leute von Mitgefangen, die selbst keine Waisenknaben sind, als Abschaum behandelt, angegriffen. Es gab auch in jüngster zeit auch mitten in Deutschland mehrfach schon tätliche und tödliche Angriffe auf Pädophile, bzw. Leute die man dafür gehalten hat.

    Man muss also sehr wohl auch auf die Rechte dieser Menschen hinweisen, die oft für ihre Neigung nichts können. Zum anderen schadet man mit zu hartem und undifferenziertem Vogehen auch den Kindern: der Druck, den man den Tätern gegenüber macht, geben diese nämlich ungefiltert nach unten an ihre Opfer weiter. Warum setzen die Täter die Kinder nach der Tat denn so stark unter Druck bloß nichts zu sagen? Werden die Täter gnadenlos behandelt, behandeln die Täter die Opfer um so gnadenloser.

    Es ist z.B. auch schon untersucht worden, dass die Todesstrafe nur bedingt abschreckt, gleichzeitig die Täter bei der Tat aber verrohen lässt, weil diese nichts zu verlieren haben.

    Aber offensichtlich brauchen manche Menschen immer eine Untermenschengattung, auf die sie ungestraft einprügeln dürfen.

    Comment by MH — Oktober 26, 2010 @ 12:07 pm

  81. Auf diese Form von Journalismus trifft man nicht nur auf dem vielgscholtenen RTL2 oder in der Bild-Zeitung. Auch auf Arte wurde mir in einer Reportage ausführlichst gezeigt, wie und wo ich mir Sex mit Kindern kaufen kann. Der Journalist ging soweit, natürlich als verdeckter Ermittler im Auftrag des Guten, einen Vater zu überreden ihm sein Kind mitzugeben. Das war in einem armen Land, in dem die Menschen einiges in Kauf nehmen, nur um zu Überleben. Danach gab man sich schockiert und hat wohl allen Ernstes gegelaubt, was Gutes herausgefunden und gezeigt zu haben.

    Aber wie gesagt, es lief auf Arte. Nicht RTL2.

    Comment by David — Oktober 27, 2010 @ 11:16 am

  82. kleine anmerkung zur rechtslage:

    das gezeigte verhalten ist nur deshalb nicht strafbar, weil die vermeintlichen “opfer” keine minderjährigen sind, sondern erwachsene lockvögel. insofern hat rtl II recht, wenn sie sich darauf berufen, es wären keine straftaten passiert, die sie hätten anzeigen müssen.

    entsprechendes verhalten gegenüber tatsächlich minderjährigen ist dagegen auch nach derzeitiger rechtslage strafbar. und das sollte auch nagel bekannt sein.

    Comment by pou — Oktober 29, 2010 @ 12:31 pm

  83. diese “Journalistin” (heutzutage kann sich wahrscheinlich jeder so nennen)hat mich mit ihrem Auftreten sehr an die Staatsanwälte in Diktaturen erinnert.
    Gott rette uns von dieser Art von Journalismus.
    Wenn sich Frau Guttenberg mit solchen Gestalten zusammen tut,
    kann sie sich nicht wundern, dass sie der Sache mehr schadet als nützt.

    Comment by Heidrun — November 18, 2010 @ 1:35 am

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