Operation “Sichere Straßen” (Gangs #11)

Habe also Gangster getroffen, bin in Gerichten rumgesessen, habe mir Compton und viele andere von massiver Gangkriminalität geplagte Orte angeschaut, Akten und Statistiken gewälzt und die Leichen der Mörder und ihrer Opfer in der Leichenhalle besucht.
Zeit, mal zu schauen, was eigentlich die Gegenseite der Gangster auf der Straße macht. In Los Angeles gibt es neben der Polizei von Los Angeles (LAPD), die -etwas vereinfacht gesagt- für das Stadtgebiet zuständig ist, noch das Los Angeles Sheriff’s Departement (LASD). Die Untergeordneten von Sheriff Leroy D. Baca patrouillieren in jenen an Los Angeles angrenzenden Bereichen, die keine eigenen Polizei haben, so wie außerhalb dessen, was man in Deutschland wohl “geschlossene Ortschaft” nennen würde. Dazu zählen auch Orte wie Compton und Florence Firestone.
Die Sheriff’s Deputies haben vielschichtige Strategien gegen Gangkriminalitä entwickelt. Auf der Straße sind das vor allem große Operationen, nächtliche Jagd-Streifen auf Gangmitglieder und investigative Ermittlungen im Milieu. Wenn man da als Journalist mal dabei sein will, dann geht das zwar klar. Aber es dauert ein bisschen, bis alles organisiert ist.

Eine große Operation in Zussamenarbeit mit der LAPD, Bewährungshelfern, der Polizei von Pasadena und den Bundesbeamten vom FBI fand vergangene Woche im Morgengrauen in der kleinen Stadt Pasadena statt. Um sechs Uhr trafen sich 250 Beamten, um in einzelne Teams eingeteilt verurteilte Mitglieder der Blood-Gang Pasadena Denver Lanes (PDL) bei der Einhaltung ihrer Bewährungsauflagen zu überprüfen. Gleichzeitig sollten flüchtige Gangmitglieder festgenommen werden, Häuser durchsucht und Waffen ermittelt werden.
Polizisten von Swat Teams stehen lässigt vor ihren schwarzen Panzerwagen. Sie werden den Tag über allen Teams zur Verfügung stehen, falls es zu gröberen Schießereien kommen sollte. Die Hundeführer sind in ihren großen Chevrolet Suburbans gekommen. Hunderte Black’n'whites, klassische Polizeiautos also, stehen auf dem Parkplatz am Rande des Rose Bowl Stadiums. Jedes Team besteht aus einem Leiter, zwei Hundeführern mit je einem Hund, einem oder zwei Bewährungshelfern, die die Personendaten der Gangmitglieder dabei haben und mehreren einfachen Beamten. Alle Beteiligten sind mindestens mit einer neun Millimeter-Handfeuerwaffe bewaffnet. Der eine oder andere trägt allerdings noch eine Maschinenpistole oder eine Shotgun mit sich herum. (In und an fast allen kalifornischen Polizeiautos und Motorrädern ist eine Shotgun vorhanden.)
Ich bin beim Team von Sergeant Mike Trujillo mitgefahren, der eigentlich mit seiner Einheit in Florence-Firestone in der Nähe Comptons stationiert ist. Der Sergeant ließ drei Häuser durchsuchen. Was dabei passierte, steht in den nächsten Texten.
Gegen Mittag treffen sich die Teams dann wieder auf dem Parkplatz. Dort stehen die fahrbaren Kommandozentralen des Sheriffs und der Polizei von Pasadena.

Kurzer Nachrichten-Artikel von mir zur selben Aktion bei der Los Angeles Times online. Sheriffs und Polizei und FBI und überhaupt. Verwirrt? Gute Erklärung hier. I met the Deputy, but I didn’t meet the Sheriff: Ränge bei der amerikanischen Polizei (wiki – en).
Ich arbeite derzeit für zwei Monate bei der
. Während dieser Zeit recherchiere ich im Umfeld von Gangs in Los Angeles. Dieser Text ist Teil einer öffentlichen Dokumentation der Recherche. Alle Texte der Serie können hier gefunden werden.
Fotos: Al Seib, Los Angeles Times
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