Spin und Gegen-Spin: Verschwörung um Horst Köhlers Rücktritt
Haben wirklich die Blogger, die dauerhaft auf jenes Interview hinwiesen, das Köhler Kritik einbrachte, den Bundespräsidenten gestürzt? Nein, Köhler ging wegen dem Spiegel-Stück von Sonntag/Montag (“Horst Lübke”), auch wegen den Texten der Faz und wohl auch wegen der Themenseite der SZ vom Wochenende (Seite 2). Aber: Es ist der Verdienst der Blogger, der Zuhörer und der Leserbriefschreiber, dass das Thema in den großen Medien hochgekocht wurde. Denn die – wir – haben länger gebraucht als gewöhnlich. Das Interview war versendet. Verschwörungstheorien sind in dem Zusammenhang aber Unsinn.
Jonas Schaible hatte über Pfingsten ein Interview mit Bundespräsident Horst Köhler in Deutschlandradio Kultur gehört. Wie viele andere Blogger wunderte sich der Tübinger Student, dass die entsprechenden Passagen bis dahin kaum Widerhall in anderen Medien auslösten.
Er schrieb einen Text in seinem Blog beim-wort-genommen.de und hakte per E-Mail nach: Bei den Online-Redaktionen von Zeit, Frankfurter Allgemeine, taz, Frankfurter Rundschau, Spiegel, Welt und Süddeutsche Zeitung, sowie bei den Nachrichtenagenturen dpa und ddp. Auch zahlreiche andere Hörer des Interviews schrieben unabhängig von dem Tübinger an Redaktionen, zum Teil mit aggressiven Forderungen: „Strafanzeige gegen Köhler!“
In der Folge berichteten immer mehr Medien. Am Montag Tag trat Köhler zurück.
Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen: Man saß gemeinsam im Flugzeug, die Turbinen waren sehr laut, die Reise sehr lang, aber der Bundespräsident war konzentriert, sein Sprecher hörte ihm zu. So erinnert sich der Journalist Christopher Ricke, der Köhler interviewte. Ricke hat seine Aufnahme in der Nacht zum Pfingstsamstag (22. Mai) im Berliner Funkhaus abgegeben. Das Interview wurde am Morgen darauf in zwei Versionen gesendet: einmal im Deutschlandradio Kultur aus Berlin, einmal im Schwesterprogramm Deutschlandfunk aus Köln. Lediglich die Variante für das Kulturprogramm enthielt die umstrittenen Passagen.
Doch nur die weniger brisante Fassung aus Köln stellte der Sender zunächst online. Deshalb unterstellten Verschwörungstheoretiker unter den Bloggern dem Kölner Nachrichtenstudio, Köhler schützen zu wollen, obwohl sowohlbeide Programme in den Nachrichten die heiklen Text-Abschnitte aus Berlin sendeten. Bei Holgi heißt es dazu, das Deutschlandradio habe das Interview wohl um die entsprechenden Passagen gekürzt.¹ Bei Fefe wird daraus dann ein “nachträglich gekürzt”. Das ist nicht nur eine Unterstellung, sondern auch falsch. Aber es klingt natürlich aufregender als die schlichte Wahrheit. Für diese Wahrheit spricht auch, dass die Rohaufnahme des Interviews längst (editiert) vollständig auf der Seite der Sender steht.
Dietmar Böttcher, Sprecher des Deutschlandradios erklärt: „Der Kollege beim Deutschlandfunk, der das Band bearbeitet hat, erkannte wohl die Brisanz nicht. Der hat einfach nur schnell gekürzt.“ Der Sender reagierte auf die Kritik. Mittlerweile stehen unter dradio.de beide Interview-Varianten (Dlf, DRadio) im Netz, sowie seit Donnerstag eben auch die editierte Version von Rickes Originalaufnahmen aus dem Flugzeug.
Ein Text zum Thema erscheint auch morgen in der SZ auf Seite 5.
¹ Zitat nach Kontroverse in den Kommentaren editiert, 7. Juni
26 Kommentare »
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Pingback by đª]V[ªX » Links 2010-06-02 — Juni 2, 2010 @ 12:03 pm
mmmmhhh
“Bei Holgi heißt es dazu, das Interview sei “gekürzt worden”. Bei Fefe wird daraus dann ein “nachträglich gekürzt”. Das ist nicht nur eine Unterstellung, sondern auch falsch.”
und dann
“Dietmar Böttcher, Sprecher des Deutschlandradios erklärt: „Der Kollege beim Deutschlandfunk, der das Band bearbeitet hat, erkannte wohl die Brisanz nicht. Der hat einfach nur schnell gekürzt.“
also ist falsch, dass gekürzt wurde, weil schnell gekürzt wurde?
(lassen wir die angebliche “Brisanz” des Interviews mal beiseite)
Comment by ben gunn — Juni 2, 2010 @ 2:19 pm
nein. gekürzt wurde ausschließlich die originalversion, das, was böttcher als “band” bezeichnet. und zwar von zwei verschiedenen redakteuren in unterschiedlichen studios. das ist vollkommen normal, welches radio sendet schon rohmaterial mit hunderten ähs und ohs und belanglosen sätzen. so entstanden zwei unterschiedliche interviews, eines mit den kritischen sätzen, eines ohne. beide interviews wurden nicht weiter gekürzt, sondern gesendet. und nachträglich, also nach dem senden oder nach dem ersten editieren des originalbandes, wurde ebenfalls nichts mehr gekürzt.
Comment by Johannes Boie — Juni 2, 2010 @ 3:18 pm
also halten wir fest: es ist völlig normal das interviews gekürzt werden, um in unterschiedliche sendeformate zu passen. wenn blogger darauf verweisen ist das verschwörungstheorie, wenn sie darauf verweisen ist das journalismus?
oder sagen wir einfach:
“Aber es klingt natürlich aufregender als die schlichte Wahrheit.”
denn fefe und holgi sagen nichts anderes als sie selbst:”…, dass das Deutschlandradio, bei dem das Köhler-Interview gelaufen ist, sowohl den Mitschnitt ["das band" anm. von mir] als auch die Abschrift des Interviews um die entsprechenden Passagen gekürzt zu haben scheint.” und wieder “Dietmar Böttcher, Sprecher des Deutschlandradios erklärt: „Der Kollege beim Deutschlandfunk, der das Band bearbeitet hat, erkannte wohl die Brisanz nicht. Der hat einfach nur schnell gekürzt.“
wo genau ist jetzt die verschwörungstheorie und wo die unterstellung?
Comment by ben gunn — Juni 2, 2010 @ 3:50 pm
Gibt es darauf jetzt noch Antworten? Mich würde das nämlich auch interessieren.
Und inwiefern ist Holgi – den Sie im Übrigen falsch zitieren – ein Verschwörungstheoretiker, wenn seine Beschreibung der Fakten zutrifft und er sogar ausdrücklich erklärt hat, dass er hier an keine Verschwörungstheorie glaubt, sondern schlichte Inkompetenz (beim Kürzen des Interviews) unterstellt?
Comment by stefan niggemeier — Juni 4, 2010 @ 10:36 am
@ben gunn: eine unterstellung, eine verschwörungstheorie ist es meiner meinung nach, wenn es heißt, das interview sei nach dem standard-kürzen/um köhler zu schützen/aus irgendeinem anderen grund als dem, es nach bestem wissen und gewissen des redakteures in ein sendetaugliches format zu bringen, gekürzt worden. denn dies ist falsch, sagen die damen und herren beim dradio, und ich glaube ihnen.
@niggemeier: holgi hab ich nicht gemeint mit dem verschwörungstheoretiker. deshalb habe ich auch geschrieben: “bei holgi heißt es dazu … bei fefe wird dann daraus (aus demselben sachverhalt, nicht aus holgis text) …”. damit wollte ich den unterschied zwischen bloggern wie holgi, der lediglich findet, dass, wenn “das so weitergeht (das kürzen beim radio, oder was? – boie), 2010 noch in die Geschichte als das Jahr eingehen wird, in dem der Journalismus endgültig damit angefangen hat, sich sein eigenes Grab zu schaufeln.” (das ist natürlich keine verschwörungstheorie, sondern eine zukunftsvision.) und fefe deutlich machen, der eben eine inhaltlich bedingte kürzung des interviews wittert (“nachträglich gekürzt” / “zensor”). aber ja: das ist von mir missverständlich fomuliert, weil im abschnitt drüber von “verschwörungstheoretikern” die rede ist und dann holgi erwähnt wird. den plural von verschwörungstheoretikern habe ich aber nicht wegen holgi und fefe gewählt, sondern weil dradio-sprecher böttcher mir sagte, dass viele verschwörungstheoretiker angerufen und eine verschwörung gewittert hätten.
und, stefan niggemeier, danke für den hinweis mit dem wörtlichen zitat, wenngleich auch der unterschied zwischen “gekürzt zu haben scheint” und “gekürzt worden” nicht der größte ist, es stimmt also (anders als zum zeitpunkt meines schreibens?) nicht. ich habs geändert.
Comment by Johannes Boie — Juni 7, 2010 @ 5:39 pm
Es gab da also eine Äußerung des Bundespräsidenten, die so brisant war, dass die Reaktionen auf diese Äußerungen seinen Aussagen zufolge zu seinem Rücktritt geführt haben. Beim Deutschlandradio wird diese Stelle nachträglich rauseditiert
(=nachträglich gekürzt, ich weiß nicht, was Sie an dieser Formulierung stört).
Wenn nun jemand behauptet, dies sei mit Absicht geschehen, dann nennen Sie das eine Verschwörungstheorie? Warum? Weil es so viel wahrscheinlicher ist, dass beim Deutschlandradio jemand das Editing macht, der keine Ahnung von seinem Job hat und seit Jahrzehnten in den Politik-Teil der Zeitung bloß seinen Fisch einwickelt? Die Brisanz besagter Stelle war offensichtlich. Sie zu entfernen hat nicht mit dem Rausschneiden von “Ähs”, “Öhs” und Atempausen zu tun.
Sowas zu behaupten ist nicht nur eine Unterstellung, sondern auch falsch, um mal bei ihren zweifelhaften Worten zu bleiben.
Manchmal fragt man sich, ob es wirklich eine gute Idee ist, dass Zeitungsjournalisten Blogs schreiben. Da verliert man ja den letzten Funken Glauben, dass meine Kinder später auch noch Zeitungen lesen werden. Dieser Blogbeitrag beißt sich logisch mehrfach selbst in den Schwanz – und mal ehrlich, das ist auch offensichtlich. Vermutlich sogar für den Autoren.
Comment by Thomas R. — Juni 8, 2010 @ 9:57 am
Warum wird jemanden Verschwörungstheorie unterstellt der von sich klar stellt, dass er Verschwörungslinks postet? Fefe ist sicher kein Nachrichtenblog, er sagt sogar, dass er ab und zu auch eine Falschmeldung bloggt. Nur um die Medienkompetenz zu steigern. Ist nett zu lesen. Und für einige war der Link auf die Story zu Köhler (am 23.05., also über eine Woche vor der SZ) Grund für weitere Recherchen.
Da ärgern sich ein paar SZ-Texter (u.a. die beiden Johannes), dass die Nachricht von Horst Köhler über eine Woche zu ihnen gebraucht hat. Und ganz ehrlich: In einer Welt nur mit SZ und SPON wäre die Köhlerstory bestimmt nicht so hochgekocht.
Ach ja, der SZ würde ein wenig mehr kritisches (verschwörungstheoretisches?) Denken manchmal ganz gut tun.
Comment by cervo — Juni 8, 2010 @ 10:01 am
Da es gekürzt worden ist, darf das auch jeder so hinschreiben. Ob es eine Verschwörungstheorie ist oder nicht, kann sich jeder selber gedanken drum machen.
Zudem hat z.B. fefe noch ein paar weiterer Theorien aufgegriffen und verlinkt. Da wäre, das Horst gegangen ist, weil er das Gesetz, dass Deutschland für die Schulden anderer EU Staaten haften soll wenn diese nicht zahlungsfähig sind, nicht unterschreiben wollte.
Horst kennt sich ja wunderbar mit Wirtschaft und Finanen aus, von daher ist dieser Gedanke recht naheliegend (er war sich einfach bewusst, was dieses Gesetz eigentlich bedeutet, im gegensatz zu den anderen Politikern).
PS:Da es hier eigentlich um Verschwörungen geht, weiß der Verfasser auch, um die Verschwörungstheorien in Hinblick auf die Schweinegrippe? Wie steht es mit der unnötigen Panikmache durch die MM bezüglich dieser?
Anstatt 2 blogger anzugreifen, könnten man sich mal gegen die großen richten
Comment by maki — Juni 8, 2010 @ 10:04 am
das errinert mich irgendwie an das zdf putin interview, lol. gekuerzt – “der das Band bearbeitet hat, erkannte wohl die Brisanz nicht.” – ja klar – dem sein Vorgesetzer erkannte wohl die Brisanz…
Comment by moneywar — Juni 8, 2010 @ 10:09 am
Dass fefe gerne polarisiert und radikale Positionen bezieht, ist natürlich vollkommener Unsinn. Im Blog von Felix von Leitner gibt es nur höchst seriöse und vor allem vorurteilsfreie Berichterstattung (so wie hier).
(Und dieser Artikel da oben erschien wirklich in der SZ? Wird die Korrektur vom 7. Juni auch auf Papier erscheinen?)
Comment by Heldt — Juni 8, 2010 @ 10:20 am
@ Heldt: Die Version in der Zeitung war eine andere. Dort ist nur der Blogger Schaible namentlich genannt, auch sonst unterscheiden sich die Texte; was an der unterschiedlichen Leserschaft und der Platzbegrenzung in der Zeitung liegt.
Comment by Johannes Boie — Juni 8, 2010 @ 10:35 am
fefe schreibt doch selber, dass er ein verschwörungstheoretiker ist. insofern hat boie doch einfach recht??!!
Comment by rain-ins-glueck — Juni 8, 2010 @ 10:49 am
Herr Boie,
ich lade Sie gerne ein, den Teil meines Kommentars zu veröffentlichen, den Sie für beleidigend halten, oder, wahlweise, alles andere, was Sie angemessen finden.
Ich denke, es wäre für alle beteiligten sehr erhellend, nach welchen Kriterien Sie Löschungen in den Kommentaren vornehmen.
Zu meiner bisherigen Kritik an Ihrer journalistischen Sorgfalt gesellt sich nun noch “schlechter Diskussionsstil”.
edit: Machen Sie mal halblang. Wenn Fefe verlinkt, kommen sehr schnell sehr viele Kommentare. Sie sehen an den bislang veröffentlichten, dass ich auch Kritik gegen mich freischalte. Ich sitze auch nicht die ganze Zeit vor dem Blog.
Comment by Thomas R. — Juni 8, 2010 @ 10:52 am
Ich kann die harsche Kritik der Kommentatoren nicht nachvollziehen. Das Zitat war meinetwegen unsauber, aber nicht sinnentstellend. Davon abgesehen hat Herr Boie einfach mal Recht.
Comment by Horst K. — Juni 8, 2010 @ 11:15 am
Ich nehme meine Vorwürfe bezüglich der Kommentarlöschung zurück, denn sie waren vorschnell. Auch für den Vorwurf des schlechten Diskussionsstils muss ich mich unter diesen Umständen entschuldigen.
Ansonsten bleibt meine Kritik aber bestehen: Wie kann es sein, dass das Entfernen der einen, relevanten Interviewpassage als sozusagen “versehentlich bei der technischen Bearbeitung geschehen” abgetan wird? Ich will ja nicht einmal dem Deutschlandradio einen Strick draus drehen. Aber nun denen, die auf diesen Umstand hinweisen, geradezu Rabulistik zu unterstellen, das ist mehr als unfein.
Und es steht im krassen Widerspruch zu den Fakten.
Comment by Thomas R. — Juni 8, 2010 @ 11:25 am
@thomas r: Ich drehe doch nicht denen, die auf den problematischen Interviewzusammenschnitt hinweisen, einen Strick. Sondern jenen, die den Schnitt im Deutschlandradio als vorsätzliches, politisches, zweites Eingreifen nach der Standardbearbeitung zu Gunsten von Horst Köhler werten. Und dagegen sprechen doch die Fakten. Denn das Deutschlandradio hat doch längst das gesamte Band veröffentlicht. Und will also nichts geheimhalten.
Comment by Johannes Boie — Juni 8, 2010 @ 12:04 pm
Vielleicht ist das Problem von Journalisten, dass sie das Geschehen in der Regel aus zu großer zeitlicher Distanz betrachten müssen?
Boie: “Bei Fefe wird daraus dann ein “nachträglich gekürzt”. Das ist nicht nur eine Unterstellung, sondern auch falsch.”
Das “war” nicht falsch.
Fakt ist:
1. Der Teil mit “freie Handelswege” erschien anfangs auf dradio.de.
2. Dann wurde der Teil entfernt.
3. Mittlerweile ist er wieder da.
Quelle: http://www.querblog.de/2010/05/22/wie-bitte-herr-khler/
(Ich weiß noch, wie ich auf damals dradio.de nach “freie Handelwege” gesucht habe, der erwähnte Artikel erschien – enthielt aber nichts mehr dazu (Cache der dradio-internen Suchmaschine zu langsam?).
Ich frage mich also, wo Fefe etwas falsches gesagt hat.
Comment by Joachim — Juni 8, 2010 @ 12:05 pm
@ Joachim: Ihre Darstellung widerspricht dem, was mir die Pressestelle des DRadios glaubhaft versicherte. Und was mir auch an den verfügbaren Versionen des Interviews im Netz korrekt erschien. Ich habe aber den Sprecher von DRadio nochmal mit Ihrer Darstellung konfrontiert und warte auf Antwort.
Comment by Johannes Boie — Juni 8, 2010 @ 3:07 pm
Fefe ist einer meiner täglichen Leseseiten. Als ich den Hinweis auf das Interview fand, habe ich auch sofort geschaut, wo und wie das Interview nun im Netz zu finden ist.
Dort fehlte zu dem Zeitpunkt die besagte Stelle!
Es fand also eine Zensur statt. Aber das ist ja Standard in der Zeitungswelt (eigene Erfahrung).
Es gab Zeiten, da wurde noch nicht so mit einer “Schere im Kopf” gearbeitet, die gab es ja schon zur BM-Zeit. Und die geistig moralische Wende, die ist ja genau in die richtige Richtung losgegangen, Volksverdummung pur. Wann wird das lesen in der Schule nicht mehr gelehrt? Denn wer z.B. das Grundgesetz lesen kann, der müsste doch jeden Tag Strafanzeige gegen irgend einen Politiker oder so einreichen. Auch wenn die Justiz inzwischen auch wieder auf einem Auge sehr blind scheint. Siehe unter anderem Heinsohn.
Comment by unbequemer — Juni 8, 2010 @ 4:25 pm
fefe reagiert empfindlich und will sich persönlich wichtiger machen als er selbst – nicht sein blog – tatsächlich ist:
er spricht von einem “fiesen und gemeinen Bashing-Artikel von Johannes Boie”
finde nicht das das hier verleumnderisch ist. was Ihr hinter den türen für einen persönlichen kampf austrÄgt, weiss natürlich keiner der leser der jeweiligen blogs, wenn das denn überhaupt relevant ist.
fefe ist nun mal ein unikat. das muss und soll ihm wichtig sein. vielmehr vermute ich das aber von vielen seiner leser, letzendlich ist er ein aggregator dessen was ihm zugesandt wird.
fefes blog ist eine wichtige quelle für mich persönlich, aber unabhängig von der person dahinter.
mir ist er aber immernoch lieber als die ganzen mainstream-freischwimmer, da hat fefe eindeutig authentischere und tiefere wurzeln.
nerven tut mich vieles – ob bei fefe oder anderen:
dauer-gebashe bezüglich brandt-themen wie israel und zum teil undifferenziertes gequatsche über die USA.
groß unterscheiden die sich in ihrer politik nicht von den europäern, ist letzendlich das gleiche herumschwadrinieren immer auf den großen knall draufzu.
Comment by fefe-leser — Juni 8, 2010 @ 4:37 pm
Wenn das Interview gekürzt wurde, ist es nun mal “nachträglich” gekürzt worden. “Vorher” geht es aus technischen Gründen wohl kaum. Es wäre sprachlich also allenfalls eine unnötige Doppelung des Sachverhalts … man muss nicht gleich aus einem Pups einen Charakter ableiten.
Comment by Chat Atkins — Juni 8, 2010 @ 5:30 pm
Ich war leider zu blöd, und habe kein Screenshot vom Artikel ohne Handelswege selbst (gab es ja schon) gemacht, nur von der Suche:
Vom 23.05.2010:
http://img706.imageshack.us/img706/7809/omg230520101256.png
Vom 08.06.2010
http://img18.imageshack.us/img18/707/omg080620102020.png
Alleine daran erkennt man, dass der Artikel (zumindest) modifiziert wurde. (Das soll jetzt kein “herunterstufen” sein: Die “Handelswege” fehlten, wie Screenshots (glaubwürdiger als meine Bekundung) zeigen.)
Comment by Joachim — Juni 8, 2010 @ 8:28 pm
@fefe-leser: Der fefe hält mit seiner Meinung bezüglich USA und Israel nicht hinter dem Berg. Aber von einem trollhaften Gebashe (du nennst es dauer-gebashe) kann wohl kaum die Rede sein. Schließlich ist er stets in der Lage seine offensichtliche Meinung mit entsprechenden Links aufzuwerten. Ich bin ihm jedenfalls dankbar für diese Offenheit, denn er muss sich nicht an diese zwanghafte political correctness wie “echte” Journalisten halten. Jedem Leser sollte klar sein, dass hier Meinung und Meldungen sehr stark miteinander verknüpft werden. Und das macht ihn wahrscheinlich auch so erfolgreich.
Comment by Sab — Juni 9, 2010 @ 7:06 am
@joachim: dradio-Sprecher Dietmar Böttcher mailte mir erneut:
“Zur Chronologie kann ich noch einmal anmerken:
- Ausstrahlung des gekürzten Interviews auf Deutschlandradio Kultur (mit der umstrittenen Passage) am 22. Mai um 7.51 Uhr, Länge 5’11
- Ausstrahlung der gekürzten Fassung im Deutschlandfunk (ohne die Passage) am 22. Mai um 8.12 Uhr, Länge 4’47
- Einstellung beider gekürzter Fassungen nach der Sendung im Internet auf dradio.de als Audio on Demand
- Verschriftlichung der DLF-Fassung und Einstellung nach der Sendung auf dradio.de
- Nachrichtenfassung (mit Zitat der Passage) in beiden Programmen ab ca. 10.00 Uhr.”
Comment by Johannes Boie — Juni 11, 2010 @ 11:25 am
Somit steht zweierlei fest:
1. Hätte Deutschlandradio das Interview sofort – wie 20 Minuten später Deutschlandfunk – um die umstrittene Passage gekürzt, wir hätten unseren Präsidenten Horst Köhler immer noch.
2. Entscheidend ist nicht, was jemand sagt, sondern wie viel davon veröffentlicht wird – die Macht der Medien, Präsidenten oder Regierungen zu unterstützen oder zu stürzen, wurde hier abermals für jedermann sichtbar.
Comment by Dion — Juni 11, 2010 @ 7:52 pm