20.04.10 | 07:32 | Digitalia | Fatal viral | Meinung | 5 Kommentare

Telefoniert wird nur, wenn der Handy-Hersteller es erlaubt

Gizmodo präsentiert derzeit aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich das kommende iPhone, das ein Unbekannter in einer Bar gefunden hat. Interessante Geschichte und wohl kaum ein inszenierter PR-Gag von Apple, dazu ist das gefundene Produkt dann etwas zu fertig; sowas stellt man lieber selber vor. Schließlich will man das Interesse am Produkt vor der Markteinführung wach halten – und nicht befriedigen. Obwohl die Gizmodo-Leute das iPhone so liebevoll-begeistert besprechen wie es Steve Jobs nicht besser könnte.

Auch die Bilderstrecke lässt vermuten, dass man mit dem Gerät viel Spaß haben kann. Spaß, den der von Gizmodo unnötigerweise geoutete Apple-Programmierer, der das iPhone im Biergarten – wo auch sonst? – liegen gelassen hat, in nächster Zeit vermissen wird.

Dazu passt auch, dass Apples Chefjurist bereits ungemütlich wird. (“Please let me know where to pick up the unit.”) Wie ist das eigentlich rechtlich? Nachdem Gizmodo überzeugend selber den Beweis führt, dass das Gerät, das sie auseinander nehmen, nicht ihnen, sondern Apple gehört, hätte man es da nicht längst zurückgeben müssen?

Noch aufschlussreicher als das Fazit (“Freaking amazing.”) finde ich allerdings folgenden Satz: “Then, Apple remotely killed the phone before we got access to it.” Killerfeature!

5 Kommentare »

  1. Wenn man allerdings sieht wie geschickt Apple beim iPad den Medienhype anheizt (haben die dafür eigentlich eine einzige Anzeige schalten müssen?), traut man ihnen doch wieder zu, das Teil absichtlich liegen gelassen zu haben.
    Ob die Remote-Killing-Funktion nur bei den Testgeräten existiert oder Standard ist, das wäre tatsächlich interessant. Für Jack Bauer und Co. sicher von Interesse, wie sie den Terroristen einfach das Telefon ausschalten können. ;-)

    Comment by Martin Sommerfeld — April 20, 2010 @ 9:56 am

  2. Das dürfte die normale Deaktivierungsmöglichkeit sein, die schon länger für alle Mobileme-Kunden zur Verfügung steht.

    Comment by Jochen — April 20, 2010 @ 10:13 am

  3. @jochen: gut möglich, ja. finde aber solche funktionen immer wieder aufs neue ziemlich heftig.

    Comment by Johannes Boie — April 20, 2010 @ 10:18 am

  4. @Johannes: das ist nicht “heftig”, das ist völlig normal. Das ist kein Feature, das da scheinbar aus dem Nichts heimtückisch zuschlägt. Typisches Einsatzszenario: Mitarbeiter bekommt vom Unternehmen einen Blackberry, verliert BB, Admin der Firma aktiviert Remote Wipe für den verlorenen BB, BB löscht sich bei der nächsten Kontaktaufnhame mit dem Firmennetzwerk selbst. Der Finder/Dieb hat den BB, aber nicht die Daten.

    Der Verlust eines Handys kann normalerweise verschmerzt weden. Der Verlust der auf ihm gespeicherten Daten normalerweise nicht.

    Comment by Giesbert Damaschke — April 20, 2010 @ 10:31 am

  5. @giesbert, jochen: laut gizmodo war es eine exchange, keine mobileme-schnittstelle. http://www.gizmodo.de/2010/04/21/warum-apple-das-verlorene-iphone-nicht-zuruckholte.html#more-50442 (“MobileMe, mit dem man ein verlorenes iPhone aus der Ferne abschalten kann, funktioniert ebenfalls noch nicht mit iPhone OS 4.”)

    Comment by Johannes Boie — April 22, 2010 @ 9:11 am

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