Hubschrauber, Handys, Hacker (Update)

Vor dem Berliner Kongresszentrum ist es eiskalt, innendrin verdammt warm. Tausende Computer blasen ihre Abwärme in die Räume, dazu kommen Hunderte Nerds, von denen sich mehrere auf die Frage eines Referenten, wer heute noch nicht geduscht habe, schamlos erklärten. Ja, ich bin derzeit beim Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs (CCC; Wiki / Webseite) in Berlin und abgesehen von der Luftqualität ist die Veranstaltung hervorragend. Hier trifft sich eine kleine, von weiten Teilen der Gesellschaft und der Politik verkannte Elite. Eine, die immer wichtiger wird, denn in den letzten zehn Jahren haben EDV und Internet, haben Überwachung(smöglichkeiten) und weltweiter Datenverkehr massiv zugenommen. Muss ich den Lesern meines Blogs ja kaum mitteilen. Deshalb ist der CCC zu eine politischen Instanz geworden, einem Lobbyverein, der auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher, vor allem aber auf politischer Ebene immer mehr Gehör und Einfluß findet. Das ist gut und wichtig. Auf der anderen Seite bleibt der CCC eine teilweise obskure Gemeinschaft, eine Gruppe vornehmlich junger, langhaariger Männer in schwarzen Klamotten, die sich zwischen Weihnachten und Neujahr hinsetzen, um gemeinam Leuchtdioden auf Platinen zu löten, auf denen sie dann blinkende Schriftzüge programmieren. Vorzugsweise Insider-Witze. Zwischen fliegenden Modellhubschraubern mit eingebauten Kameras, schwankenden Robotern auf zwei Reifen, zwischen qualmenden Lötkolben und Hunderten Hackern, die hoch konzentriert literweise Club Mate trinken, während sie auf die Konsolenprogramme auf ihren Linux-Notebooks starren, zwischen all dem also rennt Constanze Kurz hindurch, die sehr freundliche, aber gestresste Sprecherin des CCC. Gestern habe ich mich eine Stunde mit ihr unterhalten, und über große Teile der CCC-Geschichte mit ihr gesprochen: Tron, der BTX-Hack, die politische Agenda der jüngsten Zeit. Zwischendurch mussten wir unterbrechen, nämlich dann, wenn Kurz an ihr Crypto-Handy ging, um verschlüsselte Gespräche zu führen oder wenn sich eine amerikanische Aktivistin kurz darüber beklagen wollte, dass die Anti-Wahlcomputer-Initiative in den USA kaum Gehör findet… All das und noch viel mehr, sofern die Recherche weiter so gut läuft, in einer Reportage über den Club in der Süddeutschen Zeitung.
(Foto: Jon Åslund)
PS: Die erste Hacks öffentlicher Webseiten gibt’s auch schon, z.B. hat es die Seite von der CSU Rosenheim erwischt – auch hier.
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[...] den Jahren war ich beim Treffen des Chaos Computer Clubs in Berlin. Darüber schrieb ich zum Jahswechsel einen kurzen Text auf der Seite 1 der Süddeutschen [...]
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