“Ah, die Bavaria”

Stolz präsentiert sie ihr Dindl. Schwarz ist es mit kleinen Blumen drauf. Doch als Clou zeigt sie ihre grüne Schürze. “Das ist mein SZ-Dindl” , scherzt die Kabarettistin. Doch wer in diesen Tagen mit Luise Kinseher spricht, will mit ihr nicht über die Farbe ihrer Schürze oder die Anzahl der Dirndl in ihrem Kleiderschrank sprechen, sondern über das kabarettistische Großereignis im Freistaat: den Nockherberg. Sie wird als mögliche Nachfolgerin von Michael Lerchenberg für die Fastenrede gehandel. Aber kaum kommt das Thema auf ihre mögliche Rolle, verstummt sie, presst die Lippen aufeinander. Nur das Grinsen, das sich in ihrem Gesicht breit macht, kann sie nicht unterdrücken. Es sei “definitiv noch nichts entschieden” – das ist der einzige Satz, den sie sich entlocken lässt. Umso mehr schwärmt sie von ihrer Rolle als Bavaria, die sie im Frühjahr auf dem Nockherberg gespielt hat. Von der “Energie”, die diese Figur auf die Zuschauer ausgestrahlt hätte, von ihrem Partner Helmut Schleich als Franz Josef Strauß. Und wie viele Menschen sich jährlich den Nockherberg anschauen. Einmal sei sie sogar in der Schwabinger 7 von einem 18-Jährigen mit den Worten begrüßt worden: “Ah, die Bavaria!” Wie wäre die Resonanz dann erst auf die erste Frau in der Rolle des Bruder Barnabas? Eines müsste sich auf jeden Fall ändern. Der Name. Schwester Barnabarbie wäre doch was, findet Kinseher. Sicher, nur bitte nicht mit blonder Perücke.
Birgit
Foto: Robert Haas



