Allgemein | 24. September 2010 | von moritz | 0

Finanzbeamter in Lederhose

Hier geht's zum Oktoberfest-Finanzamt

Hier geht's zum Oktoberfest-Finanzamt

Ein seltsames Schild hängt da, an einer Wand drei Meter von dem Piesler-Hügel entfernt, an dem schon um ein Uhr Mittag die ersten Bierleichen ihren Rausch ausschlafen. “Wiesn-Finanzamt” steht da – eine neue Geisterbahn, ein Schauerkabinett? Nein, wer den Pfeil auf dem Schild folgt, kommt zu einer alten Villa oberhalb der Theresienwiese, und dort im ersten Stock, da  liegt der Fiskus auf der Lauer.

An der Wand hängt neben Klebebildchen von Jogi Löw von der WM 2006 eine große Sammlung Speisekarten, davor Schreibtische mit Computern, leicht angegilbt. Über 10.000 Menschen arbeiten auf der Wiesn, das habe Ausmaße eines DAX-Konzerns. Da müsse kontrolliert werden, ob steuermäßig alles mit rechten Dingen zu geht, erfährt man.

Mehr aber auch nicht, denn das Wiesn-Finanzamt arbeitet wie alle bayerischen Ämter: Sehr korrekt. Der Steuerfahnder trägt Lederhose, “um einen besseren Zugang zu den Klienten zu finden”, Auskunft geben darf er jedoch nicht. Davor müsse man erst eine Presseanfrage ans Landesfinanzamt stellen. Nur so viel: Die Wiesnwirte seien die korrektesten Steuerzahler Deutschlands und die Wiesn die steuerlich am besten überwachte Großveranstaltung der Welt. Das glaubt man sofort, die bayerische Verwaltung spielt schließlich immer in der Champions League, wie Edmund  Stoiber zu sagen pflegte. Nur eines ist komisch, an den Wiesn-Finanzamt: Es hat am Freitagnachmittag  geöffnet. Nach zwölf.

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