Befreit die Daten
Der These, Deutschland ein Internet-Entwicklungsland, kann ich nur bedingt zustimmen – in einem Bereich aber trifft sie absolut zu: Bei den Bestrebungen, Daten von Behörden und politischen Institutionen öffentlich zugänglich und maschinenlesbar zu machen, liegen wir um Jahre hinter Ländern wie den USA und Großbritannien zurück. Rob McKinnon erzählte gerade etwas zu diesem Thema und zeigt Beispiele wie FixMyStreet, MySociety oder Tweetminister (letzteres wertet aktuell die Twitter-Nachrichten zu britischen Politikern aus). Auf der EU-Ebene ist Farmsubsidy zu erwähnen, in den USA hat Barack Obama eine Transparenzinitiative ins Leben gerufen, die später in einem weiteren Vortrag genauer unter die Lupe genommen wird.
Und Deutschland? Wer einmal auf der Seite eines Länderparlaments nach dem Transkript einer Sitzung gesucht hat, weiß, wie weit es hier mit der Internetaffinität her ist. Damit sich das ändert, haben sich nun einige Transparenzenthusiasten zusammengetan, um die Deutschland API zu entwickeln – eine offene Schnittstelle, durch die es endlich möglich sein soll, Regierungsdaten und Statistiken ohne großen Aufwand zu aggregieren und auszuwerten. Ein Projekt, das daraus entstanden ist, heißt Petition24 und zeigt die aktuellen Bundestagspetitionen inklusive Parameter wie die Entwicklung der Unterstützerzahl. Im Anschluss an die re:publica wird ein Open Hackday stattfinden, aus dem neue datenbasierte Transparenzprojekte hervorgehen sollen. Ob die Bundestagsverwaltung einige hundert Meter überhaupt weiß, was sich hinter dem Prinzip des Open Government verbirgt?
Foto: iStock





[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von SZ_Digital, Jost erwähnt. Jost sagte: RT @SZ_Digital: Kurz gebloggt: Befreit die Daten – Transparenz durch offene Schnittstellen http://bit.ly/aF81T5 #opendata [...]
Danke für die Übersicht, sind spannende Sachen unter den Links.
Schade übrigens dass man hier im Blog selbst die Links nicht sieht. Bin in der Hinsicht froh direkt im Reader zu lesen…
@Ludwig: Stimmt, das mit den Farben ist schlecht gemacht. Werden wir ändern!