Aus is’
Es roch nach Mandeln und menschlichen Ausscheidungen, es gab Umarmungen und Schlägereien: Doch nun ist sie Vorbei die Jubiläumswiesn. Wir waren am letzten Abend im Hackerzelt. Ein letztes: “Sierra, sieeeeeerra Madre….”
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Zu Wiesn blau, nicht rot In München geht während des Oktoberfestes ziemlich viel drunter und drüber. In den Hotels, in den U-Bahnen, aber auch beim Fußball. Der TSV 1860, in den vergangenen Jahren alles andere als vom Glück verwöhnt, hat eine beachtliche Wiesnbilanz vorzuweisen: drei Siege, ein Unentschieden. Der große FC Bayern dagegen versagte auf ganzer Linie. Die Wiesnbilanz der Roten: drei Niederlagen, ein Unentschieden. Gestern nach dem 0:2 gegen Dortmund muss es in der Kabine recht heftig zugegangen sein. Denn nun heißt es: Der FC Bayern hat seinen für Montagmittag geplanten Wiesnbesuch abgesagt. Auf Grund der sportlichen Situation habe Trainer Louis van Gaal anstelle der Wiesn-Feier eine Trainingseinheit angesetzt, heißt es. Foto: dapd
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Der Run nach der Verknappung
Am Montag wird die Historische Wiesn voraussichtlich länger als 20 Uhr geöffnet bleiben. “Damit das Bier weggeht”, sagt eine Bedienung. Von 15 Uhr an können die Besucher für zwölf Euro die Steinkrüge erwerben. Dem Jubiläumsbier waren die Münchner also recht angetan, den Krügen jedoch nicht alle. Es hat einige Beschwerden gegeben von Gästen, die dem Krug misstrauten. Dass dort wirklich ein Liter reingeht, glaubten sie erst, als nachgemessen wurde. Foto: dpa
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Warten auf BeeckEs ist Freitagmittag im Augustinerzelt – die Belegschaft des SZ-Wiesntischs wartet. Sie wartet auf Rainer Beeck, den Präsidenten der Münchner Löwen. Doch Beck kommt nicht. Plötzlich ein Anruf. Beeck. Er wird nicht ins Zelt gelassen. Die Türen sind zu, keiner kommt rein. Wahrscheinlich wäre das pflichtbewusste Sicherheitspersonal auch bei Beckenbauer oder Hoeneß hart geblieben. Der Präsident des TSV 1860 München wird von einer Tür zur anderen geschickt. Schließlich schafft er es doch. Nippt an seiner Maß Bier, leert sie aber höchstens zu einem Viertel, berichtet von seiner Doppelrolle als Fußballfunktionär (“hätte nie gedacht, wie viel Zeit der Job in Anspruch nimmt”) und Flughafen-Manager. Nach dem 2:1-Sieg beim FC Augsburg ist die Euphorie um die Blauen wieder größer geworden. Beecks Wunsch für die Saison: Konstant spielen, vielleicht sogar oben mitspielen. Aufstieg 2011? Die Fans würde es sicher freuen
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Achterbahn und Karussell für lau
Da sagt noch einer, ein Wiesnbesuch sei teuer: Am Montag, dem letzten Tag der Jubiläumswiesn, kann man eine Stunde lang alle Fahrgeschäfte fahren, ohne einen einzigen Cent zu zahlen. Die Münchner Schausteller und Marktkaufleute schenken zwischen 13:30 und 14:30 Uhr eine Stunde Freifahrt zum Oktoberfest-Jubiläum. Da kann man nur hoffen, dass man nicht eine Stunde lang anstehen muss. Foto: Robert Haas
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Wenn die Regionalbischöfin zum Bier lädt…
Eine ganz besondere Verbindung hat Susanne Breit-Keßler zu den Wirtsleuten des Löwenbräu-Zelts. Als die im November 2000 gekürte Münchner Regionalbischöfin ein Dreivierteljahr später ihre Mitarbeiter zu einem Wiesn-Nachmittag einladen wollte, bekam sie nur Absagen. Alles belegt. Kein Wunder, schließlich hatte Breit-Keßler erst im August daran gedacht, einen Platz zu reservieren. Nur ein Wirt hatte ein Einsehen mit der Kirchenfrau. Wiggerl Hagn murmelte, das würde man schon hinkriegen – und seitdem feiert das Breit-Keßler-Büro (vier Frauen, zwei Männer) jedes Jahr im Löwenbräu-Zelt. Und wenn die Kapelle alte Rock-Klassiker spielt, dann singt auch die Regionalbischöfin (Lieblingssong: „Proud Mary“) inbrünstig mit. Das erste Bier, so erzählt Breit-Keßler am Wiesn-Tisch der SZ, habe sie mit 17 getrunken – unter Aufsicht ihres Vaters. Ihre Mitarbeiter müssen bei der Wiesn-Feier jedoch nach einer gewissen Zeit auf die Chefin verzichten. Gegen 20:30 Uhr lässt sie ihre Mitarbeiter alleine weiterfeiern. Auf die freien Plätze werden dann andere Feierfreudige eingeladen, die dann mit etwas Glück noch von den restlichen Bier- und Essensgutscheinen profitieren. Wenn das nicht praktizierte Nächstenliebe ist! Foto: Stephan Rumpf
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Ude: “Sonst kann ich ja gleich Limo trinken”
Christian Ude mag nicht nur die Wiesn - das ist ja auch das Mindeste, wenn man in München Oberbürgermeister werden will. Der Chef im Rathaus mag auch das Bier, und zwar das mit Umdrehungen. Ein Dialog zwischen Rathauschef und Chef-Bedienung in der Boxe: Ober: Eine Bleifreie, Herr Ude? Ude (reißt die Augen auf): Bleifrei? Na. Eine echte! Sonst kann ich ja gleich Limo trinken. Ober: Und zu essen? Ude: Na. Nix zu essen. Nur was zu trinken. Einen kräftigen Schluck und eine Stunde später: Christian Ude verlässt das Zelt. Zurück bleibt ein Maßkrug. Halbleer. Oder doch halbvoll? Foto: Robert Haas
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Joop fordert: Dirndl statt Jeans – nicht nur zur Wiesnzeit
Modeschöpfer Wolfgang Joop kann das Oktoberfest nicht besonders leiden, Drindl dagegen schon! Er empfiehlt den Frauen dieser Welt sogar, die Tracht nicht nur zur Wiesn anzuziehen, sondern auch im Alltag. Bei einer Veranstaltung in München sagte er laut der Nachrichtenagentur DAPD: “Trachten finde ich sehr schön, eine barocke Mode. Wenn die meisten Frauen wüssten, wie sie aussehen mit den sogenannten Jeans, die man heutzutage trägt.” Er könne daher nur raten: lieber ein Dirndl. “Der Frauenkörper ist eigentlich für Jeans nicht gedacht. Die meisten sehen aus wie eine Bodenvase: Oben kommen die Blumen raus – an der breitesten Stelle.” Foto: DAPD
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Der Wiesn-BH
Vor drei Tagen haben wir es erstmals auf der Wiesn gesehen: Auch Männer tragen BH, zumindest diejenigen mit Lederhose! Der Wiesn-BH stützt nicht die Brust, sondern die Magengegend. Ob der Breznhalter sich ähnlich flächendeckend durchsetzen wird wie der Büstenhalter? Foto: Mati
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Wiesn-LiebeOktoberfest 2000, ein Tag Ende September, 23 Uhr: Eva, Jenny und ich verlassen das Bierzelt und machen uns auf den Heimweg. Vor dem Wienerwald legen wir eine kleine Pause ein. Plötzlich kommen drei Jungs auf uns zu und fragen nach Feuer. Einer davon ist Klaus. Inzwischen ist er mit Eva verheiratet. Oktoberfest 2010, ein Tag Ende September, 11 Uhr: Eva und Klaus feiern Zehnjähriges und laden alle, die damals am Kennenlernen “schuld” waren, in die Bräurosl ein. Wiesnliebe kann so schön sein!
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