06.02.11 | 11:19 | Haiku | Kommentare 0 Kommentare

Winteraustreib-Haiku

Es geht voran. Dieser Blog regt sich wieder. Einige Ereignisse aus dem Januar werde ich dieser Tage noch nachholen. Jetzt muss ich erst mal nach Mannheim. Danke nochmals für alle guten Zusprüche!

Und auch Fitzgerald Kusz kommt wie gerufen, um mit einem seiner herrlichen Franken-Haikus den Winter auszutreiben – und diesen Blog lyrisch zu bereichern.

Schön, lieber Herr Kusz, dass Sie auch noch dabei sind. Dangschää nach Franggn. Grüßen Sie mir die Heimat.

fitzgerald kusz:

windäausdreib-haiku

hobb, lichd, laichd!

ohne mein schaddn

gäihi ned assm haus

Hochdeutsche Rohübersetzung:

los, licht, leuchte!

ohne meinen schatten

geh ich nicht aus dem haus

02.02.11 | 22:38 | Geht wieder | Kommentare 8 Kommentare

Wieder da!

Gesehen und fotografiert im Nymphenburger Schlossgarten Anfang Januar.

Gesehen und fotografiert im Nymphenburger Schlossgarten Anfang Januar.

Entschuldigung, liebe Blog-Leser,

… die es ja gottlob doch (noch) gibt!

Ich weiß, ich bin eine schlechte Bloggerin … mit entsprechend schlechtem Gewissen. Das darf eigentlich nicht sein: dass ich seit Weihnachten nichts mehr gepostet habe …

Aber nicht, weil ich kein Material oder nichts zu sagen, zu kommentieren oder zu berichten oder mich aus dem Theater-Journalistenleben verabschiedet hätte! Mitnichten. Im Gegenteil! Ich habe seitdem schon so viele Fotos konfiguriert und hier hochgeladen – für Beiträge, die ich eigentlich unbedingt veröffentlichen wollte. Die ich zum Teil auch Leuten  fest versprochen hatte. Aber ich weiß auch nicht … Es ging dann nicht. Ich bin irgendwie komplett aus der Spur geraten.

Es fing an mit dem Tod von Konrad, einem meiner besten Freunde. Konrad, ein großer, leidenschaftlicher Theaterliebhaber, ging so abrupt, so unverhofft und ohne jede Verabschiedung aus meinem Leben, dass ich das bis jetzt nicht richtig gerafft, kapiert, geschweige denn irgendwie verarbeitet habe. Das war Ende des Jahres. Und dann kam Anfang Januar auch gleich die Beerdigung (im tiefen Westerwald), an die ich – was wahrscheinlich unklug war – nahtlos eine Theater-Jury-Reise nach Dresden und Mannheim angeschlossen hatte, um sodann gleich in meinen Geburtstag überzugehen, verbunden mit meinem neuen Kultur-Salon, den ich wegen der vorab ausgehandelten Künstler-Verabredungen keinesfalls verschieben konnte; nicht zu vergessen meine damals akute Erkältungserkrankung und meinen (anhaltenden) Hand-Arm-Schulter-Schmerz mit diesen ärgerlichen Taubheitsgefühlen rechterhand, ein unhaltbarer Zustand, welcher permanent Arztbesuche erfordet (für die ich nun wirklich keine Zeit habe – und man bedenke: Die SZ residiert inzwischen im Osten Münchens, also weitab von allen Arztpraxen in der Münchner Innenstadt …) – all das, verbunden mit der Tatsache, dass ich im Moment für meine Mülheim-Jury verstärkt in Aktion treten muss (wir haben Schluss-Sitzung am 9. März – bis dahin müssen noch viele Uraufführungen abgereist und nachgesessen werden), all das hat bei mir zu einer merkwürdigen Blogging-Lähmung geführt.

Kann´s gar nicht so richtig erklären. Ich renne, reise, hetze, plane, habe Redaktionsdienst, organisiere, funktioniere – treffe gute, interessante, auch aufregende Leute, viele, wirklich viele, vielleicht zu viele … nicht nur im Theater, bei den Premieren oder auf anschließenden Geburtstags-, Premieren- oder sonstigen Feiern, sondern auch: im Zug, im Flughafenbus, am Flughafen, in der S-Bahn, im Hotel, überall – es ist alles unglaublich reich und voll und viel. Wirklich schön und viel. Aber vielleicht zu voll und zu viel … zu viel Input, zu viel und zu voll in zu kurzer Zeit!?

Jedenfalls kam ich zuletzt nicht mehr nach mit all dem. Und das ist jetzt wirklich  ehrlich hier dahin geschrieben. Ich hab´s einfach nicht mehr geschafft … war nicht in  der Lage, war zu müde, zu schlaff, zu unmotiviert, wieder mal nicht online oder hatte schlicht: keine Zeit, das alles zu notieren, zu kommentieren oder gar zu ironisieren. Und je länger man nichts schreibt, desto komplizierter wird das alles, da man dann ja denkt, man müsse jetzt erst noch dies und das und jenes nachholen, bevor man über das Aktuelle, das Jetzige, das gegenwärtig Erlebte schreiben kann …

Ehrlich gesagt: Ich war auch verunsichert, überfordert -  und habe ernsthaft überlegt, das Bloggen sein zu lassen. Ich frage mich: Wen kümmert´s? Und, das ist nicht zu leugnen: Es schafft einen immensen zusätzlichen Stress – einen Druck, der obendrein auch noch selbstgemacht ist. Und dann kriegt man, wenn überhaupt, ja doch eher nur blöde Kommentare und wird der bloßen Eitelkeit verdächtigt. Und Susan bloggt ja auch schon längst nicht mehr …

Aber irgendwie, weiß auch nicht … will ich diese Form doch (noch) nicht aufgeben. Sie hat was. Und ich glaube, sie liegt mir – und meinem Mitteilungsbedürfnis. Und sie deckt doch vieles ab, was in der Zeitung verloren gehen würde. Muss nur wieder reinkommen, in die Spur kommen … vielleicht auch nur: aus meiner Lähmung heraus wieder in Fahrt kommen. Ich danke daher allen treuen Lesern. Und vor allem danke ich all denen, die mich auffordern, weiterzumachen, weiterzubloggen, die mich ermuntern und ermutigen. Lieber Wolfgang Schreiber, Dir an dieser Stelle ein ganz besonders herzliches Dankeschön!

Also denn: Hiermit melde ich mich zurück. Und ich bitte um Nachsicht, wenn ich ein paar Sachen aus dem Monat Januar erst in den nächsten Tagen noch nachholen werde.

Und übrigens: Ich wünsche mir selbst und Euch/ Ihnen allen ein sehr gesundes und in jeder Hinsicht glückliches, erfolgreiches, intensives, kreatives und gewinnbringendes neues Jahr mit wundervollen (Theater-)Erlebnissen – und einem beglückenden Happy-End! Und vor allem natürlich: dass wir´s er- und überleben!

Eure/ Ihre
Christine Dössel

22.12.10 | 22:34 | Dichtung & Wahrheit | Haiku | Kommentare 2 Kommentare

Schnee-Haiku

Es wird Zeit für ein fränkisches Schnee-Haiku, das Fitzgerald Kusz schon vor längerer Zeit geschickt hat.

Ich hab ihn inzwischen ja tatsächlich getroffen, den netten Herrn Kusz, und zwar bei ihm zuhause in Nürnberg, wo er in einem Reihenhaus nahe der monströsen Bundesagentur für Arbeit lebt. Im November ist im neu eröffneten Nürnberger Theater Kusz´ neues Stück “Lametta” uraufgeführt worden, auf Fränggisch, versteht sich. War aber nicht so toll. Und weil ich das auch geschrieben habe, war Herr Kusz ein bisschen beleidigt. Aber nur kurz. Und jetzt sind wir wieder gut. Daher hier nun das schöne Schnee-Haiku von ihm. Und demnächst, sobald ich ein bisschen mehr Zeit habe, erzähle ich hier drin auch noch von meinem Hausbesuch.

fitzgerald kusz

inn ganzn dooch schnäi!

ä maadlä schdreckd di zungä raus

fängd schnäifloggn

Hochdeutsche Rohübersetzung:

den ganzen tag schnee!

ein mädchen streckt die zunge raus

fängt schneeflocken

15.03.10 | 11:05 | Dichtung & Wahrheit | Haiku | Kommentare 0 Kommentare

März-Haiku

Der geschätzte Fitzgerald Kusz hat noch mal ein fränkisches März-Haiku geschickt. Es ist sehr luftig und frühlingshaft charmant, wie man nachstehend lesen kann. Aber: Es geht leider komplett an der gegenwärtigen Wetterlage vorbei!!! Ich weiß ja nicht, wie es in Nürnberg ist und ob es tatsächlich die Amsel ist, die da singt (war es nicht vielleicht die Nachtigall???) … hier in München jedenfalls ist der Winter mit all seinem Gematsche zurück. Heute schneit´s mal wieder, es ist gar garstig, und weiter will ich dazu nix mehr sagen.

Nichtsdestotrotz, hier das März-Haiku des Frankendichters:

hobb, raus assm bedd
reiß alle fensdä auf:
di amseln singä widdä

Hochdeutsche Übersetzung:

los, raus ausm bett
reiß alle fenster auf:
die amseln singen wieder

P.S. Wenn der Frühling endlich da ist, veröffentliche ich in diesem Blog mein absolutes Jahreszeiten-Lieblingsgedicht. Aber erst dann!