Letzte Tage im Café Platzhirsch
Ausgeröööhhhrt! Mit DJ Ralf Zimmermann
Aus. Ende. Finito. Am Samstag macht das von mir leider viel zu spät erst entdeckte Café Platzhirsch (mit der schönen Münchner Innenstadtadresse: “Im Rosental 8″) seine Schotten dicht. Wieder mal so ein Sanierungsfall, wo Renovierung plus Optimierung und Gewinnmaximierung vor Lebens-, Trink- und Barkultur geht. Das Haus ist schon eingerüstet, jetzt wird es saniert, es gibt keine Laufzeitverlängerung: die Gastronomie muss raus – damit verliert die Münchner Innenstadt eine ihrer nettesten, lounge launtschigsten (oder wie man das schreibt) Café-Bars.

Fensterplatz am Viktualienmarkt
Gelegen im ersten Stock des Hauses an der Ecke Rosental / Prälat-Zistl-Straße – da, wo unten der Schmuckladen drin ist -, bietet es durch seine Panoramafensterscheiben einen grandiosen Blick auf und über den Viktualienmarkt. Man kann auf den breiten Fensterbänken auf Filzkissen sitzen und sich einfach nur satt sehen oder die Nase an den Scheiben platt drücken oder sich bei einem Cocktail gut unterhalten. Sind auch immer nette Leute da. Wie gestern zum Beispiel Thomas aus Eichstätt, der sagt: “Diese Räume haben gelebt.”
Seit 1979 war hier das Cafe Rosental zuhause, angeblich ein klassisches Oma-Café. Vor viereinhalb Jahren hat dann Christoph “Tchisi” Schlundt mit seinem Team die Räumlichkeiten übernommen, mitsamt den Möbeln und der ganzen herrlichen Kaffeehaus-Patina. Seither legen hier auch DJs auf – darunter mein lieber wuscheliger Kollege Ralf Zimmermann, Bildredakteur beim SZ-Magazin. Er war immer am letzten Donnerstag im Monat dran, so auch gestern wieder. Die Bilder sind allerdings vom Monat davor, da wollte ich längst schon über das Platzhirsch und DJ Ralf und das Unikum von Barchef bloggen. Aber na ja, man kennt mich ja (inzwischen) …

DJ Ralf "Platzhirsch" Zimmermann
Jedenfalls legt Ralf Zimmermann – der übrigens mit seinem SZ-Magazin-Kollegen Thomas Kartsolis den Fotoblog DOPPELKLICK betreibt – sehr coole, sehr entspannte, einen sofort in gute (in meinem Fall oft auch redselige) Laune versetzende Musik auf: Disco, Soul, House. Sagen wir Frankie Knuckles zum Beispiel, oder Kevin Saunderson, wie ich vom SZ-Magazin-Fotografen Camillo Büchelmeier gesteckt bekam (danke für die Mail, Camillo Büchelmeier – was für ein toller Name!). Sehr easy, das alles. Und handaufgelegt, versteht sich. Mit Schallplatten aus dem Privatarchiv. Zuhause hat Ralf eine Sammlung von 2000 Stück.
Nicht zu vergessen Barchef Wolfgang “Wolfi” Götz, ein Münchner mit dem robusten Humor eines Oberpfälzers (was er aber definitiv nicht ist), dem blauen Arbeiterkittelhemd eines workaholischen Chinesen und etlichen bayerischen Entertainerqualitäten. Der verbreitet hinter dem Tresen eine derart gute Stimmung, während er gleichzeitig für fünf arbeitet, dass man sich dringend einen Platz an der Bar sichern – oder schleichend erobern – sollte.

Barchef Wolfgang "Wolfi" Götz
Warum erzählt sie uns das erst jetzt, werden nun alle fragen … viel zu spät, werden alle sagen. Aber nein, wir müssen nur geduldig sein (und die Website oder das “Platzhirsch” auf Facebook verfolgen). Wolfi und die restliche Mannschaft sind heftig auf der Suche nach einer neuen Location. Wir müssen ihnen die Daumen drücken, dass sie bald fündig werden. Denn dann legt auch Ralf wieder bei ihnen auf.
So viel steht fest: Ralf Zimmermann bleibt, wo auch immer es sein wird, als DJ der Platzhirsch!
Also. Nicht vergessen: Heute und morgen letzte Tage im Café Platzhirsch – mit Restetrinken (“alles mus raus”).
Ich kann ja leider nicht. Aber viel Spaß!
Prost. Und auf ein baldiges Wiedersehen!






























