08.04.10 | 14:16 | Kollegialitäten | Musikalitäten | Kommentare 1 Kommentar

Darum also: So Why!

Es sei hier in aller Sympathie auf die Münchner Band So Why verwiesen: vier Jungs, die ziemlich coolen Funkrock spielen (und zwar hauptsächlich eigene Kompositionen). Am Schlagzeug: mein junger SZ-Kollege Philipp Crone. Gegründet haben sie die Band bereits 1991, noch zu Schulzeiten. “Spacefunk” nennen sie ihre rockig-geschmeidige Art der Musik. Gestern Abend gaben sie im Münchner Club 59:1 in der Sonnenstraße ihr erstes Konzert nach sieben Jahre Pause – und, was soll ich sagen … es war super! Die vier haben es tatsächlich (noch) drauf!

So Why im Münchner Club 59:1  (Foto: Toni Blanc)

So Why im Münchner Club 59:1 ( Foto: Toni Blanc)

“So Why” – das sind vier Freunde aus Grundschultagen, alle Anfang dreißig: Benno Pichlmaier (der Sänger mit dem portablen Keyboard und der getönten Brille), Thomas Reiter (Gitarre), Martin Düchs (Bass) und eben mein Kollege Philipp Crone (Schlagzeug), seines Zeichens Volontär bei der “Süddeutschen”, zuständig fürs “Szenario” im Münchner Lokalteil und als Drummer auch schlagendes Mitglied in der SZ-Band “Deadline”, die ich in diesem Blog bereits vorgestellt habe. Außerdem ist Philipp Crone – kein Scherz! – zweifacher Hockey-Weltmeister und also in jeder Hinsicht ein echter Haudrauf!

Am Schlagzeug: Philipp Crone   (Foto: Toni Blanc)

Am Schlagzeug: Philipp Crone (Foto: Toni Blanc)

Für jetzt.de hat Philipp Crone die Anfänge und die Geschichte seiner Band aufgeschrieben (zu lesen hier unter der Überschrift “Vier Männer und die Musik”) : von den frühen Rockstarträumen über die tatsächlichen “So Why”-Erfolge Ende der neunziger Jahre (mit regelmäßigen Auftritten und der Veröffentlichung einer CD) bis hin zu den Abzweigungen in ein “normales” Berufs- und Familienleben, die dann ein jeder von ihnen nahm. Aber jetzt spielen sie ja wieder. Und treten hoffentlich auch bald wieder auf.

Warum nicht "So Why"?   (Foto: Toni Blanc)

Warum nicht "So Why"? (Foto: Toni Blanc)

Noch ein Wort zu dem angeblich so coolen Club “59:1″ im Zentrum von München: Um 0.00 Uhr ist da allen Ernstes “Schankschluss” (sic!) – da geht dann, zumindest während der Woche,  nicht mal mehr ein Bier. It´s so Munich!

22.03.10 | 21:05 | Begegnung mit ... | Harte Realitäten | Musikalitäten | Kommentare 3 Kommentare

Schlingensief über sich … und Wolfgang Wagner

Christoph Schlingensief   (Foto: dpa)

Christoph Schlingensief (Foto: dpa)

Ich habe heute – auf der Suche nach Stimmen zum Tod von Wolfgang Wagner – mit Christoph Schlingensief telefoniert. Er ist gerade in Oberhausen bei seiner Mutter, und es geht ihm “so lala”. Man ist ja immer etwas befangen, wenn man jemanden auf seine Krebserkrankung anspricht … ich zumindest bin das. Ein einfaches “Wie geht es Dir denn?” erscheint mir in einem so ernsten Fall zu wenig, zu gewöhnlich. Aber ich kann doch auch nicht einfach fragen: Sind die Metastasen wieder da???

Schlingensief weiß das – und nimmt einem sofort jegliches Gefühl der Betretenheit. Er plappert einfach los, spricht völlig frei von der Leber weg: über seinen nerven- und kräftezehrenden “Endloskampf”, seine letzte Chemo, die “total nach hinten losgegangen” sei (Riesenallergie, Zusammenbruch, Bronchitis), dann “wieder in die Röhre”,  festgestellt: “Die Metastasen wachsen weiter”, immer dasselbe, aber jetzt nehme er wieder diese eine Tablette, die überhaupt nur bei zwei Prozent (!) aller Krebsleidenden länger als einen Monat wirke und das in der Regel auch nur bei Menschen aus dem asiatischen Raum – bei ihm, Schlingensief, wirke sie erstaunlicherweise aber auch, zumindest wenn er zwischendurch damit pausiere, seltsam, er müsse da irgendeinen asiatischen Vorfahren in der Verwandschaftslinie haben … jedenfalls ein Riesenglück, aber diese Tablette habe ihn auch sehr schlapp gemacht, und er habe eben eine “wahnsinnige Depression – permanent”, ohne Aino wäre das alles gar nicht zu ertragen, die Liebe zu dieser wunderbaren Frau helfe ihm sehr, aber ihre Beziehung sei natürlich auch von der Situation belastet (“man weiß ja nie, was morgen ist”), alles sei ja doch sehr “niederschmetternd”, andererseits sei es für ihn das größte Glück, “dass ich das alles reflektieren kann”, er brauche das: denken zu können, und auch die Afrika-Sache sei einfach ein “wahnsinniges Glück” …

Tja, und dann geht es pausen- und atemlos weiter im Schlingensiefschen Textfluss: Jetzt ist er bei seinem Opernhaus-Projekt in Burkina Faso und erzählt von der “eigenen Dramaturgie” dieses Ortes und von einer Projekteröffnungsfeierlichkeit mit afrikanischen Müttern, Kindern und sage und schreibe 12 Häuptlingen, und der Oberhäuptling habe eine Rede gehalten, in der er kundtat, dass sie von ihren Göttern und Ahnen die Zustimmung eingeholt und auch tatsächlich bekommen hätten, und das sei so eine Freude, auch wenn er, Schlingensief, ganz klar sagen müsse, dass das “permanente Missverständnis zwischen uns und denen” nie zu überwinden sein werde, man müssse sich da nichts vormachen: “Wir gehören nicht zusammen”, 95 Prozent aller Bilder aus und über Afrika, die wir gesehen und in unserem Kof haben, stammten “von Weißnasen”, das sei immer ein weißer Blick, und es gebe auch jede Menge Ethnologen und selbst ernannte Experten, die jetzt mit Tipps und guten Ratschlägen auf ihn zukämen, sich förmlich aufdrängten  … na, jedenfalls: Er fährt jetzt diese Woche wieder für zehn Tage “runter” und macht an einer Tanzschule ein Casting für ein Theaterprojekt mit dem Arbeitstitel “Via Intoleranza”, so eine “kleinere Sache”. Soll am 15. Mai beim Kunstfestival in Brüssel herauskommen, dann auf Kampnagel, dann bei Bachler in München: im neuen “Pavillon 21 Mini Opera Space” der Bayerischen Staatsoper auf dem Marstallplatz …

Es ist einfach der Wahnsinn, mit Schlingensief zu telefonieren!!! Mir schwirrt jetzt noch der Kopf. Ich kenne ihn jetzt echt schon lange, und doch frappiert mich seine intensive, hochemotionale, sprudelnd mitteilsame Art immer wieder. Er ist der offenste, verwundbarste, red- und leutseligste Mensch, den man sich vorstellen kann. Und wer das als “Masche” abtut, hat diesen Menschen nicht kapiert.

Jedenfalls musste ich ihn dann unterbrechen und seinen unablässigen Redefluss regelrecht abwürgen, denn es war bereits 16.10 Uhr, und ich wollte doch eigentlich mit ihm über den verstorbenen Bayreuther Festspielchef Wolfgang Wagner reden! Ein Statement einholen! Fürs Feuilleton ! In der Printausgabe, die gleich in Druck gehen musste!! Über Wagner und den Grünen Hügel, wo Schlingensief dereinst den “Parsifal” inszenierte, wusste er dann noch ein paar schöne Anekdoten zu berichten. Und er hatte für den alten Maestro durchaus dankbare und warme Worte übrig (anders als für dessen verstorbene Frau Gudrun).

"W" wie Wagner: Trauerbeflaggung am Grünen Hügel mit der so genannten Festspielfahne zu Ehren des am Sonntag verstorbenen Wolfgang Wagner (Foto: ddp)

"W" wie Wagner: Trauerbeflaggung am Grünen Hügel mit der so genannten Festspielfahne zu Ehren des am Sonntag verstorbenen Wolfgang Wagner (Foto: ddp)

Aber lesen Sie selbst! Schlingensief hat in seinem Schlingenblog einen Text zu Wolfgang Wagner verfasst und mir die Erlaubnis gegeben, ihn hier zu veröffentlichen.  Danke, lieber Christoph, und von Herzen gute & nachhaltige Besserung!

>>Das letzte Mal sah ich Wolfgang Wagner bei der Trauerfeier von Gudrun Wagner. Das war sehr traurig und sehr anrührend wie er da saß… das letzte Mal gesehen und auch gesprochen habe ich ihn im letzten Jahr von Parsifal kurz vor Eröffnung der Festspiele 2007.

Es gab da damals diesen kleinen Konferenzsaal, in dem die Königsfamilie Wagner in den Pausen gerne einige Auserwählte zu einem kleinen Plausch einlud. Und in diesem Raum fanden auch die Sitzungen für neue, aber auch laufende Produktionen statt. Da müssen also alle mal gesessen haben. Jedenfalls in den letzten 20 Jahren. Zu Beginn der Besprechungen zum Parsifal bekamen wir großartige Schnittchen mit Lachs, Leberwurst vom feinsten, hervorragende Fleischwaren, Getränke rund um den Globus und sogar zum Kaffee noch hervorragende Pralinen oder Kuchenstücke, die ihres gleichen suchten.

Im Verlaufe der Produktion stürzten wir aber ab und saßen bereits im zweiten Jahr nur noch mit einer von jenen Keksdosen am Konferenztisch, die man normalerweise von schlecht sehenden Großtanten kennt. Irgendwelche zerbrochenen, ausgetrockneten Plätzchen mit leicht grauer Schokoladenfüllung oder merkwürdigem Käsegeschmack. Diese Reduzierung aufs Mindeste hatte nicht nur mit der finanziellen Situation zu tun, die auch bewirkte, dass mir jedes Jahr schriftlich mitgeteilt wurde, dass nur 1000 Euro für Kostüm- oder Bühnenänderungen zur Verfügung stünden, sondern vor allem mit der dadurch sinnfällig werdenden Tatsache, dass man in der Gunst von Gudrun extrem abgestürzt war. Aber auch das war egal, weil es ja um die Arbeit ging und nicht um irgendwelche Schnittchen.

Und genau diese Arbeit, und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich noch einmal wiederholen, weil es noch immer irgendwelche Hofschranzen gibt, die behaupten, ich wäre undankbar und wolle Bayreuth nur noch schlecht reden, weil sie damit ihre Chance wittern irgendwann zum inneren Zirkel des großen Wagnerkuchens zu gehören, überhaupt nicht verstanden haben, bzw. eben immer nur Informationen aus zweiter Hand haben; denn die Arbeit in Bayreuth war, egal wie groß der Stress und die Gehässigkeiten, die Verachtung und der Widerwille an diesem Ort geschürt wurden, für mich die größte Freude, die man mir jemals bereitet hat. Die Momente, über die so viele Gerüchte kursieren, einmal live erlebt zu haben, ist eine Belohnung, die ich nicht missen möchte.

Der Prinzipal Wolfgang Wagner während seiner Verabschiedung im August 2008. Im Hintergrund sieht man seine Töchter Katharina und Eva, sie sind seine Nachfolgerinnen in der Festspielleitung.  (Foto: ap)

Der Prinzipal Wolfgang Wagner während seiner Verabschiedung im August 2008. Im Hintergrund sieht man seine Töchter Katharina und Eva, sie sind seine Nachfolgerinnen in der Festspielleitung. (Foto: ap)

Was war das für eine helle Freude, wenn Wolfgang Wagner selbst gegen den Willen seiner Frau mit mir Kontakt aufnahm, um dann ganz großartige Geschichten über die Wollunterhose von Winnie zu berichten oder über Furtwängler, der fast vom Mähdrescher auf der Judenwiese bei dem Versuch ein weiteres Blumenmädchen zu verführen, überrollt worden wäre. Da lachte Wolfgang, da blitzten seine Augen. Oder wenn er erzählte, wie er es schaffte Gelder vom Marshallplan so umzuleiten, dass sie in der Bayreuther Scheune landeten. Der Mann war ein Schlitzohr und das genoss er jede Stunde! Immer wieder tauchte er auf –  nicht nur bei mir – und sagte: “Machen Sie doch was Sie wollen. Sie haben künstlerische Freiheit! Das interessiert mich nicht mehr!”

Ich weiß noch, wie er vor der ersten Probe im zweiten Jahr auf die Probebühne kam und schrie: „Was soll das? Ist jetzt schon schlechter als im letzten Jahr!“ Da hörte man ihn in seinem tiefsten Inneren regelrecht gröhlen. Denn er liebte seine Kommentare, seine Geschichten, seine Auf- und Abtritte. Wenn er dann die große Bühne “endgültig” verließ und schrie, dass es auch der Letzte in der letzten Reihe hören konnte: “Machen Sie doch was Sie wollen. Das interessiert mich nicht mehr!”, so saß er schon 2 Minuten später wieder auf seinem eigenen Inspizientenstuhl auf der linken Seite (vom Zuschauerraum aus gesehen) oder er marschierte gleich zu Gudrun, die in ihrem Zimmer sämtliche Überwachungskameras oder Abhörmikrophone bedienen konnte.

Es war wirklich viel los in diesem kleinen Königshaus, was nicht mit Geld zu bezahlen ist. Und wenn ich dann lese, ich würde die Hand meines Arbeitgebers schlagen oder so was… dann lache ich noch lauter als Wolfgang, denn zum einen lebe und arbeite ich mittlerweile woanders und zum anderen war die Zeit mit Wolfgang so ziemlich das Tollste, was ich überhaupt je auf einer Bühne erlebt habe. Alleine in den ersten zwei Jahren Pierre Boulez erleben und von ihm lernen zu dürfen, dann zu sehen was passiert, wenn der neue Parsifalsänger plötzlich anfängt zu leben, ein wirklicher Mensch zu sein, oder im dritten Jahr zu lernen, wie einige Sänger nicht mehr über eine Verlängerung informiert wurden, weil sie sich kritisch über das Haus geäußert hatten und deshalb plötzlich umbesetzt wurden… das waren Sternstunden der Musikausbildung!

Und das Tollste war Wolfgang, der zwar im dritten Jahr stark vernachlässigt mit Löchern in der Hose durchs Haus stolperte bis sich dann Katharina für ihren Vater einsetzte und dafür sorgte, dass er nicht jeden zweiten Tag die Treppe runterfiel, wenn er immer wieder durch “sein Haus” und somit “sein Werk” schritt! Ja, so muss ich es sagen. Bei allen Alterserscheinungen fand er immer wieder Kraft in seiner Scheune, in seinen Probenräumen, den Konferenzen, den kleinen und großen Kriegen.

Wolfgang war wirklich Bayreuth! Und über Gudrun muss ich ja nichts schreiben. Aber Wolfgang hat mich sehr beeindruckt, und nach vier Jahren, als dann auch der eine Sänger nicht mehr mit am Tisch essen durfte und unser Parsifal mittlerweile mehr als positiv denn als negativ für die Entwicklung Bayreuths eingestuft wurde, (worüber nicht nur ich mich gefreut habe, sondern auch Wolfgang und Katharina), da war der Laden schon wieder ein bisschen weicher geworden. Da war es teilweise sogar richtig angenehm.

Und da endet dann auch meine kleine Geschichte über die Parsifalzeit in Bayreuth. Wir saßen wieder in diesem verwanzten Konferenzzimmer… und diesmal wurden wir mit Tramezinis der allerbesten Art überschüttet. Wolfgang und ich saßen uns gegenüber. Gudrun links, mein Team rechts und links an meiner Seite. Und Wolfgang und ich haben vor lauter Glück, dass kein männlicher Intrigant mehr am Tisch saß, sondern plötzlich so ein kleiner Frieden eintrat, unzählige dieser Toastdinger in uns reingestopft. Es brach sozusagen ein großer gemeinsamer Hunger aus. Ein Hochgenuss sozusagen, bis Gudrun dann irgendwann sagte: „Wolfgang, du bist mal wieder dein bester Gast!”, und da hörte Wolfang Wagner auf zu essen, wischte sich den Mund ab, stand auf, deutete mir an, dass er mich vorne an der Türe sehen wollte,… ich folgte ihm und dort, bei geöffneter Türe wohlgemerkt, sagte er zu mir: „Gell, das war schon toll! Das war eine tolle Sache mit uns. Wir waren doch immer Freunde, nicht wahr?”… und da habe ich „Ja, Herr Wagner” gemurmelt und musste fast heulen. Wir haben uns sogar kurz in den Arm genommen. Kurz, aber herzlich, und ich bin dann wie benommen davongegangen.

Ob die anderen noch weiter gegessen haben, weiß ich nicht mehr… und ich rufe dem alten Herren zu: AUF WIEDERSEHEN! Das ist für alle Menschen die schönste Drohung, die man so aussprechen kann. Und in diesem Falle wäre es sogar eine sehr schöne Drohung, auch wenn die Hofschranzen daraus wieder etwas Böses lesen wollen… Ich mag Bayreuth und ich bin sehr gespannt, was daraus werden wird. Auch wenn die Zeichen momentan eher auf Keksdose stehen! <<  – Christoph Schlingensief

14.03.10 | 18:32 | Fernsehkultur | Musikalitäten | Kommentare 0 Kommentare

Lena, twelve points

Lena, twelve points. Lena, douze points … Na, wer sagt´s denn! Herzlichen Glückwunsch, liebe Lena. Dann vertrete uns mal schön charmant und keck-prägnant in Oslo und gib uns wieder ein bisschen Stolz zurück! Beim Eurovision Song Contest musste man sich zuletzt ja nur noch für sein Land schämen. Das war schon nicht mehr zum Aushalten … Dieses Jahr am 29. Mai sind wir aber wieder dabei, versprochen! Und drücken für “Satellite” auch die Daumen. Schlecht ist der Song ja nicht, wenn auch nicht so unverwechselbar speziell wie seine Interpretin.

Das Schöne an Lena ist ja, dass sie so eigenwillig ist -- keines von diesen glatten 0-8-15-Glamour-Sternchen, wie man sie bei DSDS und auch sonst so gern in den Fernsehshows züchtet und protegiert. Lena hat Kopf und Charakter, zumindest wirkt sie so -- wie eine junge Frau mit Persönlichkeit (und bald auch mit Abitur). Schon die eher exzentrische Auswahl ihrer Songs war immer was Besonderes. Ihr Styling: stilvoll individueller Kreativ-Chic, nicht vordergründig auf Sex-Appeal und Primärreize ausgerichtet. Sie wirkt keck, cool, selbstbewusst, weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen. Sie ist keine von diesen hochgeschminkten Kreisch- und “I love you all”-Lieseln, die auf Big Star machen und ihre Idole eilfertig kopieren. Sie ist Lena Meyer-Landrut, Meyer mit “ey” (auch wenn sie aussieht wie die kleine Schwester von Nora Tschirner). Sie kommt aus Hannover und kann einen kuriosen British-English-Suburb-Akzent, mit dem singend zu kokettieren ihr hörbar Spaß macht. Überhaupt singt sie sehr kapriziös. Sie ist, kurzum, schon sehr bezaubernd, und sie versteht es, mit dieser originellen Kombi ein ziemlich breites Publikum zu mobilisieren, darunter, so denk´ ich mal, durchaus auch eine weniger fernsehaffine Kultur- und Intellektuellen-Klientel.

Schämen muss man sich am 29. Mai jedenfalls nicht für unseren Star aus Deutschland. Damit ist schon mal viel Land gewonnen.

Nachtrag vom 15.03, 15.35 Uhr:

Wie die Nachrichtenagentur ddp soeben meldet, hat Lena einen neuen
Charts-Rekord aufgestellt. Noch nie verkaufte sich nach Angaben von
Media Control ein Musik-Download innerhalb von drei Tagen so oft wie
das Siegerlied „Satellite“, mit dem die 18-Jährige in Oslo antreten wird.  Zwischen Freitag und Sonntag verkaufte sich „Satellite“ demnach mehr als doppelt so häufig wie Lenas zweiter (eigentlich ja besserer) Song „Love Me“.  Beide Songs machten zusammengerechnet fast die
Hälfte aller Top-Ten-Verkäufe bei den Download-Singles aus. Respekt!

19.02.10 | 14:14 | Kulinarik | Musikalitäten | Publikationen | Kommentare 0 Kommentare

Das neue “Max Joseph”: Pfui Teufel!

Huuuh …. sieht es heutzutage so aus, das Böse? Ja, an der Bayerischen Staatsoper schon …

Maxjoseph

… zumindest auf und in der neuen Ausgabe des hauseigenen Magazins “Max Joseph”, benannt nach dem Ort des Geschehens (die Staatsopern-Adresse lautet: Max-Joseph-Platz 2). Erinnert irgendwie an Heath Ledger, dieses Doppelheft-Monster – und es verbergen sich ja auch zwei richtige Joker dahinter: der ungarische Komponist und Dirigent Peter Eötvös (links) und der Münchner Dichter Albert Ostermaier. Am kommenden Montag, 22. Februar, feiert im Münchner Nationaltheater ihre Oper “Die Tragödie des Teufels” Uraufführung. Darin betritt der Teufel des 21. Jahrhunderts die Bühne, und man darf gespannt sein, welcher Gestalt er sein wird.

Albert Ostermaier ließ sich für sein Libretto von Imre Madáchs “Die Tragödie des Menschen” inspirieren, das ist so etwas wie der ungarische “Faust”. Peter Eötvös, der den Text vertont hat, zählt als Komponist und Dirigent zu den wichtigsten Musikern unserer Zeit.  Seine Bühnenwerke wie “Drei Schwestern”, “Angels in America” und jüngst “Love and other demons” werden weltweit erfolgreich aufgeführt. Den Ruhm merkt man diesem bescheiden auftretenden, freundlich zurückhaltenden Mann gar nicht an. Alle, die ihn kennen, loben ihn als einen unglaublich sympathischen, charmanten, kenntnisreichen und rhetorisch gewandten Künstler, der tatsächlich über Musik reden, Musik erklären, musikalische Vorgänge verständlich machen könne. Und den man, wie ein Kritikerkollege sagte, als Mensch einfach “liebhaben” müsse.

Ich habe bei der Präsentation des neuen Opernhefts leider nicht mit ihm gesprochen, sondern nur oben stehendes Foto gemacht, das jetzt mal aufgedeckt werden muss:

Eötvös-Ostermaier

Das neue “Max Joseph” – es ist die dritte Ausgabe unter der Chefredaktion der stilsicheren Anne Urbauer (vormals “Liebling”) – hat den Teufel gleich zum Titelhelden gemacht. Es sind satanische Hefte, “Pfui Teufel!” steht darauf – ironischer Kommentar zu den Geschmackssachen im Inneren. Etwa zu der Fotostrecke von Philipp Lachenmann, die in hochästhetischen Aufnahmen edel-, nein: ekel-kulinarische Schweinereien wie Kutteln, Kalbsfuß oder Lammhirn zeigt. Der Kinokritiker Georg Seeßlen schreibt über die Faszination des Satans im Film, und zehn Münchner sagen, wen oder was sie zum Teufel wünschen (zum Beispiel DJ Hell: “Vielfliegerei!” Oder Chris Dercon vom Haus der Kunst: “Flashmobs und Leute, die sich bei Massenveranstaltungen entmündigen lassen”). Und der Teufelsdichter Albert Ostermaier führt in dem Heft erstmals selber ein Interview: mit dem Torhelden Oliver Kahn, dem Ostermaier als Torwart der Autoren-Nationalmannschaft immer schon nachgeeifert hat. Sie sprechen über die Oper, über den Transfermarkt, über Helden und Dämonen. Und Andreas Mühe, Sohn des verstorbenen Schauspielers Ulrich Mühe, hat – wie ein heimlicher Beobachter aus dem Wald heraus – ein sehr schönes Foto von den beiden in dunklen Outdoor-Jacken am Ufer eines Kanals gemacht (neben einem Schild: “Vorsicht Lebensgefahr!”).

"Max Joseph"-Chefredakteurin Anne Urbauer

"Max Joseph"-Chefredakteurin Anne Urbauer

Es ist jedenfalls – wieder – ein sehr schönes Heft geworden, hochwertig in der Aufmachung, toller Look, stringentes Konzept, interessante Autoren (so schreibt zum Beispiel der Kulturwissenschaftler Robert Pfaller über “Das Gute am Schlechten”: Alles, was uns Freude mache und amüsiere, entstehe durch die feierliche Umwandlung von etwas Verwerflichem zu etwas Genüsslichem).

Vorgestellt wurde das Magazin gestern bei einem “Presse-Cocktail” im Münchner Hotel Louis, diesem wunderbaren neuen Stadthotel der Wirte Kull & Weinzierl mit Blick auf den Viktualienmarkt. Das dazugehörige japanische Restaurant Emiko (hervorragende Küche in drei Kategorien: japanische Haute Cuisine, Sushi/ Sashimi, Steaks) lieferte die Häppchen bei dem Empfang. Was soll ich sagen … köstlich!

Ja, ja, die Oper hat sich da nicht lumpen lassen. Und es gab auch schon eine Kostprobe aus der “Tragödie des Teufels”: Georg Nigl, Darsteller des Luzifers, sang “Luzifers Lied”. Darin heißt es:

“Ich habe einen Schnupfen/ Ich hab mich an der Welt erkältet / und ich träume mir die Welt in Kälte …”

"Ich habe einen Schnupfen": Georg Nigl singt im Hotel Louis schon mal "Luzifers Lied"

"Ich habe einen Schnupfen": Georg Nigl singt im Hotel Louis schon mal "Luzifers Lied"

Opernintendant Klaus Bachler (früher Direktor des Wiener Burgtheaters) scheint sehr stolz zu sein auf seine Teufelsoper und betonte, wie selten solche Uraufführungen – wirklich große Auftragswerke für neue Opern – im Bereich Musiktheater sind.

Opernintendant Klaus Bachler (links) mit Chris Dercon, der das Münchner Haus der Kunst leitet

Opernintendant Klaus Bachler (links) mit Chris Dercon, der das Münchner Haus der Kunst leitet

Die Spannung ist jedenfalls groß. Aber man weiß ja: Der Teufel steckt im Detail … und das sehen wir dann am Montag.

16.02.10 | 23:00 | Fernsehkultur | Musikalitäten | Kommentare 5 Kommentare

Lena nach Oslo!

Habe gerade auf Pro Sieben -- in grober Missachtung meines mir heute selbst auferlegten Fernsehverbots -- in Stefan Raabs Castingshow “Unser Star für Oslo” reingezappt. Und da bin ich auf ein absolut bezauberndes Wesen namens Lena Meyer-Landrut gestoßen, mit süßem Mini-Hängerchen und hochgesteckten Haaren -- eine Mischung aus Audrey Hepburn, Nora Tschirner, bisschen Björk und was sehr Eigenem. Mag sein, dass schon alle von ihr reden und nur ich wieder nichts mitbekommen habe. Jedenfalls haben mich der Song, mit dem die 18-Jährige auftrat, und ihre eigenwillig-charmante, angenehm DSDS-untypische Performance/ Erscheinung/ Interpretation spontan begeistert: “Diamond Dave” von The Bird and The Bee. Kannte ich überhaupt nicht … gleich bei YouTube gesucht. Zu hören hier:

P.S.: Ich habe erstmals bei so einer Castingshow eine sms geschickt: an die Nummer 40400. Mit dem Buchstaben “I” -- “I” stand für Lena!

12.01.10 | 17:46 | Fernsehkultur | Musikalitäten | Kommentare 0 Kommentare

Die schönste Oper & die Superhymne

Zugegeben, ich habe die Wette verloren: Nicht Mozarts “Zauberflöte” hat das 3sat-Wettrennen um die “schönste Oper aller Zeiten” gemacht, sondern Verdis “La Traviata”. Die “Zauberflöte” führt als traditioneller Favorit der Deutschen zwar alle Opernspielpläne an, aber was ich nicht bedacht habe: Bei so einer TV-Chart-Show fällt natürlich ganz stark das, was gezeigt wird, ins Gewicht -- und da ist der Star- und Glamourfaktor, ja, auch der emotionale Faktor bei Verdis “La Traviata” doch sehr viel größer (und fernsehkompatibler) als bei der “Zauberflöte” -- zumal wenn, wie hier, Willy Deckers furiose Inszenierung für die Salzburger Festspiele aus dem Jahr 2005 ins Rennen geschickt wird: mit der fabelhaften Anna Netrebko und dem temperamentvollen, um nicht zu sagen: supersüßen Ronaldo Villazón. Was hier gewählt wurde, ist nicht zuletzt das schönste Operntraumpaar aller Zeiten.

Hier noch mal zum Reinhören und Sattsehen:

Die Finalshow selbst unter der Moderation des Stargeigers Daniel Hope konnte ich -- geburtstagsbedingt -- leider nicht sehen, habe aber nicht viel Rühmliches gehört. War es wirklich so grotesk, wie Freunde mir berichteten? Egal: Der Weg war das Ziel, und der hatte für alle Opernfreunde sein Gutes.

Zur selben Zeit, als Deutschland noch die Superoper suchte, präsentierte das Ruhrgebiet stolz seine neue Superhymne, komponiert, getextet und gesungen vom Pott-Barden Herbert Grönemeyer: “Komm zur Ruhr” -- der offizielle Bauchpinsel- und Wohlfühlsong zur Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Ruhr reimt sich darin verlässlich auf “ur”, aber auch auf “stur” und “Natur” -- fehlt eigentlich nur das Wort “Kultur”. Mit der Oper verbindet den Hymnus die orchestrale Begleitung und der Umstand, dass man den Text schwer versteht:

“Wo man nicht im Scheine ringt …???”  -  “Wo man gleich den Kern beleckt …???”  -  Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich versteh auch immer “schnackellos weil verliebt wetterfest …”  Und was hat es mit dieser Schaum(er)schlägerei auf sich?

Für alle Fälle: Hier der reine Wortlaut in aller Reimakrobatik, ohne Gesangsgenuschel. So weit, so ur … (tümlich):

Komm zur Ruhr

Wo ein rauhes Wort dich trägt,
weil dich hier kein Schaum erschlägt
wo man nicht dem Schein erliegt
weil man nur auf Sein was gibt.
Wo man gleich den Kern benennt
und das Kind beim Namen kennt
Von klarer offner Natur
Urverlässlich, sonnig stur
Leichter Schwur,
komm zur Ruhr
Schnörkellos ballverliebt wetterfest und schlicht
geradeaus, warm, treu und laut
hier das Leben da der Mensch, dicht an dicht
Jeder kommt für jeden auf, in Stahl gebaut.
Und der Hang, zum dürretrockenen Humor
Und der Gang, lässig und stark
Wer morgens verzagt hat’s mittags längst bereut
Es ist wie es ist, es wird Nacht und es wird Tag.
Wo ein rauhes Wort dich trägt,
weil dich hier kein Schaum erschlägt
wo man nicht dem Schein erliegt
weil man nur auf Sein was gibt.
Wo man gleich den Kern benennt
und das Kind beim Namen kennt
Von klarer offner Natur
Urverlässlich, sonnig stur
So weit so pur,
komm zur Ruhr.
Leute geben
Leute sehn
Sie bewegen
sie verstehn.
Alle vom Flussrevier
Dass der Rhein sich neu genießt
liegt an diesem Glücksgebiet
Alles fließt alles von hier
Wo ein Wort ohne Worte zählt,
Dir das Herz in die Arme fällt
Wo woher kein Thema ist
Man sich mischt und sich nicht misst
Wo man gleich den Kern benennt
und das Kind beim Namen kennt
Von klarer offner Natur
Urverlässlich, sonnig stur
Das ist Ruhr,
Seelenruhr
Von schwerverlässlicher Natur
Urverlässlich, sonnig, stur
So weit, so ur
Seelenruhr.
Ich mein ja nur
Komm zur Ruhr

28.12.09 | 12:17 | Fernsehkultur | Musikalitäten | Nicht verpassen | Kommentare 10 Kommentare

Die schönste Oper aller Zeiten

Persönliche Bestenlisten anzulegen, macht Spaß und durchaus auch Sinn, wie wir nicht erst seit Nick Hornbys Roman “High Fidelity” wissen. Egal, ob man seine „Top Five in Brüche gegangener Beziehungen“ festlegt, wie Hornbys Romanheld Rob Gordon, oder sich in leidenschaftlicher Selbstbefragung zu zehn Lieblingfilmen oder Lebensbüchern durchringt – es verlangt Entscheidungsfreude und Bekennertum, man muss Prioritäten setzen, und das schafft Ordnung im Herzen und im Hirn. Es kann natürlich auch in einen ultimativen Chartshow-Wahnsinn ausarten (“Die erfolgreichsten Cover-Songs/ Rock Classics/ Casting-Stars/ Grand-Prix-Songs/ Après-Ski-Hits/ Rock-Pop-Christmas-Songs etc. … aller Zeiten”), wie ihn etwa RTL seit Jahren in endlosschleifender Fortsetzungsbeliebigkeit betreibt.

Jetzt hat auch das Kulturfernsehen das Prinzip Hitparade entdeckt. Nachdem bereits ARTE 2008 den größten Dramatiker aller Zeiten wählen ließ (die Wahl fiel selbstverständlich auf Mister Shakespeare), zeigt 3sat im Verbund mit dem ZDFtheaterkanal “Die schönsten Opern aller Zeiten” – mit dem Ziel, die allerschönste zu küren. Es sei, so loben sich die Sender, “ein Schwerpunkt zum Thema Opern, wie es ihn in dieser Dichte und Qualität im Fernsehen noch nie gegeben hat”.

Zehn Opern, die in einer Vorauswahl per Zuschauerabstimmung ermittelt wurden, stehen zur Auswahl, als da wären:

Die zehn Werke werden zur Zeit auf 3sat, dem ZDFtheaterkanal und auf dem Kabelmusiksender Classica in verschiedenen Inszenierungen ausgestrahlt, davor gibt es jeweils eine Dokumentation zur Einführung in die entsprechende Oper. Bildungsfernsehen par excellence.

Wagners “Lohengrin” in der Inszenierung von Richard Jones an der Bayerischen Staatsoper machte am Samstag den Anfang, gefolgt von der Strauss-Oper “Der Rosenkavalier” am gestrigen Sonntag. Heute geht es weiter mit Beethovens “Fidelio” in einer Inszenierung von Pierluigi Pier’Alli (Valencia 2006). Musikalische Leitung: Zubin Mehta. Mit Peter Seiffert, Waltraud Meier, Matti Salminen. Erstausstrahlung auf 3sat um 20.15 Uhr.  Die Einführung beginnt um 19.20 Uhr.

Hier noch ein schneller Programmüberblick über die nächsten Operntermine auf 3sat:

Di, 29. 12.: Puccini “Tosca”

Mi, 30.12.: Verdi “Aida”

Fr, 01.01.: Mozart “Don Giovanni” (es handelt sich um Martin Kusejs Inszenierung bei den Salzburger Festspielen 2006, mit Thomas Hampson und Christine Schäfer)

Sa, 02.01.: Puccini “La Bohème” (Robert Dornhelms empfehlenswerte Opernverfilmung mit Anna Netrebko und Rolando Villazón, hab ich neulich erst im TV gesehen)

So, 03.01.: Mozart “Die Zauberflöte”

Mo, 04.01.: Bizet “Carmen”

Di, 05.01.: Verdi “La Traviata” (Willy Deckers gerühmte Inszenierung für die Salzburger Festspiele 2005 – mit dem Operntraumpaar Netrebko und Villazón)

Die “schönste Oper aller Zeiten” wird in einer großen Finalshow am Samstag, den 9. Januar um 20.15 Uhr live in 3sat
ermittelt (Wiederholung am 10. Januar, 19.40 Uhr im ZDFtheaterkanal).  Abstimmen können Sie hier, wenn Sie auf das rote “Voting”-Fenster klicken.

Fragt sich nur, wie das Kritierium “schön” zu handhaben ist. Was macht eine Oper zur “schönsten”? Wenn sie, wie bei Mozart, viele Noten und einen märchenhaften Zauber oder wenn sie, wie bei Verdi, ein trauriges Frauenschicksal zum Thema (und am besten noch die Netrebko in der weiblichen Hauptrolle) hat? Zählen die Tränen, die man dabei unterdrückt oder die Arien zum Mitsummen? Ich will damit sagen: “Schön” ist als Wettbewerbs-Kriterium natürlich ein Quatsch, wir sind hier schließlich nicht bei einer Miss-Wahl. Es kann bei diesem Opern-Ranking allenfalls um Beliebtheit gehen.

Daher mein Tipp: Mozarts “Zauberflöte” wird das Rennen machen – vor Verdis “La Traviata”. Gemäß der Statistik des Deutschen Bühnenvereins war “Die Zauberflöte” im vergangenen Jahrzehnt die meistgespielte Oper in Deutschland und auch weltweit steht sie ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

17.12.09 | 22:10 | Kollegialitäten | Musikalitäten | Nicht verpassen | Kommentare 0 Kommentare

Deadline!

Die Deadline ist für Journalisten gemeinhin ja ein Graus: sitzt einem im verspannten Nacken und löst Adrenalinschübe aus. Nicht so bei der SZ: Da hat der Terminus buchstäblich einen sehr erfreulichen Klang, ja, es gibt sogar eingefleischte Deadline-Fans, die voll darauf abfahren, denn wenn bei uns ein Deadline-Termin ansteht, bedeutet das alles andere als Stress – dann rockt hier die Redaktion!

15 Kollegen, die nicht nur des gehaltvollen Schreibens, sondern auch des ungehemmten Musizierens mächtig sind, bilden jene ressortübergreifende Band, die sich im Spätsommer letzten Jahres spontan gegründet hat, als es darum ging, das Abschiedsfest zum Auszug der “Süddeutschen” aus der Sendlinger Straße zu gestalten. “The Last Time” von den Rolling Stones war damals der sentimentale Höhepunkt, aber auch mit Rockklassikern wie “Me and Bobby McGee”, “Time Warp” oder “Brown Sugar” heizten einem die Deadliners – darunter meine Feuilletonchefs Andrian Kreye (Saxophon) und Thomas Steinfeld (Bass) – ganz schön ein.  Mannomann, war das eine Stimmung! Was als einmaliger Auftritt unter Kollegen und Freunden gedacht war, stieß auf eine derartige Begeisterung, dass das Fortbestehen der Band geradezu eingefordert wurde. Im neuen Hochaus hat man den Redaktionsrockern sofort einen Probenraum eingerichtet, und als Deadline in diesem Sommer bei der “SZ-Nacht der Autoren” auftrat, waren alle ganz aus dem Hochhäuschen.

Wer erleben möchte, wie die SZ abgeht, wenn sie rockt, hat an diesem Wochenende auf dem Münchner Winter-Tollwood-Festival Gelegenheit dazu: Am Samstag, 19. Dezember, gibt die Redaktionsband ab 19.30 Uhr  im Weltsalon auf der Theresienwiese ihr (mittlerweile bereits zweites) Tollwood-Benefizkonzert. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Spenden für die Aktion “Zivilcourage statt Zivilblamage” der Lichterkette e.v. gebeten. Deadline-Coverhits wie “Summertime”, “You can leave your hat on” oder “Summer of ´69″ sind ebenso garantiert wie die bayerisch-souveräne Coolness von Bandleader Karl (“Charly”) Forster, der als “James Last der SZ” seine Truppe fast so gut im Griff hat wie die Tastatur seiner Hammondorgel. Als Gast an der Gitarre präsentiert Deadline diesmal Mister Conrad Tribble, den US-Generalkonsul in München. Rhythm ist it – und Dabeisein ist alles!

Toi toi toi, liebe Kollegen, Ihr seid großartig!

07.11.09 | 15:00 | Musikalitäten | Trouvaillen | Kommentare 0 Kommentare

Schönes Turbowochenende!

“After hours” heißt dieser Song des dänischen Trios TURBOWEEKEND. Habe ich heute auf Last.fm entdeckt. Das Video zeigt sehr schön, was passiert, wenn man zu viele Überstunden macht und sich kein freies Wochenende gönnt (und man am Ende den Wald vor lauter Büroleuchten nicht mehr sieht). In diesem Sinne: Schönes Wochenende! Lieber raus ins Grüne, als grün anlaufen vor Frust. Nur so wehrt man sich gegen den glibbrigen Büro-Slime.

06.11.09 | 14:17 | Geht wieder | Musikalitäten | Kommentare 0 Kommentare

Lost & Found

Hurra, Rolando Villazon hat seine Stimme wiedergefunden! Wo war sie bloß? Im CD-Regal des Tenors konnte sie sich wohl kaum versteckt haben, so spärlich gefüllt und aufgeräumt, wie es ist. Wahrscheinlich hat sich die Schöne den Notenschlüssel geklaut und ist ins Stimm-Spa abgehauen, um sich mal so richtig genüsslich auszuschweigen. Ist ja auf Dauer nicht auszuhalten: immer nur Verdi, Puccini, Gounod in den höchsten Tönen, und das auch noch mit so einem hypermotorischen Quassel- und Zappelphilipp wie Don Villazon …

Jetzt ist sie zurück, die Gute, und wir danken ihr in den Worten des Meisters “with the bottom of our hearts”.