21.07.10 | 17:55 | Ausgezeichnet! | Festivitäten | Kommentare 0 Kommentare

Kulturempfang im Münchner Volkstheater

Empfang-Dekollete

Alle Jahre wieder zur Sommerzeit lädt der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude zum Kulturempfang, und jedesmal wieder stellt sich vielen Menschen aus der K.-u.-K.-Szene (Künstler und Kreative) die Frage, warum der oder die eine Einladung bekommen hat, sie oder er aber nicht. Wo wir doch alle so kreativ sind! Rätselhafte Gästelistenwahl … Aber nur so bleibt´s wohl spannend.

Alle lauschen Ude

Alle lauschen Ude

Noch immer das In-Getränk: Aperol Sprizz - aber schon geht der Drink "Hugo" in Konkurrenz, ein Holundersirup-Weinschorle-Mix.

Noch immer das In-Getränk im Sommer: Aperol Sprizz - aber schon geht der Drink "Hugo" in Konkurrenz, ein Holundersirup-Weinschorle-Mix.

Geladen wurde diesmal in den Garten des Volkstheaters und der angeschlossenen Restauration, die passenderweise “Volksgarten” heißt und nicht nur als Restaurant, Bar und Lounge, sondern auch wegen der extrem gut aussehenden (und auch noch unglaublich freundlichen) Kellner sehr zu empfehlen ist.

Volkstheater-Intendant Christian Stückl war leider nicht zugegen, weil er in Salzburg ja die Wiederaufnahme des “Jedermann” proben muss,  aber es dürften ihm die Ohren geklingelt haben, so sehr, wie Ude ihn gelobt und die guten Auslastungszahlen seines Hauses hervorgehoben hat. Aber der OB hat in diesem Fall ja recht. Stückl – und das sind jetzt meine Worte – ist einfach ein Glücksfall für das Volkstheater, und für Oberammergau, wo er schon zum dritten Mal die Passionsspiele inszeniert hat,  ist er gar ein Segen. Die Oberammergauer sollten jeden Tag drei Vaterunser beten aus Dankbarkeit, dass sie ihn haben, statt ständig gegen ihn zu intrigieren …

Der Architekt Peter Lanz erhält von Oberbürgermeister Ude die Medaille "München leuchtet" in Gold.

Der Architekt Peter Lanz erhält von Oberbürgermeister Ude die Medaille "München leuchtet" in Gold.

Dem Architekten Peter Lanz, dem man seine 80 Jahre nun wirklich nicht ansieht, wurde bei dem Kulturempfang die Medaille “München leuchtet” in Gold verliehen. Für einen Berliner wie ihn – er lebt und wirkt allerdings seit seinem 21. Lebensjahr in München und hat das moderne Gesicht der Stadt architektonisch mitgeprägt – eine ganz große Sache, Lanz zeigte sich auch entsprechend gerührt. Kulturreferent Hans-Georg Küppers kam selber zwar nicht zu Wort, wurde aber von Ude mit dem Satz zitiert: “München ist selbst bei Regen noch schöner als Hamburg oder Berlin bei Sonne” – was Ude als Beleg für die “beängstigende Integrationskraft Münchens” sah, ist Küppers doch ein Zugereister aus Bochum.

Ließ sich schon mal blicken, wenn auch nur kurz: Johan Simons, der neue Intendant der Münchner Kammerspiele, der am 7. Oktober startet. An seiner Seite: Interims-Ko-Chefin Christiane Schneider.

Ließ sich schon mal blicken, wenn auch nur kurz: Johan Simons, der neue Intendant der Münchner Kammerspiele, der am 7. Oktober startet. An seiner Seite: Interims-Ko-Chefin Christiane Schneider.

Was gab´s sonst? Johan Simons, der künftige Intendant der Kammerspiele, schaute kurz vorbei, leger wie immer, war aber auch schnell wieder weg. Muss wahrscheinlich proben (sein Start ist am 7. Oktober) – und er kennt ja auch noch keinen. Die immer originelle Petra Perle, Wirtin im Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums, hatte ihr Pracht-Dekolleté mit Stickern bestückt (siehe Foto) und gab keine Ruhe, bis man sie ihr abpflückte. Der meinige trägt die Aufschrift: “Normale Menschen machen mir Angst”. Hm. Könnte vielleicht was dran sein.

Petra Perles Pracht-Dekolleté: mit vielen Stickern vor der Hütt´n - und der Aufforderung, sich einen zu pflücken.

Petra Perles Pracht-Dekolleté: mit vielen Stickern vor der Hütt´n - und der Aufforderung, sich einen zu pflücken.

Mehrere Schriftsteller gesichtet. Zum Beispiel Uwe Timm, Tilman Spengler, Friedrich Ani, aber nur wenige Schauspieler. Die meisten Menschen kannte ich überhaupt nicht … Wer in dieser Stadt nicht alles Kultur schafft! Meist bleiben die einzelnen Szenen auch bei so einem Empfang wieder unter sich – das vermischt sich nicht wirklich. Vom Theater war hauptsächlich die freie Szene vertreten, in der ich reise- und feuilletonjobbedingt kaum mehr engagiert bin. Viele von denen lange nicht mehr gesehen. Meine Güte, wie alt wir alle geworden sind! Man kennt sich jetzt seit fast zwanzig Jahren, manche kennen sich noch länger … und entweder gibt es keine neuen Jungen oder sie wurden nicht eingeladen. Oder wollen die etwa nicht kommen und hecken irgendwo etwas ganz Krasses, Anarchisches aus? Jedenfalls, das muss gesagt werden: Der Kulturempfang ist tendenziell recht brav und überaltert.

Stelldichein der Münchner Kulturszene

Stelldichein der Münchner Kulturszene

Mir fehlten ein bisschen die Originale, die schrillen Typen und Outfits. Aber dann war ich lange mit dem Tanzwerkstattmeister Walter Heun im Gespräch, der seit letztem Jahr das Tanzquartier Wien leitet, und der lobte die Münchner Lockerheit. Er sagte, so ein Kulturempfang wäre in Wien gleich eine viel steifere, offiziösere Angelegenheit, und ich ahne: Der Heun hat recht. Das ist schon ganz gut so in München, sehr lässig und gelassen. Mehr schreibe ich jetzt auch nicht dazu, sondern lasse einfach ein paar Bilder sprechen.

Schauspieler Jochen Striebeck mit seiner Freu. Wer da in der Mitte durchlugt, ist der Architekt und Karikaturist Gabor Benedek.

Schauspieler Jochen Striebeck mit seiner Frau. Wer da in der Mitte durchlugt, ist der Architekt und Karikaturist Gabor Benedek.

Künstlerecke - mit Martin De Mattia (links) vom Künstlerduo M + M und Klaus von Gaffron, der mit dem Hut

Künstlerecke - mit Martin De Mattia (links) vom Künstlerduo M + M und Klaus von Gaffron, der mit dem Hut

Links von mir: der Schriftsteller Friedrich Ani, rechts: Daniela Weiland (Bayerisches Fernsehen / Literatur und Kunst) und Sabine Rinberger, Chefin des Valentin-Karlstadt Musäums)

Links von mir: der Schriftsteller Friedrich Ani, rechts: Daniela Weiland (Bayerisches Fernsehen / Literatur und Kunst) und Sabine Rinberger, Chefin des Valentin-Karlstadt Musäums.

Grandes Dames der Münchner Theaterszene: Cornelie Müller (Büro für Angelegenheiten) und Anette Spola, (TamS-Chefin)

Grandes Dames der freien Münchner Theaterszene: Cornelie Müller (Büro für Angelegenheiten) und Anette Spola (TamS-Chefin)

Tanzproduzent Walter Heun mit der Kultur-PR-Frau Ute Armanski

Tanzproduzent Walter Heun (neuerdings beruflich in Wien) mit der Kultur-PR-Frau Ute Armanski

Theaterexperimentator Manfred Killer (i-camp)

Theaterexperimentator Manfred Killer (i-camp)

Immer attraktiv: die Volksgarten-Bar(keeper)

Immer attraktiv: die Volksgarten-Bar(keeper)

München leuchtet ... sogar nachts

München leuchtet ...

Da war der Chef schon längst gegangen: Marc Gegenfurtner, persönlicher Mitarbeiter des Kulturreferenten Küppers

Da war der Chef schon längst gegangen: Marc Gegenfurtner, persönlicher Mitarbeiter des Kulturreferenten Küppers

Mein lieber SZ-Kollege Franz Kotteder mit dem Schauspieler Arthur Klemmt (bei dessen Namen ich mir nie den Scherz verbieten kann: Ein Mann, ein Satz) und der Theaterleiterin Angelika Fink (PATHOS transport).

Mein lieber SZ-Kollege Franz Kotteder (Mitte) mit dem Schauspieler Arthur Klemmt (bei dessen Namen ich mir nie den Scherz verkneifen kann: Ein Mann, ein Satz) und der Theaterleiterin Angelika Fink (PATHOS transport).

Schön war´s, spät war´s - und jetzt Schluss

Schön war´s, spät war´s - und jetzt heim

17.07.10 | 14:42 | Festivitäten | Kollegialitäten | Kommentare 0 Kommentare

SZ-Sommerfest

SZ-Sommerfest-Titel

Urlaub vorüber, das Zeitungsgeschäft hat mich wieder. Noch gibt es sie ja, die gute alte SZ als Printmedium, sogar mit neu gewähltem Chefredakteur (ab Januar 2011: Kurt Kister), und da schau an: Die Theaterkritik haben sie auch noch nicht abgeschafft!

Am Donnerstag gab es gleich mal das SZ-Sommerfest, nun schon zum zweiten Mal im neuen Hochhaus in Berg am Laim. Früher, als wir noch in der Sendlinger Straße waren, hieß es “Hoffest” und wurde von den Azubis im Innenhof des alten Verlagsgebäudes organisiert. Hoffest kann man es nicht mehr nennen, weil wir ja keinen richtigen Hof mehr haben, sondern … ähm, eine Plattform, einen Ein- bzw. Zugangsbereich oder allenfalls einen Vorhof, halt dieses Pflaster zum Hochhaus, das wir einfach nur “draußen” nennen (“Gehn wir raus?”) – eigentlich die einzige wirkliche Freigangmöglichkeit zwischen Autobahn, Dachser LKW- und Gleisgelände, zumindst bei schönem Wetter.

Das Wetter war schön, die Event-Abteilung hatte Bierbänke aufgestellt und alles mit Sonnenblumen dekoriert, es gab Freibier und Gegrilltes, und auch die “Schwuhplattler”, die schwulen Schuhplattler, sind mal wieder aufgetreten. Der Weißwein versiegte zwar schon gegen zehn (und mein Kollege Johan behauptet, er versagte auch) – aber a bissl wos geht bekanntlich immer (noch). Hier mein kleines Foto-SZenario:

09.07.10 | 10:51 | Festivitäten | Off-Office | Kommentare 0 Kommentare

München-Kick III: Sommerfest Stadtmuseum

Stadtmuseum-Plakat

Meine letzte Urlaubswoche neigt sich dem Ende zu, und noch immer gebe ich mir nach den Aufenthalten im Sächsischen und Brandenburgischen den speziellen München-Kick. Gestern, beim Sommerfest des Stadtmuseums und des dazugehörigen Cafés, war das gleich ein richtiggehender München-Flash: Prä-Oktoberfeststimmung, Maßkrüge, Dirndl, Lederhosen. Mit Live-Voixmusik, aufgspuit vom “Niederbayerischen Musikantenstammtisch”.

Stadtmuseum-Blasmusi

Minga at its very best. Ich mit Trägertop und Sommerröckchen komplett underdressed. Aber seit wann trägt man denn Dirndl zum Stadtcafé-Sommerfest?

Ach so: Das trachtlerische Outfit vieler Gäste war der neuen Ausstellung im Stadtmuseum geschuldet, die bei diesem Sommerfest mit der obligatorischen Ude-Einlage und einer weiteren Rede der neuen Stadtmuseumsdirektorin Isabella Fehle eröffnet wurde: “Das Oktoberfest 1810-2010″ – eine Ausstellung zur Jubiläums-Wiesn.

Stadtmuseum-Tanz

Da ich erst um neun eingeradelt bin und mich dann gleich festgequatscht habe, habe ich leider nicht nur die neue Direktorin, sondern auch den Rundgang durch die Ausstellung versäumt. Als ich rein wollte, haben sie gerade zugemacht. Aber ich hab wenigstens das bescheuerte Plakat fotografiert, siehe oben. Das gelbe Kautschuktier hielt ich auf den ersten Blick für einen von einem Lebkuchenherzen verdeckten Gummi-Quietsch-Elefanten – aber es handelt sich bei näherer Betrachtung um ein Hendl.

Stadtmuseum-Sommerfest

Weil ich doch neulich den Schumann´s-Garten im Hofgarten so gelobt habe: Der Innenhof des Stadtcafés darf in dieser Hinsicht nicht ungerühmt bleiben, gehört er doch ebenfalls zu den schönsten gastronomischen Sitzplatzoasen unserer kleinen Stadt, und als die Süddeutsche noch im Zentrum zuhause war, da, wo eine Zeitung hingehört, da verbrachten weiß Gott viele SZ-ler hier ihren Feierabend … und so manche feucht-fröhliche Stunde danach. Wir befürchteten ja schon, das Stadtcafé würde ohne uns eingehen, aber, nun ja – jetzt muss man froh sein, wenn einen die Kellner noch kennen und der nette Paul einem ein Freibier ausgibt.

Servusheimat

Minga, I mog di. Mit all deinem Hendl-Herzerl-Devotionalienkitsch. Und die Oktoberfest-Ausstellung schau ich mir auch noch an. Aber das hat Zeit – draußen lockt der Sommer.