Sauber, sog i!
Münchner Fußgänger-Container-Tunnel: So sauber, dass man sich drin spiegeln kann
München, Innenstadt. Bin neulich Abend nach einer Premiere in den Kammerspielen bei Schneewetter Richtung Odeonsplatz gestiefelt. An der Alten Residenzpost, Maximilianstraße / Ecke Residenzstraße, ist da jetzt diese Baustelle. Es entsteht hier, auf einer Fläche von mehr als 4500 Quadratmetern, das sogenannte Palais an der Oper. Die Passanten werden an der Fassade entlang durch so einen Baucontainer-Fußgängertunnel geschickt. Eigentlich nichts Besonderes. Aber in München schon!

Das bayerische Reinheitsgebot - jetzt auch in Fußgänger-Schleusen!
Geht man da durch, wird man von der Sauberkeit, Weißheit, ja von der geradezu strahlenden Reinheit dieses Containerschleusengangs direkt geblendet. Unglaublich! Fast schon wollte ich meine Stiefel ausziehen, um nur ja keinen Matsch reinzutragen. An den – hell erleuchteten – Blechcontainerwänden fand sich überhaupt kein Geschmiere, kein einziges Graffitto, nicht einmal ein Strichlein, kein kitzekleines Kritzelchen. Alles blitzeblank, wie von Meister Proper und Herrn Domestos persönlich gescheuert.
Wer ein bisschen rumkommt in Deutschland oder sonstwo auf der Welt und zum Beispiel die Hausfassadenbeschmierungsnot der Berliner kennt, der kommt zu der unbefleckten Erkenntnis: Das gibt es nur in München!
Die Frage ist nur, ob man so viel Saubermännlichkeit dem bayerischen Reinheitsgebot zurechnen und mithin als ursprünglich und pur begrüßen oder nicht vielleicht doch eher gespenstisch finden soll …
1 Kommentar »
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Herrlich beobachtet!
))
Comment by WeißFerdl — Dezember 9, 2010 @ 10:30 am