Herbst-Haiku
Grüß Gott, liebe Blog-Leser,
ich war ein wenig abgetaucht (Sonne tanken auf Kreta
… und kaum zurück, führte mich mein erster theaterkritischer Einsatz in der neuen Saison vier Tage lang in den Ruhrpott: zur Spielzeiteröffnung in Bochum, von der ich heute erst zurückkam), ich bitte um Nachsicht und um Verzeihung für die lange Pause.
Aber jetzt geht´s wieder los: das Theater und überhaupt! Jetzt kommt der Herbst, und wer jetzt (noch) kein wärmendes Gedicht hat, sollte seiner Seele schleunigst ein lyrisches Winterquartier bauen. Hier kommt zur Einstimmung schon mal ein neues Franken-Haiku von Fitzgerald Kusz, “eben erst geschrieben”, wie er in seiner Mail versichert. Das gibt es NUR IN DIESEM BLOG! Die hochdeutsche Rohübersetzung hat Herr Kusz diesmal vorsichtshalber gleich selber mitgeschickt, nicht ohne kritisch festzuhalten, dass die Übersetzung mal wieder beweise, “wie unpoetisch das Hochdeutsche” eigentlich sei: >>Wenn man die in der Hochsprache unüblichen Diminutiva “lä” bei ”käfälä” und “breddlä” weglässt, ist das Haiku so gut wie gestorben!<<
Hm, stimmt schon irgendwie. Es geht halt nichts über das Fränggische. Welch eine Poesie allein in diesem “ä” liegt! Dankschää, Herr Kusz!
fitzgerald kusz
herbst-haiku
ä junikäfälä affm fensdäbreddlä
du bisd obbä schbeed droo:
dä summä is vobei
Hochdeutsche Roh-Übersetzung:
ein junikäfer auf dem fensterbrett
du bist aber spät dran:
der sommer ist vorbei
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