12.07.10 | 11:15 | Off-Office | Kommentare 0 Kommentare

München-Kick IV: Bergwandern am Taubenstein

Blog-Taubenstein

Es gibt nichts Besseres, um sich seine München-Gefühlssicherheit zurückzuholen, als in die Berge zu fahren. Die liegen tatsächlich vor der Haustür, und ihre Schönheit, kombiniert mit der Tatsache, dass sie so leicht zu haben ist – ohne

Du und die Kuh

Ene mene muh, die Kuh ... bist Du!

Urlaubsbuchung, ohne Flug in ein fernes Land, ohne aufwändige Planung -, ist jedesmal wieder unfassbar.

Man braucht nicht einmal ein Auto, man nehme einfach nur die BOB, das ist – zur Erklärung für alle Uneingeweihten – die Bayerische Oberlandbahn, die vom Hauptbahnhof München auf drei Strecken ins Alpenländische vordringt: nach Lenggries, Tegernsee und Bayerischzell.

Egal welche Richtung, überall ist´s schön

Egal welche Richtung, überall schön

Sie ist an vielen schönen Wochenenden schon am frühen Morgen gestopft voll, und ich habe mir erzählen lassen, dass es schon zu regelrechten Kämpfen mit jenen Fahrgästen gekommen ist, die mit dem Rad unterwegs sind und damit den Fußwanderern zu viel Platz wegnehmen. Da soll es vor Abfahrt am Hbf München sogar schon zu Polizeieinsätzen mit der “Räumung” von Radlern gekommen sein. Blog-Blumenwiese

Wer es aber schafft, mit der BOB ins Alpenvorland vorzustoßen und gegebenenfalls noch den Bus nimmt, dem stehen die Berggipfel frei zur Auswahl. Ich war mit meiner Freundin Caco unterwegs. Unser Ziel an meinem letzten Urlaubstag: der Taubenstein. Und zum Essen – sehr wichtig! – noch rüber zum Rotwandhaus, weil da die Küche so gut ist.

Blick vom Rotwandhaus

Blick vom Rotwandhaus

Bayerische Bilderbuchfamilie (mir unbekannt, nicht gestellt - das gibt´s hier wirklich und tatsächlich)

Bayerische Bilderbuchfamilie (mir unbekannt, nicht gestellt - das gibt´s hier wirklich und tatsächlich)

Zur Zeit wird das Rotwandhaus renoviert, und es gibt nur eine Behelfsküche, aber selbst die lässt sich nicht lumpen – überhaupt ist und tut essen nirgends so gut wie oben aufm Berg, nach einer mehrstündigen, schweißtreibenden Wanderung.

Auch die Stille da oben, durchzogen nur vom Säuseln des Windes und dem Klingklang der Kuhglocken, ist eine ganz besondere, großartige, hoheitsvolle. Sie in sich aufzunehmen, befreit total.

Bei 34 Grad schwitzt man so einiges weg. Deshalb sind wir am Ende zur Abkühlung schnell noch in den Spitzingsee gesprungen.

Und wen sehe ich da, als wir an der Uferpromenade zu unseren Sachen zurückliefen? Julian Nida-Rümelin mit Ringellöckchen und Badehose, malerisch hingegossen auf einer Bank am Seeufer, in geradezu griechisch-antikischer Denkerpose, mit einem Diktaphon in der Hand, in welches er in deutlich vernehmbarer Lautstärke etwas Bioethisch-Philosophisches sprach – seinen nächsten Vortrag wahrscheinlich. Hach ja, wen die Berge nicht alles inspirieren.

Aber schon ärgerlich, dass ich da grade meinen Fotoapparat nicht zur Hand hatte … das Bild war gar zu schön.

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