04.04.10 | 10:36 | Dies & das | Kommentare 2 Kommentare

Kritiken-Recycling im Blumenladen

War gestern zwecks Balkonbegrünung auf dem Elisabethmarkt und habe einige Pflanzen erstanden. Da wickelt der Blumenverkäufer die Ranunkeln doch glatt in eine Kritik von mir ein. Ich hab das sofort erkannt: Es war meine Thalheimer-Besprechung, Hebbels “Nibelungen”, DT Berlin, mit Foto von der schreienden Maren Eggert neben dem toten Siegfried, Überschrift “Der Mensch ist dem Menschen ein Säbelzahntiger”, SZ vom letzten Montag.

Ich zum Blumenhändler: “Lustig, Sie packen das gerade in einen Artikel von mir ein.” Da stockt der Mann und will vor Schreck (oder Respekt?) die Blumen gleich wieder auswickeln. “Nein, nein, machen Sie ruhig”, ermuntere ich ihn. “Ist ja gut zu wissen, dass meine Kritiken zu was nutze sind …”

Da sieht man mal wieder: Es lohnt sich in jeder Hinsicht, für den Erhalt der Zeitung auf Papier zu kämpfen.

2 Kommentare »

  1. http://twittorati.com/Scobleizer/statuses/11407799670

    Comment by Fritz Feger — April 5, 2010 @ 6:09 pm

  2. Ich finde, dass das ein wichtiges Argument für die Papier-Zeitung ist. Vielleicht sollte man mal sammeln, was alles mit elektronischen Zeitungen und Büchern auf dem ipad verloren geht; musste gleich an Trockenblumen in Lyrik-Anthologien denken.

    Comment by kai bremer — April 6, 2010 @ 5:49 pm

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