05.03.10 | 19:24 | Literatur | Preview | Theater | Kommentare 3 Kommentare

Helene Hegemanns “Axolotl” als Theaterstück

Axolotl

Das war ja nur eine Frage der Zeit: Helene Hegemanns entzauberter Wunderkind-Roman „Axolotl Roadkill“ kommt auf die Bühne! Das Hamburger Thalia Theater war am schnellsten und hat angeblich schon mit der Autorin über sein Inszenierungsvorhaben gesprochen … damit war die Bühne flinker noch als die Filmleute, die mit Sicherheit auch bald zuschlagen und bestimmt schon mit Vater und Tochter über die Drehbuchrechte verhandeln. Details zur geplanten Premiere gibt es vom Thalia Theater allerdings noch nicht. „Wir stecken noch in der Planung“, verkündete Sprecherin Ursula Steinbach heute über die Nachrichtenagentur DAPD. Anfang April werde das Theater dann mehr Infos rauslassen. Jetzt erst mal das Revier markieren und sich die Aufmerksamkeit sichern!

Eine 16-Jährige, sich selbst verlierend in einer Welt aus Sex, Exzessen, Drogen … fragt sich, wer der Regisseur/die Regisseurin der “Axolotl”-Bühnenadaption sein wird. René Pollesch, dessen entfesseltes Diskurshysterietheater die Dramaturgentochter Hegemann an der Berliner Volksbühne ja offenbar schon im zarten Kindesalter geprägt hat, René Pollesch inszeniert ja immer nur seine eigenen Texte und kommt damit also nicht in Frage … (und jene Verschwörungstheorie, die da besagt, das Buch “Axolotl Roadkill” sei ein Gemeinschaftswerk von theoriegestählten, mit Agamben und Foucault gewappneten Volksbühnen-Künstlern, ist ja wohl doch etwas abenteuerlich). Schlingensief hat genug zu tun mit seinem Opernhausbau in Burkina Faso, und Volksbühnen-Chef Frank Castorf wird wohl kaum in Hamburg beim Intendantenkollegen Joachim Lux inszenieren. Von dessen hauseigener Regisseursriege kommt wohl am ehesten Stefan Pucher in Frage, der ist Popregisseur genug und dürfte auf dem Gebiet des Drogenkonsums ausreichend Feldsstudienerfahrung mitbringen, um auf der Bühne mal so richtig das Berghain abgehen zu lassen. Sein aktuelles Projekt, das morgen am Thalia Premiere hat, heißt “Andersen – Trip zwischen Welten” und führt in die psychedelische Welt des Märchenschöpfers Hans Christian Andersen – für Pucher ein “Realitätstransformator auf Dauerstrom”. Wenn das kein halluzinogener Einstieg für “Axolotl Roadkill” ist!

03.03.10 | 12:32 | Geht wieder | Kino | Kritikerlust | Kommentare 0 Kommentare

Der Anfang von Alice

Alle Bilder, die man zu Lewis Carrolls “Alice im Wunderland” im Kopf hat, sind immer inspiriert von denen von Sir John Tenniel. Carroll, eigentlich Charles Lutwidge Dodgson, hatte die Geschichte für Alice Lidell erfunden, die Tochter eines Freundes; 1865 wurde sie erstmals veröffentlicht, und Tenniel hat sie illustriert.

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Die Bilder hatten eindeutig auch die beiden Stummfilmregisseure im Kopf, die die allererste Film-Alice gemacht haben, 1903 -- das British Film Institute hat den Film nun restauriert und anlässlich der Premiere von Tim Burtons “Alice in Wonderland” in dieser Woche ins Netz gestellt. Auch wenn echte Katzen sich selten ein Grinsen abschwatzen lassen -- das Wunderland war auch vor der Erfindung der Computertricks schon fürs Kino gemacht.

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