Zwei Frühlings-Haikus
Die Pflege der japanischen Gedichtform ist Ehrensache in diesem lyrikaffinen Blog und hat auch schon einen kleinen Fankreis. Dazu gehört mein geschätzter Landsmann, der fränkische Dichter Fitzgerald Kusz. Heute mailte er zwei Frühlings-Haikus, extra für diesen Blog. Es sei dies “der Versuch einer lyrischen Winteraustreibung”. Danke, lieber Fitzgerald Kusz! Auch ich habe die Schnauze voll vom Winter und habe heute früh schon mal die Radl-Saison eröffnet.
hobb frühlingswind blous
bis wech senn däi aldn
bläddä vom vägangänä joä
dä frühling issä bräif
deä kummd middä bosd:
wemmän aufmachd wäihd ä lüfdlä
Hochdeutsche Rohübersetzung:
Auf, Frühlingswind, blase
bis sie weg sind die alten
Blätter vom vergangenen Jahr
Der Frühling ist ein Brief
der kommt mit der Post
wenn man ihn öffnet
weht eine Brise
5 Kommentare »
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“in diesem lyrikaffinen Blog” ….das fränkische haiku ist jedenfalls super und Ihr Blog macht mir großen Spaß…
Comment by Angela — Februar 25, 2010 @ 7:55 pm
Oh, vielen Dank. Das freut mich sehr!
Comment by Christine Dössel — Februar 26, 2010 @ 1:08 am
Schön. Aber:
Fühling lässt sein schlaues Band
wieder flattern durch die Lüfte,
lehrt uns, Poesie ist Tand:
oben Blumen, unten Grüfte.
Comment by Jürgen Walla — Februar 26, 2010 @ 1:06 pm
Fürchte, wir brauchen wieder ein Winter-Haiku …
Comment by Christine Dössel — März 7, 2010 @ 12:26 am
Tut mir leid – die fränkischen Gedichtln sind vielleicht ganz nett (na ja), haben mit Haikus aber nichts zu tun.
Nicht alles, was irgendwie dreizeilig ist und ein bisschen Natur inside hat, is’n Haiku – ok?
Comment by Jens Paeschke — März 9, 2010 @ 5:05 pm