15.02.10 | 23:37 | Festivals | Kino | Kommentare 0 Kommentare

Berlinale (1): Ich ruf mir ein Tiertaxi

Das zweitgrößte Rätsel der Berlinale, was genau sich Martin Scorsese bei “Shutter Island” gedacht hat, bleibt ungelöst. Aber das größte ist endlich aufgeklärt. Am Freitag, zu Beginn des Festivals, wurde die neue Restaurierung von “Metropolis”, nun fast wieder ganz in der Premierenfassung von 1927 zu haben, im Friedrichsstadtpalast vorgestellt, und via Arte auch überall sonst. Nur hat überall sonst etwas gefehlt: erstens das 78köpfige Live-Orchester, sowas gibt´s nicht alle Tage – wäre die Frage, wie oft Gottfried Huppertz´Originalmusik seit 1927 überhaupt je in voller Besetzung gespielt wurde. Und dann war da noch was: Bei den vorab gezeigten Geburtstagskurzfilmen für die 60. Filmfestspiele erschienen im Friedrichsstadtpalast eigenartig losgelöste Untertitel. In diesen Filmen lobt Armin Rohde die Berlinale und Tilda Swinton versucht, sechzig Mal “Happy birthday” zu sagen, und drunter standen merkwürdige Zeilen zu lesen: “Die kenn ich doch gar nicht”, “Sollen wir uns das Bier teilen?”, “Ich ruf mir jetzt ein Tiertaxi”.
Tiertaxi?
Ich dachte schon, ich werde bis zu meinem Lebensende drüber grübeln müssen, in welchem Film wohl ein Tiertaxi vorkommt, aber ich habe ihn inzwischen gefunden: Ben Stiller teilt sich in ´Greenberg` ein Bier und ruft sich ein Tiertaxi. Der Film läuft im Wettbewerb der Berlinale; da gehört er zwar nicht hin, aber ich bin trotzdem froh, dass die Sache geklärt ist.

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