11.12.09 | 18:58 | Trouvaillen | Kommentare 0 Kommentare

Spötter

Männer sind doch unsolidarisch. Also, untereinander; uns gegenüber sowieso. Hätte Tiger Woods seine Frau wegen Untreue vermöbelt, würden die Feministinnen nämlich schon auf die Barrikaden gehen. So herum aber gibt es kein Quentchen Mitleid, bloß hämisches Gelächter.
David Letterman ist eigentlich in einer extrem schwachen Postion, wenn es darum geht, Witze über Tiger Woods´ außereheliche Eskapaden zu machen; er will ja bloß von seinen eigenen ablenken (die für den letzten amerikanischen Sexskandal herhalten mussten). Sich den Saubermann Tom Hanks als Verstärkung zu holen, ist …hinterlistig.

07.12.09 | 17:01 | Dies & das | Kino | Kommentare 0 Kommentare

Ab in die Gender-Ecke

Das gabs noch nie – diesmal sind doch tatsächlich, zumindest im Vorfeld, drei Frauen im Gespräch für eine Nominierung für den Regie-Oscar. Jane Campion für „Bright Star“, eine feministisch poetische Annäherung ans Leben von John Keats; Kathryn Bigelow für den Irakkriegsfilm „The Hurt Locker“ ; und und Lone Scherfig mit „An Education“. Kämen alle drei durch, wären das soviele Frauen wie in der gesamten Oscargeschichte zuvor. Es sind nämlich seit 1927 überhaupt erst drei nominiert worden: Lina Wertmüller war mit Pasqualino Settebellezze 1975 die erste, 1992 dicht gefolgt von Jane Campion für „Das Piano“, und schon 2003 kam die vorerst letzte dran, Sofia Coppola, 2003, für „Lost in Translation”. Gewonnen hat natürlich noch keine.
Eine neue Studie belegt übrigens, das 2008 tatsächlich acht Prozent der 250 erfolgreichsten amerikanischen Filme von Frauen gemacht waren, immerhin zwei Prozent mehr als in den Jahren zuvor. Als Variety eine Geschichte machen wollte über den Stand der Dinge, was Frauen als Filmemacher angeht , erwies es sich als extrem schwierig, Interviewpartner zu finden, weil ´in die Gender-Ecke gestellt werden`als sehr karrierebremsend gilt. Als würde man sich mit unvorsichtigen Äußerungen endgültig als Frau zu erkennen geben.

06.12.09 | 10:43 | Off-Office | Kommentare 0 Kommentare

Nikolausgruß

In Ägypten, wo ich gerade meinen Urlaub verbringe, sagt man: “Tabak ohne Kaffee ist wie ein Fürst ohne Pelz” (was umgekehrt auch für den Kaffee ohne Tabak gilt); die Shisha gehört zum festen Bestandteil der ägyptischen Kultur, und das gemeinsame Rauchen wird traditionell als Symbol der Gastfreundschaft angesehen. Andere Länder, andere Kippen … Selbst der Nikolaus, sofern man ihn am Roten Meer antrifft, hat sehr nah an der Wasserpfeife gebaut.

Weihnachtsdeko in meinem Hotel in Ägypten. Entspannt Euch, liebe Daheimgebliebenen!

Weihnachtsdeko in meinem Hotel in Ägypten. Entspannt Euch, liebe Daheimgebliebenen!

In diesem Sinne: Frohen Nikolausi – und eine entspannte Vorweihnachtszeit! Inschallah.

04.12.09 | 18:26 | Geht wieder | Kommentare 0 Kommentare

Online reanimiert

Ist einem das Kino in den Achtzigern mit der Filmzeitschrift Premiere ans Herz gewachsen, dann betrauert man ihr Verschwinden – ist schon einige Jahre her – immer noch. In Deutschland läuft die Auseinandersetzung mit dem Kino traditionsgemäß anders. Ein Filmmagazin, das die Filmindustrie als Industrie erkennt und trotzdem dem Autorenfilm huldigt, eines, das witzig ist und sinnlich und trotzdem nicht blöd, das sich ohne Bedauern darüber im Klaren ist, dass die Zuschauer Brad Pitt lieben, aber nicht notwendigerweise für seine Schauspielkunst, eines, das irgendwie elegant einen Balanceakt hinbekommt zwischen klug und glamourös – das hat es hier nie gegeben. Premiere war so, mit wunderbaren Essays und Reportagen (Peter Biskind, der Autor von Easy Riders, Raging Bulls gehörte zu den Stammautoren) – seufz. Der Versuch, online weiterzumachen, scheiterte. Und dann gab es da noch – Movieline. War nicht ganz so grandios wie die Premiere, aber ziemlich witzig und manchmal ein bisschen bösartig. Wurde aufgekauft, in ein Klatschmagazin umgemodelt und dann in diesem Jahr eingestellt. Aber hier gibt es jetzt auch einen hoffnungsvollen Versuch, im Netz an alte Zeiten anzuknüpfen. Die Überschrift “He Killed Da Rabbit” über der Meldung, dass Steven Spielberg sein Remake vom Jimmy-Stewart-Hasenfilm “Harvey” gekippt hat, klingt doch zumindest vielversprechend.

02.12.09 | 17:32 | Trouvaillen | Kommentare 0 Kommentare

Der ewige Misfit

Die Vergangenheit kommt manchmal so wunderschön unschuldig daher -- heute dürfen sich Hollywoodstars ja kaum beim Rauchen erwischen lassen, aber ein Star mit Joint, vor laufender Kamera? Gott bewahre! Es ist unlängst ein Stückchen Film aufgetaucht -- irgendwo auf einem Dachboden -- auf dem Marilyn Monroe, der ewige Misfit, zu sehen ist, in den Fünfzigern, und ja, das sieht schon verteufelt bekifft aus. Aber glücklicher und gelassener hat man sie nur selten gesehen….

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