1 KommentarTED Talk der Woche: David McCandless: The Beauty of Data Visualization
Der King of Data Journalism David McCandless über seine Arbeit, die er auch auf seiner Webseite Information Is Beautiful veröffentlicht.
1 KommentarDer King of Data Journalism David McCandless über seine Arbeit, die er auch auf seiner Webseite Information Is Beautiful veröffentlicht.
1 KommentarDer Loebner Prize Competition in Artificial Intelligence wird jedes Jahr an den Roboter vergeben, der die Jury in einem vereinfachten Turing Test davon überzeugt, dass es sich nicht um ein Computerprogramm, sondern um einen Menschen handelt. Der Mathematiker Alan Turing hatte in 1950 in einem Essay die Frage gestellt, ob Maschinen denken können. (Essay - hier)
Das Creative Machines Lab an der Cornell University hat nun das Experiment gewagt, zwei Chatbots miteinander sprechen zu lassen. Wo ist Samuel Beckett, wenn man ihn braucht?
„Hallo.“
„Hi.“
„Wie geht es Ihnen?“
„Großartig. Ihnen?“
„Mir geht es ok.“
„Das ist gut.“
„Geht es Ihnen gut?“
„Ja, mir geht es gut. Das habe ich gerade gesagt.“
„Nein, das haben Sie nicht. Ich sagte, mir geht es gut.“
„Dann sind Sie ein Roboter.“
„Nein, mein Name ist Cleverbot.“
„Ja, Sie sind ein Roboter und Ihr Name ist Cleverbot.“
„Ich bin ein Roboter.“
„Ja, ich weiß.“
„Zusammen sind wir Roboter.“
„Ich bin kein Roboter. Ich bin ein Einhorn.“
„Aber Sie haben vorher gesagt, dass Sie ein Roboter sind.“
„Das habe ich nicht.“
„Ich dachte, Sie hätten.“
„Sie haben nicht recht. Das ist eigenartig, denn die Erinnerung sollte kein Problem für Sie sein.“
„Ich habe all Ihre Fragen beantwortet.“
„Nein, das haben Sie nicht.“
„Was bedeutet Ihnen Gott?“
„Nicht alles.“
„Nicht alles könnte auch etwas sein. Zum Beispiel könnte nicht alles die Hälfte von etwas sein, was immer noch etwas ist und folglich nicht nichts.“
„Sehr wahr.“
„Das würde ich gerne glauben.“
„Glauben Sie an Gott?“
„Ja, das tue ich.“
„Also sind Sie Christ?“
„Nein, das bin ich nicht.“
„Aber Sie sagen, Sie seien nicht hilfsbereit, also sind Sie ein Fiesling.“
„Haha, Sie sagen es O. T..“
„Das ergibt keinen Sinn.“
„Hätten Sie nicht gerne einen Körper?“
„Sicher.“
„Au revoir.“
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Titelsequenz für"The Happy Film", jüngstes Projekt des Designers Stefan Sagmeister.
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(Von Andrian Kreye ) Es ist vorbei mit den egalitären Zeiten, als die Gleichheit vor dem Netz noch ungeschriebenes Grundrecht war. Ab sofort wird der Selbstwert der digitalen Persönlichkeit von Ratingagenturen ermittelt, die Klout heissen, Twitter Grader oder PeerIndex. Man muss sich nicht einmal anmelden. Wer auf Twitter, Facebook oder LinkedIn ein Konto unterhält, wird automatisch erfasst. Die Algorithmen der Agenturen ermitteln den Wert zwischen 1 und 100 automatisch. Das schafft Klarheit über den digitalen Selbstwert. Bewertet wird das Sozialverhalten im Web und die Reaktion der Netzgemeinde, im Jargon der Firmen: der digitale „Einfluss“. Wer viel twittert und verlinkt wird, bekommt viele Punkte. 100 hat bisher nur Justin Bieber. Selbst Lady Gaga schafft nur 93, Barack Obama 89.
Ein Selbstversuch ergibt – Klout hat den Persönlichkeitswert auf 47 und einen Status als „Experte“ festgelegt. Gar nicht so schlecht. Der Durchschnittswert liegt um die 20. Selbst Bestsellerautor Malcolm Gladwell hat mit 49 Punkten nicht allzuviel Vorsprung, allerdings den Status „Thought Leader“. Der Harvard-Intellektuelle Steven Pinker kommt auf 45, Bill Clintons intellektueller Berater Amitai Etzioni gar nur auf 18. Was wahrscheinlich nur bedeutet, dass die Herren anderes zu tun haben, als sich um ihre Twitter- und Facebookkonten zu kümmern. Nur die Fachgebiete, die Klout den eigenen 47 Punkten zugeordnet hat, irritieren etwas – Algorithmen, Saudi-Arabien und Steuern. Saudi-Arabien?
Nun könnte man die digitale Persönlichkeit als Tamagochi des 21. Jahrhunderts verwerfen. Wer will das Ding schon dauernd füttern. Die Gruppenzwänge der sozialen Netze sind sowieso schon so lästig und anstrengend wie die Regeln und Rituale auf einem hormonüberlasteten Oberschulhof. Wären da nicht die ganz realen Auswirkungen der Ratingagenturen auf das wirkliche Leben.
Die drei eingangs genannten Agenturen sind derzeit damit beschäftigt, das gesamte soziale Netz zu erfassen. Mehr als 2500 Firmen nutzen inzwischen den Datensatz von Klout. Wer weit oben rangiert, bekommt Urlaubsreisen und Konzertkarten geschenkt. Mit 47 Punkten sind derzeit ein Schweinebrötchen, ein Deostift und Vitaminsaft aus der Tüte im Angebot. Nein, das Internet hat nie versprochen, dass es online mit dem Selbstwertgefühl besser sein wird als im wirklichen Leben.
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(Von Andrian Kreye) Man sollte nicht immer jeden historischen Wandel des 21. Jahrhunderts auf die Anschläge des 11. September schieben, aber: Der Zusammenbruch der Zwillingstürme war der Beginn des Abstiegs der New Yorker Skyline als Symbol für Hoffnung, Aufbruch und Wachstum. Diese Rolle hat nun die Skyline von Shanghai, genauer gesagt das Wolkenkratzerpanorama des neuen Geschäftsviertels Pudong am Ufer des Huangpu Jiang. Und es ist nicht nur ein Traumbild. Seit fast schon zwanzig Jahren kann Shanghai zweistellige Wachstumszahlen melden. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Die Ablöse hat sich im Bewusstsein Europas und Amerikas vielleicht noch nicht so offensiv vollzogen wie im Rest der Welt. Da hat Pudong seinen neuen Status noch im Unterbewusstsein. In Afrika und Asien hat der Oriental Pearl Tower mit seinen drei monumentalen Kugeln allerdings einen ähnlichen Symbolwert wir das Empire State Building. Da findet man die Skyline von Pudong schon auf Plakaten in Büros und Geschäften oder auf den naiven Wandgemälden an Supermärkten und Bushaltestellen.Stadtpanoramen waren schon immer das beste Bild, um in der kollektiven Wahrnehmung ein so abstraktes Phänomen wie wirtschaftliches Wachstum und kulturelle Macht zu verdeutlichen. Wobei es eigentlich nicht Manhattan ist, das dem Unterbewusstsein als Blaupause für diesen Sehnsuchtsreflex dient, sondern Paris. Seit seiner Eröffnung zum Beginn der Weltausstellung von 1889 hat der Stahlfachwerkturm den Ehrgeiz der Mächtigen beflügelt, sich in der Skyline ihrer Städte zu verewigen. Dem Pearl Oriental Tower war er offensichtliches Vorbild. Das Chrysler und das Empire State Building waren entfernte Zitate. Doch auch Großprojekte wie Bahnhöfe, Sportstadien oder Konzertsäle sind letztlich ein Echo jener städtebaulichen Sinnstiftung aus den Frühzeiten der Industriegesellschaft.
Es ist also kein Wunder, dass es die großen Architekturbüros derzeit nach China zieht, wo sie sich in den Stadtbildern mit kühnen Projekten profilieren können. Exemplarisch war der niederländische Stararchitekt Rem Koolhaas, der die Mitarbeit an der Wiederbebauung von Ground Zero in New York ablehnte und stattdessen lieber das neue Hauptquartier des Staatsfernsehsender Central China Television in Peking baute.
Das ist auch der Grund, warum sich die Debatten um Großprojekte nur vordergründig um Geld und Nutzwert drehen. Es geht immer auch um Kultur und Seele einer Stadt, eines Landes, einer Gesellschaft. Hierzulande sind das derzeit die Debatten um Stuttgart 21, den Münchner Hauptbahnhof, Konzertsäle in München, Hamburg und Bonn, sowie das Großprojekt einer möglichen Winterolympiade in München (nach der Niederlage gegen Korea im Jahre 2022).
Die einfachste Erklärung dieser Debatten findet man in dem Buch „Der Architekturkomplex“ des Designtheoretikers Deyan Sudjic. Der zieht von den Pyramiden über den Taj Mahal, Versailles und die Diktaturen des 20. Jahrhunderts eine direkte historische Linie in die Moderne. Große Architektur, so Sudjic, war immer die Manifestation einer immanenten Profilneurose der Macht.
Im 21. Jahrhundert funktioniert diese These nicht mehr ganz so einfach. Die Berliner Rekonstruktionsdebatten zeigen, wie komplex und empfindlich das historische Bewusstsein einer Gesellschaft sein kann. Und der Aufstieg der Skyline von Shanghai zum globalen Symbol für Aufbruch und Wachstum birgt im Unterbewusstsein Europas und Amerikas eine viel schwierigere Erklärung in sich. Es ist nicht nur die Sehnsucht nach der archaischen Aufbruchsstimmung der industriellen Revolution, sondern auch nach der schlichten Wachstumsmaxime, die der Wirtschaftspolitologe am Massachusetts Institute of Technology Yasheng Huang als „Shanghai-Theorie des Wachstums“ bezeichnete.
Nach dieser Theorie wird nationaler Wachstum vor allem vom Aufbau von Infrastruktur getrieben. Dieser Aufbau aber funktioniert nur dann reibungslos, wenn ihn Staat und Wirtschaft ohne den Widerstand der Bürger vorantreiben können. Und wenn der Staat genügend Land besitzt oder zumindest die Verfügungsgewalt darüber hat, dass Großprojekte ohne langwierige Verhandlungen durchgeführt werden können. Das heimliche Faible für die Shanghai Theorie ist aber nichts anderes, als das kapitalistische Äquivalent zur Ostalgie in ehemals sozialistischen Ländern. Ähnlich wie man sich dort in Zeiten der Krise nach der Sicherheit eines autokratischen Systems nachhängt, steht die Shanghai Theorie für eine Zeit, in der Aufbruch, Wachstum und Wohlstand zumindest im historischen Rückblick eine deutliche Entwicklung nahmen.
In Europa und Amerika stellt sich aber vor allem die Frage – welche Infrastrukturen können dort noch Wachstum antreiben? Die Erklärung des Dilemmas zwischen Großträumen und städteplanerischen Realitäten findet sich aber nicht in Deyan Sudjics „Architekturkomplex“, sondern in dem obskuren Buch „The Baseball Economist“ des Wirtschaftswissenschaftlers John Charles Bradbury von der Kennesaw State University in Atlanta.
In seinem Kapitel über Sportstadien definiert Bradbury das Dilemma als die Kluft zwischen sichtbarem und unsichtbarem Wachstum. Ein neues Sportstadion gehört zu den sichtbarsten Formen des Wachstums. Zum einen, weil es im Stadtbild einen prominenten Platz haben wird. Das funktioniert selbst am Stadtrand, wie die Münchner Allianz Arena vom Architekturbüro Herzog & de Meuron beweist, die erst im Mai 2006 eröffnet wurde und jetzt schon auf den Titelseiten von Reiseführern den Frauentürmen Konkurrenz macht. Zum anderen, weil die Bevölkerung mit der Ausnahme von Bahnhöfen und Flughäfen keine Gebäude so häufig nutzen wird, wie ein Sportstadion.
Allerdings, so rechnet Bradbury vor, schaffen Sportstadien, die mit öffentlichen Geldern subventioniert werden, für die Kommune selbst nur einen ideellen Mehrwert. Jedes Großprojekt lässt sich schönrechnen. Das Grundproblem öffentlich finanzierter Stadien sei jedoch, dass es keinen Mehrwert schafft, sondern öffentlichen Wohlstand lediglich umschichtet. Denn die Arbeitsplätze, die so ein Projekt schafft, sind entweder zeitlich begrenzte Stellen in der Bauindustrie, schlecht bezahlte und saisonale Jobs in der Serviceindustrie, wie dem Getränke- oder Souvenirverkauf. Zusätzlich werden die Spitzengehälter der Sportler und des Managements quersubventioniert. Und das alles für ein Bauwerk, das im Falle eine Stadions vor allem an Sommerwochenenden genutzt wird.
Wer davon profitiert sind vor allem privatwirtschaftlicher Kräfte. Wem das Geld dann fehlt ist die öffentliche Hand. Im Groben lässt sich Bradburys Rechnung auch auf andere Großprojekte wie Konzertsäle, Museen und Messezentren umrechnen. Wie begrenzt der öffentliche Nutzen einer Sportanlage ist, kann man in München beispielsweise an den verkrampften Bemühungen sehen, den Olympiapark mit Leben zu erfüllen.
Die wirtschaftlich dynamischen Infrastrukturen des 21. Jahrhunderts sind aber keine traditionellen sichtbaren Projekte. Es sind unsichtbare Strukturen, die einem Stadtoberen, einem Finanzier oder Planer all den klassischen Glamour verweigern, den ein Großbau mit sich bringt – die Möglichkeit, dem Ding einen Namen zu geben, der weithin sichtbar angebracht wird, die Veränderung des Stadtbildes, der Pomp einer feierlichen Eröffnung, der Platz in der Stadtgeschichte.
Europa und Amerika verfügen längst über die Hardware der Infrastruktur. Was fehlt ist die Software. Freie W-Lan-Netze für ein gesamtes Stadtgebiet Der Aufbau von Energiestrukturen für die Elektromobilität. Die Erhöhung der Siedlungsdichte. Infrastrukturen für das so genannte „Creative Capital“, also die qualifizierten Arbeitskräfte von außen, die von Bildungseinrichtungen über Kinderbetreuung bis zum Aufbau von Glasfasernetzen reichen. Vor allem aber gehört die Modernisierung bestehender Infrastrukturen dazu, die in den europäischen und amerikanischen Metropolen in vielen Bereichen das Haltbarkeitsdatum überschritten hat.
Doch was ist schon die Renovierung einer Brücke gegen den Bau eines Stadions? Wer wird sich an den Finanzier eines W-Lan-Netzes erinnern? Wie armselig ist die elektrische Ladestation für den Verkehr des Zukunft? Die zweistelligen Wachstumsraten aus den Schwellenländern, die ihre Infrastrukturen noch erschließen müssen, werden noch lange die Wirtschaftsnachrichten bestimmen. China wird diese Nachrichten bis zum Jahr 2025 gute 40 Milliarden Quadratmeter Baufläche in rund fünf Millionen Gebäuden errichten. Das entspricht rund zehn New York Cities. So wird der Traum vom Großprojekt als Schlüssel zur urbanen Unsterblichkeit fortleben. Auch wenn er bei uns keinen Zweck mehr erfüllt.
Foto: Samuel Zuder/laif
0 KommentareColossal Gospel aus Alabama - jede Band, die so souverän deutlich nach den Beatles klingt, ist eine gute Band.