Kommt Ende April und klingt besser, als alles, an was ich mich vom letzten, oft Album erinnere, das ja doch von einer etwas betulichen Melancholie getragen war, kann aber auch sein, dass das Video den neuen Song in buchstäblich besserem Licht dastehen lässt.
The latest in viral ... Ethan Zuckerman hat einen Blogpost über den Autor des Videos geschrieben, einen russischen Culture Jammer namens Egor Zhgun, der die meisten seiner Video- und Grafik-Remixe auf seinem Blog veröffentlicht.
Der brillante Hans Rosling (der in viereinhalb Minuten beweisen kann, warum die Welt besser wird), erklärt, warum die Waschmaschine die wichtigste Erfindung der industriellen Revolution war.
Die Titelkunst des New Yorkers ist legendär, aber manchmal übertreffen sie sich selbst. Wie mit dem Cover zur Japankrise auf der aktuellen Ausgabe, das Christoph Niemann gestaltet hat (der deutsche Illustrator, der nach langen Jahren in New York nun wieder in Berlin lebt und von dort aus eine phänomenale Grafikkolumne `mit dem Titel Ábstract City für New York Times Online designt, die nun monatlich als Abstract Sunday parallel im New York Times Magazine erscheinen wird) ... (Gerade grandiose Minuten mit seiner Kolumne verbracht, zum Beispiel mit seinen Ausführung zu den Gesetzen der Physik).
Letztes Cover mit einer solchen Wucht war Art Spiegelmanns Titel zum 11. September 2001. Nach dem er dann kurz darauf beim New Yorker seinen Vertrag auskündigte, weil er fand, dass die amerikanischen Medien zu opportunistische über die Ereignisse berichtet hatten.
AFP und AP haben heute die ersten Bilder der Fukushima 50 veröffentlicht, der erst 50, nun 150 Arbeiter, die im beschädigten Reaktor arbeiten. Fünf sind angeblich schon gestorben, 15 verletzt, und die meisten sollen wissen, dass die Strahlenbelastung ihnen ihr Leben kosten wird.
(Nachruf von Andrian Kreye) Pop ist eine nostalgische Angelegenheit, die ab einem gewissen Alter ein bisschen so funktioniert, wie der Geruchssinn. Es reicht schon ein Hauch eines Aromas, um die Erinnerungen an Stimmungen und Situationen ins Gedächtnis zu rufen. Weswegen Nachrufe auf Popstars oft auch so emotional geraten, weil sie eben nicht nur die Erinnerung an die Werke des Verblichenen, sondern auch an die Momente der eigenen Biografie erinnern, die sich beim Pop meist in der Jugend finden.
Nun ist also in der Nacht zum Montag Kurt Hauenstein gestorben, der Wiener Musiker, den man außerhalb seiner Heimatstadt vor allem als backenbärtigen Kopf der Gruppe Supermax kannte. 1978 kam die mit einer Single heraus, die den schlichten Titel „Lovemachine“ hatte. Der Song funktioniert auch heute noch irgendwie, so wie ja fast alles heute durch die Ironiebrille des Retropop noch funktioniert. Damals aber hatte der Song gewaltige Wirkung auf einen 15-Jährigen, der nachmittags auf dem Volksfest ein wenig beim Autoscooter mithelfen durfte und für den der Generalschlüssel mit dem Fuchsschwanz-Anhänger so etwas wie ein erster Vorgeschmack auf eine breitbeinige Männlichkeit war, die man auf der Oberschule nicht finden konnte. „Lovemachine“ war der ideale Soundtrack für diese unverblümte Form musikalischer Sexualität, die man damals sonst höchstens in den Soulplatten von Isaac Hayes und Barry White fand.
Supermax’ Geheimnis war die erotische Lässigkeit in Kurt Hauensteins Stimme, der Anzüglichkeiten mit dem eiskalten Gestus des Pimps deklamierte, jener Karikatur des schwarzen Zuhälters, der zu dieser Zeit in Filmen wie „Shaft“ und „Superfly“ zum Archetyp der Popkultur wurde. Es half natürlich, dass die Band eine Form von Funk spielte, die an die Soundtracks von Pornofilmen erinnerte, dass Hauenstein dunkle Pilotenbrillen trug, nietenbesetztes Leder und einen dicken Schnauzbart, der über die Jahre mit seinen ebenso buschigen Koteletten zusammenwuchs, und dass er sich gerne mit Sängerinnen fotografieren ließ, die diese Aura deutlich unterstrichen.
Die Musiker wechselten über die Jahre. Aber Hauenstein blieb seiner musikalischen Mischung aus Disco, Reggae und Afro treu. Seine Pionierleistungen waren dann auch eher politischer Art. 1980 war Supermax die erste westliche Popgruppe, die in Ostblockländern wie Bulgarien, Rumänien, Tschoslowakei und Rumänien auftreten durfte. Ein Jahr später war sie die erste Band mit weißen und schwarzen Musikern, die durch das Apartheidsland Südafrika tourte. 1983 war Hauenstein der erste weiße Musiker, der beim Reggae Sunsplash Festival in Jamaika auftrat.
In Osteuropa hat man Supermax bis heute nicht vergessen. 2007 trat Kurt Hauenstein mit seiner Gruppe in Bulgarien vor 60 000 Zuhörern auf. Nun ist es in seiner Heimatstadt Wien unter noch ungeklärten Umständen gestorben. Man vermutet einen Herzinfarkt. Er wurde 62 Jahre alt.