13.02.11 | 15:50 | 3 Kommentare

Eine Märchenfigur

Peter-Alexander_Barbara-Kreye

Eine sehr persönliche Erinnerung an den Entertainer Peter Alexander

Peter Alexander ist tot. Für die heute Erwachsenen zwischen vierzig und sechzig wallen bei dieser Nachricht Kindheitserinnerungen auf. Ein unbestimmtes wohliges Gefühl schlägt einem da in den Reaktionen entgegen, ganz ähnlich wie dieses Wohlgefühl der Jüngeren, das Florian Illies im ersten Kapitel seines Bestsellers "Generation Golf" bei seinen Erinnerungen an kindliche Fernsehabende im vorgewärmten Frotteehandtuch vor Thomas Gottschalks Wetten, dass ..? beschrieb. Das Wohlgefühl wird es dann auch sein, was von ihm bleiben wird, neben Graf Bobby, und "Im Weißen Rößl", neben Hits wie "Badewannentango", "Heidschi Bumbeidschi" und "Die kleine Kneipe", neben den Fernsehjahren zwischen 1963 und 1995, in denen er mit seiner Show im ORF und ZDF Sehbeteiligungen von bis zu 71 Prozent verbuchte.


War man in den sechziger Jahren Kind einer bildungsbürgerlichen Familie, gehörte Peter Alexander eigentlich zu jener Sorte Pop, der man höchstens im Autoradio begegnete. Und doch hatte Peter Alexander gerade im Deutschland der Fünziger und Sechziger Jahren eine Rolle, die weit über seine Filmfiguren und Schlagererfolge hinausging. Als Kind hätte man die nie begriffen, doch was von der kurzen Begegnung in einem Fernsehstudio an einem Nachmittag im Jahre 1967 hängenblieb, bestätigt im Rückblick noch heute, was seine eigentliche Leistung war.

Sicher, die Eltern hörten wenn überhaupt mal Pop nur Angelsächsisches wie die Beatles und die Stones. Immerhin wohnte man in Schwabing, da hatten die Krawalle schon fünf Jahre zuvor der bürgerlichen Kultur den Krieg erklärt. Doch damals war München nicht nur Zentrum neuer Subkulturen, sondern auch eine glamouröse Weltstadt, die auf der Reiseroute der Stars so selbstverständlich lag, wie Paris, New York und Saint Tropez.

Die junge Mutter und Bildjournalistin, die ihren Sohn damals oft zu Fototerminen mitnahm, war in ein Fernsehstudio bestellt. Peter Alexander nahm eine Revue dort auf, in der auch Tiere auftraten. Ein zahmer Leopard etwa, der sich fügsam von jenem Herrn streicheln ließ, der so überaus freundlich und elegant im Scheinwerferlicht saß. Charisma, Charme und Dialekt waren sicherlich keine Begriffe, mit denen man als Vierjähriger etwas hätte anfangen können. Aber einen so eleganten Herrn, dem die exotischen Tiere so offensichtlich dienstbar waren, und nicht umgekehrt, wie in Zoo und Zirkus, hatte man noch nie gesehen.

Was blieb, war das Echo einer wunderschönen Sprache. Ein wunderbar federnder Rhythmus, eine Wärme in den sonst so harten Konsonanten und so eine Grundlächeln im Ton wirkten da auf den naiven Kleinen wie die Begegnung mit einer Märchenfigur. Und als er schließlich nach geduldigem Posieren wieder von dannen ging, als er sich mit einem ungewohnten Gruß von der Mutter und mit einem gutmütigen Kopftätscheln vom Kleinen verabschiedete, hatte er schon jene Wirkung getan, mit der er so viele bezauberte, die den Gassenhauern und den braven Witzen, die er so meisterhaft beherrschte, eigentlich nichts abkonnten.

Man sprach ja damals nicht darüber, aber Peter Alexander war der Mann, der den Deutschen wieder erlaubte, sich selbst, ihre Heimat und ihre Sprache zu lieben. Eben weil er kein Deutscher war. Der Wiener Dialekt nahm der deutschen Sprache die Schärfe, die sich so brutal ins kollektive Bewusstsein ihrer Zeit gerammt hatte. Sein spitzfindiger Humor gab seiner sentimentalen Heimatliebe etwas Leichtfüßiges, da durfte einem beim Anblick der majestätischen Berge und lieblichen Sommerlandschaften das Herz aufgehen, ohne dass die grauenerregenden Besitzansprüche an Land, Blut und Boden aufkochten, die aus Europa die Hölle gemacht hatten. Zwar hatte er Richard Wagner verehrt, als er nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1946 am Max Reinhardt Seminar Schauspiel studierte. Doch es war die Operette, mit der er zum Superstar reüssierte.

Für die Deutschen war Peter Alexander sicherlich eine Flucht aus der Vergangenheit in eine zeitlose Unschuld, die es vielleicht nie wieder geben durfte. Doch gerade deswegen konnte er an seiner Rolle als Superstar eines unbelasteten Eskapismus so ungestört wachsen. In Österreich selbst hatte er ja schon früh fast übermenschliche Züge angenommen. Da war er die einheimische Wiederkehr des überseeischen Frank Sinatra, den er so bewunderte. Er war der erste, der in Smoking und Fliege die große Welt des Entertainments in die Studios des ORF brachte und sie dort mit so souveränem Gestus präsentierte. Die wenigen subversiven Kanten, die er sich vom "Rat Pack" in Las Vegas abschaute, kamen in Deutschland ja kaum zum Tragen. Da verstand man die Größe nicht, mit der er Hans Moser imitierte, oder die diebische Freude, mit der er die Adels- und Hofratskultur der Österreicher mit seinen Witzen vom trotteligen Graf Bobby aushebelte.

Als er 1976 mit "Die kleine Kneipe" die Volkskultur der Deutschen zum sentimentalen Radio-Augenblick veredelte, war er in beiden Ländern schon zur Inkarnation des Konsens geworden. Rock'n Roll und 1968 waren fast spurlos an ihm vorübergegangen. Seine harmlosen Zugeständnisse an den antiautoritären Kern der wilden Jahre in Komödien wie "Zum Teufel mit der Penne" und "Hurra, die Schule brennt" rückten ihn eher in die Nähe des betulichen Heinz Rühmann, als seine listige Graf-Bobby-Subversionen weiterzuführen. Peter Alexander war der Star, auf den sich Kinder, Eltern und Großeltern einigen konnten, wenn der Generationenkonflikt wie in so vielen Familien über den Musikgeschmack ausgetragen wurde.

Da kam ihm vor allem seine Stimme zu Hilfe, ein heller Tenor mit einem seltenen Drall. Der weckt einen ganz simplen Reflex im Hörer, der so ähnlich wirkt, wie das ansteckende Gähnen. Hört man beispielsweise den "Badewannentango", dann versucht der Kehlkopf unbewusst, Peter Alexanders Stimmbewegungen nachzuahmen. Und weil sein Drall wie die Muskelkontraktion wirkt, die gleich ein Lachen auslösen wird, drängt sich beim schlichten Lied diese gute Laune auf, die nur Melancholiker als aufdringlich empfinden.

Am vergangenen Samstag ist Peter Alexander in Wien verstorben. An diesem Montag soll er neben seiner Frau Hilde in einem Familiengrab im Wiener Stadtteil Grinzing bestattet werden. Er wurde 84 Jahre alt.


11.02.11 | 06:41 | 0 Kommentare

Friday Night Live

Das Orchestre de Paris hat sämtliche Mahler-Sinfonien unter der Leitung des beunruhigend intensiven Christoph Eschenbach ins Netz gestellt.

Alle Videos - hier.

10.02.11 | 16:36 | 1 Kommentar

Pläne für Angriff auf Wikileaks

palantiroutput_pdf-pages

Im Netz macht gerade eine Geschichte die Runde, über die Pläne der amerikanischen Datensicherheitsfirmen HBGary Federal, Palantir und Beric, Wikileaks anzugreifen. Obige Tafel ist aus einer Powerpoint-Präsentation, die die Angriffspläne erläutert. Betrachtet man nun den Bruderkrieg zwischen Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg (Buchkritik von Niklas Hofmann morgen im Feuilleton der SZ), könnte man auf durchaus verschwörungstheoretische Gedanken kommen. Wäre die Veröffentlichung der HBGary files auf Wikileaks justament zur Buchveröffentlichung von Domscheit-Berg nicht gar so durchsichtig.

Nachricht auf - Crowdleaks.

Analyse auf - techherald.

Powerpoint-Präsentation auf - Wikileaks.

10.02.11 | 16:05 | 0 Kommentare

Chicago Blizzard

whiteout

Foto: Paul Octavious via SwissMiss

10.02.11 | 15:53 | 0 Kommentare

Die Zukunft der Kunst

The Future of Art from KS12 on Vimeo.

Video, das während der Transemdiale 2011 in Berlin gedreht wurde und sich mit der Frage nach der Ästhetik, Produktion und Rolle der Kunst in einer vernetzten Kultur beschäftigt.

09.02.11 | 20:50 | 1 Kommentar

Weiße Fahne!

Magnifico

So funktioniert Pop heute: André Heller zitiert in seiner Show „Magnifico“ gleich die gesamte Kulturgeschichte

(Aus dem Feuilleton der SZ vom Donnerstag) Ein geflügeltes Einhorn? Echt? Man ist natürlich versucht, sich erst einmal lustig zu machen über André Hellers Zeltspektakel „Magnifico“. Und wenn der Wiener Monumentalpoet bei der Weltpremiere in einer kragenlosen Nehru-Jacke die Bühne betritt und in seinem weinerlichen Wienerisch das Publikum bittet, doch „ganz viel positive Energie“ zu schicken, schielt man als Kulturjournalist schon mal nach dem Notausgang. Aber dann hätte man gar nicht erst kommen sollen. Und man würde eine exemplarische Gelegenheit verpassen, einen essentiellen Kern der Popkultur zu studieren.

André Hellers „Magnifico“ gehört in dieses eigenartige Genre großer Unterhaltungsereignisse, das gerade in Deutschland die Straßen mit allgegenwärtigen Großplakaten dominiert. In München ist es derzeit zum Beispiel unmöglich, den riesigen Bildern ebenjenes geflügelten Einhorns über dem glimmenden „Magnifico“-Schriftzug zu entkommen. Das ist durchaus ein Indiz dafür, dass es sich hier um ein dominierendes Pop-Genre handelt, auch wenn sich die Kulturkritik mit solchen Formen generell schwertut. Was vor allem daran liegt, dass die meisten Kulturkritiker einen angelsächsisch geprägten Popbegriff haben, der sich auf die klar definierten Formen der Musik, des Films und der zeitgenössischen Kunst konzentriert. Die Hallen, Zelte und Stadien füllen aber nicht nur die Rolling Stones und U2, sondern mindestens ebenso verlässlich Shows wie „Stomp“, „Blue Man Group“, das Pferdeballett „Apassionata“ und vor allem natürlich die Produktionen des kanadischen „Cirque du Soleil“.

André Heller hat das Genre 1976 mit dem Circus Roncalli erfunden. Später versuchte er mit „Flic Flac“, „Begnadete Körper“ und „Luna Luna“ die Deutungshoheit über das Genre zu behalten. Da gab es aber bald schon den Milliardenkonzern des Cirque du Soleil, der Hellers Grundidee, Revuetheater, Zirkus und Kirmes zu einem neuen Popmonumentalismus zu verbinden, weltweit vermarktete. Die neue Messlatte legen nun die Eröffnungsgalas großer Weltsportereignisse. Da war Heller bei der Fußball-WM in Deutschland zwar selbst federführend beteiligt. Unerreichbar bleibt aber erst einmal die Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking vor zweieinhalb Jahren.

Das Einzige, was all diese Shows gemeinsam haben, ist ihre Funktion als Destillat der Popkultur. Wer so eine Show produziert, dem bleibt nichts anderes übrig, als die konsensfähigsten Elemente des Pop zu finden. „Magnifico“ hat zum Beispiel rund 20 Millionen Euro gekostet. Eigentlich befriedigen diese Shows ja das Bedürfnis eines Massenpublikums nach einem Bühnenerlebnis, ohne sich auf die Musikwelt eines einzelnen Stars oder einen Erzählbogen einlassen zu müssen. Bisher reichte es, die Befreiung aus der musikalischen oder narrativen Klammer mit den bewährten Zirkuseffekten Komik, Akrobatik und Exotik auszugleichen.

Pop funktioniert aber nicht mehr so eindimensional. Pop ist längst ein komplexes Flechtwerk aus Referenzen und Selbstreferenzen. Der Filmemacher Kirby Ferguson illustriert das sehr eindrücklich in einer vierteiligen Internetvideo-Serie mit dem Titel „Everything is a remix“ (www.everythingisaremix.info). Egal ob Hip-Hop, „Star Wars“ oder eben „Magnifico“, zu den reinen Gefühls- und Effektebenen gehört seit einigen Jahren die Referentialität, also das Sprechen in Zitaten, der Verweis auf Altbekanntes zum Vokabular des Pop.

Dabei soll diese Ebene nicht zur Analyse einladen. In Popwerken andauernd nach den Quellen zu suchen, ist eine déformation professionelle von Kulturjournalisten, Nerds und Zwangsironikern. In Musik und Shows fungieren Referenzen als unterbewusste Anker in der eigenen Vergangenheit. Das ist das Grundmotiv einer Suchmaschinenkultur, in der man lieber zielgerichtet nach Ähnlichkeiten forscht, statt Neues zu entdecken.

Nun bekommt man das bei Heller mit einer gehörigen Portion Bildungswahnsinn serviert. Die eigentliche Klammer des Einhorns spielt in der raschen Folge der dreißig Bilder eigentlich keine Rolle. Lediglich das Pferdemotiv zieht sich als roter Faden durch den Abend. Ansonsten hat Heller den gesamten Kulturkanon eines Konversationslexikons in die Revue gesteckt. Das reicht von Johann-Strauß-Walzern und symphonischen Häppchen von Beethoven, Bach und Mozart über Videos im Stile von Muybridge, Dalí, Picasso und Verner Panton bis zu aktuellen Referenzen an T-Shirts von Ed Hardy, Michel Gondrys Actionfilm „Green Hornet“, Gwen Stefanis Harajuku Girls und David LaChapelles Glanzlack-Ästhetik.

Die Anzahl der Pferdenummern hält sich dabei in Grenzen, obwohl Produzent Marcel Avram von Heller ja eigentlich eine Pferdeshow wollte. Zum Glück. Mit Pferdenummern weckt man weniger das Kind im Erwachsenen als den Backfisch, jenes verwirrt-melancholische Wesen kurz vor der ersten Mädchenblüte. So sind die Pferdeballettpassagen für jeden, der nicht buchstäblich oder emotional in einem Blümchenzimmer voller Pferdeposter lebt, durchweg langweilig. Die Leistung zweier Schimmel, zu Walzerklängen sechs Schritte seitwärts zu laufen, relativiert sich, wenn man gerade ein Dutzend chinesische Artisten gesehen hat, die zu Elektrobeats eine atemberaubende Jonglier-Choreographie hingelegt haben. Heller gibt im Programmheft sogar selbst zu, dass ihm die Pferdeakrobatik eigentlich zu begrenzt ist.

Im Kern funktioniert„Magnifico“ ähnlich wie Klassikradio oder Teufelsgeiger á la David Garrett – das ist genuiner, kontinentaleuropäischer Pop, in dem die angelsächsischen Importe nur eine Nebenrolle spielen. Sicher gibt es auch bei Heller den Kitsch, das Pathos, die Verhackstückung großer Werke in Schlüsselreizhäppchen. Heller scheut da auch nicht vor Formen zurück, die von den Meinungsführern des Pop längst zu Treppenwitzen degradiert wurden. Da gibt es Breakdancer, Pantomimen, diese albernen Riesenpuppen aus Pappmaché, mit denen sich schon so mancher Protestmarsch diskreditiert hat, und immer wieder viel zu große Gesten.

Doch gerade Pathos ist bei solchen Shows ein wichtiges Element. Zum Glück stammt André Heller aus Wien, da wird das Pathos traditionell vom Dreiverteltakt abgefedert. Bei der Münchner Premiere beunruhigte es zwar etwas, dass nach vergeblichen Versuchen der Breakdancer und der Flamencotruppe, die Menge zum Mitklatschen zu bringen, das Publikum bei den Defiliermärschen in den militärischen Takt einfiel. Doch man sollte in die Mentalitätsunterschiede zwischen Dreiviertel- und Zweivierteltakt-Ländern nicht gleich historische Tiefen hineininterpretieren. Wie gesagt, bei „Magnifico“ geht es nicht um die Interpretation.

Trotzdem muss man diesem kontinentaleuropäischen Pop gerade im Vergleich mit dem kanadischen Cirque du Soleil zugestehen, dass er bei seinem Massenpublikum ein ziemlich hohes Bildungsniveau voraussetzt. Es geht nicht darum, dass jeder die Chiffren in den Bildern von „Magnifico“ entschlüsseln kann. All diese Chiffren sollen auf ein kollektives Unbewusstes wirken, an dem 400 Jahre lang ein gewaltiger Kulturkanon vorübergerauscht ist. Es wäre reiner Dünkel, den Erfolg eines solchen Phänomens als Indiz für die Verwässerung des Kanons und die Verblödung der Massen zu interpretieren. Klassikradio, David Garrett und „Magnifico“ sind die Antipoden zur Mär von Volksverdummung und pöbelhafter Unterschichtenkultur.

Nach über zwei Stunden Sperrfeuer aus Bildern, Akrobaten und Musik stellt sich bei „Magnifico“ allerdings eine Ermattung ein, als sei man dem Rededrang eines Berauschten ausgesetzt. Wenn kurz vor Schluss noch ein Trupp mit großen Pappteilen hereintänzelt, die das Pferd aus Picassos „Guernica“ bilden, hat man innerlich schon die weiße Flagge gehisst. Ja, Heller! Noch eine Pferde-Idee von hochkulturellem Wert!

Dann kommt das Einhorn. Ganz ungeflügelt und gnädig kurz wird es von einem Prinzessinnenwesen durch den Bühnennebel geleitet. Und schon füllt sich die Bühne zum finalen Verbeugen mit sämtlichen Clowns, Artisten und Akrobaten, die sich umarmen, winken, tanzen, wie man es vom Finale der amerikanischen Comedy Show „Saturday Night Live“ kennt. Geschafft. Und man ertappt sich bei dem Bedürfnis, sofort einen Whisky zu trinken und Motörhead zu hören.

Foto: Michael Malfer/Magnifico

08.02.11 | 20:18 | 1 Kommentar

Der Maschinist

Das DLD-Gespräch mit ex-Wikileaks-Vize Daniel Domscheit-Berg, das Grundlage für die Seite 3 vom Mittwoch ist:

Watch live streaming video from dldconference_2 at livestream.com
07.02.11 | 18:07 | 1 Kommentar

The History of Clubbing

sinatraBar

Auszug aus der legendären Reportage "Frank Sinatra has a cold", die Gay Talese 1965 schrieb, und die das Esquire Magazine 2003 zur besten Geschichte erklärte, die Esquire je gedruckt hat.

Frank Sinatra, leaning against the stool, sniffling a bit from his cold, could not take his eyes off the Game Warden boots. Once, after gazing at them for a few moments, he turned away; but now he was focused on them again. The owner of the boots, who was just standing in them watching the pool game, was named Harlan Ellison, a writer who had just completed work on a screenplay, The Oscar.

Finally Sinatra could not contain himself.

"Hey," he yelled in his slightly harsh voice that still had a soft, sharp edge. "Those Italian boots?"

"No," Ellison said.

"Spanish?"

"No."

"Are they English boots?"

"Look, I donno, man," Ellison shot back, frowning at Sinatra, then turning away again.

Now the poolroom was suddenly silent. Leo Durocher who had been poised behind his cue stick and was bent low just froze in that position for a second. Nobody moved. Then Sinatra moved away from the stool and walked with that slow, arrogant swagger of his toward Ellison, the hard tap of Sinatra's shoes the only sound in the room. Then, looking down at Ellison with a slightly raised eyebrow and a tricky little smile, Sinatra asked: "You expecting a storm?"

Harlan Ellison moved a step to the side. "Look, is there any reason why you're talking to me?"

"I don't like the way you're dressed," Sinatra said.

"Hate to shake you up," Ellison said, "but I dress to suit myself."

Now there was some rumbling in the room, and somebody said, "Com'on, Harlan, let's get out of here," and Leo Durocher made his pool shot and said, "Yeah, com'on."

But Ellison stood his ground.

Sinatra said, "What do you do?"

"I'm a plumber," Ellison said.

"No, no, he's not," another young man quickly yelled from across the table. "He wrote The Oscar."

"Oh, yeah," Sinatra said, "well I've seen it, and it's a piece of crap."

"That's strange," Ellison said, "because they haven't even released it yet."

"Well, I've seen it," Sinatra repeated, "and it's a piece of crap."

Now Brad Dexter, very anxious, very big opposite the small figure of Ellison, said, "Com'on, kid, I don't want you in this room."

"Hey," Sinatra interrupted Dexter, "can't you see I'm talking to this guy?"

Dexter was confused. Then his whole attitude changed, and his voice went soft and he said to Ellison, almost with a plea, "Why do you persist in tormenting me?"

The whole scene was becoming ridiculous, and it seemed that Sinatra was only half-serious, perhaps just reacting out of sheer boredom or inner despair; at any rate, after a few more exchanges Harlan Ellison left the room. By this time the word had gotten out to those on the dance floor about the Sinatra-Ellison exchange, and somebody went to look for the manager of the club. But somebody else said that the manager had already heard about it -- and had quickly gone out the door, hopped in his car and drove home. So the assistant manager went into the poolroom.

"I don't want anybody in here without coats and ties," Sinatra snapped.

The assistant manager nodded, and walked back to his office.

Komplette Reportage "Frank Sinatra has a cold" - hier.

2008 erweiterte Esquire die Liste seiner besten Geschichten auf sieben - hier.

Foto: Filmscan auf coolness is timeless

07.02.11 | 12:16 | 0 Kommentare

Everything Is A Remix

Everything Is A Remix: KILL BILL from robgwilson.com on Vimeo.

Der Filmemacher Kirby Ferguson hat eine vierteilige Videoserie über die Remix- und Sample-Kultur in Popmusik und Film begonnen, die das sonst so trockene Thema Urheberrecht und Kreativität schlüssig illustriert. Hier - eine Analyse der Inspirationsquellen für Quentin Tarrantinos "Kill Bill", der natürlich das dankbarste aller Studienobjekte ist. Ähnlich brillant - die >Analyse von Star Wars im zweiten Teil der Doku.

04.02.11 | 20:18 | 0 Kommentare

City of Lights

(Video auf Mach 1,5-2 beschleunigt)

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