29.07.10 | 18:33 | 0 Kommentare

Die Herman

hermanDPAWenn die Moderatorin und Autorin Eva Herman mal wieder eine besonders deftige Meinung von sich gibt, reagiert das vernünftige Bürgertum mit dem immer gleichen Reflex. Man will sie eigentlich ignorieren. Weil sie aber inzwischen qua Drastik ihrer Zitate zu einer der prominentesten Stimmen im Lande gehört, will man sie auch kommentieren. Wie im jüngsten Fall. Da schrieb sie in einem Kommentar zum Unglück auf der Loveparade in Duisburg unter der Überschrift ,,Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg‘‘ auf dem Blog ihres Verlages: ,,Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.‘‘

Nun positioniert sich Eva Herman in ihrem Text deutlich rechts von der Bild-Zeitung. Im Umfeld des Kopp-Verlages tummelt sie sich außerdem mit rechtsbürgerlichen Demagogen wie Udo Ulfkotte und einem Sammelsurium latent rechtsradikaler Esoteriker und Verschwörungstheoretiker. Sie steht also durchaus für eine politisch unangenehme Szene. Das ambivalente Verhältnis zu Herman speist sich da aus der Hoffnung des vernünftigen Bürgertums, dass diese krude rechte Welt doch nicht mehr ist als ein Blondinenwitz in Person der Herman. Und aus der Angst, dass diese Meinungen von so viel mehr Menschen vertreten werden, als man sich das eingestehen will.

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