30.06.10 | 17:07 | 0 Kommentare

R.I.P. Rammellzee

rammellzee

 
Rammellzee hatte glasige Augen nach einem Tag im Atelier. ,,Ich weiß genau, dass das Wahnsinn ist‘‘, sagte der Künstler, Rapper und Performance Artist, weil er wieder Stunden ohne Atemmaske Kunststoffe eingeschmolzen und mit Farbe besprüht hatte. Kunst war für ihn ein Rausch, den wollte er ganz buchstäblich spüren. Er war einer der ersten, die aus den Reihen der Graffiti-Sprüher in der South Bronx aufstiegen in die Kunstwelt von Downtown Manhattan. Gemeinsam mit Jean-Michel Basquiat und Keith Haring eroberte er für die urbane Folklore des Hip-Hop neue Bildwelten.

Basquiat war seine Nemesis. Ganz im Stil der Reimschlachten auf den Straßen der Ghettos lieferte er sich mit ihm Wortgefechte, die 1981 in der Single ,,Beat Bop‘‘ gipfelten, auf der Rammellzee und sein Partner K-Rob rappten. Doch die Feindschaft blieb sportlich. Basquiat produzierte die Single und zeichnete fürs Cover. ,,Beat Bop‘‘ wurde nur in einer Auflage von 500 Stück aufgelegt, doch gilt bis heute als Meilenstein.

Der Song tauchte 1982 im legendären Hip-Hop-Film ,,Wild Style‘‘ und machte ihn berühmt. Er war aber bald schon viel weiter, als die meisten seiner Zeitgenossen. Für seine Kunstwerke legte sich Rammellzee eine Theorie zurecht, die er ,,Gothic Futurism‘‘ nannte, und die darauf beruhte, dass er die Schrift vom Diktat des traditionellen Alphabets befreien und zur eigenständigen Kunstform erheben wollte. 2004 veröffentlichte er mit ,,Bi-Conicals of the Rammellzee‘‘ auf dem Münchner Gomma-Label sein erstes Soloalbum. Den großen Ruhm erlangte Rammellzee nie, blieb immer der legendäre Pionier. Er wurde 49 Jahre alt.

 

"Beat Bop" Video

Nachruf aus der NYTimes >hier.

Texte aus The Wire hier und >hier.

25.06.10 | 06:51 | 0 Kommentare

Friday Night Live

24.06.10 | 19:36 | 1 Kommentar

Zum Nachspielen

vuvuzela

Via Brooklynite on the Ice

24.06.10 | 07:07 | 1 Kommentar

Trailerpark (die Zweiminutenkritik)

Grandioser Trailer, der eine Ahnung davon vermittelt, was die amerikanische Popkultur aus Fussball gemacht hätte. Der Trailer hat so einen Zug, dass er sogar mich dazu gebracht hat, den Film anzusehen, obwohl ich mich eigentlich nur ab WM-Viertelfinales für Fussball interessiere (Kindheit in der Steinerschule und zwanzig Jahre Amerika - bin entschuldigt). Dass der Film dann holprig erzählt und eigentlich stinklangweilig ist, spricht nur dafür, dass hier ein Meister am Werk war, den Trailer zu schneiden.

23.06.10 | 11:03 | 0 Kommentare

Der unbekannte Hipster

abramovic-5_l1

War mir bisher entgangen - der wunderbare Blog des Illustrators Jean-Philippe Delhomme mit dem Titel "The Unknown Hipster", in dem er seine Abenteuer in der New Yorker Kunst- und Glamourwelt aufzeichnet.

Abb.: Jean-Philippe Delhommes Selbstporträt bei der Performance von Marina Abramovic im Museum of Modern Art auf seinem "Unkown Hipster"-Blog.

22.06.10 | 06:16 | 0 Kommentare

TED Talk der Woche: How architecture helped music evolve

21.06.10 | 14:25 | 2 Kommentare

Die letzten Schreibmaschinen


typewriters_4b

Der Journalist Matthew Schechmeister und  der Fotograf  Jon Snyder haben auf der Webseite des Wired Magazine eine wunderbar melancholische Reportage über die letzten Schreibmaschinen-Werkstätten in und um San Francisco veröffentlicht. Die natürlich gerade im Kontext von Wired sehr symbolschwanger daherkommt.

Foto: Jon Snyder/Wired.com

21.06.10 | 06:53 | 1 Kommentar

#musicmonday

18.06.10 | 06:48 | 1 Kommentar

Friday Night Live

17.06.10 | 06:53 | 0 Kommentare

Trailerpark (die Zweiminutenkritik)

Diesen Film vier Tage nach dem ersten Anpfif und vor allem erst einmal in den USA herauszubringen, ist sicherlich nicht der effektivste Weg, um da die Aufmerksamkeit kurz vor dem Achtelfinale nochmal auf die skandalöse Vorgeschichte der WM zu lenken. Klassischer Trailer jedenfalls - deutet den Spannungsbogen des Films an und verrät gerade so viel, dass man neugierig wird, ohne schon die gesamte Geschichte gesehen zu haben.

Older Posts »