18.10.09 | 13:27 | 4 Kommentare

Wörter die im Deutschen fehlen (7)


wallraffblackface

Blackface

(Amerik. Begriff für weisse Schauspieler die in den amerikanischen Minstrel Shows des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts schwarz geschminkt auftraten, um rassistische Schwarzenklischees zu spielen. Blackface steht auch für rassistische Cartoons, Comics und Werbemittel dieser Zeit. In den USA gilt Blackface bis heute als Symbol für das Trauma des Rassismus und der Sklaverei. In Afrika gelten ähnliche Spielarten in der britischen und französischen Kultur als Ausdruck des Rassismus der Kolonialära. Auch gut oder lustig gemeinte Versionen des Blackface aus der jüngeren Zeit, wie C. Thomas Howell in "Soul Man" oder Fred Armisen, der in der Sketch-Comedy-Sendung Saturday Night Life Barack Oabama darstellte, wurden als rassistische Verfehlungen betrachtet. Der Regisseur Spike Lee thematisierte das Phänomen des Blackface in seinem Film Bamboozled.)




(In seinem Essay "Die schreckliche deutsche Sprache" forderte Mark Twain eine gründliche Reform der deutschen Sprache, denn es fehle ihr sowohl an Stringenz, wie Logik und einigen wichtigen Wörtern. Diese Suche nach diesen Wörtern soll in diesem Blog fortgesetzt werden.)

Foto: Günter Wallraff als somalischer Immigrant mit afrikanischem Mitarbeiter in dem Dokumentarfilm "GünterWallraff: Schwarz auf Weiß", im X-Verleih.

4 Kommentare »

  1. Mark Twain fordert eine Überarbeitung der deutschen Sprache? Na das passt ja hier wie die Faust aufs Auge. Das zweite Kapitel des Buchs "Tom Sawyer", in meiner alten Ausgabe, beginnt so:
    "Jim, der kleine Nigger, trat singend und springend aus dem Hoftor mit einem Holzeimer in der Hand..."
    Um dieses Wort korrekt zu übersetzen, hat's ja bei der deutschen Sprache offenbar gerade noch gereicht...

    Comment by Felix — November 3, 2009 @ 11:00

  2. Hier mal die Übersetzung von Twains Text:

    http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=4617&kapitel=8&cHash=a8f80f1a7achap008#gb_found

    Comment by ObiWan — Januar 13, 2010 @ 16:17

  3. Ah, sehr gut. Besten Dank auch.

    Comment by akreye — Januar 13, 2010 @ 17:05

  4. [...] sich dem reizvollen Sujet zu nähern, ist es, sich als selbiges zu verkleiden. Dass die Methode des "Blackface", wenn also eine weissen Person mit dunklem Make-Up zum Schwarzen gemacht wird, eine Tradition des [...]

    Pingback by Was Deutsche mögen (15): Neger « Der Feuilletonist — Juni 16, 2010 @ 23:22

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