21.07.09 | 00:50 | 1 Kommentar

TED Kickoff

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Und wirklich, streift man abends durch Oxford, spielen sie auf gepflegten Rasenflächen Shakespeare. An einem ganz normalen Montag.

Erstes Podium am späten Nachmittag - Bridget Kendall interviewt drei TED-Redner für ihre Sendung Forum auf BBC World. Ian Goldin, Direktor der James Martin 21st Century School an der Oxford Universtity, die Astronomin Andrea Ghez von der UCLA und Cyberwarfare-Spezialist Evgeny Morozov. Die zunächst einmal nichts miteinander zu tun und zu schaffen haben, aber weil es vor allem darum ging, das TED-Prinzip für Radiohörer in eineinhalb griffige Stunden zu packen, war die Diskussion ein guter Stimmungsbarometer.

Zwischen Iran, digitaler Demokratie, schwarzen Löchern und den Risiken der Globalisierung ging es eigentlich um die Frage, ob der euphorische Optimismus der Wissenschaften und Innovatoren noch gegen den grassierenden Pessimismus des Zeitgeists bestehen kann. Grob überschlagen - der Optimismus hat hier in Oxford immer noch deutlich die Oberhand.

Mozorov brachte die aktuellen Debatten um die digitale Kultur ganz gut auf den Punkt.

Zur "Twitter Revolution" in Iran meinte er: Die ganzen sozialen Medien seien ja nicht unbedingt ein Segen für die Oppositionsbewegung. Der Geheimdienst hätte da allzu leichtes Spiel. Früher hätten sie einen Verdächtigen foltern müssen, um an die Informationen und Verbindungen eines Verdächtigen zu kommen, die sie heute einfach von seinem Facebook-Profil abgreifen können.

Neue Schlagworte:

Slacktivism - sich für eine Sache mit ein paar Klicks online zu engagieren. Bestes Beispiel sei die "Save the Children of Africa"-Aktiongsruppe auf Facebook. Eine Million Mitglieder, die bisher rund fünftausend Dollar Spenden aufbrachten.

Spinternet - wenn Regierungen und Regimes die Beschleunigungskraft des Internets nutzen, um Nachrichten und Gerüchte so zu beeinflussen, dass sie die offizielle Linie unterstützen.

Singularity - der Zeitpunkt, an dem künstliche Intelligenz dem menschlichen Denken überlegen ist. Soll angeblich schon 2020 sein. Ray Kurzweil hat sich da ziemlich reingearbeitet. Tauchte im Partygespräch zwischen der Hirnforscherin und dem Mozilla-Linguisten als Treppenwitz auf.

1 Kommentar »

  1. [...] SZ: Neue Schlagworte braucht das Land! Feuilletonist Adrian Kreye hat den TED Kick-Off besucht und einige neue Schlagworte aufgeschnappt, die man sich wird merken [...]

    Pingback by Blogistan Panoptikum KW30 2009 auf datenschmutz.net — Juli 26, 2009 @ 23:35

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