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	<title>Buchmesse: Das Blog</title>
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	<description>von Christina-Maria Berr</description>
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		<title>Wir telefonieren, ja?!</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 15:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[ Das Ende naht. Auch wenn die Buchmesse noch zwei Tage dauert, für die Branche ist sie so gut wie vorbei. Was bis jetzt nicht erreicht wurde, kann nicht mehr geschafft werden. Denn an den beiden verbleibenden Tagen, den Publikumstagen, ist jegliches Fortkommen, jegliche Suche nach Gesprächspartnern sinnlos. Etliche Autoren sind bereits abgereist, Verlagsleute haben ohnehin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Das Ende naht. Auch wenn die Buchmesse noch zwei Tage dauert, für die Branche ist sie so gut wie vorbei. Was bis jetzt nicht erreicht wurde, kann nicht mehr geschafft werden. Denn an den beiden verbleibenden Tagen, den Publikumstagen, ist jegliches Fortkommen, jegliche Suche nach Gesprächspartnern sinnlos. Etliche Autoren sind bereits abgereist, Verlagsleute haben ohnehin einen Vorsprung von zwei Tagen.</p>
<p>Denn am Montag und Dienstag vor dem Messebeginn finden zahlreiche Verhandlungen und Lizenzgeschäfte im Frankfurter und im Hessischen Hof statt.  „Das ist die eigentliche Messe vor der Messe“, meint Jörg Bong, Programmgeschäftsführer des Fischer-Verlags. Denn nach wie vor ist die Frankfurter Messe ein großer Umschlagplatz für Lizenzen. Da könne es durchaus passieren, dass ein Millionen-Deal für ein 800-Seiten-Buch innerhalb eines Tages abgeschlossen wird. Man muss schnell sein.  Doch auf der Messe, erklärt Bong ein ungeschriebenes Gesetz, habe man meist eine Nacht Zeit.</p>
<p>Aber so kommen auf Lektoren und Verleger oft noch mitternächtliche Lesemarathons nach all den Terminen hinzu. Doch davon soll am nächsten Morgen an den Messeständen niemand etwas sehen. Ein weißes Hemd, ein gut sitzender Anzug, ein geschicktes Makeup. Auflösungserscheinungen, bedingt durch vorabendliches Feiern, werden so gut wie möglich kaschiert. Man muss genau sein, das Deckenlicht ist ernüchternd gnadenlos.</p>
<p>Katja Kessler ist eine, die die Messeregeln bis zur Vollkommenheit beherrscht. Und – auch eine gute Taktik – nur kurz auf der Messe vorbeischneit. Boss-Kleid, die blonden Haare mädchenhaft frisiert. Die Ex-Bild-Kolumnistin und Autorin („Frag mich, Schatz, ich weiß es besser“) erzählt mit Kulleraugen am Diana-Stand von ihrem neuen Buch. Darin geht es um ihr Leben als vierfache Mutter und Ehefrau. Und es geht um ihren Mann, <em>Bild</em>-Chef Kai Diekmann. „Mein Mann hat schon angedroht, zurückzuschreiben“, sagt Kessler lachend. Freitagabend, wenn die Buchmesse ausfranst, ist sie schon längst wieder weg.</p>
<p>Der Freitagabend kommt anders daher. Am nächsten Morgen werden die Gesichter nicht mehr gezeigt, man entschwindet ungesehen in die Heimat. Und noch etwas ist anders: Man muss niemanden mehr begrüßen, alle haben sich in den drei Tagen schon mal gesehen. Auch Brancheninterna sind durchgekaut. Es geht um Anderes. Um Politik zum Beispiel.</p>
<p>Auf der Roof-Top-Party von Du Mont werden Ministerposten im neuen Bundeskabinett besetzt. In Mantis Roofgarden ist man sich schnell einig – nur Ursula von der Leyen sitzt nach diesen Planspielen noch zwischen zwei Posten. Diese Entscheidung müssen dann doch die Herrschaften in Berlin übernehmen. Die Politikprominenz, sonst durchaus feierwillig und in Frankfurt zahlreich vertreten, hat sich dieses Jahr natürlich rar gemacht. Und am Freitagabend sind wohl alle irgendwie mit Koalitionsverhandlungen beschäftigt.</p>
<p>Einzig der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist zu Gast. Gemeinsam mit FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher diskutiert er auf dem Empfang von C.H. Beck. Ein letzte intellektuelle Herausforderung, bevor es auf die Abschiedsfeste geht. Dort sucht man noch Verbündete für das Leben nach der Messe – „Meld Dich, wenn Du ins Land kommst“ -, bekräftigt eine innige Freundschaft zueinander – „Wir telefonieren, ja?!“ &#8211; und tauscht wirkliche Neuigkeiten aus: „In München schneit’s.“ Frankfurt ist wärmer – und das ist auf einer coolen Dachterassenparty ein wirklicher Trost.</p>
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		<title>Auftritt der Nobelpreisträger</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 16:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Bodygards am Hanser-Stand. Die Nobelpreisträgerin ist aufgetaucht. Herta Müller, klein, zierlich und noch ein bisschen unsicher ob ihrer neuen Starrolle. Fast unbemerkt hat sie den Stand erreicht, drückt sich erstmal in eine uneinsehbare Ecke, lehnt sich an ihren Triester Autorenkollegen Claudio Magris (&#8220;Blindlings&#8221;, &#8220;Ein Nilpferd in Lund&#8221;). Auch so ein Preisträger aus dem Hanser-Stall. Kommenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bodygards am Hanser-Stand. Die Nobelpreisträgerin ist aufgetaucht. Herta Müller, klein, zierlich und noch ein bisschen unsicher ob ihrer neuen Starrolle. Fast unbemerkt hat sie den Stand erreicht, drückt sich erstmal in eine uneinsehbare Ecke, lehnt sich an ihren Triester Autorenkollegen Claudio Magris (&#8220;Blindlings&#8221;, &#8220;Ein Nilpferd in Lund&#8221;). Auch so ein Preisträger aus dem Hanser-Stall. Kommenden Sonntag wird ihm der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Sie kennen einander schon lange, erzählt er. Im hinteren Bereich des Stands werden derweil Leute verscheucht, da soll Müller hin. Der Verlag hilft der neuen Nobelpreisträgerin. Die Pressechefin gibt ihr Tipps: Nur den Namen als Autogramm, nicht auch noch den Ort. Das würde sie nicht schaffen. Die Nobelpreisträgerin möchte alles richtig machen. Da hat sie ein Fan entdeckt, will eine Unterschrift. Nein, meint eine Hanser-Mitarbeiterin. Müller signiert doch. Nett sein, scheu sein, wie macht man das mit dem Nobelpreis?</p>
<p>Günter Grass hat bereits zehn Jahre Erfahrung, hat sich ein dickes Fell zugelegt. Eine Ebene weiter oben steht er am Steidl-Verlag auf einem blauen Podest und gibt Dieter Moor für <em>ttt -</em> <em>titel, thesen, temperamente</em> (ARD) ein Interview. Der Anlass: 50 Jahre Blechtrommel. Vor Grass liegen Fotobände des Steidl-Verlags. „Ich fotografiere ja überhaupt nicht“, meint Grass leicht missmutig. Wo ist denn eigentlich die Blechtrommel? Die Blechtrommel ist da. Grass brummelt in seinen Schnauzer. Dann packt ihn ein Thema, aller Missmut ist vergessen. Es geht um China. Man müsse, ruft Grass plötzlich vehement, eben auch über die eigenen Fehler sprechen, wenn man die Fehler auf chinesischer Seite anspreche. Sonst sei man „Pharisäer im eigenen Land!“</p>
<p>Fans haben ihn entdeckt. Grass soll signieren. Eine Dame schiebt ihm auch ein Herta-Müller-Buch unter. Der Autor setzt seine Unterschrift rein. Zwei Nobelpreisträger in einem Band. Wenn das mal niemand am Hanser-Stand mitbekommt.</p>
<p>Dort sitzt gerade ein weiterer Messe-Stargast: Elke Heidenreich mit ihrem Schriftstellerpartner Bernd Schroeder. Privat einst liiert, mittlerweile getrennt, haben Sie einen gemeinsamen Roman geschrieben. „Alte Liebe“, so der schöne Titel. Sie erzählen mit verteilten Rollen. Abwechselnd haben sie aus den beiden Perspektiven der Hauptfiguren, einem alten Ehepaar, erzählt. Heidenreich aus der Sicht von Lore , Schroeder aus der Sicht des Mannes Harry.</p>
<p>„Wir wollten ein Buch darüber schreiben, dass Menschen heute anders alt werden als unsere Eltern“, erklärt Elke Heidenreich. Bernd Schroeder nickt. Spricht man mit den Zweien, fügen sich ihre Antworten in scheinbar blindem Verständnis zusammen, also ob man sich nur mit einem der beiden unterhalten würde. Sie sind einander vertraut. So vertraut, dass durchaus einer mal für den anderen spricht. „Bernd ist ein Langstreckenautor. Er schreibt ja gerade wieder an einem Roman“, meint Heidenreich. Und ein weiteres gemeinsames Werk?  „Es war ein Projekt“, meint Heidenreich. „Kann sein, dass wir das nicht wieder machen,“ sagt Schroeder. Heidenreich nickt: „Jetzt ist ja zu diesem Thema alles gesagt“. Dann schaut sie Bernd fragend an. „So ist es“, meint Schroeder. Aber das wäre wirklich schade.</p>
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		<title>Moral nach Mitternacht</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 13:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Donnerstag, 22 Uhr: Dramen vor dem Velvet-Club. Die Türsteher bewachen Tanzfläche und Bar, als würden sich hier Tokio Hotel mit Angelina Jolie treffen. Draußen lange Schlangen, aber gibt’s nicht doch irgendwo eine Hintertür? Einen Notaus- und Eingang? Was eigentlich bewacht wird: Die Party des Piper-Verlags, ein neues Highlight im Messe-Kalender, ein gelungener PR-Schachzug inmitten all [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Donnerstag, 22 Uhr: Dramen vor dem Velvet-Club. Die Türsteher bewachen Tanzfläche und Bar, als würden sich hier Tokio Hotel mit Angelina Jolie treffen. Draußen lange Schlangen, aber gibt’s nicht doch irgendwo eine Hintertür? Einen Notaus- und Eingang? Was eigentlich bewacht wird: Die Party des Piper-Verlags, ein neues Highlight im Messe-Kalender, ein gelungener PR-Schachzug inmitten all der Abendveranstaltungskürzungen.</p>
<p>Piper-Verlagschef Marcel Hartges steht persönlich am Plattenteller. Das ist finanzkrisenkonform, vor allem aber ist es  eine gute DJ-Wahl. Der Laden brummt. Die Musik ist laut, sinnloser Smalltalk gottseidank unmöglich, Handys hört man ohnehin nicht mehr und die heimlichen Gesetze der Branche sind auch ausgehebelt. Hartges kann DJ.</p>
<p>Eine Stunde heißt es vorher, würde er auflegen. Es wird länger. Das ist gut so, denn selbst Menschen mit Einladungskarten haben es mittlerweile am Eingang schwer, hineinzukommen. Wer kein Ticket hat, wird ohnehin rüde abgewiesen.</p>
<p>Wie gut, dass der Frankfurter Hof nicht weit ist. In der Lobby des Nobelhotels finden alle zwischendurch Verlorengegangene wieder zusammen, die nicht mittlerweile aufgegeben haben.</p>
<p>Dorthin ist Ex-Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert von der Velvet-Bar geflohen, auch der Sportreporter und neuerlich auch Aus-dem-Nähkästchen-Plauderer Waldemar Hartmann („Born to be Waldi“) hat sich in die Hotellobby verirrt. Vor der Hoteltür erklärt Klatschkolumnist Michael Graeter Berliner und Frankfurter Autoren, wie es um die Moral in München steht („gut!“) und warum die Buchmesse im Gegensatz zu Bayern eigentlich unmoralisch ist. Da trudeln ein paar Gäste vom Fischer-Verlags-Empfang ein, sie bibbern – der Event dort findet unter anderem im Innenhof unter freiem Himmel statt. Und passend zum Partysparjahr ist es in Frankfurt dieses Jahr besonders kalt.</p>
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		<title>Das große Verbrechen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 18:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweiter Buchmessetag, Verabredungen sind nicht mehr einzuhalten. Jeder ist irgendwann irgendwo nicht. Auf den Gängen ist kein Durchkommen mehr. An einem Wegweiser diskutieren ein paar Chinesen wild – keine Hinweise in chinesischen Schriftzeichen, nirgends &#8211; und überall auch noch Kinderwagen. Da hilft nur eins: Das Mobiltelefon. Am anderen Ende der Dramatiker Moritz Rinke. „Ich habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zweiter Buchmessetag, Verabredungen sind nicht mehr einzuhalten. Jeder ist irgendwann irgendwo nicht. Auf den Gängen ist kein Durchkommen mehr. An einem Wegweiser diskutieren ein paar Chinesen wild – keine Hinweise in chinesischen Schriftzeichen, nirgends &#8211; und überall auch noch Kinderwagen. Da hilft nur eins: Das Mobiltelefon. Am anderen Ende der Dramatiker Moritz Rinke. „Ich habe einen Helm auf dem Kopf, den kann ich jetzt nicht mehr runtermachen. Ich ruf Dich an, wenn ich auf der Messe bin.“ Mit dem Roller aus Berlin nach Frankfurt?</p>
<p>Egal, Michael Graeter wartet. Der Klatschkolumnist präsentiert auf der Messe seine Biografie „Extrablatt“. Im Irgendwie-vielleicht-Karl-Lagerfeld-Look – schwarzes Samtjackett, hellblaues Einstecktuch, schwarze knallenge Jeans – sitzt der Mann mit einem intensiv-wabernden Parfum namens „Angel“ in einer Kabine am Langen-Müller-Verlag. Warum muss man eigentlich Autoren immer in diesen winzigen Kabinen interviewen?</p>
<p>„Ich hab eine Wampe und Lagerfeld nicht!“, ruft Graeter und schwärmt auch gleich von Spiegeleiern unter Trüffel. Die Buchmesse als Feld für Gesellschaftsklatsch? „So langsam kommt was“, meint er, da seien vielleicht zwei Geschichten. Im nächsten Moment schwärmt er von der Frankfurter Bürgermeisterin Petra Roth. Ja? Ja. Was soll man da erwidern. Vielleicht einmal mit Graeter auf Geschichtensuche gehen? Später auf den Partys? „Man muss in jeder Stadt einen goldenen Key haben“, sagt der Gesellschaftsreporter. Das wäre jetzt interessant, aber die Uhr sagt: Nächster Termin.</p>
<p>Auf dem Gang hüpft ein Riesenstofftier rum. Muss ziemlich heiß sein, da drunter. Schon wieder der Hanser-Stand, immer wieder der Hanser-Stand. Aber wo ist eigentlich Herta Müller?</p>
<p>Das Telefon klingelt. Rinke ist jetzt da. Ich aber nicht mehr, ich habe mich bei Piper versteckt. Da sitzt Ferdinand von Schirach, der soeben einen Sarg auf der Messe entdeckt hat. Einen Sarg? Der Strafverteidiger nickt und grinst.Von Schirach hat gerade seinen brillanten Erzählband „Verbrechen“ veröffentlicht. Messerscharfe Beschreibungen von Verbrechen unterschiedlicher Art. Er hat gemixt, verschiedene Mandate miteinander verwoben. Nur einen Fall, da hätte sich der Mandant vielleicht wiedererkönnen können. Und diesen Mandanten hat er gefragt.</p>
<p>Ist die Buchmesse ein Ort für Verbrechen? „Verbrechen geschehen an allen Orten“, meint von Schirach. Und beschreibt gleich mal ein Szenario: Eine hübsche, junge Kritikerin spricht mit einem alten Autor. Sie findet sein Buch absolut schrecklich. Doch der ältere Herr merkt es nicht, er denkt, sie mag sein Buch und damit auch ihn. Abends treffen sie sich auf dem Piper-Fest und er will sie küssen. Sie weist ihn zurück. Das kränkt ihn so, dass der 62-Jährige eine Cognac-Flasche über ihrem Kopf zertrümmert.</p>
<p>Ungefähr so geht von Schirachs Messegeschichte. Spätestens dann wäre der Autor ein Fall für den Strafverteidiger.</p>
<p>Ich muss weiter, Rinke suchen. Jetzt ist Rinke verschwunden. Dann eben zurück ins Pressezentrum. In der Redaktion ist belegt, die Nummer vom Elke-Heidenreich-Kontakt wegen eines Interviews habe ich verlegt – und dann klingelt es schon wieder. </p>
<p>Rinke am Telefon: „Später bei Fischer?“ Ja, später, wann später? „Um halb elf“. Unmöglich, um halb elf ist Piper-Party-Zeit. Was dann? Wir telefonieren. Ohne ein Handy wäre man hier, im Bücherdschungel, verloren.</p>
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		<title>&#8220;Bislang konnte ich alles publizieren&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 16:45:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der chinesische Erfolgsautor Yu Hua („Brüder“) über das Gastland auf der Buchmesse, kulturelle Missverständnisse und seine an der Ausreise gehinderten Kollegen.  sueddeutsche.de: Herr Yu Hua, Sie waren 2006 schon mal auf der Frankfurter Buchmesse – hat sich viel verändert?  Yu Hua: Nein – außer, dass nun viele Chinesen da sind. Natürlich ist das Interesse der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der chinesische Erfolgsautor Yu Hua („Brüder“) über das Gastland auf der Buchmesse, kulturelle Missverständnisse und seine an der Ausreise gehinderten Kollegen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de: </strong>Herr Yu Hua, Sie waren 2006 schon mal auf der Frankfurter Buchmesse – hat sich viel verändert? </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Nein – außer, dass nun viele Chinesen da sind. Natürlich ist das Interesse der Deutschen an chinesischen Büchern gestiegen. Gestern hatte ich zum Beispiel eine Lesung in der Frankfurter Uni. Da sah ich lauter Kollegen der chinesischen Delegation im Zuschauerraum sitzen. Die hatten wohl Angst, dass niemand kommt. Am Ende war es so, dass viele deutsche Studenten kamen und stehen mussten, weil überall schon Chinesen saßen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de: </strong>Sie haben auch einen neuen ins Deutsche übersetzten Roman veröffentlicht: „Brüder“. Wie wichtig ist Ihnen der deutsche Buchmarkt? </p>
<p><strong>Yu Hua: </strong>Sehr. Bücher können auch zum gegenseitigen Verständnis beitragen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de:</strong> Es gab im Vorfeld Kritik, weil einige Ihrer regierungskritischen Kollegen am Ausreisen gehindert wurden. </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Das habe ich erst hier erfahren. In den chinesischen Medien gibt es zwar Berichte über die Buchmesse, aber natürlich nicht zu diesem Thema. Ich habe von all dem also erst hier in Frankfurt mitbekommen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de: </strong>Haben Sie Kontakt zu den Autoren, die in China bleiben mussten? </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Nein, ich kenne sie nicht. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de:</strong> Sie selbst hatten keine Schwierigkeiten?</p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Ich bin mit der staatlichen Delegation gekommen. Wenn das nicht geklappt hätte, wäre ich vom  Verlag S. Fischer eingeladen worden – oder privat gekommen. Ich finde es dumm, dass die Schriftsteller nicht kommen durften. Ich hätte alle kommen lassen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de: </strong>Können Sie alles schreiben? </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Schreiben schon. Die Frage ist nur, ob es auch publiziert wird. Bislang konnte ich noch alles publizieren. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de:</strong> Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gegenüber dem Gastland China deutliche Worte gefunden. </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Sie hat auf die Meinungsverschiedenheiten hingewiesen – aber sie hat China vor allem willkommen geheißen. Das war sehr angemessen. </p>
<p><strong>sueddeutsche.de: </strong>Kommen Sie nächstes Jahr wieder? </p>
<p><strong>Yu Hua:</strong> Dann würde ich gerne auf die Leipziger Messe fahren – dort ist mehr Leserschaft. Hier in Frankfurt sind vor allem Verleger und Lizenzhändler. Ein Autor sollte da sein, wo sein Publikum ist.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Mach mal&#8217; ne Pause von Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:48:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[  Ein Diener seines Landes: Der Akten verzehrende niedersächsische Ministerpräsident Wulff entdeckt die Raupe Nimmersatt auf der Frankfurter Buchmesse.  Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat jetzt angeblich auch ein Büro auf der Messe. Die Idee soll von seinem niedersächsischen Kollegen und Parteifreund kommen. Sagt Christian Wulff selbst. Der Christdemokrat aus Hannover hat schon länger ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> </p>
<div><em>Ein Diener seines Landes: Der Akten verzehrende niedersächsische Ministerpräsident Wulff entdeckt die Raupe Nimmersatt auf der Frankfurter Buchmesse.</em> </div>
<div>Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat jetzt angeblich auch ein Büro auf der Messe. Die Idee soll von seinem niedersächsischen Kollegen und Parteifreund kommen. Sagt Christian Wulff selbst. Der Christdemokrat aus Hannover hat schon länger ein eigenes Büro auf der Messe für Informationstechnik Cebit in Hannover. Das ist ein bisschen wie Taschenmesser-Vergleiche unter Jungs. Da kann man sich in nichts nachstehen.</div>
<div>Am Donnerstagvormittag treffen die beiden Messebürobesitzer in Frankfurt in Halle 4 aufeinander. Gemeinsamer Plausch der CDU-Landesväter im Protokoll-Bereich. Vor der Tür sitzen wie beim Michael-Ende-Roman „Momo“ Männer in grauen Anzügen auf grauen Sofas. Sie bewachen den hessischen Landesvater.</div>
<div>Drinnen geht es um Wein aus Hessen und – natürlich &#8211; um die Koalitionsverhandlungen. Bis halb drei Uhr nachts sei er in Berlin zugange gewesen, erzählt Koch mit ernster Miene. „Die Schuldenbremse,“ wirft Wulff ein, mehr sagt er nicht. Er wirkt ziemlich ausgeschlafen. Noch ein paar vielsagende Blicke, dann starten die beiden. </div>
<div>Ihre Runden auf der Messe drehen die ehemaligen heimlichen Kanzlerkandidaten lieber alleine. Das Mittagessen wird sie wieder zusammenführen. Wulff hat sich bei seinem Besuch für das Thema Bildung entschieden („Das Gastland China überlasse ich Koch und Merkel“)  – und beginnt bei der Raupe Nimmersatt.</div>
<div>Am Stand des Gerstenberg-Verlags ist dieses Jahr großes Jubiläum angesagt: 40 Jahre Raupe Nimmersatt und 80. Geburtstag des Zeichners Eric Carle. Die Raupe hat es Wulff angetan &#8211; frisst sie sich doch durch Apfelsinen und Schokoladentörtchen, so wie er manchmal durch Aktenberge. Aber wie war das gleich noch mal, wie geht das mit der Raupe eigentlich aus? Nach der Fressorgie verwandelt sie sich in einen „wunderschönen Schmetterling“. Kann der Ministerpräsident die Pointe des schönen Vergleichs wirklich vergessen haben?</div>
<div>Unwahrscheinlich. Da entdeckt er noch ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau: „Frauen und ihre Gärten“, das will er ihr dann kaufen. Wäre das Thema auch schon gelöst. </div>
<div>Mit Stoffraupe und Nimmersatt-Kinderpappkoffer (Wulff: „Alles über zehn Euro geht in die Staatskanzlei“) geht es weiter zum Diercke-Weltatlas-Stand, wo der Niedersachse seinen Tross gleich mal einteilt. Ein Weltatlas im braunen Umschlag – also zum Beispiel seine Generation? Oder blauer Weltatlas, mit dem haben wohl die jüngeren seiner Begleiter gelernt?</div>
<div>Wulff schwärmt von diesem Standardwerk, will es auf einem USB-Stick sehen, der allen niedersächsischen Schulkindern zur Verfügung gestellt werden soll. Die Verlage brauchen Geld, um qualitativ hochwertige Schulbuchliteratur zu entwickeln und die Kinder brauchen gutes Lehrmaterial – natürlich kostengünstig. Einen Widerspruch sieht Wulff darin nicht, der Schwerpunkt Bildung sei bei allen Koalitionspartnern ganz oben. Und dann sagt er noch: „Das Buch hat Zukunft.“ Das hören die Mitglieder des Deutschen Börsenvereins natürlich gern. Der nette Ministerpräsident kommt wieder auf sein Thema zurück: Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Wie kann man dem Nachwuchs den richtigen und wohl dosierten Umgang mit dem Netz beibringen? </div>
<div>Der Diercke-Verlagschef führt ihn zu einem Nintendo-Wissensquiz. Da ist Wulff not amused, &#8211; das meint er  nicht. Charmant will er umschwenken auf ein anderes Internet-Angebot des Westermann-Verlags. Doch dazu gibt es niemanden, der sich auskennt. Es wird hektisch am Stand. Wulff lenkt ab, spricht von Hannover als wichtigen Schulbuchstandort. Ein Landesvater in vorbildlicher Bundesland-Mission. Dass ihm ein paar Stände weiter ein Kinderpappbuch über Bremen geschenkt wird, was soll’s. „Man spürt hier die gesamte Bandbreite des Lebens und sieht, dass Politik nur ein kleiner Ausschnitt des Lebens ist“, so Wulff.</div>
<div>Um den kleinen Ausschnitt geht es am Abend wieder, wenn der CDU-Politiker zu den Koalitionsverhandlungen nach Berlin reist. Ein Ritt über die Buchmesse muss da wie eine Erholung erscheinen. So entspannt kann man das Messechaos auch betrachten.</div>
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		<title>Happy, Häppchen, Krise</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 12:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern auf der Rowohlt-Party: Krisenstimmung in der Schirn-Kunsthalle. Welcher Verlag spart woran? Vier Prozent weniger Ausstellungsfläche soll vermietet worden sein. Aber das ist nicht das Schlimmste, sondern: Den Abendveranstaltungen ist es an den Kragen gegangen. Ganz in Branchenmanier gibt es ein großes Lamento über die abgesagten Partys. Randomhouse macht nichts mehr, der Droemer-Verlag streicht sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern auf der Rowohlt-Party: Krisenstimmung in der Schirn-Kunsthalle. Welcher Verlag spart woran? Vier Prozent weniger Ausstellungsfläche soll vermietet worden sein. Aber das ist nicht das Schlimmste, sondern: Den Abendveranstaltungen ist es an den Kragen gegangen. Ganz in Branchenmanier gibt es ein großes Lamento über die abgesagten Partys. Randomhouse macht nichts mehr, der Droemer-Verlag streicht sein Abendevent. Und war nicht voriges Jahr noch ein großes Büffet, wo heute nur noch ein paar Häppchen vorbeigetragen werden? Wird irgendwann nur noch das Essen an die Wand projiziert?</p>
<p>Schon wird von Arbeitsmesse gesprochen und mit jedem Glas Prosecco ein neues Stimmungsbild gezeichnet: Erst die Messe, dann die Verlagsbranche allgemein und ein paar Gläschen weiter ist man schon bei der Weltwirtschaft generell gelandet. Wie gut, dass wenigstens der Rowohlt-Verlag noch erkennt: Ohne ein Sponsoring dieser globalen Debatte zu nächtlicher Stunde und deren innovativen Ansätze wäre die Weltpolitk hoffnungslos verloren.</p>
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		<title>Von Hirschhausens Buchdepressionen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 07:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Auf der Buchmesse wird man depressiv“, findet TV-Comedy-Macher Eckart von Hirschhausen und der muss es ja wissen. Der Bestsellerautor („Glück kommt selten allein“) und Mediziner erklärt auch gleich, woran es liegt: Ins Kurzzeitgedächtnis passen nur sieben Dinge. Mit dem achten Buchtitel, den man sich merken soll, kommt die Überdosis. In leuchtlila Weste und blaßlila Schal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Auf der Buchmesse wird man depressiv“, findet TV-Comedy-Macher Eckart von Hirschhausen und der muss es ja wissen. Der Bestsellerautor („Glück kommt selten allein“) und Mediziner erklärt auch gleich, woran es liegt: Ins Kurzzeitgedächtnis passen nur sieben Dinge. Mit dem achten Buchtitel, den man sich merken soll, kommt die Überdosis.</p>
<p>In leuchtlila Weste und blaßlila Schal steht er in hinter einem Podest und gibt letzte Anweisungen. Denn gleich wird hier, im Focus Forum Hörbuch in Halle 4.1 der kurioseste Buchtitel des Jahres 2009 verliehen. Auf der Shortlist sind Titel wie „Entschuldigung, sind Sie die Wurst?“ und „Weiße Wannen – technisch und juristisch immer wieder problematisch?“</p>
<p>Von Hirschhausen moderiert. Und gibt sich redlich Mühe gegen das Stimmengewirr rundherum, gegen die Hitze im Saal und eine eigenwillige Kombination an Mitstreitern auf dem Podest anzukommen.</p>
<p>Während es Ex-Bild-Kolumnisten und Buchautorin Katja Kessler noch gelingt, sich zwischen ein paar abwesenden Blicken auf die Veranstaltung zu konzentrieren und ihr ein wenig charmanten Witz einzuhauchen, kümmert sich Schriftstellerkollegin Alexa Henning von Lange vor allem um irritierende Momente.</p>
<p>Von Hirschhausen fragt nach kuriosen Buchtiteln. „Das Spiel ist aus“, meint Henning von Lange. „Das ist sehr schön.“ Munter und fröhlich sagt sie, was ihr gerade so in den Sinn kommt, auch wenn es nicht unbedingt zum Thema passt. „Wenn ich’s jetzt zusammenfassen müsste, ich weiß noch nicht einmal mehr genau, worum’s geht.“  Da stimmt was nicht. Hat sie nicht gerade von ihrem eigenen Buch gesprochen?</p>
<p>Von Hirschhausen versucht es noch mit einem Witz: „Mein nächstes Buch heißt: Schlau beim Duschen“. Doch es hilft nichts mehr, endlich hat er ein Einsehen. Rettung bringt nur die  Preisverleihung. Es gewinnt „Das Leben ist keine Waldorfschule“ aus dem Carlsen-Verlag. Autor Mischa-Sarim Verollet, ein Slampoet, ist der Veranstaltung vorsichtshalber fern geblieben. Dabei macht ihm Alexa Henning von Lange trotz Abwesenheit noch so ein schönes Angebot: „Wir sollten uns mal kennenlernen.“ Darauf weiß selbst von Hirschhausen keinen Kalauer mehr.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Versuche mit Willemsen</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Roger Willemsen will über das Frankfurter Messetreiben sprechen („Ich bin auf der Buchmesse sehr sexy!“) und über Autorenkollegin Herta Müller  („Die hat den Nobelpreis verdient“).  Außerdem regt er sich ein bisschen über die Umarmprominenz hier auf und dann geht es ihm wieder um die Ohren von Adorno. Wir versuchen trotzdem ein Gespräch über sein Buch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roger Willemsen will über das Frankfurter Messetreiben sprechen („Ich bin auf der Buchmesse sehr sexy!“) und über Autorenkollegin Herta Müller  („Die hat den Nobelpreis verdient“).  Außerdem regt er sich ein bisschen über die Umarmprominenz hier auf und dann geht es ihm wieder um die Ohren von Adorno. Wir versuchen trotzdem ein Gespräch über sein Buch und das Nachtleben in Bangkok, eine Herausforderung.</p>
<p><strong>„Herr Willemsen, Ihr Buch Bangkok Noir &#8230;“</strong></p>
<p>Roger Willemsen: “.. ist eine erfahrungsgesättigte Nachtlyrik.“</p>
<p><strong> „Ihre Streifzüge durch das thailändische Nachtleben sind also autobiografisch?“ </strong></p>
<p>Willemsen: „Ja klar.“</p>
<p><strong>„In Ihrem Buch landen Sie immer wieder mit Frauen im Bett  und dann gibt es den Cut -“ </strong></p>
<p>Willemsen: „Es war nur eine Frau.“</p>
<p><strong>„Eine?“</strong></p>
<p>Willemsen: „Nein, stimmt, da gab es auch eine, die Parfum in den Ventilator gespritzt hat. Die hat mich im Hotelgarten gefragt, ob ich kiffen will und ist geblieben. Da sieht man, Prostitution ist das falsche Wort.“</p>
<p><strong>„Worum geht es denn dann?“ </strong></p>
<p>Willemsen: „Der eigentlich erotische Komplex ist die havarierte Kommunikation. Es ist ohnehin so:  Je länger man in Bangkok ist, desto uninteressanter wird das Sexleben. Meine Besuche beim Elefantenschlafplatz und in der Kickboxarena haben mich eigentlich mehr interessiert.“</p>
<p><strong>.„Wieso überhaupt Bangkok?“</strong></p>
<p>Willemsen: „Es gibt keine Stadt, die ich kenne, die derart verschwenderisch ist, die den Fächer so weit aufschlägt.“</p>
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		<title>Hyperventilierhysterie und Kaffeedosenatmo</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 16:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird wirr und wirrer. Am Suhrkamp-Stand sitzt Buchmessefan („Ich liebe diese Hyperventilierhysterie“) und Pop-Autor Thomas Meinecke. Er erklärt gerade, dass er ein Mann sei, der schwule Männer mag, und erzählt  von Richard Gere und einer lebenden Wüstenspringmaus, die ihm angeblich irgendwo herausoperiert worden sei. Kann man so etwas schreiben? Hat man dann nicht gleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird wirr und wirrer.</p>
<p>Am Suhrkamp-Stand sitzt Buchmessefan („Ich liebe diese Hyperventilierhysterie“) und Pop-Autor Thomas Meinecke. Er erklärt gerade, dass er ein Mann sei, der schwule Männer mag, und erzählt  von Richard Gere und einer lebenden Wüstenspringmaus, die ihm angeblich irgendwo herausoperiert worden sei. Kann man so etwas schreiben? Hat man dann nicht gleich die Anwälte von Richard Gere auf dem Hals?</p>
<p>Thomas Meinecke &#8211; gerade hat er bei Nautilus ein kleines Bändchen mit dem bescheidenen Titel &#8220;Die Bundesrepublik Deutschland&#8221; veröffentlicht &#8211;  hat vor einiger Zeit eine Geschichte über Gere und die Springmaus geschrieben, „Petshopboys“ sei ins Chinesische übersetzt worden. Ah, genau, der Bezug zum Gastland. Ob wir da mal hingehen, in die Gastlandebene? Machen wir. Mit Meinecke muss man alles fix machen auf der Messe, er hat kein Handy, der Popautor. Auf der Messe gibt es einige Autoren, die sich diese Marotte leisten. Das ist Stress, da kann man nix umdisponieren.</p>
<p>Roger Willemsen ist auch so einer. Willemsen wartet am Fischer-Stand. Der ist wieder ganz woanders. Es ist zum Verzweifeln. Ich lasse Meinecke, der gerade beim rosenpflückenden Adenauer angekommen ist, am Suhrkamp-Stand und suche Willemsen.</p>
<p>Die nette Pressefrau platziert uns in einen künstlichen Zwischengang hinter einer Bücherwand zwischen Kaffeedosen und quietschgelben Postkisten. Das Licht ist grell und ungemütlich, Willemsen ist in jeder Beleuchtung charmant. „Sie haben Ohren wie Adorno!“ Und beseelt von der Messe: „Ich liebe die vom Wort Besoffenen.“ Ob wir mal über sein neues Buch sprechen?  Ja, genau! Übrigens, Adorno habe seine Haare nicht über die Ohren fallen lassen können. Das Ganze ist ein Trick, er will eigentlich über einen Schneider reden, dem vor 400 Jahren beide Ohren abgeschnitten wurden, und über ein Buch über den Schneider, das nun wieder Willemsen herausbringt &#8230; Wird Zeit, dass die Partys der Messe beginnen&#8230;. Und wo ist eigentlich die Nobelpreisträgerin?</p>
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