14.10.09 | 18:03 | 1 Kommentar

Hyperventilierhysterie und Kaffeedosenatmo

Es wird wirr und wirrer.

Am Suhrkamp-Stand sitzt Buchmessefan („Ich liebe diese Hyperventilierhysterie“) und Pop-Autor Thomas Meinecke. Er erklärt gerade, dass er ein Mann sei, der schwule Männer mag, und erzählt  von Richard Gere und einer lebenden Wüstenspringmaus, die ihm angeblich irgendwo herausoperiert worden sei. Kann man so etwas schreiben? Hat man dann nicht gleich die Anwälte von Richard Gere auf dem Hals?

Thomas Meinecke – gerade hat er bei Nautilus ein kleines Bändchen mit dem bescheidenen Titel “Die Bundesrepublik Deutschland” veröffentlicht –  hat vor einiger Zeit eine Geschichte über Gere und die Springmaus geschrieben, „Petshopboys“ sei ins Chinesische übersetzt worden. Ah, genau, der Bezug zum Gastland. Ob wir da mal hingehen, in die Gastlandebene? Machen wir. Mit Meinecke muss man alles fix machen auf der Messe, er hat kein Handy, der Popautor. Auf der Messe gibt es einige Autoren, die sich diese Marotte leisten. Das ist Stress, da kann man nix umdisponieren.

Roger Willemsen ist auch so einer. Willemsen wartet am Fischer-Stand. Der ist wieder ganz woanders. Es ist zum Verzweifeln. Ich lasse Meinecke, der gerade beim rosenpflückenden Adenauer angekommen ist, am Suhrkamp-Stand und suche Willemsen.

Die nette Pressefrau platziert uns in einen künstlichen Zwischengang hinter einer Bücherwand zwischen Kaffeedosen und quietschgelben Postkisten. Das Licht ist grell und ungemütlich, Willemsen ist in jeder Beleuchtung charmant. „Sie haben Ohren wie Adorno!“ Und beseelt von der Messe: „Ich liebe die vom Wort Besoffenen.“ Ob wir mal über sein neues Buch sprechen?  Ja, genau! Übrigens, Adorno habe seine Haare nicht über die Ohren fallen lassen können. Das Ganze ist ein Trick, er will eigentlich über einen Schneider reden, dem vor 400 Jahren beide Ohren abgeschnitten wurden, und über ein Buch über den Schneider, das nun wieder Willemsen herausbringt … Wird Zeit, dass die Partys der Messe beginnen…. Und wo ist eigentlich die Nobelpreisträgerin?

1 Kommentar »

  1. [...] die zwar netten aber dreidimensionale hippeligen und loslabernden Kollegen wie Rainald Goetz und Thomas Meinecke irgendwo wie faltig-karikierte 30Jährige Tekknohippies auf Ecstasy durch die Gänge laufen und so [...]

    Pingback von Warum ich froh bin, nicht auf der Buchmesse zu sein… « strawberryfields — Oktober 14, 2009 @ 7:56 pm

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen