14.10.09 | 21:38 | 0 Kommentare

Versuche mit Willemsen

Roger Willemsen will über das Frankfurter Messetreiben sprechen („Ich bin auf der Buchmesse sehr sexy!“) und über Autorenkollegin Herta Müller  („Die hat den Nobelpreis verdient“).  Außerdem regt er sich ein bisschen über die Umarmprominenz hier auf und dann geht es ihm wieder um die Ohren von Adorno. Wir versuchen trotzdem ein Gespräch über sein Buch und das Nachtleben in Bangkok, eine Herausforderung.

„Herr Willemsen, Ihr Buch Bangkok Noir …“

Roger Willemsen: “.. ist eine erfahrungsgesättigte Nachtlyrik.“

 „Ihre Streifzüge durch das thailändische Nachtleben sind also autobiografisch?“

Willemsen: „Ja klar.“

„In Ihrem Buch landen Sie immer wieder mit Frauen im Bett  und dann gibt es den Cut -“

Willemsen: „Es war nur eine Frau.“

„Eine?“

Willemsen: „Nein, stimmt, da gab es auch eine, die Parfum in den Ventilator gespritzt hat. Die hat mich im Hotelgarten gefragt, ob ich kiffen will und ist geblieben. Da sieht man, Prostitution ist das falsche Wort.“

„Worum geht es denn dann?“

Willemsen: „Der eigentlich erotische Komplex ist die havarierte Kommunikation. Es ist ohnehin so:  Je länger man in Bangkok ist, desto uninteressanter wird das Sexleben. Meine Besuche beim Elefantenschlafplatz und in der Kickboxarena haben mich eigentlich mehr interessiert.“

.„Wieso überhaupt Bangkok?“

Willemsen: „Es gibt keine Stadt, die ich kenne, die derart verschwenderisch ist, die den Fächer so weit aufschlägt.“

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar